Modellquartier „Bergmannsgrün“ in Dortmund-Huckarde

Vivawest will über 100 Millionen Euro in nachhaltige Quartiersentwicklung investieren

Visualisierung der geplanten Quartiersentwicklung des Projekts „Bergmannsgrün“ in Dortmund-Huckarde. Visualisierung: Vivawest Wohnen GmbH

Das Wohnungsunternehmen Vivawest plant in Dortmund ein Wohnquartier der Zukunft. Das Projekt „Bergmannsgrün“ im Stadtteil Huckarde soll zeigen, wie unter Beteiligung der Mieter:innen neuer und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann und wie Klimaschutz und das Wohnen in der Zukunft Hand in Hand gehen können. Das Modellquartier „Bergmannsgrün“ soll Antworten auf die Frage liefern „Wie wollen wir morgen leben?“, die auch im Kontext der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA) gestellt wird. In das auf fünf Jahre angelegte Projekt investiert das Gelsenkirchener Wohnungsunternehmen über 100 Millionen Euro. 

Wie wollen wir morgen leben? In Huckarde soll ein Wohnquartier der Zukunft entstehen

266 von insgesamt 384 Wohnungen des Quartiers sind in die Planungen einbezogen. Foto: Vivawest Wohnen GmbH

„Wir arbeiten intensiv daran, bis 2045 in Deutschland einen klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen. Vivawest investiert in das Modellquartier „Bergmannsgrün“ mehr als 100 Millionen Euro und möchte damit demonstrieren, wie die Vereinbarkeit von Klimaschutz durch regenerative Energie- und Wärmeversorgung sowie neuem und bezahlbaren Wohnraum gelingen kann“, sagt Uwe Eichner, Vorsitzender der Vivawest-Geschäftsführung.

„Bei der Stadt Dortmund möchten wir uns bereits für die Unterstützung in der Planungsphase bedanken“, so Eichner. Das Vivawest-Quartier im Dortmunder Westen besteht aus insgesamt 384 Wohnungen. Davon werden 266 Wohnungen in die baulichen Maßnahmen einbezogen. 

Im Einzelnen handelt es sich um Wohnungen in den Straßen Walkmühlenweg, Thielenstraße, Brunshollweg und Pothmorgenweg. Hier sollen durch Neubau und energetische Modernisierungsmaßnahmen sowie Dachaufstockungen 408 moderne, senioren- und familiengerechte sowie energieeffiziente Wohnungen entstehen. Rund 30 Prozent der barrierearmen Neubauwohnungen sollen öffentlich gefördert errichtet werden. 

Erst Abriss dann Neubau – Vivawest übernimmt Umzugskosten betroffener Mieter:innen

Verstärkter Wohnungsbau könnte den Verknappungstendenzen entgegenwirken. Foto: Simon Bierwald
Die Abriss-Arbeiten beginnen frühestens im Dezember 2022. Archivfoto: Simon Bierwald

Im ersten Bauabschnitt sollen ab August diesen Jahres die ersten energetischen Modernisierungsmaßnahmen und Dachaufstockungen beginnen. Für den geplanten Neubau von 235 Wohnungen im zweiten Bauabschnitt ist zunächst der Abbruch von 144 Wohnungen erforderlich. 

Diese Arbeiten sollen frühestens im Dezember 2022 starten. Die betroffenen Mieter:innen sind informiert worden und werden bei der Suche nach einer neuen Wohnung aktiv unterstützt. Während der gesamten Projektphase stehen den Mieter:innen persönliche Ansprechpartner:innen zur Verfügung. Die Kosten für den Umzug wird Vivawest ebenfalls übernehmen. 

„Wir möchten ein Quartier schaffen, das den wachsenden Bedarf nach familien- und seniorengerechtem Wohnen für alle Einkommensgruppen in Dortmund deckt. Mit Modernisierungen allein ist das nicht zu leisten. Deshalb haben wir uns entschieden, einen Teil des Bestands abzubrechen, um dort zusätzlichen Wohnraum zu schaffen“, erläutert Vivawest-Geschäftsführer Haluk Serhat. 

