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Grüner Faden in Quartieren: Jahresmotto 2019 „Nordstadt natürlich!“ startet zum Auftakt im „Open Space“-Format

Nordstadt mit den Quartieren Hafen, Nordmarkt und Borsigplatz. Quelle: Quartiersmanagement

Das Jahresmotto 2019 „Nordstadt natürlich!“ vereint ökologische Motive mit der Absicht, die Identifikationsstärke von BewohnerInnen mit ihrem Stadtteil zu erhöhen. Durch einen Workshop im „Open Space“-Format erhoffen sich die AktivistInnen des Quartiersmanagements Nordstadt kreative Projektideen für einen „Grünen Faden“, dem ihre standardisierten Angebotsformate in diesem Jahr (und verstetigt darüber hinaus) zugeordnet werden können. Anmeldeschluss ist der 21. Januar.

Gemeinsames Gestalten in ökologischer Absicht und zur Identifikation mit dem Stadtbezirk

Wettbewerb und Label: „StadtGrün naturnah“. Quelle: Tiefbauamt

Die Stadt Dortmund befindet sich zusammen mit landesweit 14 weiteren Kommunen im Labeling-Verfahren um die Auszeichnung „StadtGrün naturnah“. Mit dem vom Bundesumweltamt geförderten Qualitätszeichen soll Biodiversität in den Städten gefördert werden. Ergo sind auch die BürgerInnen aufgerufen, grüne Ansprüche mit Gestaltungsideen und Projektvorschlägen kenntlich zu machen – jetzt heißt es liefern.

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Der Dortmunder Norden war schon als Industriehochburg des Ruhrgebiets nie nur grau, sondern immer auch „Natur“, selbst wenn die sich in der verdichteten Nordstadt vermeintlich auf den Schrebergarten von nebenan beschränkte. Doch in der Nordstadt – dem heutigen Stadtbezirk „Innenstadt-Nord“ – steckt viel mehr an „grünem Potential“, sind da ökologische Augen mit Kreativität. Auch über schon vorhandene Bienen im Hoeschpark oder einen Grüngürtel am Hafen hinaus.

Mit dem Jahresmotto und Begleitprogramm „Nordstadt natürlich!“ sollen 2019 ökologische Motive mit diesen noch schlummernden Möglichkeiten verbunden werden. Zugleich ist die unbekümmerte Selbstverständlichkeit des Mottos ein lokales Identifikationsangebot, etwa: „Meine Nordstadt, wo es grünt!“.

Ein „Grüner Faden“ soll sich übers Jahr durch standardisierte Angebotsformate ziehen

Dazu bedarf es allerdings noch einiger Anstrengungen vor Ort. Zuständig dafür ist „natürlich“ das Quartiersmanagement. Dort wird das Programm als eine „Querschnittsaufgabe“ gegenüber den standardisierten Formaten verstanden: Der Leitfaden durch das Jahr 2019 wird demnach grün sein und an ihm entlang sollen, wenn irgend möglich, die üblichen Aktivitäten des Quartiersmanagements zeitlich zugeordnet werden.

Ob es sich um das hauseigene Hof-Fassadenprogramm oder die Hofmärkte in der Nordstadt handelt: durch alle Projekte soll sich thematisch ein „Grüner Faden“ ziehen und dort inhaltlich eingebunden werden. Welche ökologischen Themen das im Einzelnen sind, bleibt der Programmkonzeption zufolge offen, denn es soll nichts an einem „Grünen Tisch“ entschieden werden.

Vielmehr geht es den OrganisatorInnen darum, möglichst viele AnwohnerInnen und lokale Akteure, Vereine oder Einrichtungen zum kreativen Mitmachen zu bewegen. Daraus, so der offenkundige Plan, kann sich dann Gestaltung entwickeln: möglichst bunt, solange Bio (=Biodiversität), und von den Menschen aus dem Stadtteil für ihren Stadtteil (=Identifikation durch Beteiligung).

Workshop im „Open-Space“-Format zur grünen Projektentwicklung und als Initialzündung

Das Wichtigste daran sei, bestätigt Martin Gansau, Büroleiter des Quartiersmanagements, dass die BewohnerInnen mitmachen.

