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Ungewöhnliche Plakataktion der aussichtsreichsten OB-Kandidat*innen – Briefwahl-Beteiligung auf Rekordkurs

Die OB-Kandidat'innen von SPD, CDU und Grünen plakatieren gemeinsam in Dorstfeld. Fotos: Alex Völkel

Die OB-Kandidat’innen von SPD, CDU und Grünen plakatieren gemeinsam in Dorstfeld. Fotos: Alex Völkel

Ungewöhnliche Aktion: Die drei aussichtsreichsten Kandidat*innen um die Nachfolge von Oberbürgermeister Ullrich Sierau gingen jetzt gemeinsam plakatieren. Der Hintergrund: In verschiedenen Stadtteilen insbesondere im Dortmunder Westen – beispielsweise in Dorstfeld und Westerfilde – sind großflächig nur noch Plakate der Neonazis zu sehen. Daher gingen Daniela Schneckenburger (Grüne), Thomas Westphal (SPD) und Andreas Hollstein (CDU) zum „Nachhängen“ in Dorstfeld. Die Bereitschaft zum Wählen scheint zumindest hoch: Die Briefwahl steuert wohl auch wegen Corona auf einen neuen Rekordwert zu.

Demokratische Aktion gegen „Dominanz der rechtsextremen Parolen im Straßenbild“

Zu den zu erwartenden Störmanövern durch Neonazis kam es bei der Aktion im Bereich des Wilhelmplatzes nicht. Ein Grund: Viele der nicht-inhaftierten Parteikader waren bei der Querdenken-Demo in Berlin. So war die Aktion in Dorstfeld eine entspannte und lud zum gegenseitigen Frotzeln ein.  ___STEADY_PAYWALL___

Denn wenn die CDU mit Hilfe der Grünen und ihrer Leiter hoch hinaus kommen, die SPD das Messer wetzt, um es den Grünen zu reichen oder die Parteien über die Farbe der jeweiligen Kabelbinder lästerten, konnte das von der durchaus ernsten Aktion ablenken. 

Während die Neonazis und die AfD sich teils lautstark darüber beschweren, dass ihre Plakate angeblich gezielt zerstört würden, ist der umgekehrte Fall in vielen Straßen sehr augenscheinlich. Insbesondere unter den Plakaten der Neonazis finden sich häufig viele „herrenlose Kabelbinder“, wo keine Plakate der demokratischen Parteien mehr hängen.

Deshalb war das OB-Kandidat*innen-Trio auch am Samstag in Dorstfeld unterwegs und machte deutlich, dass sie gemeinsam „der Dominanz der rechtsextremen Parolen im Straßenbild ein demokratisches Wahlangebot“ entgegensetzen wollten.

Großes Interesse an Briefwahl – Endstand der letzten Wahlen wurde schon jetzt erreicht

Am Sonntag, 13. September, sind die Dortmunder*innen aufgerufen, Ihre Stimmen bei den gemeinsam stattfindenden Wahlen abzugeben. Stand Freitag (28.8.) wurden in Dortmund bereits 71.616 Briefwahlunterlagen für die Kommunalwahl beantragt. Schon jetzt wurde damit der Endstand der Briefwahl bei den Kommunalwahlen 2014 und auch der Endstand der Europawahl 2019 übertroffen. 

„Wir befinden uns auf der Zielgeraden der Organisation einer Wahl, die uns bedingt durch die Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus vor neue Aufgaben gestellt hat“, betont Norbert Dahmen, Rechts- und Ordnungsdezernent der Stadt Dortmund. „Ich hoffe darauf, dass die wahlberechtigte Bevölkerung in Dortmund dies durch eine hohe Wahlbeteiligung würdigt.“

Bei den Kommunalwahlen werden der*die Oberbürgermeister*in, der Rat der Stadt Dortmund, die Bezirksvertretungen der zwölf Stadtbezirke und die Abgeordneten der Verbandsversammlung (Ruhrparlament) des Regionalverbands Ruhr (RVR) direkt gewählt. Gleichzeitig findet auch die Wahl des Integrationsrates der Stadt Dortmund statt. Je nach Wahlberechtigung können also bis zu fünf Stimmen abgegeben werden.

Sollte bei der Wahl des*der Oberbürgermeister*in kein*e Kandidat*in mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, wird es am 27. September 2020 zu einer Stichwahl kommen. Es stehen dann nur noch die beiden kandidierenden Personen zur Wahl, die am ersten Wahltag die meisten Stimmen erhielten.

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