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Projekt „Pick up“ bietet jungen „FehlstarterInnen“ in Dortmund Struktur, um wieder fit für den Arbeitsmarkt zu werden

Durch Helfertätigkeiten sollen junge Menschen wieder Struktur und Wertschätzung erfahren. Fotos: Alex Völkel

Nicht jede Biografie verläuft linear und folgt den vorgegebenen, gesellschaftlichen Mustern von Schule, Ausbildung, Beruf oder Studium. Die unterschiedlichsten Umstände sowohl im privaten als auch im gesellschaftlichen Bereich, können dazu führen, dass junge Menschen den Anschluß verlieren. Mangelnde Bildung, fehlende Förderung, physische und psychische Belastung und nicht zuletzt der gesellschaftliche Erfolgsdruck können schwer auf jungen Menschen lasten, die versuchen sich zu orientieren und ihren Weg zu finden. Frust, Enttäuschungen, schlechte Erfahrungen und das Gefühl, allein dazustehen führen viel zu oft in die Resignation.

Ein beruflicher Fehlstart ist noch lange nicht das Ende aller Dinge

Um so wichtiger ist es, diese jungen Menschen mit Bildungsangeboten und Beschäftigungsmöglichkeiten abzuholen und ihnen zu zeigen, dass sie sich einbringen können, dass sie Wertschätzung erfahren und im besten Falle auch Erfolgserlebnisse verbuchen können.

„Wir haben es hier in Dortmund mit rund 3000 jungen Menschen im Alter von unter 25 Jahren zu tun, die weder in Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnissen stehen und auch nicht arbeitssuchend gemeldet sind“, erläutert die Kinder- und Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger die Situation in Dortmund. 

Abgebrochene Schulkarrieren würden oftmals die unterschiedlichsten Problemlagen nach sich ziehen. Auch für Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist es an der Zeit, gezielt etwas für die Gruppe der Betroffenen zu unternehmen. Denn ein Fehlstart, sei noch lange nicht das Ende eines beruflichen Werdegangs.

Projekt „Pick up“ als Teilsegment eines ausgebauten Systems

Stadträtin Daniela Schneckenburger.

„Wir möchten diese sogenannten „Fehlstarter“ durch auf sie zugeschnittene Angebote, die sie langsam an die Realitäten des Arbeitsmarktes wieder heranführen, ein Stück zurückholen“, so Sierau. Einige der Betroffenen hätten schon viel durchgemacht und es sei schwer, sie in fordernde, strukturierte Prozesse einzubinden. 

Aber das Projekt „Pick up“ ist sowohl für Schneckenburger als auch für Sierau nur ein Teilsegment eines ausgebauten Systems, dass in Zukunft noch durch weitere Instrumente erweitert werden soll.

„Pick Up ist ein weiterer Baustein. Wir bieten den jungen Menschen die Möglichkeit, durch beispielsweise begleitende Reinigungsarbeiten einen kleinen Zuverdienst von 100 Euro zu erwerben und vor allem wieder eine Tagesstruktur in ihren Alltag zu bringen“, so Schneckenburger. 

TeilnehmerInnen werden sozialpädagogisch betreut, um einen Plan für die Zukunft zu entwickeln

Die jungen Menschen werden in dem Projekt geringfügig beschäftigt und können durch arbeitsmarktrelevante Module Qualifizierungen erwerben. Während des Projektes werden die TeilnehmerInnen sozialpädagogisch betreut, um eine realistische berufliche Perspektive zu entwicklen und den Wiedereinstieg in das Regelsystem zu begleiten.

Das Projekt startet im September als Kooperation des Jugendamtes und der Jugendkulturwerkstatt der GrünBau gGmbH. Zielgruppe sind 16 bis 27-jährige junge Männer und Frauen, die durch das Raster der bisherigen Maßnahmen gefallen sind und in prekären Verhältnissen leben.

Dies kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Mangelnde Deutschkenntnisse, Unwissenheit über Rechte und Pflichten im Bildungs- und Ausbildungssystem oder schlicht keine Ansprüche auf Unterstützungsleistungen sind einige Beispiele für die Stolpersteine, die die jungen Menschen oft ins Straucheln bringen.

Die TeilnehmerInnen arbeiten bei der Pflege von Grün- und Spielflächen rund um Jugendfreizeitstätten und Schulen mit. Das Projekt ist auf ein Jahr angelegt und soll in diesem Zeitraum 40 bis 50 Betroffenen den Weg zurück in ein selbstständiges, geregeltes und solides Alltags- und Arbeitsleben vereinfachen.

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