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Gedenken an Jahrestag der Pogromnacht: Zeichen setzen gegen Antisemitismus steht Freitag in Dorstfeld im Mittelpunkt

Am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld wurde ein Kranz niedergelegt. Foto: Alex Völkel

Am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld wird es am Freitag wieder ein Gedenken geben. Foto: Alex Völkel

Eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Pogromnacht findet am 8. November 2019 um 15 Uhr am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld statt. Mit Rede- und Kulturbeiträgen soll dort den Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen gedacht und ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt werden.

Rabbiner Baruch Babaev wird der Gedenkveranstaltung erneut beiwohnen

Mit Großflächenplakaten wurden beim Holocaust-Gedenken in Dorstfeld Häuserfassaden verdeckt, aus denen man antisemitische Provokationen erwartet hatte.

Große Plakate anlässlich des letzten Gedenkens: dort wo Antisemitismus sich hätte zeigen können.

In diesem Jahr jähren sich die nationalsozialistischen ‚Novemberpogrome‘ zum 81. Mal. Am 9. November 1938 kam es im ganzen Land zu organisierten antisemitischen Angriffen: Synagogen wurden in Brand gesetzt, jüdische Einrichtungen, Wohnungen und Geschäfte zerstört und geplündert.

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Auch in Dortmund brannten Synagogen. Die Pogrome markierten einen gewalttätigen Übergang zu der systematischen Verfolgung von jüdischen Menschen in Deutschland, die in der Shoah mündete.

Wie in jedem Jahr wird daher in Dorstfeld eine Gedenkveranstaltung am jüdischen Mahnmal stattfinden. Unter anderem werden Baruch Babaev, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Dortmund, Oberbürgermeister Ullrich Sierau sowie Ralf Stoltze, Bezirksbürgermeister Innenstadt-West, Worte an die Teilnehmenden richten.

Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-King-Gesamtschule sowie des Leibniz Gymnasiums werden sich mit eigenen Texten zu den Themen Gedenken und Antisemitismus beteiligen. Musikalisch begleitet wird das Gedenken von Wolfgang Brust und Sevgi Kahraman-Brust.

Zivilgesellschaft will erinnern und ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen

Organisiert wird die Gedenkveranstaltung durch das Projekt Quartiersdemokraten. Veranstalter ist der Verein zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V.

„Auch dieses Jahr werden wir wieder als Zivilgesellschaft in Dorstfeld an die schrecklichen Ereignisse erinnern und gemeinsam zeigen, dass wir Verantwortung tragen und Antisemitismus in Dortmund keinen Platz haben darf“, sagte Ilse Kahrmann, stellvertretende Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V..

Die Veranstaltung soll neben der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen auch ein Zeichen gegen den aktuellen Antisemitismus setzten: „Mit der Veranstaltung wollen wir zugleich darauf aufmerksam machen, dass Antisemitismus auch in der Gegenwart ein akutes Problem darstellt, das hat jüngst der erschütternde Anschlag in Halle wieder gezeigt“, “, betont Micha Neumann, Mitarbeiter im dem Projekt.

„Antisemitismus ist gesellschaftlich immer noch weit verbreitet und ist zudem zentral für rechtsextreme Ideologie, das können wir auch in Dortmund beobachten“, so Neumann.

Schulen und Organisationen gestalten Rahmenprogramm auf dem Wilhelmplatz

Begleitet wird die Versammlung bereits ab 14 Uhr von einem Rahmenprogramm auf dem Wilhelmplatz, bei dem Dortmunder Schulen und Organisationen ihre Arbeit zu den Themen Nationalsozialismus, Gedenken und Antisemitismus vorstellen und zum Austausch einladen.

Hier werden sich unter anderem die Martin-Luther-King-Gesamtschule, die Anne-Frank-Gesamtschule und die Emscherschule Aplerbeck präsentieren. Ebenso vertreten sind der Jugendring Dortmund, das Respekt-Büro des Jugendamts Dortmund und die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache. Besucherinnen und Besucher können sich hier über die jeweilige Arbeit informieren und ins Gespräch mit den einzelnen Ausstellern kommen.

Vivianne Dörne, Mitarbeiterin im Projekt Quartiersdemokraten, lobt die Beteiligung von Dortmunder Schulen: „Wir freuen uns, dass sich auch in diesem Jahr wieder viele Dortmunder Schulen an der Gedenkveranstaltung beteiligen. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass auch die nachfolgenden Generationen die Erinnerung wach halten und sich in der Gegenwart engagieren. Schulen können mit entsprechenden Projekten und Arbeitsgruppen dabei eine wichtige Rolle einnehmen.“

Die Veranstalter weisen zudem darauf hin, dass aufgrund der Versammlung die Bus- und Bahnhaltestellen ‚Wittener Straße‘ ab ca. 14.50 nicht mehr angefahren werden.

Hintergrund:

  • Das Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ unterstützt und berät die Zivilgesellschaft in der Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld. In diesem Zusammenhang organisiert und koordiniert das Projekt seit 2017 die Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht in Dorstfeld.
  • Das Projekt Quartiersdemokraten wird aus Mitteln des Programms ‚NRWeltoffen‘ durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und liegt in Trägerschaft des Vereins zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V..

