Nach Unwetter-Katastrophe: „Klimabündnis Dortmund“ fordert vom Stadtrat mehr Engagement in Sachen Klimaschutz

Das „Klimabündnis Dortmund“ nimmt die jüngsten Extremwetterlagen zum Anlass, von der Politik mehr Engagement in Sachen Klimaschutz einzufordern. Archivfoto: Susanne Schulte

Mit einem Offenen Brief wendet sich das Klimabündnis Dortmund nach der Unwetterkatastrophe im Juli an den Stadtrat und stellt Forderungen auf, um solchen Extremwetterereignissen in Zukunft vorzubeugen und den Problematiken, die der Klimawandel immer offensichtlicher mit sich bringt, angemessen begegnen zu können. Bereits geplante Maßnahmen im Rahmen des Handlungsprogramms Klima-Luft 2030 der Stadt Dortmund oder des Masterplans Mobilität würden eine gute Grundlage liefern, auf der man weiter aufbauen könne. Denn die meisten Maßnahmen würden aus Sicht des Bündnisses leider viel zu kurz greifen. Als erste Fraktion haben die Dortmunder Grünen bereits positiv auf den Brief reagiert. „Mit seinen Forderungen zu mehr und schnellerem Klimaschutz läuft das Klimabündnis bei uns offene Türen ein“, so Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der Grünen.

Die Zeit drängt: Bündnis fordert, kommunalen Klimaschutz zur Chefsache zu machen

Bei der Starkregenflut im Juli wurden zahlreiche Gebäude zerstört, wie hier in Bad Münstereifel. Foto: Karsten Möller

Wie kürzlich das Bundesverfassungsgericht bestätigt hat, ist die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen durch den Klimawandel zu einer vordringlichen kommunalen Aufgabe geworden, die keinen weiteren Aufschub erfahren darf, heißt es in dem Brief.

Die letzten Unwetter in vielen Kommunen und Kreisen von NRW und Rheinland-Pfalz mit Starkregen und schrecklichen Überschwemmungen hätten dies in trauriger Weise vor Augen geführt.

Um die dringend notwendige Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen entscheidend voranzutreiben und Folgeschäden einzudämmen, bedürfe es aus Sicht der Klimaaktivist*innen ambitionierter und engagierter Handlungsvorgaben durch die Politik. 

Das Handlungsprogramm Klima-Luft 2030 der Stadt Dortmund wurde am 13. März 2021 in der digitalen Bürgerkonferenz dargelegt und diskutiert. Die vorgestellten Ideen seien eine geeignete Grundlage für die weitere Entwicklung, würden aber in Bezug auf die Benennung konkreter Ziele, Entschlossenheit und praktische Ausgestaltung noch viel zu kurz greifen. 

Gute Grundlagen müssen zeitnah weiter ausgebaut werden

Die Feuerwehr und das THW hatten eine Vielzahl von Einsätzen. Foto: Feuerwehr
Durch Flächenversiegelung fehlt es an Ablaufmöglichkeiten für die Wassermassen. Foto: Feuerwehr

Viele gute Anregungen zur Realisierung lägen der Stadt seit langem vor, ohne umgesetzt worden zu sein. Dies betreffe auch den Masterplan Mobilität.

Dortmund habe also beste Voraussetzungen, schnell geeignete Anreize zu setzten und damit eine vorbildliche Rolle im Klimawandel einzunehmen.

Das Klimabündnis Dortmund weist eindringlich darauf hin, dass die Zeit drängt und fordert alle politischen Parteien im Stadtrat dringend auf, jetzt klare Prioritäten zu setzen.

