Nordstadtblogger

Jugendliche aus Dortmund auf den Brettern, die die Welt bedeuten – Theaterfestival „Wechselspiel“ macht’s möglich

Das Wechselspiel-Festival bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Theater auf den großen Bühnen zu erleben.

Das „Wechselspiel“-Festival bietet jungen Menschen im Alter von sechs bis 27 Jahren die Möglichkeit, den Mikrokosmos Theater in all seinem Facettenreichtum und seiner künstlerischen Vielfalt auf den großen Bühnen der Stadt zu erleben. Und das bereits zum elften Mal. Hierfür arbeiten die renommierten Theaterhäuser in Dortmund, die teilnehmenden Schulen und freischaffende Theatergruppen zusammen und bringen den talentierten und engagierten Nachwuchs auf die großen Bühnen der Stadt.

Viel Engagement und geballtes Know-How für das Medium Theater in Dortmund

Die VerantstalterInnen bündeln jahrelange Theaterkompetenzen. Foto: Katrin Pinetzki

Vom 2. Juli bis zum 6. Juli laden die VeranstalterInnen zu den unzähligen Aufführungen von Jugendlichen für Jugendliche ein. Selbstverständlich ist der Eintritt zu den jeweiligen Stücken kostenfrei.In diesem Jahr sind 17 Gruppen beteiligt. In ihnen sind alle Schulformen und diverse freie Theatergruppen vertreten.

2012 wurde das bisherige Konzept reformiert und als Novum wurde die Kooperation zwischen dem Theater Dortmund, dem Theater im Depot, dem Fletch Bizzel, dem Kinder- und Jugendtheater in der Sckellstraße und der Organisation über das Kulturbüro Dortmund fester Bestandteil des Konzepts.

„Wir sind wirklich froh über diese Zusammenarbeit. Wir bedanken uns bei den Theaterhäusern für ihre Unterstützung und sowohl wir als OrganisatorInnen als auch die beteiligten ProtagonistInnen bringen ihnen ihre höchste Wertschätzung entgegen“, so Birgit Götz, Choreografin und Organisatorin des Festivals.

Die Idee der Veranstaltung wird immer weiter entwickelt. Da das Festival nur alle zwei Jahre stattfindet, gibt es in den Leerlaufjahren immer eine Menge interessanter Workshops für die GruppenleiterInnen, die sich immer wieder gerne neu inspirieren lassen, um im nächsten Jahr mit neuen und frischen Ideen zu überraschen.

Musicalspektakel „Schule der Träume“ von der Berswordt-Grundschule im Theater im Depot

Hier eine Szene aus „Mats und die Wundersteine“ der Theater-AG der Friedensgrundschule. Foto: Katrin Pinetzki

Um den Festivalcharakter zu unterstreichen setzen die Verantwortlichen auf eine gemeinsame Eröffnungs- und Abschlussfeier. Diese beiden Termine sind bereits komplett ausgebucht. Für alle weiteren Programmpunkte macht es Sinn sich unter wechselspiel@dortmund.de anzumelden.

Das Programm ist üppig, bunt und spannend. So wird es zum Beispiel auch Doppelaufführungen geben, bei denen die ZuschauerInnen gespannt sein können, wie dieselbe Geschichte anders interpretiert und künstlerisch umgesetzt wurde. „Wir haben in diesem Jahr mehr Anmeldungen, als wir organisatorisch umsetzen können.

Deshalb werden viele kleinere Gruppen, die sich im vergangenen Jahr im Rahmen des NRW-Landesprogrammes „Kultur und Schule“ mit dem Thema Theater auseinandergesetzt und Stücke entworfen haben, am 5. Juli von 10 Uhr bis 13 Uhr im Theater im Depot in der Dortmunder Nordstadt unter dem Programmpunkt „Big Spot“ zusammengefasst“, erläutert Birgit Götz. 

„Bereits am 4. Juli wird es bunt und laut bei uns, auch vor der Bühne. Mit dem Musicalspektakel „Schule der Träume“geht die Berswordt-Grundschule der Frage auf den Grund, ob es wirklich glücklich macht reich, schön und berühmt zu sein“, macht Berthold Meyer vom Theater im Depot Lust auf mehr. „Für mich ist es immer wieder spannend, die kleinen Energiebündel vor Adrenalin zittern zu sehen, um dann auf der Bühne eine erstaunliche Disziplin und Hingabe zu bewundern.“

Mit dabei sind in diesem Jahr unter anderem Literaturkurse des Bert Brecht- und Helene Lange-Gymnasiums, die Tanz AG der Max Wettmann-Schule, die „Sckellynauten“ (Theaterclub des Kinder- und Jugendtheaters KJT), eine Theatergruppe aus dem Jugendtreff Bernhards und Theater-AGs der Ortenberg- oder Friedensgrundschule.

