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Die viel diskutierte Videobeobachtung der Polizei in der Brückstraße in der Dortmunder City beginnt heute Nacht

In der Brückstraße wird heute Nacht mit der Videobeobachtung begonnen. Fotos: Alex Völkel

Ab heute Nacht (16.12.2016) wird die Videobeobachtung in der Brückstraße in der Dortmunder City ihren Betrieb aufnehmen. Künftig wird immer freitags und samstags von 22 bis 7 Uhr die Polizei das Areal mit fünf hochauflösenden 360-Grad-Kameras überwacht. Nicht die Aufzeichnung von möglichen Straftaten, sondern die Beobachtung und das sofortige Eingreifen bei Vorfällen ist das Ziel.

Brückstraße, Platz von Leeds sowie die Straße Helle mit Kameras abgedeckt

Polizeipräsident Gregor Lange (Mitte) hat die Videobeobachtung in der Brückstraße angeordnet.

Im Rahmen eines umfassenden Präsenzkonzepts für die Innenstadt hatte Polizeipräsident Gregor Lange sich im April für eine Videobeobachtung in der Brückstraße ausgesprochen.

Nach monatelanger Vorbereitung und nach Zustimmung der Landesdatenschutzbeauftragten startet die Videobeobachtung zunächst für die Dauer eines Jahres.

Insgesamt fünf dreh-, schwenk- und neigefähige Kameras werden die Brückstraße, den Platz von Leeds sowie den größten Teil der Straße Helle abdecken.

Der Bereich macht nur sieben Prozent der Fläche in der Innenstadt aus. Allerdings sind hier in den vergangenen drei Jahren zwischen 23 und 33 Prozent der Vorfälle der Straßenkriminalität zu verzeichnen gewesen. Vor allem nachts an den Wochenenden gibt es hier die meisten Vorfälle.

Die Brückstraße hat aufgrund ihrer vielfältigen gastronomischen Angebote mit Öffnungszeiten bis in die Morgenstunden ein Alleinstellungsmerkmal im Dortmunder Nachtleben.

Dies ist neben der höheren Kriminalitätsbelastung auch eine Voraussetzung für die Implementierung einer Videobeobachtung.

Keine Verdrängung durch Kameras zu erwarten – anders als in der Nordstadt

Fünf dreh-, schwenk- und neigefähige Kameras gibt es.

Denn eine Verdrängung der Kriminalität sei hier wegen der Einzigartigkeit der Situation der Kultur-, Kneipen- und Gastroszene und der Durchgangssituation von der City zum Hauptbahnhof nicht zu erwarten.

Damit unterscheidet sich die Brückstraße in der City  auch von der daran angrenzenden Münsterstraße in der Nordstadt. Dort werde eine Videobeobachtung zu einer Verdrängung in andere Bereiche führen.

„Die kriminogenen Orte in der Nordstadt sind austauschbar – dann müssten wir flächendeckend überwachen. Das wäre verdächtig nah an einem Polizeistaat. Das kann ja keiner wollen“, so Lange. Daher setzt die Dortmunder Polizei dort auf ein verstärktes Präsenzkonzept.

Kriminalität sichtbar entgegentreten und das Sicherheitsgefühl stärken

Von der Leitstelle in der Markgrafenstraße aus wird der Bereich überwacht. Foto: POL-DO

Ein neu eingerichteter Beobachtungsplatz wurde in der Leitstelle der Dortmunder Polizei eingerichtet. Die Investitionskosten liegen bei 116.000 Euro – damit bleibt die Behörde unter dem vom Land bewilligten Betrag von 160.000 Euro.

Geschulte Polizeibeamte werden in den Nächten von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag sowie wochentags an einsatzrelevanten Tagen wie Altweiberfastnacht u.a. in der Zeit von 22 bis 7 Uhr die Geschehnisse auf der Brückstraße durch die Kameras beobachten und Gefahrensituationen zeitnah an Polizeikräfte vor Ort übermitteln. Eine Aufzeichnung erfolgt nur zu diesen Zeiten.

„Ziel ist es, der Kriminalität sichtbar und entschieden entgegenzutreten und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnern und Bürger sowie der Besucher unserer Stadt Dortmund zu stärken“, sagte Lange bei einem Ortstermin. „Potentielle Straf- und Gewalttäter müssen ab heute wissen: Die Polizei hat sie im Blick!“

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2 Gedanken über “Die viel diskutierte Videobeobachtung der Polizei in der Brückstraße in der Dortmunder City beginnt heute Nacht

  1. Polizei Dortmund Beitrags Autor

    Antänzer durch Videobeobachtung überführt – Polizei sucht Geschädigten!

    Seit einiger Zeit ist die Brückstraße zu bestimmten Zeiten videoüberwacht. In der Nacht zu Samstag konnte ein geschulter Beamter am Videobeobachtungsplatz im Polizeipräsidium Dortmund einen sogenannten „Antänzer“ auf der Brückstraße beobachten.

