Das Leih-iPad ist nicht versichert – Wird es geklaut oder kaputt gemacht, müssen die Eltern zahlen

Auch in Dortmund wurden viele Schüler*innen mit iPad-Leihgeräten ausgestattet. Geht das Gerät kaputt oder wird verloren, müssen die Eltern die Kosten tragen. Foto: pixabay / lizenzfrei

Von Susanne Schulte

Ist es schon schwierig, die Schulen in Sachen Digitalisierung auf Vordermann zu bringen, ist es genauso kompliziert, zu entwirren, welche iPads und interaktiven Tafeln, welche Notebooks und welche WLAN-Anschlüsse mit welchem Fördergeld gekauft und bezahlt werden. Martin Depenbrock vom Dortmunder Systemhaus, dem IT-Dienstleiter der Stadtverwaltung, scheute diese Aufgabe am Mittwoch in der Sitzung der Bezirksvertretung Nordstadt nicht und bekam anschließend Lob von den Gremiumsmitgliedern: Sie hätten viel gelernt, meint so Cornelia Wimmer (Die Linke/Die Partei).

Die Hauptschule Hafen soll mit als erste ans Glasfasernetz angeschlossen werden

90 Schulen in Dortmund sollen noch ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Foto: pixabay / lizenzfrei

Depenbrock legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf die Nordstadt. Hier stehe, was den Glasfaseranschluss angehe, die Hauptschule Hafen ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Glaserfaseranschlüsse verlegt, nach einer europaweiten Ausschreibung, die Dokom.  ___STEADY_PAYWALL___

90 Schulen in ganz Dortmund seien hier noch anzuschließen, in der Nordstadt seien bereits 50 Prozent am Netz. Aus dem Bundesbreitbandprogramm gibt es Geld für die Verlegung der Kabel außerhalb des Schulgeländes, für die Verlegung auf dem Schulgelände kann das Geld aus dem Kreditprogramm „Gute Schule 2020“ genommen werden. 

Weiteres Geld kommt aus dem DigitalPakt NRW. Dann gibt es noch die Richtlinie über die Förderung von digitalen Sofortausstattungen und die zur Förderung von dienstlichen Endgeräten für Lehrkräften.

Die nächste Generation Geräte muss die Stadt aus eigener Tasche zahlen

Mit den vielen Millionen müssen nun in Schulen wie der Oesterholzschule, der Lessing- und der Kielhornschule auch die WLAN-Anschlüsse in den Gebäuden ausgebaut werden. Denn derer gibt es zu wenig, so Depenbrock. Man versuche nun, da wo es möglich sei, die Verbindungen übers Stromnetz zu legen.

Die iPads für alle Kinder und Jugendlichen der Klassen 2 bis 13 und für die Lehrkräfte werden, wie schon erwähnt, ebenfalls bezuschusst, „aber für 2025 gibt es noch keine weiteren Programme“, so Depenbrock. Nach fünf Jahren Nutzung sei so ein Gerät spätestens zu ersetzen. „Wir steuern auf eine enorme finanzielle Belastung der Kommunen zu.“

Eine Versicherung fürs iPad kostet an die 200 Euro im Jahr

Die finanzielle Belastung haben manche Familie schon jetzt, auch wenn sie für ihre Kinder das iPad als Leihgabe bekommen habe. Denn fällt es vom Tisch oder geht verloren, müssen die Eltern es ersetzen. 330 Euro kostet ein iPad, 200 Euro würde eine Versicherung kosten. 

Das Gerät sei ein Leihgut, so Depenbrock auf die entsprechende Frage aus dem Gremium. Da greife das BGB und somit die Eigenhaftung. Die Geräte seien grundsätzlich von der Stadt nicht versichert. Man sei sich des Problems bewusst und überlege, wie man es kleiner machen könne.

 

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Kommentare

  1. Barth

    Meines Wissens sind die Geräte durch ein gutes MDM geschützt. Nachverfolgung und auch Sperre kann erfolgen, auch wenn versucht wird das Gerät neu zu bespielen.
    Das ist einer der Vorteile bei dieser restriktiven Hardwareplattform.
    Das soll natürlich nicht bedeuten, dass die Geräte überall liegen gelassen werden sollen.

  2. Roland Klecker

    Ein einfaches Android-Tablet würde unter Hundert Euro kosten, hätte ein offenes System das 80% des Markts abdeckt, bietet hunderte oder tausende kostenlose Apps mehr, undczwar in allen Bereichen. Aber nein, wir erziehen unsere Kids zu gehirngewaschen Apple-Sklaven.
    In meinen Augen ist das Kindeswohlgefährdung. Und ein erbärmlichen Armutszeugnis der “Pädagogen” die offensichtlich zu blöd sind für die Digitalisierung.

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