Unternehmerischer Mut in der Pandemie: HWK und IHK zu Dortmund vergeben Gründer*innenpreise 2020

Die Präsidenten von IHK, Heinz-Herbert Dustmann (l.) und HWK, Berthold Schröder (r.) mit den stolzen Gründerpreisträger*innen 2020. Fotos: Julian Kühn / IHK

Bereits zum 13. Mal haben die Handwerkskammer (HWK) sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund unter dem Motto „Wir gründen Zukunft“ ihre besonders erfolgreichen Gründerinnen und Gründer aus der Region geehrt. Die Preisträger der IHK sind die „Götze Stahlbau GmbH“ aus Schwerte, die „Glücksgriff GmbH“ in Wickede und das „Familiencafé Valentin“ in Hamm. Die Handwerkskammer zeichnete die „Törtchenschmiede Café & Konditorei“ in Fröndenberg, den „Geigenbaumeister Lukas Kehnen“ in Bochum und die „Jürgen Stock Sanitär- und Heizungsbau GmbH“ in Dortmund aus.

„Wir gründen Zukunft!“ Auszeichnungen für herausragende unternehmerische Leistungen

HWK-Präsident Berthold Schröder (l.) und IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann (r.) mit dem Moderator der Preisverleihung, Patrick Kitzinger.

Die Gründerpreise der Kammern werden alle zwei Jahre vergeben. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Verleihung für 2020 zunächst ausfallen.

„Wir möchten uns die Auszeichnung unserer Preisträgerinnen und Preisträger dennoch nicht nehmen lassen und haben uns daher für das heutige hybride Format entschieden“, sagte IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann in seiner Begrüßung und freute sich sehr darüber, dass die herausragenden unternehmerischen Leistungen im Dortmunder View ausgezeichnet werden konnten. 

Vor Ort konnten 20 Gäste bei der Preisverleihung sein, mehr als 100 verfolgten die Ehrungen online am Bildschirm (das Video steht im Anhang des Artikels zur Verfügung). HWK-Präsident Berthold Schröder dankte den Gründerinnen und Gründern dafür, dass sie sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden haben: 

„Sie sind wichtige Weichensteller und gestalten unsere Zukunft aktiv mit. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist es wichtig, dass wir wieder mehr nachhaltige Gründungen und Betriebsübernahmen haben. Nur auf diese Weise bleiben wir innovativ und wettbewerbsfähig. Jeder, der sich vor Corona selbstständig machen wollte, sollte diesen Traum daher nicht aufgeben.“

Die Preisträger*innen der IHK zu Dortmund:

Kompetenz und Erfahrung bei der „Götze Stahlbau GmbH“

Freuten sich sichtlich über ihren Erfolg: Gründer Ferdettin Sentürk und Eduard Tissen.

Die „Götze Stahlbau GmbH“ aus Schwerte kann durchaus als Traditionsunternehmen bezeichnet werden. Gegründet bereits im Jahr 1969, haben die beiden Gründer Ferdettin Sentürk und Eduard Tissen, das Unternehmen Anfang 2019 übernommen. 

Die beiden Gründer kennen sich bereits seit vielen Jahren privat und aus ihren bisherigen Tätigkeiten. Die „Götze Stahlbau GmbH“ versteht sich als Dienstleister und ist in der klassischen Lohnfertigung tätig. 

Produziert werden Stahlprodukte für Industrieanlagen und den Sondermaschinenbau, der Arbeitsschwerpunkt liegt in der Blechverarbeitung sowohl im Stahl-, als auch im Edelstahlbereich. Mit der Übernahme konnten die Arbeitsplätze der sieben Mitarbeiter gesichert werden und ein etabliertes Unternehmen erhalten werden.

Kletterherausforderungen in persönlicher Atmosphäre in der Boulderhalle „Glücksgriff“

Hat die Boulderhalle „Glücksgriff“ zu einem attraktiven Anlaufpunkt für Kletterbegeisterte gemacht: Gründer Andreas Möser.

Kletterfan Andreas Möser hat aus seiner Leidenschaft einen Beruf gemacht und unweit des S-Bahnhofs Wickede im Herbst 2017 die Boulderhalle „Glücksgriff“ eröffnet. Andreas Möser studierte Sport, Sprachwissenschaften und Journalistik und begann bereits 2015 mit den Planungen der Unternehmensgründung. 

Seit 2017 treffen in der Boulderhalle „Glücksgriff“ sowohl Gelegenheitskletterer, die das Klettern einmal ausprobieren wollen, als auch ambitionierte Boulderer zusammen. Dabei zählen Kletterbegeisterte aller Altersklassen zu den Kunden von Andreas Möser. 

In der Boulderhalle herrscht eine persönliche Atmosphäre und es ist ein besonders Anliegen von Andreas Möser diese Atmosphäre aufrecht zu erhalten und der Halle mit neuen Strecken und Kletterherausforderungen eine persönliche Note zu verleihen.

Für Yelena Korkotsenko ist ihr „Familiencafé Valentin“ eine Herzensangelegenheit

Hat sich mit ihrem Café einen Lebenstraum erfüllt: Yelena Korkotsenko.

Die Eröffnung des „Familiencafés Valentin“ in Hamm war eine Herzensangelegenheit. Auch deshalb hat Frau Korkotsenko das Café nach ihrem verstorbenen Großvater benannt. Als gelernte Agrarmanagerin hat Yelena Korkotsenko zunächst einen ganz anderen Berufszweig verfolgt.

