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Trockener Frühling macht den Pflanzen zu schaffen: Niederschlagsdaten belegen extrem trockenen April und Mai

Die Folgen der globalen Klimaerwärmung werden lokal immer spürbarer – auch in Dortmund. Der April und der Mai waren in diesem Jahr viel zu trocken, was sich drastisch auf die Entwicklung der Flora auswirkt. Foto: Alex Völkel/Archiv

Hydrologische Auswertungen von Emschergenossenschaft und Lippeveband haben ergeben, dass die Frühlingsmonate April und Mai in diesem Jahr deutlich zu trocken gewesen sind. Das belegen die Niederschlagsdaten, die von den Hydrologen von Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) erhoben wurden. Im Emscher-Gebiet war dies der dritttrockenste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen.

47 Prozent weniger Niederschlag als sonst üblich im Emschergebiet

Im Emschergebiets-Durchschnitt wurden im vergangenen Monat lediglich 12,5 mm Niederschlag (entspricht jeweils Liter pro Quadratmeter) registriert, womit ein weiterer Monat deutlich zu trocken ausgefallen ist. Vor dem Hintergrund des langjährigen Mittelwertes (1891-2010) in Höhe von 61 mm entspricht dies einer Abweichung von minus 80 Prozent. In Rangzahlen ausgedrückt befindet sich der Mai 2020 damit auf Rang 3 der trockensten Mai-Monate – auf Rang 2 steht das Jahr 1901 mit 12 mm und auf Rang 1 das Jahr 1989 mit 11 mm. ___STEADY_PAYWALL___

Patrick Michnikowski (Stadt Dortmund, li.) und Paul Maichrzik (DONETZ) bei der Installation und Bewässerung an der Landgrafen-Grundschule zur Rettung der Straßenbäume bei der Rekordhitze. (Foto: Frauke Schumann/ DEW21)

Im Dortmunder Stadtgebiet bewässert das Dortmunder Grünflächenamt die Straßenbäume. Foto: Frauke Schumann/DEW21

Berücksichtigt man auch die beiden vorherigen Monate im Sinne des meteorologischen Frühlings (März/April/Mai) zeichnet sich bei einer Niederschlagssumme in Höhe von 91 mm (langjähriges Mittel 1891-2010: 172 mm) zwar auf den ersten Blick ein nicht ganz so drastisches Bild, was jedoch hauptsächlich am überaus durchschnittlichen Niederschlag im März 2020 lag (minus zwei Prozent), denn der April war bei einer Abweichung in Höhe von minus 58 Prozent gegenüber der langjährigen Monatssumme ebenfalls deutlich zu trocken.

In Summe fielen im Frühling 2020 somit nur knapp 53 Prozent des langjährigen Niederschlages. Aufgrund der nun schon seit zwei Monaten anhaltenden gravierenden Trockenheit sind die pflanzenphysiologischen Auswirkungen derzeit vielerorts unverkennbar. In Rangzahlen ausgedrückt befindet sich der Frühling 2020 im Emscher-Gebiet somit auf Rang 5 der trockensten Frühlinge – die Ränge 1 bis 3 bekleiden die nachfolgenden Jahre: 2011 mit 64 mm, 1893 mit 65 mm und 1929 mit 86 mm.

Ein drastischeres Bild zeichnet sich bei Betrachtung einzelner Stationen, so z.B. an der Station in Oberhausen-Buschhausen, an der im Mai 2020 lediglich eine Summe von 4 mm registriert wurde (langjähriges Mittel 1931-2020: 58 mm), was den Mai 2020 zum absolut trockensten Mai seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1931 macht. Rang 2 bekleidet das Jahr 2011 mit 14,3 mm und Rang 3 das Jahr 2001 mit 19,8 mm.

Satte 75 Prozent weniger Niederschlag als sonst üblich im Lippe-Gebiet

Für das Gebiet des Lippverbandes zeichnet sich ein ähnliches Bild. Im Durchschnitt wurde im Mai 2020 mit 14,5 mm nur unwesentlich mehr Niederschlag aufgezeichnet. Angesichts des langjährigen Mittelwertes (1891-2010) in Höhe von 59 mm entspricht dies einer Abweichung von minus 75 Prozent. Bei Betrachtung der resultierenden Rangfolge befindet sich der Mai 2020 auf Rang 2 der trockensten Mai-Monate – noch trockener war lediglich das Jahr 1989 mit einer Monatssumme von 11 mm; auf Rang 3 befindet sich das Jahr 1896 mit 19 mm Niederschlag.

Allein am Wallring mussten bereits 80 der 450 Rosskastanien gefällt werden.

Viele Baumarten kommen mit den veränderten Bedingungen nicht klar. Foto: Alex Völkel/Archiv.

Bei Betrachtung des meteorologischen Frühlings mit einer Niederschlagssumme von 91 mm (langjähriges Mittel 1891-2010: 165 mm) verhält sich die Situation nicht gravierend anders als im Emscher-Gebiet. Auf einen durchschnittlich feuchten März (plus 9 Prozent) folgte ein überaus trockener April (minus 66 Prozent). In Summe fielen im Frühling 2020 somit knapp 55 Prozent des langjährigen Niederschlages. In Rangzahlen ausgedrückt befindet sich der Frühling 2020 im LV-Gebiet jedoch „nur“ auf Rang 9 der trockensten Frühlinge – die Ränge 1 bis 3 bekleiden die nachfolgenden Jahre: 2011 mit 65 mm, 1893 mit 66 mm und 1929 mit 76 mm.

Mit einer monatlichen Durchschnittstemperatur von 13,3 °C an der Station „Bochum-DMT“ war der Mai 2020 übrigens eher unterdurchschnittlich warm – die langjährige Monatsmitteltemperatur beträgt hier 14,1 °C. Im Hinblick auf die Sonnenscheindauer war der Mai mit 291,3 Stunden in Summe jedoch außergewöhnlich sonnenreich – noch sonnenreicher war hier lediglich der Mai 2018 mit 296,3 Stunden. Zum Vergleich: Der langjährige Mittelwert beträgt 186,9 Stunden. Zusammengefasst lässt sich der Mai somit als deutlich zu trocken und außergewöhnlich sonnig, nicht jedoch als auffällig warm bezeichnen.

 

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