Vorhaben, die klimaschädliche Emissionen zeitnah und effektiv reduzieren, müssten Vorrang haben. Zusätzlich seien bereits jetzt Maßnahmen zu ergreifen, die den Folgen der Erderwärmung (Trockenheit, Hochwasser) gezielt vorbeugen: 

Sofortmaßnahmen im Energiesektor 

  • konsequente Anwendung von Instrumenten wie Konzeptvergaben und städtebaulichen Verträgen in der Dortmunder Bauleitplanung mit dem Ziel der Energieneutralität
  • effektive Vorgaben für die stadteigenen Gebäude und Flächen zur sukzessiven Verbesserung der Klimabilanz und straffe Umsetzungsplanung bis 2030
  • Förderung des Ausbaus von Photovoltaik auf privaten, städtischen und Gewerbe-dächern, z.B. unter Einbeziehung des geplanten Klimafonds der Sparkasse
  • gezielte Ausweitung der Förderung einschlägiger Berufsausbildungen im Energiesektor (z.B. Energie- und Gebäudetechniker*in, Dachdecker*in) seitens der Stadt Dortmund unter Einbeziehung geeigneter Kooperationspartner

Flächennutzung konsequent steuern 

  • Grünflächenschutz auf der Grundlage der Priorisierungsliste der Naturschutzverbände und des Landschaftsbeirates von 2004
  • Kompletter Verzicht auf die Bebauung in Frischluftschneisen, Kaltluftabflusszonen und hochwassergefährdeten Bereichen sowie in regionalen Grünzonen
  • Entsiegelungs- und Begrünungsprogramm für stadteigene Flächen, wie Parkplätze, Ausgleichsflächen, Straßenzüge und Festlegung des zu erreichenden Entsiegelungsgrades

Zügige Realisierung der Mobilitätswende mit geeigneten Teilkonzepten

  • Um- und Rückbau des Straßenraumes zugunsten von Fuß- und Radwegen
  • Verbesserung des ÖPNV-Angebots (Taktverdichtung, Netzausbau, Ausbau P+R, B+R)
  • Schnellstmöglicher Ausbau der Parkraumbewirtschaftung (Erhöhung der Parkgebühren und der Kosten für Anwohnerparkausweise)
  • Errichtung gesicherter Fahrradstellplätze
  • Beteiligung an der Großstadt-Initiative „Pilotprojekt Tempo 30“ und Befürwortung entsprechender Veränderungen der Straßenverkehrsordnung
  • Verzicht auf Straßenneubau (Nordspange, OWIIIA) und Einleitung des Flughafenrückbaus

Systematische Umsetzung regionaler, saisonaler und gesunder Ernährung

  • Stufenweise Einführung einer gemüsebasierten, frisch zubereiteten Ernährung in allen städtischen Einrichtungen, beginnend mit Kitas und Grundschulen
  • Gezielte Bildungsprogramme zur nachhaltigen, gesunden Ernährung („regional, saisonal, bio und fair für alle Dortmunder*innen“), in Schulen, Verwaltungen und Betrieben
  • Förderung einschlägiger Ausbildungsberufe (Köch*innen, Bäcker*innen, Gemüsegärtner*innen, etc)
  • Schaffung überzeugender Anreize für mehr Biodiversität in der Landwirtschaft und effektive Unterstützung regionaler Ökolandbauern (z.B. längere Pachtverträge und entsprechende Auflagen für Flächenverpachtung)
  • Förderung der Netzwerkbildung „from farm to fork“ in Dortmund zur Entwicklung der regionalen Lebensmittelversorgung in Kooperation mit der Zivilgesellschaft (z.B. dem Ernährungsrat)

Dringliche Empfehlungen des Klimabündnis Dortmund

Es steht zu befürchten, dass selbst gut geeignete Maßnahmenpakete weit hinter den Erwartungen zurückbleiben, wenn sie nicht als klare Maßgabe der Amtsleitung in alle Bereiche der Stadtverwal-tung ausstrahlen. Wir empfehlen daher dringend: 