Im Jahr 2015 hat sie angefangen nebenberuflich Kindergeburtstage als Clown zu begleiten und so die Idee einer hauptberuflichen Selbstständigkeit entwickelt und ihren Traum verwirklicht.

Daraus entstanden ist das sehr persönlich und liebevoll gestaltete „Familiencafé Valentin“. Kinder sollen hier nach Herzenslust spielen und toben können, oder Geburtstage feiern, während die Eltern sich bei einer Tasse Kaffee unterhalten können.

Die Preisträger*inne der HWK Dortmund:

Regionale und saisonale Produkte in der„Törtchenschmiede Café & Konditorei“

Anna-Lena Schulz bezeichnet die Gründung ihres Unternehmens als „die beste Entscheidung meines Lebens”.

Im November 2018 hat sich Konditormeisterin Anna-Lena Schulz (31) in einem alten Bahnhofsgebäude in Fröndenberg ihren Traum vom eigenen Unternehmen erfüllt. Sie eröffnete die „Törtchenschmiede Café & Konditorei“. 

„Das war die beste Entscheidung meines Lebens. Man bekommt so viel positives Feedback von den Kunden“, sagt Schulz.

Zusammen mit ihrer Schwester Johanna Schulz (26), die sie selbst in ihrem Betrieb zur Konditorin ausgebildet hat, backt sie vor allem kleine Törtchen, aber auch Kuchen und Pralinen. Im Betrieb werden hauptsächlich regionale und saisonale sowie Bio-Produkte verarbeitet.

Geigenbaumeister Lukas Kehnen machte sein Hobby zum Beruf

Geigenbauer Lukas Kehnen ist leidenschaftlicher Handwerker.

Lange hat Geigenbaumeister Lukas Kehnen (32) nach einem geeigneten Standort für sein Geschäft gesucht. Im September 2018 hat er in Bochum das Passende gefunden. Sein Hobby hat Kehnen quasi zum Beruf gemacht. Schon seit seinem neunten Lebensjahr spielt er Geige.

Das Instrument liegt ihm ebenso am Herzen wie die Arbeit mit Holz und das Handwerk. Wie aus einem Stück Holz ein Musikinstrument entsteht, findet er total faszinierend. Nach einem Praktikum während der Schulzeit stand sein Berufswunsch, Geigenbauer zu werden, endgültig fest. 

Aktuell ist Kehnen allein in der Werkstatt und übernimmt dort die Restauration und Reparatur sowie Vermietung und Verkauf aller Streichinstrumente. Wegen Corona gibt es aktuell nicht mehr so viel zu tun, da kaum Konzerte stattfinden. Vereinzelt werden dennoch Instrumente in seine Werkstatt gebracht.

„Jürgen Stock Sanitär- und Heizungsbau GmbH“ – vom Drei-Mann-Betrieb zu 29 Mitarbeitenden

Seit 2018 ist Nils Wagner Geschäftsführer der „Jürgen Stock Sanitär- und Heizungsbau GmbH“ und hat mittlerweile 29 Angestellte.

Seit 2015 war Sanitär- und Heizungsbauermeister Nils Wagner (31) zunächst im Unternehmen „Jürgen Stock Sanitär- und Heizungsbau GmbH“ in Dortmund angestellt. Schnell stand fest, dass er der Nachfolger des damaligen Inhabers Jürgen Stock werden soll. Eigentlich war dies für 2019 geplant. 

Nach dem plötzlichen Tod des Inhabers wurde Nils Wagner aber dann schon im Januar 2018 Geschäftsführer. Der Sanitär- und Heizungsbaubetrieb ist breit aufgestellt, Schwerpunkt ist dabei die regenerative Heizungstechnik.

Aber auch die Sanitär-Installation von Komplettbädern und Großbaustellen zählen zu den Tätigkeiten des Unternehmens, das sich in den letzten Jahren vom Drei-Mann-Betrieb zu einem Unternehmen mit 29 Mitarbeitenden entwickelt hat.

Aktuell nehmen sie an Schulungen zum Thema Kältetechnik teil: ein neues Aufgabenfeld. Aus einem alteingesessenen Handwerksunternehmen möchte Nils Wagner gerne in Zukunft ein modernes Dienstleistungsunternehmen machen.

Unternehmerischer Mut soll gerade in Krisenzeiten gewürdigt werden

Seit 2014 sind die Gründungszahlen landes- und bundesweit stetig gesunken, 2019 ließ sich erstmals wieder eine positive Entwicklung der Gründungszahlen erkennen. Dieser Trend wurde durch die Corona Pandemie erneut unterbrochen. Die Zahl der Neugründungen brach in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent ein.

Durch die beendete Aussetzung der Insolvenzantragspflicht steht zu erwarten, dass weitere Unternehmen den Markt verlassen werden. „Aus diesen Gründen ist es besonders wichtig, dass es nun engagierte Gründerinnen und Gründer gibt, die den Schritt in die Selbstständigkeit oder einen Restart wagen“, betonte Dustmann. 

„Die Gründungszahlen aus dem Jahr 2020 im Kammerbezirk der IHK zu Dortmund lassen uns hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Mit der heutigen Auszeichnung möchten wir Ihre außergewöhnlichen Leistungen anerkennen und auch anderen Mut machen, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Denn Sie sind ein Vorbild für zukünftige Unternehmerinnen und Unternehmer. Damit stehen Sie für unser Motto ‚Wir gründen Zukunft‘.“

 

Unterstütze uns auf Steady
Weitere Informationen:

Sollte an dieser Stelle das Videofenster nicht erscheinen, bitte einmal den Browser aktualisieren.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen