Neue Ausgabe der Zeitschrift des Historischen Vereins

Die „Heimat Dortmund“ beschäftigt sich mit der jüdischen Stadtgeschichte ab dem Mittelalter

Abbruch der alten Synagoge 1938 - die Nazis erzwangen den Abriss des Gotteshauses.
Abbruch der alten Synagoge 1938 – die Nazis erzwangen den Abriss des imposanten Gotteshauses in Dortmund. Foto: Stadtarchiv Dortmund

In diesem Jahr wurde bundesweit die lange Geschichte und die Vielfalt jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands zelebriert. Vor 1700 Jahren gab es die erste Erwähnung jüdischen Lebens in einer Urkunde aus der Stadt Köln – dieses Jubiläum war Anlass für ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm auch in Dortmund. Auch in der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Heimat Dortmund“ geht es um jüdische Stadtgeschichte vom Mittelalter bis heute.

 Die Zahl der jüdischen Einwohner*innen stieg im 19. Jahrhundert wieder deutlich an

Blick in die heutige Synagoge an der Prinz-Friedrich-Karl-Straße.
Blick in die heutige Synagoge an der Prinz-Friedrich-Karl-Straße. Foto: Evgeni Tcherkasski für die Jüdische Kultusgemeinde Dortmund

Das Heft kostet fünf Euro und wird herausgegeben vom „Historischen Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e.V.“ unter Mitwirkung des Stadtarchivs. Erhältlich ist es u.a. im Stadtarchiv und in der Stadt- und Landesbibliothek.

Nachdem es zur mittelalterlichen Vertreibung der Jüdinnen und Juden der Stadt gekommen war, stieg die Zahl der mittlerweile rechtlich emanzipierten jüdischen Einwohner*innen erst im 19. Jahrhundert wieder deutlich an. Es folgte eine Blütezeit, die ab 1933 ein brutales Ende fand. Hiervon erholte sich die nach Kriegsende wiedergegründete kleine Gemeinde erst sehr langsam. Heute beheimatet die Stadt Dortmund wieder ein vielfältiges und pulsierendes jüdisches Leben.

„Die städtischen Kultureinrichtungen haben im Festjahr zahlreiche Vorträge, Seminare und Ausstellungen organisiert“, sagt Dr. Stefan Mühlhofer, Direktor der Kulturbetriebe und Geschäftsführer des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark. Unter Federführung des Historischen Vereins entstand die Homepage juedisches-dortmund.de, die zahlreiche Informationen zur jüdischen Geschichte Dortmunds bereithält. Außerdem hat der Historische Verein ein Projekt zur Dokumentation und Erforschung der jüdischen Friedhöfe und Gräberfelder angestoßen.

Ausgabe im Jubiläumsjahr war dem Historischen Verein eine „Herzensangelegenheit“

Polizeischutz vor der Synagoge - für die jüdische Gemeinde in Dortmund Alltag. Foto: Alex Völkel
Polizeischutz vor der Synagoge – für die jüdische Gemeinde in Dortmund Alltag. Foto: Alex Völkel für die nordstadtblogger.de

Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Adolf Miksch, ergänzt: „Ausgehend von dem Gedanken einer jüdischen Heimat Dortmund, für die wir als Verein aus vollster Überzeugung einstehen, war es uns eine Herzensangelegenheit, dieses Jubiläumsjahr mit zu gestalten und uns der Geschichte, Gegenwart und Zukunft jüdischen Lebens in Dortmund zu widmen. Eines der Ergebnisse ist die nun erschienene neue Ausgabe der ‚Heimat Dortmund‘, in der wir unterschiedlichste Facetten aufgreifen.“

Es bleibe zu hoffen, dass die Aktivitäten dieses Festjahres dazu beitragen, eine neue jüdische Normalität in Deutschland zu schaffen, so Miksch: „So lange jüdische Gotteshäuser, Kindergärten und andere Institutionen eines durchgehenden Polizeischutzes bedürfen, ist dieses Ziel jedoch noch nicht erreicht.“

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