Nachbarschaft und Zusammenhalt in Krisenzeiten

FreiwilligenAgentur Dortmund würdigt drei ehrenamtliche Organisationen 

Ausgezeichnet wurden: das Projekt „WE Q“ der Diakonie Dortmund und Lünen (o.l.), die Nachbarschaftshilfe „Marten aktiv“ (o. Mitte) und die Initiative „Studenten bilden Schüler“ (o.r.). Die Preisverleihung (unten) fand im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte statt.

Engagement ist für viele ein selbstverständlicher Teil des Lebens, sie bringen sich mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen ein und zeigen so, wie vielgestaltig unsere Gesellschaft ist. Der Preis „Engagement anerkennen” des Vereins zur Förderung der freiwilligen Tätigkeit in Dortmund e.V. wirft den Blick auf dieses ehrenamtliche Engagement der vielen Aktiven und bringt ihnen Anerkennung und Wertschätzung entgegen. „Nachbarschaft und Zusammenhalt in Krisenzeiten“ steht im Jahr 2021 im Fokus der Ausschreibung. Oberbürgermeister Thomas Westphal ehrte die drei Gewinnerorganisationen im Rahmen der Feierstunde im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte und übergab zusammen mit der Jury die Preise an die Initiative „Studenten bilden Schüler“, die „Nachbarschaftshilfe Marten aktiv“ und das Projekt „We Q – ‚ Geflüchtete im Ehrenamt“. Die Gewinnerorganisationen dürfen sich über einen Geldpreis von je 1.000 Euro und ein limitiertes Dortmund-Nashorn im Design der FreiwilligenAgentur Dortmund freuen.

OB Thomas Westphal und die FreiwilligenAgentur sagen „Danke“

Die Gewinnerorganisationen dürfen sich über einen Geldpreis von je 1.000 Euro freuen. Foto: FreiwilligenAgentur Dortmund

Oberbürgermeister Westphal überreichte zusammen mit der Jury die Preise. Engagement schafft nicht nur Gemeinschaft und Verbundenheit mit anderen Menschen, sondern leistet einen Beitrag bei gesellschaftlichen Herausforderungen vor Ort, so auch im Bereich Nachbarschaft. 

Das bürgerschaftliche Engagement stärkt das Gefühl von Zusammengehörigkeit in Dortmund und trägt zu einem lebendigen und vielfältigen Miteinander in unserer Stadt bei. Etwas zu bewegen, zu gestalten oder sich für Andere einzusetzen und sie in Krisensituationen zu unterstützen, das seien zumeist leitende Motive, sich zu engagieren, weiß Karola Jaschewski Geschäftsführerin der FreiwilligenAgentur.

Insgesamt waren 18 Bewerbungen nominiert und die Jury hatte unter der Beteiligung von Ulrich Langhorst (Ausschussvorsitzender des Sozialausschusses), Peter Orth (Vorstand Sparkasse) und Ralf Becker (Studioleiter WDR Dortmund) eine schwierige Aufgabe wie spannende Diskussionen.

Preisträger sind unverzichtbare und belebende Elemente der Stadtgesellschaft geworden

Das Fazit der Jury war, dass alle Organisationen nur durch ein besonders hohes Maß an bürgerschaftlichen Engagements und viel Kreativität so hervorragende Arbeit leisten können. Prämiert wurden drei Organisationen in drei unterschiedlichen Bereichen, die in besonderer Weise zu diesem unverzichtbaren und belebenden Element der Stadtgesellschaft geworden sind.

Die Auszeichnung soll engagierte Personen und beeindruckende Projekte sichtbar machen und die Anerkennungskultur für bürgerschaftliches Engagement stärken. Mit der Veranstaltung sagt die FreiwilligenAgentur „Danke“ an die vielen Engagierten in der Stadt.

Wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit: die Initiative „Studenten bilden Schüler“ 

Das Leitungsteam von „Studenten bilden Schüler“ in Dortmund: v.l. Esther Schücker, Jacqueline Korf, Christoph Bischoff und Dana-Celine Will. Foto: FreiwilligenAgentur Dortmund

Studenten bilden Schüler e.V. ist eine in bundesweit über 45 Universitätsstädten vertretene Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, mit kostenloser Nachhilfe für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit im Bildungssystem zu leisten. 

Als Zielgruppe werden hier gerade bedürftige Kinder definiert, die sonst nicht die Möglichkeit auf Nachhilfe und eine damit verbundene Verbesserung der schulischen Noten hätten. Zudem soll als zusätzlicher Effekt die Integration gesteigert werden. 

Während der Pandemie fand eine situationsbedingte Anpassung der Lehrformate auf Online-Nachhilfe statt. Dabei wurden Schüler*innen hinsichtlich der technischen Ausstattung durch die Finanzierung von Laptops und Tablets durch den Verein unterstützt.

Von monetärer Unterstützung bis zur Einkaufshilfe: Nachbarschaftshilfe „Marten aktiv“

Die „Nachbarschaftshilfe Martin aktiv“ erleichtert den Menschen im Stadtteil mit vielen unterschiedlichen Angeboten das Leben. Foto: Nachbarschaftshilfe Marten aktiv

Die Nachbarschaftshilfe „Marten aktiv“ will den Menschen in Marten schnell und unbürokratisch helfen. Es gibt zum einen monetäre Hilfen wie Lebensmittelgutscheine, Unterstützung bei defekter haushaltsrelevanter Ausstattung wie z.B. Kühlschrank oder Zuschüsse zur Energiekostenabrechnung.

Zum anderen werden alltags Erleichterungen wie Einkaufshilfe, Arzt- und Apothekendienst, Formularhilfe und Botengänge angeboten. Auch werden Terminreservierung (z.B. fürs Impfzentrum oder die Bürgerdienste) gebucht. Für Schüler bietet der Verein einen Help-Point mit Notebooks, Internetverbindung sowie der Möglichkeit, zu drucken. 

Für Fragen stehen pensionierte Pädagog*innen sowie Studenten*innen mit Rat und Tat zur Seite. Zum Weihnachtsfest gab es einen Wunschbaum für Kinder im Kita- und Grundschulalter sowie ein Weihnachtsmenü für Senioren.

„We Q“- Geflüchtete im Ehrenamt des Diakonischen Werkes Dortmund Lünen

Das Projekt „WE Q“ der Diakonie qualifiziert Geflüchtete, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Foto: Stephan Schütze

Das Projekt „WE Q“ qualifiziert Geflüchtete, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Viele der Teilnehmer*innen sind nach Deutschland geflohen, um Krieg, Verfolgung und Armut zu entkommen. Hier trafen sie auf eine Welle der Hilfsbereitschaft. 

Jetzt da sie selbst in Deutschland angekommen sind, möchten sie etwas zurückgeben. Mit dem Projekt WE Q möchte die Diakonie Dortmund den Teilnehmern*innen die Möglichkeit bieten, einen Einblick in die Strukturen der deutschen Bürokratie zu erhalten. 

Dazu werden in regelmäßigen Schulungen Referenten*innen aus Institutionen wie dem Jobcenter, der Polizei und des Jugendamtes sowie Organisationen wie dem Kinderschutzbund oder der verschiedenen Beratungsstellen der Diakonie eingeladen.

In der Kategorie „Zusammenhalt mit Abstand“ waren nominiert:

  • Mentor- Die Leselernhelfer Dortmund e.V.: Distanzlesen
  • Westfalia Bildungszentrum e.V.: Vorleseabend für Eltern und Kinder
  • SuS Phönix Dortmund e.V.: Carsharing im Verein … laufend unterwegs
  • Forum Dunkelbunt e.V.: Trauerspaziergänge
  • Studenten bilden Schüler e.V.: Studenten bilden Schüler Dortmund-online Nachhilfe
  • Ne#e Pcycle Pir@ten: Silber Surfer- “Dortmunder Guugelkiste”

In der Kategorie „Gemeinsam Herausforderungen meistern“ waren nominiert:

  • Gast-Haus e.V.: Gast-Haus denkt um Notversorgung
  • Face2Face Dortmund e.V.: Face2Face
  • Diakonisches Werk Dortmund und Lünen gGmbH: We Q-Geflüchtete im Ehrenamt
  • Grenzenlose Wärme- Refugee Relief Work e.V.: Warehouse
  • SUPR SPORTS gGmbH: SIT’N’SKATE-Rollstuhl Skate Treff
  • AWO Unterbezirk Dortmund: “Queer im Alter”

In der Kategorie „Füreinander in der Nachbarschaft“ waren nominiert:

  • AWO Ortsverein Asseln/Husen/Kurl: Fahrten mit dem AWO-Mobil
  • Nachbarschaftsinitiative KA!SERN: KA!SERN mal anders!
  • Nachbarschaftshilfe “Marten aktiv” e.V.: #IchDuWirMarten
  • Förderverein Dortmund-Marten und Germania: Digitale Vorlesereihe für Kinder und Gabenzäune in Marten
  • Martener Forum e.V.: Marten im Advent
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Kommentare

  1. Dortmund nimmt am neuen Landesprogramm „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ teil (PM)

    Engagierte, zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen in Dortmund können ab dem 1. Oktober 2021 einen Antrag auf Förderung im Rahmen des neuen Landesprogramms „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ stellen. Dafür stellt das Land Nordrhein-Westfalen insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung. Die Stadt Dortmund erhält aus dem Programm 59.000 Euro Fördermittel.

    Durch das neue Landesprogramm können Engagierte, mit einem Festbetrag von je 1.000 Euro, zusätzliche Unterstützungen erhalten. Förderfähig sind dabei Projekte und Ideen, die passend zum diesjährigen Themenschwerpunkt „Gemeinschaft gestalten – engagierte Nachbarschaft leben“, initiiert werden und sich durch bürgerschaftliches Engagement auszeichnen.

    Antragsberechtigt sind neben Vereinen und Stiftungen beispielsweise auch Initiativen. Darin unterscheidet sich das Programm von anderen. So können auch Nachbarschaftsinitiativen, die etwas für die Gemeinschaft im Stadtteil initiieren möchten, einen Antrag einreichen. Wichtig dabei ist, dass die Mittel noch in diesem Jahr verausgabt werden müssen und mit der Umsetzung der konkreten Maßnahme, die gefördert werden soll, vor der Förderzusage noch nicht begonnen werden darf.

    Mögliche Beispiele, für Projekte oder Ideen im Sinne des Schwerpunktthemas „Gemeinschaft gestalten- engagierte Nachbarschaft leben“ sind:

    Aktionen für Ortsteile, die vom Hochwasser betroffen sind

    Adventsnachmittage für Seniorinnen und Senioren im Stadtteil

    Sachmittel für Öffentlichkeitsarbeit und erste Aktivitäten

    Informationen zum Förderprogramm, zur Antragstellung können auf https://www.engagiert-in-nrw.de/foerderprogramm-2000-x-1000-euro-fuer-das-engagement abgerufen werden.

    Die Antragstellung erfolgt online und ist über das Portal http://www.engagementfoerderung.nrw ab dem 1. Oktober 2021 möglich. Die Anträge können bis zum 1. November 2021 gestellt werden. Alle Antragsunterlagen sind im Portal hinterlegt und können dort ausgefüllt werden. Die Bearbeitung der Anträge erfolgt nach der Reihenfolge des Eingangs.

    Für Fragen steht Iris Wolniewicz telefonisch unter 0231 50 29616 oder per E-Mail an freiwilligenagentur@dortmund.de zur Verfügung.

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