 

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2 Gedanken über “Gedenken an Jahrestag der Pogromnacht: Zeichen setzen gegen Antisemitismus steht Freitag in Dorstfeld im Mittelpunkt

  1. Griechisch-Orthodoxe Kirchen-Gemeinde in Dortmund (Pressemitteilung) Beitrags Autor

    Internationales Symposium zur Bioethik anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht vom 09. auf den 10. November 1938

    Thema: „Von moralischer Gleichgültigkeit zu moralischer Menschlichkeit: der Holocaust und das Erwachen eines neuen Bewusstseins“

    Ort: Luisenstr. 17, 44137 Dortmund
    Begin: 18:00h, Einlass ab 17:30h, Eintritt frei
    Veranstalter: Griechisch-Orthodoxe Kirchen-Gemeinde in Dortmund in Kooperation mit dem Labor für Angewandte Philosophie der Fakultät für Philosophie der Nationalen und Kapodistrian-Universität von Athen. Mit Unterstützung der Gesellschaft Griechischer Akademiker NRW e.V.

    Die Griechisch-Orthodoxe Kirchen-Gemeinde in Dortmund in Kooperation mit dem Labor für Angewandte Philosophie der Fakultät für Philosophie der Nationalen und Kapodistrian-Universität von Athen veranstaltet am 09. und 10. November 2019 in den Räumen ihrer Kirche im Dortmunder Klinikviertel ein zweitägiges Symposium mit dem Titel „Von moralischer Gleichgültigkeit zu moralischer Menschlichkeit: der Holocaust und das Erwachen eines neuen Bewusstseins“.

    Das Symposium ist dem Kampf gegen den Rassismus und Hass gewidmet und wird mit der Unterstützung der Gesellschaft Griechischer Akademiker NRW e.V. und zahlreichen Ehrenamtlichen der griechischen Gemeinde in Dortmund und Umgebung realisiert.

    Die Eröffnung der Hauptveranstaltung am 09. November um 18h in Form eines Vortrages macht der renommierte Theologe Metropolit Ignatios von Demetrias.

    Der Initiator und Hauptorganisator Archimandrit Dr. Filotheos Maroudas, Vorsitzender der Griechisch-Orthodoxen Kirche Dortmund und Umgebung, konnte zahlreiche international renommierte Wissenschaftler auf dem Gebiet der Bioethik für die wissenschaftliche Veranstaltung gewinnen.

    Die Idee zum Bioethik-Symposium entstand aus der Wahrnehmung einer Zunahme und Verschärfung von gruppenbezogenem Menschenhass, der sich ungeachtet von Herkunft und Status in ganz Europa verstärkt ausbreitet.

    Ein Ziel des Symposiums ist die Sensibilisierung von griechisch-stämmigen Bürgern in Deutschland, in besonderem Maße sind Multiplikatoren aus dem schulischen Bereich, Mitarbeiter der Gemeinden, Wissenschaftler und ehrenamtliche Engagierte aus den griechischen Vereinen eingeladen. Darüber hinaus steht das Symposium allen interessierten Besuchern offen und bietet Gelegenheit zur Vernetzung, Begegnung und wissenschaftlichem Austausch.

    Die Sprecher der offenen Hauptveranstaltung am Samstag werden im Folgenden sein:

    Dr. Stacy Gallin, Misericordia Universität von Dallas, PA, Gründerin und Direktorin des MIMEH (Maimonides Institute for Medicine, Ethics and the Holocaust) New York.
    „The contemporary Relevance of the Holocaust for Ethics and Human Dignity“

    Dr. Tessa Chelouche, Inhaberin des UNESCO Chair in Bioethics Technion Medical School in Haifa, Technion Institute von Haifa, MIMEH, Autorin von „Casebook on Bioethics and the Holocaust“
    „Medicine and the Holocaust: when Ethics meet Immorality“

    Dr. Susan Miller, Houston TX, Houston Methodist Hospital
    „An Analysis of Physician Behaviors during the Holocaust: modern day Relevance“

    Das Symposium wird musikalisch ergänzt durch zwei Beiträge von Giorgos Chantziantonis am Piano und einem Auftritt des Chores TERPSINOON u. d. Leitung von N. Konstantelias mit der „Ballade von Mauthausen“.

    Im Anschluss findet in den Räumen des Veranstaltungsortes ein Empfang mit Speisen nach dem Gesetz der Torah statt.Zur Hauptveranstaltung ist der Eintritt frei und steht allen Interessierten offen.

    Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

  2. dkp Dortmund (Pressemitteilung) Beitrags Autor

    Einladung zur Gedenkkundgebung am jüdischen Mahnmal im Westpark

    Aus Anlass des 81. Jahrestags der “Reichspogromnacht” ruft die Stadtteilgruppe Dortmund-West der DKP zur Gedenkkundgebung am jüdischen Mahnmal am ehemaligen jüdischen Friedhof im Westpark auf. Das Mahnmal befindet sich am nordöstlichen Parkeingang (Parkeingang “Lange Strasse”). Es spricht Katrin Rieckermann, Lehrerin. Im Anschluss an die Kundgebung werden “Stolpersteine” in der Umgebung gereinigt.

    Wann?
    Am 9. November 2019 um 14.00 Uhr.
    Wo?
    Am jüdischen Mahnmal im Westpark, nordöstlicher Parkeingang “Lange Strasse”.

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