Bewährtes Tandem-System verspricht spannende und aufschlussreiche Dialoge

Es wird dramatisch und tragisch aber auch lustig und laut hergehen. Foto: NSB Archiv

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass die VeranstalterInnen ein Tandem-System bei den Aufführungen etabliert haben. Jeweils eine Gruppe tritt auf und die andere schaut zu. In einem moderierten Austausch gibt es dann die Möglichkeit über die Umsetzung und Darbietung zu diskutieren und sie zu analysieren.

„Es ist teilweise eine Offenbarung, den offenen und ehrlichen Kommentaren der jungen Menschen zuzuhören und festzustellen, wie intensiv sie sich mit dem jeweiligen Thema auseinandergesetzt haben“, freut sich Liane Laumann vom Theater Fletch Bizzel.

Auch Klaus Pfeiffer vom Westfalen-Kolleg Dortmund, der dort langjährige Erfahrungen in der Theaterarbeit gesammelt hat, betont, dass das Medium Theater heutzutage in der Kommunikation der jungen Menschen keine besondere, sondern eher eine geringe Rolle spielt. Umso spannender sei es zu sehen, wie die teilnehmenden Gruppen die Öffentlichkeit vom Gegenteil überzeugen.

Zum zweiten Mal begleitet ein aktueller Internetblog das „Wechselspiel“-Festival

Klaus Pfeiffer vom Westfalen-Kolleg betreut den Wechselspiel-Blog. Foto: Alex Völkel

Um diese Tendenz zu fördern, begleitet er nun bereits zum zweiten Mal das „Wechselspiel“-Festival mit einem aktuellen und informativen Internetblog, ebenfalls von Jugendlichen für Jugendliche. Der Link zum Blog befindet sich im Anhang des Artikels.

„Wir haben einen ganz tollen zwölfjährigen Fotografen, der mit wirklich viel Know-How für sein Alter äußerst ansprechende Pressebilder macht und ein Team an Schreibkräften mit SchülerInnen aus der siebten und achten Klasse und vier OberstufenschülerInnen, die von mir als Deutschlehrer in einer „Schreibwerkstatt“ gelernt haben, wie man Artikel journalistisch aufarbeitet“, erklärt Klaus Pfeiffer. Die Presse und die Pressearbeit seien laut Pfeiffer ein Teil des Theaters und sollten daher als Multiplikator von den Jugendlichen genutzt werden.

Die VeranstalterInnen betonen, dass das „Wechselspiel“-Festival kein Wettbewerb ist. Es soll vielmehr den Austausch der ProtagonistInnen untereinander fördern und das Medium Theater und Schauspiel erfahrbar und erlebbar machen. Es wird zwar jeweils für die Kategorien Stoffauswahl/Thema, Darstellung, Zusammenspiel/Ensembleleistung und Einsatz von Theatermitteln ein Pokal verliehen, letzten Endes bekommen aber alle teilnehmenden Gruppen einen Preis. Das Publikum kann die gesamte Woche über bei den jeweiligen Aufführungen mit abstimmen.

Preispokale wurden vom Kunstleistungskurs der Gesamtschule Gartenstadt selbst entworfen

Der Spielplan des Wechselspiel-Festivals 2018.

Die Pokale sind wie immer von den Jugendlichen selbst gestaltet worden. In diesem Jahr vom Kunstleistungskurs der Gesamtschule Gartenstadt. „Uns kommt es hier auf die kreative Selbstbestimmung der SchülerInnen an“, so Organisatorin Götz weiter.

Die Aufführungen werden jeweils im Theater Dortmund, im Theater im Depot, im Fletch Bizzel-Theater in der westlichen Innenstadt oder im Kinder- und Jugendtheater (KJT) in der Sckellstraße stattfinden. Die genauen Termine können im Flyer im Anhang des Artikels eingesehen werden.

Das „Wechselspiel“-Festival wird am 2. Juli um 10 Uhr im KJT in der Sckellstraße eröffnet. Dort wird unter anderem der diesjährige Trailer von Alicia Jütte, die ein freiwilliges soziales Jahr im Kulturbüro Dortmund absolviert, zu sehen sein. Die Pokal- und Urkundenübergabe durch Bürgermeisterin Birgit Jörder wird bei der Abschlussveranstaltung am 6. Juli im Theater im Depot stattfinden. 

Allgemein bietet das diesjährige Programm ganz unterschiedliche Inszenierungen mit allem, was das Theater so zu bieten hat. Es wird starke Emotionen, tolle Bühnenbilder, ausgefallene Kostüme, intensive Darbietungen und künstlerische Interpretationen im gesamten Spektrum des Schauspiels und Theaters geben.

Es wird märchenhaft und modern, utopisch und sozialkritisch, humorvoll und ernst, tragisch und komisch, ganz wie im wahren Leben, welches das Theater letztendlich nur in abstrakter oder stilisierter Form auf die Bühne bringt.

Weitere Informationen:

 

 

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen