Für 3,5 Millionen Euro: Westfalenhalle soll für zukünftige Sportgroßveranstaltungen in Dortmund modernisiert werden

Übergangslos geht es durch einen gläsernen Gang in die Westfalenhalle. Foto: JvB
Soll für sportliche Großveranstaltungen renoviert werden: die Dortmunder Westfalenhalle. Foto: Joachim v. Brocke

„Unser Schätzchen ist etwas in die Jahre gekommen“, stellte Stadtkämmerer und Kulturdezernent Jörg Stüdemann auf der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstandes am gestrigen Dienstag fest. Es gibt Modernisierungsbedarf an und in der Westfalenhalle. Vor allem mit Blick auf zukünftige Großveranstaltungen. 2027 wird in der Bundesrepublik die Männerhandball-WM ausgetragen, bereits 2025 gemeinsam mit den Niederlanden die Weltmeisterschaft im Frauenhandball. Dortmund möchte mit dabei sein, klar. Doch billig wird es nicht, um die Konkurrenzfähigkeit der alt-ehrwürdigen Großhalle aus den 50er Jahren gegenüber anderen potentiellen Austragungsstätten zu sichern: 3,5 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln werden 2021 von der Stadtkasse für die Umsetzung der dringend erforderlichen Baumaßnahmen benötigt. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Haupthalle genügt nicht mehr Ansprüchen für Durchführung von Sportgroßveranstaltungen

Sportliche Großveranstaltungen sind Publikumsmagnete, die aufgrund ihrer gesellschaftlichen Bedeutung auch in den Fokus der Bundesregierung geraten sind. In ihrer „Nationalen Strategie Sportgroßveranstaltungen“ hebt sie die hohe gesellschaftspolitische Bedeutung von solchen Veranstaltungen hervor und definiert für die 2020er Jahre ein umfangreiches Strategiepapier. ___STEADY_PAYWALL___

„Teamsport Deutschland“, die Initiative deutscher Mannschaftssportverbände, unterstützt dieses Konzept. Der Deutsche Handballverband hat sich bereits erfolgreich um die Austragung der Männerhandball-Weltmeisterschaft 2027 beworben. Und ebenso, gemeinsam mit den Niederlanden, für die Frauen-WM im Jahr 2025. In vielen Verbänden werden ähnliche Ziele verfolgt, die sich zum Teil bereits in expliziten Bewerbungen ausgedrückt haben.

Die Westfalenhalle als national und international bekannte Arena – und damit Dortmund und die Region – könnte von dieser Entwicklung selbstverständlich profitieren. Das Problem: ihr gegenwärtiger Zustand. Die nach der Zerstörung während des 2. Weltkrieges 1952 neu eröffnete Haupthalle genügt nicht mehr den Ansprüchen, die heutzutage für die Ausrichtung von sportlichen Großveranstaltungen gestellt werden.

Kosten von 3,5 Millionen Euro müssen noch vom Stadtrat abgesegnet werden

Stadtdirektor und Kämmerer Jörg Stüdemann fordert das Land auf, endlich einen Altschulden-Tilgungsfond aufzulegen.
Lässt keinen Zweifel an der Renovierungsbedürftigkeit der Westfalenhalle: Kämmerer Jörg Stüdemann. Archivfoto: Alex Völkel

Nach Dutzenden von Welt- und Europameisterschaften, bei denen auch die Westfalenhalle Austragungsort war, scheiterten bereits in der jüngeren Vergangenheit Dortmunder Bewerbungen für Sportgroßveranstaltungen. So etwa 2019 nach einem Besichtigungstermin für die Handball-Europameisterschaft der Herren. Daraus hat die Stadt nun Konsequenzen gezogen.

Jetzt soll zügig etwas geschehen: „Wenn wir mit den anderen Hallen in Deutschland in den Wettstreit gehen, um sportliche Großveranstaltungen zu uns nach Dortmund zu holen, dann wird schnell die Renovierungsbedürftigkeit unserer Westfalenhalle klar“, lässt Stadtdirektor Stüdemann keine Zweifel am imminenten Handlungsbedarf, um die Arena auf zeitgemäße Anforderungen zu bringen.

Damit zukünftig wieder attraktive sportliche Großveranstaltungen in die Westfalenhalle nach Dortmund geholt werden können. Für 3,5 Millionen Euro solle die Anlage auf den neusten Stand gebracht werden, so Stüdemann. Die im Wirtschaftsjahr 2021 an die Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH gingen, so denn der Stadtrat dem Modernisierungsvorhaben zustimmt.

Auch verbesserte Barrierefreiheit ist wichtiges Thema bei der geplanten Renovierung

Für das Geld werden Haupthalle wie Umläufe hergerichtet. Der Eingangsbereich muss neu gestaltet werden, im Innenraum wird moderne Technik installiert. Angefangen bei der Beleuchtung bis zu Ton- und Videosystemen. Auch die Ladenstraße bekommt ein neues Gesicht. Zudem der gesamte Backstage-Bereich unter der Halle.

Oberbürgermeister Thomas Westphal verdeutlicht: Neben der Herausforderung, den Anforderungen von Sportveranstaltern gerecht werden, gäbe es noch weitere „nötige Maßnahmen“. Ein Fokus dürfte sein, die Barrierefreiheit der Sportarena zu verbessern. Die lässt gegenwärtig nämlich durchaus noch zu wünschen übrig.

 

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Kommentare

  1. Marco Seiß

    Da ich selber lange Zeit in der Westfalenhalle gearbeitet habe kann ich dem Modernisierungs-Vorhaben nur zustimmen. Allerdings, wenn ich mal Nachts du die Hallen gelaufen bin, habe ich es geliebt, den Charme der alten Anlage zu spüren.

  2. Gurke

    Aber es sind doch keine Studierenden, da sie nicht studieren sondern eine Prüfung schreiben. Es sind dann also Prüfungsschreibende. Oder einfach Studenten!

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