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Großer Meilenstein beim Emscher-Umbau: Der gigantische Abwasserkanal geht ab September 2018 schrittweise in Betrieb

Die Abschlussarbeiten am Abwasserkanal laufen. Im Herbst wird geflutet. Foto: Rupert Oberhäuser/ EGLV

Neun Jahre nach dem ersten Spatenstich ist es endlich soweit: Die Emschergenossenschaft plant, ab September 2018 den Abwasserkanal Emscher schrittweise im Abschnitt zwischen Dortmund und Bottrop in Betrieb zu nehmen. Auf einer Länge von 35 Kilometern wird nach und nach das Emscher-Abwasser eingeleitet werden, der Fluss wird dadurch in den kommenden Jahren immer sauberer. In diesen Teil des modernsten Abwasserkanals Europas investierte die Emschergenossenschaft mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Für den Kanal wurden 10.661 Rohr-Elemente mit einem Gesamtgewicht von 213.747 Tonnen verlegt

Der Lageplan verdeutlicht die Ausmaße: Der Abwasserkanal und seine Pumpwerke. Quelle: EGLV

„Dies wird einer der größten Meilensteine in der Geschichte des Emscher-Umbaus sein. Der Abwasserkanal Emscher ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Der schrittweise Weg zur Abwasserfreiheit des Emscher-Flusses wird in den kommenden Jahren einen erheblichen Mehrwert für die Menschen in Dortmund und in der Region bringen“, sagt Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Der Abwasserkanal Emscher (AKE) ist in Dortmund 6091 Meter lang. Dafür wurden in den vergangenen Jahren bereits insgesamt 1430 Rohr-Elemente mit einem Gesamtgewicht von 16.010 Tonnen vorgetrieben.Insgesamt wurden zwischen Dortmund und Bottrop 10.661 Rohr-Elemente mit Innendurchmessern zwischen 1,60 und 2,80 Meter und einem Gesamtgewicht von 213.747 Tonnen verlegt.

Neben dem Abwasserkanal Emscher zwischen Dortmund und Bottrop wird die Emschergenossenschaft im Herbst auch die beiden in rund 40 Meter Tiefe liegenden Abwasser-Pumpwerke in Gelsenkirchen und Bottrop in Betrieb nehmen.

Mit der schrittweisen Inbetriebnahme  wird auch der Emscher-Fluss schrittweise sauberer

Die Bauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen -hier die Bauphase in Mengede. Archivbild: Jannis Reichard/ EGLV

Der Abwasserkanal beginnt in Dortmund in einer Tiefenlage von ca. acht Metern unter der Geländeoberkante und sinkt mit einem stetigen Gefälle von 1,50 Metern je Kilometer bis zu 40 Meter tief in die Erde ab. Es war unumgänglich, Pumpwerke zwischenzuschalten, die das Abwasser wieder aufwärts befördern. Ohne sie hätte der Kanal bei Dinslaken eine Tiefe von rund 80 Metern erreicht. Insgesamt gibt es drei neue große Pumpwerke in Bottrop, Gelsenkirchen und Oberhausen.

Der Emscher-Kanal wird zunächst nur bis Bottrop schrittweise in Betrieb gehen, da der Abschnitt bis zur Kläranlage Bottrop inklusive der beiden Pumpwerke bereits fertig gestellt ist. Im westlichen Abschnitt bis Dinslaken arbeitet die Emschergenossenschaft derzeit noch sowohl an den letzten drei Kilometern des AKE sowie am letzten AKE-Pumpwerk in Oberhausen. Diese Abschnitte werden voraussichtlich 2020 fertig gestellt, so dass der gesamte Kanal mitsamt allen drei Pumpwerken voraussichtlich 2020/2021 in Betrieb gehen kann.

Mit der schrittweisen Inbetriebnahme des AKE bis Bottrop wird auch der Emscher-Fluss zwar schrittweise sauberer – dies kann sich jedoch über mehrere Monate hinziehen. Die weitestgehende Abwasserfreiheit in der Emscher wird die Emschergenossenschaft nach der vollständigen Inbetriebnahme des AKE 2020/2021 erreichen.

Generationenprojekt Emscher-Umbau kostet über fünf Milliarden Euro

Blick in den Saugraum des neu errichteten Pumpwerks auf dem Gelände der Kläranlage in Bottrop.

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt.

Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

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