(v.l.:) Didi Stahlschmidt, Annette Kritzler und Martin Gansau

Dazu braucht es eine Art Initialzündung oder Kick-Off-Meeting, wo stabile Motive für grüne Stadtteilentwicklung entstehen können, weil dort deren Inhalte wie die Planung von interessierten Beteiligten selbst festgelegt werden.

Mit dem Ziel, hierfür eine passende Gelegenheit zu schaffen, bietet das Quartiersmanagement am 2. Februar von 10.00 bis 14.00 Uhr einen stadtteilweiten und kostenfreien Workshop in der Anne-Frank-Gesamtschule in einem speziellen Format, als „Open Space“ an.

Es soll den TeilnehmerInnen ermöglichen, sich ungezwungen miteinander auszutauschen, kreativ zu sein und gemeinschaftlich geteilte Ideen zu entwickeln. Sie können sich dort untereinander nach Interessen vernetzen und Patenschaften für entsprechende Projekte übernehmen.

Wegen der Fruchtbarkeit informeller Gespräche: „organisierte Kaffeepausen“ als Workshop-Format

Das Workshop-Format „Open Space“ bringt Martin Gansau so auf den Punkt: „keine Vorträge und viele Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen“, quasi eine „organisierte Kaffeepause“. Hinter der Idee stecke die wiederkehrende Erfahrung von Leuten auf Kongressen oder ähnlich großen Zusammentreffen, dass der eigentliche Mehrwert für sie in den jeweiligen Kaffeepausen entstanden sei.

Wer zur Zunft der RaucherInnen gehört, wird dies vielleicht aus eigenen Erfahrungen – in leicht veränderter Form – bestätigen können. Da triffst Du Leute vor der Tür, mit denen Dich etwas verbindet; und es entsteht oft der Eindruck: unter „normalen Umständen“ wärest Du hier nie ins Gespräch gekommen.

Denn die geteilte Situation des gemeinsamen Qualmens – heutzutage ja fast schon eine des Sündigens – setzt nicht nur die Hemmschwelle zur Kommunikation herab, sondern fördert sie geradezu. – In den Kaffeepausen der Kongresse funktioniert es ähnlich: die Nähe am geteilten Stehtisch, die informelle Zwanglosigkeit der Runde, ihre nicht fremdbestimmte Zusammensetzung, das eigentliche Thema als Gesprächsaufhänger.

TeilnehmerInnen bestimmen Inhalte selbst und können über gemeinsame Themen zusammenfinden

Mit einem solchen Workshop solle die Möglichkeit geschaffen werden, erklärt der Büroleiter des Quartiersmanagements, dass sich die Leute finden, die sich finden wollen. Und zwar über gemeinsame Themen. Welche das seien werden, ist natürlich offen und bleibt der Kreativität und Phantasie überlassen.

Ob es nun um ökologische Mobilität, Stadtklima, Insekten, Gärtnern oder doch um Biodiversität gehen wird: „Wir wollen uns inhaltlich weitgehend zurückhalten“, erklärt Gansau. Einzige wie nachvollziehbare Bedingung: die Vorschläge müssten schon in die Nordstadt passen, betont Didi Stahlschmidt, Quartiersmanager Hafen.

Was geht, was weniger – da seien auch schon ExpertInnengespräche geführt worden, ergänzt Annette Kritzler. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen: der Förderverein des dlze (Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz); der habe inhaltlich mit angedockt, so die Quartiersmanagerin Nordmarkt.

Arbeit in Kleingruppen, wo sich alle nach ihren Wünschen und Interessen einbringen können

Ein nicht ganz unwichtiger Umstand, denn das Quartiersbüro allein hätte das Programm diesmal nicht stemmen können, ist zu vernehmen. Konkret: der Workshop wird durch eine Zuwendung des Fördervereins tatkräftig unterstützt. Seine Organisation sieht folgenden Ablauf vor:

Alle TeilnehmerInnen haben anfangs die Gelegenheit, mit einem Blatt ein Thema an die Wand zu pinnen, worauf sich BesucherInnen zur Kleingruppenarbeit eintragen können; oder sie melden sich selbst zu einem anderen Thema. Nach dieser ersten Runde am Vormittag und der Mittagspause mit kleinem Imbiss können sich alle nach ihren Interessen neu aufteilen.