Effiziente Organisationsstrukturen und Controlling 

  • kommunalen Klimaschutz zur Chefsache zu machen und eine mit Kompetenzen ausgestattete „Task Force Klima“ an einer entscheidungsbefugten Schlüsselstelle in der Stadtverwaltung anzusiedeln
  • kommunalspezifisches Monitoring und die prozessbegleitende Evaluation einzuführen und ggf. nachzusteuern um die vereinbarten Ziele zu erreichen
  • regelmäßige Quartalsberichte mit den entsprechenden Kennzahlen zum Entwicklungsfortschritt zu veröffentlichen
  • eine wissenschaftsbasierte Unterstützung sicherzustellen, z.B. über entsprechende Institute oder Universitäten
  • die Zivilgesellschaft angemessen zu beteiligen, z.B. mit Hilfe des geplanten Klimabeirats unter Einbeziehung junger Menschen, um deren Zukunft es schließlich geht

Klima- und Umweltschutz unter Berücksichtigung sozialer Bedürfnisse

Ratssitzung in der Westfalenhalle 2. Archivfoto: Alex Völkel

Das Klimabündnis Dortmund fordert alle Parteien auf, sich mit den Handlungsoptionen der Stadt zum Klimaschutz bereits jetzt konstruktiv auseinander zu setzen.

Seitens der Ratsmitglieder sei darauf zu drängen, dass das Handlungsprogramm 2030 und die entsprechenden Teilkonzepte im Masterplan Mobilität ein Kernkontingent hochwirksamer Maßnahmen zur Einsparung klimaschädlicher Emissionen und zur Vorbereitung auf potentielle Klimafolgeschäden enthalten, die zügig realisiert werden können.

Daneben sollte die Stadtverwaltung dazu verpflichtet werden, die Verbesserung der Klimabilanz zu dem prioritären Thema für die nächste Dekade zu machen und die Ergebnisse mit entsprechenden Quartalsberichten zu dokumentieren. 

Dortmund habe räumlich, technisch und organisatorisch das Potenzial, nicht nur die Klimawende aktiv zu gestalten, sondern dies auch zur Stärkung der Nachbarschaft, Berücksichtigung sozialer Bedürfnisse und naturnaher Freiraumgestaltung zu nutzen und damit ein positives Lebensgefühl zu vermitteln. Dies könnten die Standortvorteile der Zukunft sein, die im Rahmen der Stadtentwicklung unbedingt weiter ausgebaut werden sollten. 

Dortmunder Grüne unterstützen das Klimabündnis Dortmund und seine Forderungen

Wie eingangs bereits erwähnt hat die Fraktion der Dortmunder Grünen bereits positiv auf den Brief des Klimabündnisses reagiert. „Spätestens nach den letzten Unwetterereignissen ist jedem klar geworden, dass wir beim Klimaschutz keine weitere Zeit mehr verlieren dürfen. Deshalb fordern wir GRÜNEN eine deutlich ambitioniertere Zielsetzung für das jetzt in Arbeit befindliche Handlungsprogramm Klima–Luft“, unterstützt die Fraktionssprecherin Ingrid Reuter die Forderungen des Bündnisses.

Ingrid Reuter (Bündnis 90/ Die Grünen)
Ingrid Reuter ist Fraktionssprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen im Dortmunder Stadtrat. Archivfoto: Alex Völkel

Ziel für Dortmund müsse es sein, schon 2035 klimaneutral zu werden – nicht erst 2050. Alle in dem Handlungsprogramm zu verankernden Maßnahmen müssten auf dieses Ziel ausgerichtet werden. Entsprechende Vorschläge werde die Fraktion nach den Ferien
in den Beratungsprozess einbringen.

Einige Weichen seien aber auch schon gestellt: So könne der auf grün-schwarze Initiative hin beschlossene Klimabeirat dafür sorgen,
dass Klimaschutz zukünftig bei allen Entscheidungen des Rates eine Rolle spiele, dass die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft werde
und dass sowohl wissenschaftliche Expertise als auch die Zivilgesellschaft daran beteiligt würden, den Klimaschutz vor Ort
deutlich voranzubringen.

Auch die gefassten Beschlüsse zum Planungsstopp der L663 n oder zum Flughafen seien gute Beispiele – ebenso die vermehrte Nutzung von Konzeptvergaben in Hinblick auf Energieneutralität  und Nachhaltigkeit bei Bauvorhaben. „Den Appell des Klimabündnisses verstehen wir als Bestätigung unserer politischen Zielsetzung und als hilfreiche Unterstützung für den dringend nötigen Klima- und Umweltschutz. Die eingebrachten Anregungen des Bündnisses nehmen wir deshalb gerne in unseren weiteren Beratungsprozess zum Handlungsprogramm Klima–Luft mit auf“, so Reuter abschließend.

 

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Kommentare

  1. Cornelia Wimmer

    Ich beziehe mich auf drei hier genannte, zweifelsfrei vernünftige Forderungen:

    – Um- und Rückbau des Straßenraumes zugunsten von Fuß- und Radwegen
    – Verzicht auf Straßenneubau
    – Kompletter Verzicht auf die Bebauung in Frischluftschneisen, Kaltluftabflusszonen und
    hochwassergefährdeten Bereichen sowie in regionalen Grünzonen,

    und schlage vor, die Pläne zur “Neugestaltung des nördlichen Bahnhofsumfeldes” umgehend zu canceln:
    Das extrem teure Projekt sieht die Veräußerung zwecks Bebauung eines großen Teils der derzeit brach liegenden Flächen zwischen Treibstraße bzw. Grüner Straße und den Gleisen vor. Zusätzlicher Straßenraum für die auf- und abfahrenden Busse muss generiert werden. Der künftige ZOB liegt im starkegengefährdeten Bereich von Unionbrücke, Schützen- und Kirchenstraße. Das Projekt ist mobilitätstechnisch grotesk anachronistisch, fußgänger- und radfahrerfeindlich, urbanitäts- und lebensfeindlich ohnehin.
    Vielleicht entwickelt die Stadt Dortmund irgendwann mal einen Sinn dafür, dass auch eine lebenswerte Stadt einen Standortfaktor darstellt und dass man mit innerstädtischen Verkehrsknoten die an Autobahnkreuze erinnern wenig Sympathie einfährt. – Vielleicht. Bisher sieht es nicht danach aus.

    Wer viel Sperriges, aber Aufschlussreiches zu lesen bereit ist, dem sei folgende Lektüre empfohlen:
    https://rathaus.dortmund.de/dosys/gremrech.nsf/0/565B23264DCCECBAC125855200478B67/$FILE/Anlagen_17182-20.pdf

  2. Parteien im Klimawahlcheck - Verbände stellen Online-Tool zur Bundestagswahl 2021 vor (PM von GermanZero, Klima-Allianz Deutschland und NABU)

    Parteien im Klimawahlcheck – Verbände stellen Online-Tool zur Bundestagswahl 2021 vor
    (Gemeinsame Pressemitteilung von GermanZero, Klima-Allianz Deutschland und NABU)

    Wer steht wofür beim Klimaschutz? Ab heute können sich Wähler:innen in einem neuen Online-Tool auf klimawahlcheck.org über Klima-Positionen der Parteien zur Bundestagswahl informieren, eine Selbsteinschätzung eingeben und herausfinden, wo sie selbst im Parteienspektrum stehen. Die Klima-Allianz Deutschland, GermanZero und der NABU haben dafür die Wahlprogramme der großen demokratischen Parteien ausgewertet.

    Im September entscheiden die Wähler:innen in Deutschland über eine Bundesregierung, die in den kommenden vier Jahren ambitionierten Klimaschutz und einen sozial gerechten Umbau unserer Wirtschafts- und Lebensweise organisieren muss. Den klimapolitischen Plänen der Parteien kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

    Für das Tool haben die Verbände die Wahlprogramme der fünf größten, demokratischen Parteien – CDU/CSU, Bündnis90/Die Grünen, SPD, DIE LINKE und FDP – analysiert und mit Blick auf deren klimapolitische Maßnahmen und Ziele bewertet. Ähnlich wie beim Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung werden die Nutzer:innen selbst um ihre Einschätzung zu dringenden klimapolitischen Entscheidungen befragt. Anschließend erhalten sie den Vergleich mit den Parteiprogrammen. Jeder Frage ist eine Erläuterung beigefügt, die die Relevanz für den Klimaschutz verdeutlicht.

    „Die Bundestagswahlen 2021 sind für den Klimaschutz von entscheidender Bedeutung. Deutschland braucht eine Bundesregierung, die den Wandel vorantreiben will und kann. Durch den Klimawahlcheck machen wir die klimapolitischen Ambitionen der Parteien transparent und vergleichbar, damit die Bürger:innen eine informierte Wahlentscheidung treffen können“, erklärt Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland.

    „Wir haben nicht mehr viel Zeit, um die notwendigen Weichen zu stellen und der Klimakrise entgegenzuwirken. Diese Bundestagswahl und die in der folgenden Legislaturperiode umzusetzende Gesetzgebung werden entscheidend für die Lösung der Klimakrise sein. Die nächste Bundesregierung muss den Grundstein für die Klimapolitik der nächsten Jahrzehnte legen,” so Dr. Julian Zuber, CEO von GermanZero e.V..

    „Die aktuellen Ereignisse der letzten Wochen zeigen eindeutig: Wir haben die fatalen gesundheitlichen Auswirkungen der Klimakrise unterschätzt. Hitzewellen, Waldbrände, Flutkatastrophen und neue Infektionskrankheiten töten heute schon Menschen, nicht nur im globalen Süden, sondern auch mitten in Deutschland. Deshalb unterstütze ich als Arzt und Wissenschaftsjournalist den Klimawahlcheck und die Klima-Allianz Deutschland, damit jede Bürgerin und jeder Bürger eine gute Wahl treffen kann, denn Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“, sagt Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Wissenschaftsjournalist und Gründer der Stiftung

    Gesunde Erde – Gesunde Menschen.

    „Bei dieser Bundestagswahl steht nicht weniger als der Klimaschutz und die Artenvielfalt unseres Planeten zur Wahl. Wir entscheiden gemeinsam darüber, wie wirksam künftige Klimapolitik gestaltet wird. Der Anteil der älteren Wählenden ist bei dieser Wahl deutlich größer als der der Jüngeren. Gleichzeitig geht es beim Klima- und Artenschutz aber vor allem darum, künftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft zu bieten. Der Klimawahlcheck bietet dafür eine Entscheidungshilfe”, ergänzt Michael Schäfer, Mitglied der Geschäftsleitung und Fachbereichsleiter Klima-/Umweltpolitik des Naturschutzbund Deutschland e.V..

    Wie funktioniert der Klimawahlcheck?

    Für das Tool haben die Verbände die Wahlprogramme der fünf größten, demokratischen Parteien – CDU/CSU, Bündnis90/Die Grünen, SPD, Die Linke und FDP – analysiert und mit Blick auf deren klimapolitische Maßnahmen und Ziele bewertet. Nicht analysiert wurde das Programm der AfD, weil die Partei den menschengemachten Klimawandel leugnet.

    Für den Klimawahlcheck wurde ein Fragenkatalog zu fünf Themenbereichen wie „Energie”, „Landwirtschaft und Artenvielfalt” oder „Klimaziele und Klimagerechtigkeit” entwickelt, der einen Großteil der klima- und umweltpolitischen Debatte abdeckt. Die Fragen wurden anhand eines Kriterienkatalogs basierend auf den Forderungen der Klima-Allianz Deutschland und des Deutschen Naturschutzrings bewertet. Die Forderungen spiegeln einen breiten Konsens der deutschen Klima- und Naturschutzorganisationen wider.

    Wer steckt dahinter?