    Gegen 2:35 Uhr „tanzte“ dieser eine bislang unbekannte Person auf der Brückstraße an und entwendete ein Mobiltelefon. Der Täter machte dies so geschickt, dass man tatsächlich dreimal hingucken musste. Die sofort alarmierten Kräfte in der Nähe konnten den Täter direkt festnehmen. Das Opfer, das den Diebstahl nicht bemerkt hatte, war nicht mehr vor Ort.

    Bei dem wegen gleichgelagerten Delikten bekannten 22-jährigen Mann aus Marokko konnte ein Smartphone (Samsung S 5 Mini) aufgefunden werden. Der 22-Jährige wurde festgenommen und in das Polizeigewahrsam verbracht. Am heutigen Tag musste er nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen werden.

    Der Besitzer des Handys wird gebeten sich mit der Kriminalwache unter 0231-132-7441 in Verbindung zu setzen.

  2. Polizei Dortmund Beitrags Autor

    Videobeobachtung in der Brückstraße – Polizeipräsident zieht erstes positives Fazit

    Vor einem Jahr, am 16. Dezember 2016, wurde die Videobeobachtung im Rahmen des umfassenden Präsenzkonzepts Innenstadt in der Brückstraße erstmalig aufgeschaltet. In der Zeit von 22 – 6 Uhr an den Wochenenden sowie an einsatzrelevanten Tagen wie Karneval oder Halloween haben speziell geschulte Beamte mit fünf Kameras die Brückstraße, den Platz von Leeds sowie einen großen Teil der Straße Helle beobachtet. Gleichzeitig wurde die Präsenz zu den Zeiten der Videobeobachtung signifikant erhöht, um ein schnelles Einschreiten zu ermöglichen.

    Die erste Bilanz nach einem Jahr ist positiv. So konnte die schwere Gewaltkriminalität in dem videoüberwachten Bereich deutlich gesenkt werden (Zeitraum Januar bis Oktober). Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen wurde um 43% gesenkt (2016: 21 Fälle, 2017: 12 Fälle) Auch im Bereich Raub / Räuberische Erpressung konnten die Fallzahlen um fast die Hälfte gesenkt werden (2016: 9 Fälle 2017: 5 Fälle).

    Durch die Videobeobachtung konnten bis zum jetzigen Zeitpunkt acht Straftaten aufgeklärt werden. Weitere Sequenzen befinden sich derzeit in der Auswertung.

    Beispiele: Am 26. Februar beobachteten die Beamten ein sogenanntes „Antanzdelikt“. Eine Person entwendete dabei ein Mobiltelefon. Die Polizeibeamten konnten nach dem Hinweis des Videobeobachters den Täter festnehmen und das Opfer, welches sich schon entfernt hatte, nachträglich identifizieren.

    Am 8. Juli konnten die Videobeobachter bei der Aufklärung einer gefährlichen Körperverletzung entscheidend mitwirken. Sie beobachteten, wie eine Person einer anderen eine Glasflasche auf dem Kopf zerschlug. Auch dieser Täter konnte durch die Interventionskräfte direkt danach festgenommen werden.

    Die Zahl der einfachen Körperverletzung ist von 25 auf 42 gestiegen. Dieser Anstieg kann mit der verstärkten Präsenz vor Ort erklärt werden. Erfahrungsgemäß steigt das Anzeigeverhalten von kleineren Delikten, wenn Polizeibeamte sichtbar in der Nähe sind. Erfreulicherweise ist kein Verdrängungseffekt in benachbarte, nicht überwachte Straßen zu erkennen.

    Die Wahl der Videobeobachtungszeit hat sich als richtig erwiesen. In den 16 Stunden pro Woche (9,5 % der Gesamtstundenwochenzahl) haben fast 45 % der Straftaten stattgefunden.

    Polizeipräsident Gregor Lange ist überzeugt von der Wirksamkeit der Videobeobachtung: „Das Ziel, der schweren Gewaltkriminalität mit Videobeobachtung entschieden entgegenzutreten, ist nach unserer jetzigen Bilanz gelungen. Videobeobachtung ist im Rahmen unserer umfassenden Präsenz- und Sicherheitskonzepte ein sinnvoller Baustein zur Bekämpfung der Kriminalität. Darüber hinaus ist sie ein wichtiger Faktor für das Sicherheitsgefühl der hier lebenden Menschen. Deshalb habe ich eine Arbeitsgruppe mit dem Auftrag eingerichtet, die Ausweitung der Videobeobachtung in andere Bereiche unserer Stadt zu prüfen.“

    Der Polizeibeirat wurde am gestrigen Tag durch den Polizeipräsidenten darüber informiert, dass die Videobeobachtung in der Brückstraße für ein weiteres Jahr fortgesetzt werden soll.

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