Die VeranstalterInnen hielten sich inhaltlich im Hintergrund, versichert Didi Stahlschmidt noch einmal auf Nachfrage. Denn alles andere liefe dem Sinn des Workshops zuwider. Es soll ja gerade Kreativität stattfinden, statt nach Vorgaben etwas auszuarbeiten. Wofür einzig gesorgt werden wird, Gründlichkeit muss sein: am Ende der Veranstaltung gibt eine schriftliche Dokumentation zu den erarbeiteten Inhalten einschließlich der Ideen zur Umsetzung.

Einzelprojekte sollen im Frühjahr beginnen und nach Möglichkeit verstetigt werden

Idealtypisch gehen dann alle TeilnehmerInnen mit einem Konzeptentwurf nach Hause, in dem ein Projektplan umrissen wird: wie es praktisch weiter gehen soll, wer noch mit macht, usf. Die Umsetzung soll dann das Jahr über erfolgen. Eine Verstetigung der so angestoßenen Projekte sei natürlich ganz in ihrem Sinne, betont Didi Stahlschmidt.

Starten soll ein Großteil der Projekte im Frühling. Das liegt quasi in der Natur der Sache. Denn das Natürliche gibt es zwar auch in der Winterkälte – und eigentlich überall dort, wo Menschen noch nicht ihre Finger im Spiel hatten –, aber es erscheint bekanntlich freundlicher, wenn es in wohlig-warmer, heller Umgebung gedeiht und uns dort begegnet.

Die Veranstalter erwarten bzw. erhoffen sich eine dreistellige Zahl an TeilnehmerInnen. Um entsprechend planen zu können, wird ausdrücklich um rechtzeitige Anmeldung gebeten.

Weitere Informationen:

  • Beteiligungsworkshop zu „Nordstadt natürlich!“: Samstag, den 2. Februar 2019, von 10.00 bis 14.00 Uhr. Ort: Forum der Anne-Frank-Gesamtschule, Carl-Holtschneider-Straße 9, 44145 Dortmund
  • Die Teilnahme ist kostenfrei
  • Anmeldungen für den Beteiligungsworkshop ab sofort (möglich nur bis zum 21.Januar 2019); per E-Mail mit dem Betreff „Nordstadt natürlich!“ an info@nordstadt-qm.de, telefonisch unter 0231-2227373 oder einfach persönlich vorbeischauen: Quartiersmanagement Nordstadt, Mallinckrodtstraße 56, 44145 Dortmund
  • Das Gebäude ist barrierefrei; bei Unterstützungsbedarf zur barrierefreien Teilnahme: bitte eine kurze Mitteilung ebenfalls bis zum 21. Januar
  • Infos zum „Open Space“-Format, hier:
  • Quartiersmanagement Nordstadt, Übersicht (Flyer), hier:
  • Über das Projekt „StadtGrün naturnah“ (Umweltministerium/Bundesamt Naturschutz), hier:
  • Integriertes Stadtentwicklungskonzept Innenstadt-Nord, hier:

 

 

 

 

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2 Gedanken über “Grüner Faden in Quartieren: Jahresmotto 2019 „Nordstadt natürlich!“ startet zum Auftakt im „Open Space“-Format

  1. Matze Lindblom

    Hallo Quartiersmanagement, die Osterfeldstraße, Fischsiedlung, An der Westfalenburg, sowie die Derner Straße bis etwas Oberevinger Straße gehören auch zur Nordstadt. Bitte mal aktualisieren. Es ist NICHT Eving…

  2. Dieter Schmidt

    Hallo Matze,
    du hast vollkommen Recht mit deiner Feststellung, dass die von dir angeführten Straßen nicht zu Eving gehören.
    Sie bilden den südlichen Teil von Obereving, gehören damit aber auch nicht mehr zum Quartiersmanagement Nordstadt.
    Mit besten Grüßen

    Dieter Schmidt

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