    Die zivilgesellschaftlichen Organisationen GermanZero, Klima-Allianz Deutschland und Naturschutzbund Deutschland (NABU) haben den Klimawahlcheck gemeinsam auf den Weg gebracht. Die Organisationen haben sich zur Bundestagswahl zusammengeschlossen, weil sie gemeinsam das Thema Klimaschutz in den Fokus der Wahlentscheidung rücken wollen und in diesem Jahr einen besonderen Aufklärungsbedarf ausgemacht haben.
    GermanZero ist eine überparteiliche Nichtregierungsorganisation, die das erste vollständige Gesetzespaket, mit dem Deutschland bereits 2035 klimaneutral werden kann, geschrieben hat. Damit dieses Gesetz vom nächsten Bundestag verabschiedet wird, führt GermanZero Gespräche mit politischen Entscheider:innen auf Bundesebene und mobilisiert Bürger:innen in den Kommunen.

    Die Klima-Allianz Deutschland ist das breite gesellschaftliche Bündnis für den Klimaschutz. Mit rund 140 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Gesundheit, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften setzt sie sich für eine ambitionierte Klimapolitik und eine erfolgreiche Energiewende auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein. Ihre Mitgliedsorganisationen repräsentieren zusammen rund 25 Millionen Menschen in Deutschland.

    Mit mehr als 820.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete Naturschutzbund Deutschland (NABU) der mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse.

    Weitere Informationen:

    Der Klimawahlcheck ist aufrufbar unter: https://klimawahlcheck.org

    Über GermanZero

    GermanZero e.V. hat einen 1,5-Grad-Gesetzesentwurf entwickelt, mit dem Deutschland bis 2035 klimaneutral werden kann. Damit dieser vom nächsten Bundestag umgesetzt wird, mobilisiert GermanZero zeitgleich Bürger:innen in ganz Deutschland und unterstützt kommunale Klimaentscheide.

    GermanZero versteht sich als Klimaschutzorganisation aus der Mitte der Gesellschaft. Wissenschaftler:innen, Expert:innen und Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft erarbeiten den 1,5-Grad-Gesetzesenwurf in einem fairen, kollaborativen Prozess. Hinter GermanZero stehen Tausende von Menschen aus allen Altersgruppen und Regionen Deutschlands, die sich eine klimasichere Zukunft für sich und ihre Familien wünschen.

  3. Sabine Darschnik

    Liebe Nordstadt-Blogger,
    toll, wie ihr unsere Stellungnahme wiedergegeben und mit aktuellen Bildern untersetzt habt! Vielen Dank für diese positive Verstärkung! Besser hätten wir es uns nicht wünschen können.
    Sabine Darschnik
    Klimabündnis Dortmund

  4. Klimabündnis gibt Entscheidungshilfen zur Bundestagswahl (PM)

    Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen; erste Auswirkungen von Trockenheit über Waldbrände bis zu Starkregen mit Überflutungen sind bereits spürbar. Deshalb muss die nächste Bundesregierung der Reduzierung von Treibhausgasen höchste Priorität geben und deutlich mehr tun, um die international vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Die Wahl am 26.09.2021 ist eine Klimawahl!

    Deshalb hat das Klimabündnis Dortmund, ein Zusammenschluss von mehr als 30 Organisationen und zahlreichen Einzelpersonen, auf seiner Homepage http://www.klimabuendnis-dortmund.de Hilfen für die Wahlentscheidung veröffentlicht. Hier können die WählerInnen sowohl die KandidatInnen in den beiden Dortmunder Wahlkreisen in Bezug auf ihre Aussagen zum Klima überprüfen als auch Bewertungen zur Klimarelevanz der Parteiprogramme finden.

    Das Klimabündnis Dortmund ruft alle Interessierten auf, sich vor der Wahlentscheidung nicht auf Versprechungen in TV-Sendungen oder Aussagen bei den Wahlauftritten zu verlassen, sondern Personen und Programme genau zu prüfen.

    Wer Klimaschutz möchte, sollte auch den Klimaschutz wählen – wir haben nicht mehr viel Zeit, die unabsehbaren Folgen des Klimawandels wenigstens zu begrenzen. Wir dürfen unseren Kindern und Enkeln keine Erde hinterlassen, die ein Leben, wie wir es kennen, unmöglich macht.

    Am 26. September ist Klimawahl – informieren Sie sich umfassend unter
    http://www.klimabuendnis-dortmund.de

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