Neue Kindertagesstätte und ein Quartierscafé sind geplant

Das Modellquartier soll durch eine Kombination aus Photovoltaik und Erdwärme mit Energie versorgt werden. Archivfoto: Nordstadtblogger-Redaktion

Zusätzlich zu den Wohnungen will das Wohnungsunternehmen ein Quartierszentrum mit 44 Mikroappartements, rund 200 Parkplätzen und zahlreichen Zusatzleistungen wie beispielsweise Paketstation, E-Bike- und E-Scooterverleih, Carsharing oder Co-Working-Plätze errichten. Außerdem ist eine Kindertagesstätte sowie ein Quartierscafé als Begegnungsstätte für die Bewohner:innen und Ort für soziale und integrative Aktivitäten vorgesehen. 

Es ist geplant, das Quartier regenerativ durch eine Kombination aus Erdwärme und Photovoltaik mit Energie zu versorgen. Zudem soll ein Konzept zur ökologischen Wohnumfeldgestaltung zu mehr Artenvielfalt der Natur und Lebensqualität der Anwohner:innen beitragen. 

„Wir freuen uns, dass Vivawest ein so innovatives Projekt in Dortmund umsetzt und dabei bezahlbare Mieten und die Klimaziele gleichermaßen im Blick hat. Dortmund ist heute schon ein attraktiver Wohnort für alle Bevölkerungsgruppen. Vivawest leistet mit dem Projekt „Bergmannsgrün“ einen wertvollen Beitrag für zukunftsweisendes Wohnen in unserer Stadt“, so Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Modellquartier als Vorlage für weitere Quartiersentwicklungen

Die Erkenntnisse, die durch das Projekt gewonnen werden, sollen Grundlage für weitere Quartiersentwicklungen sein. Foto: Vivawest Wohnen GmbH

Die Gebäude- und Mieterstruktur des Quartiers entspreche dem typischen Kernbestand von Vivawest und biete deshalb ideale Rahmenbedingungen für das Modellquartier. Zudem liegt „Bergmannsgrün“ in Huckarde und damit im Herzen des Dortmunder Zukunftsgartens der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA).

„Die internationale Strahlkraft der IGA 2027 bietet die Möglichkeit, einen besonderen Fokus auf die Aspekte Klimaschutz, Energieversorgung und ökologische Baustoffe zu legen“, sagt Projektleiter Dr. Maurizio Lindemann, Fachbereichsleiter Zentrale Quartiersentwicklung von Vivawest.

„Wir erhoffen uns aus dem Projekt Erkenntnisse, die wir bei weiteren Quartiersentwicklungen auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand umsetzen können“, so Lindemann weiter. In dem ganzheitlichen Konzept sollen die Mieter:innen und Anwohner:innen an der Neugestaltung ihres Quartiers beteiligt werden. 

Mieter:innen sind in die Planungen eingebunden

„Mit der Beteiligung der Mieter haben wir bereits bei der Quartiersentwicklung rund um den Borsigplatz gute Erfahrungen gemacht“, sagt Maurizio Lindemann. Unter anderem können Mieter ihre Ideen insbesondere hinsichtlich der Gestaltung des Wohnumfeldes in das Projekt mit einfließen lassen. Zudem haben wir in der Siedlung ein Quartiersbüro eingerichtet. Dort stehen Mitarbeiter den Mietern und Nachbarn telefonisch oder persönlich für Fragen zur Verfügung.“

Das Wohnungsunternehmen lässt die Quartiersentwicklung „Bergmannsgrün“ wissenschaftlich begleiten. Im Rahmen eines Forschungskolloquiums mit unterschiedlichen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sollen Handlungsfelder zum Thema „Quartier der Zukunft 2030+“ in einem Reallabor ausgearbeitet und untersucht werden. 

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Weitere Informationen:

www.vivawest.de

 

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Reaktionen

  1. Cornelia Wimmer

    Das klingt alles sehr, sehr schön. – Bleibt zu hoffen, dass Vivawest nicht, wie in Borsigplatznähe geschehen, einen wundervollen baumbestandenen Innenhof abholzt um mehr Platz für mietensteigernde Balkons zu gewinnen. Die Bewohner*innen wurden nicht gefragt und auch der Hitzeatlas des RVR, der den besagten Bereich als stark hitzegefährdet auswies, ignoriert.
    Ich finde Schönwetterartikel wie diesen wenig hilfreich. Zwischen vielen Beiträgen, die den NB lesenswert machen und wegen derer ich ihn schätze, gibt es immer wieder solche ausladenden PR-Produkte – der Stadt oder einzelner Träger/Unternehmen – die alles ungesagt lassen, was eigentlich wichtig und brisant ist. Genau dafür wäre Presse aber da.

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