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Durchführung des Konzerts von Xavier Naidoo in Dortmund bleibt ungewiss – Stadt spricht sich gegen Menschenhass aus

Das Konzert von Xavier Naidoo war für den 5. September 2020 angesetzt. Die Stadt spricht sich jedoch eindeutig für ein Verbot aus. In der Vergangenheit ist Naidoo mehrmals durch antidemokratische Aussagen aufgefallen. Archivfoto: Alex Völkel

Am 5. September 2020 sollte im Westfalenpark eigentlich ein Konzert von Xavier Naidoo stattfinden. Zuletzt ist nicht das Coronavirus der Grund für die geplante Absage des Konzerts: Der Sänger aus Mannheim machte in der Vergangenheit oftmals mit rassistischen und intoleranten Bemerkungen auf sich aufmerksam. Die Stadt Dortmund möchte Naidoo nicht unterstützen und stellt ihren Standpunkt öffentlich klar:  „Wir stehen für Vielfalt Toleranz und Demokratie. Xavier Naidoo und seine Äußerungen passen nicht hierher“, so der OB.

Stadt prüft Absage im Gespräch mit Veranstalter

Die Stadt steht nun im Gespräch mit dem externen Veranstalter, der die Fläche gemietet und Naidoo engagiert hat: Mit dem Ziel einer Absage. Die erwünschte Absage würde den weltoffenen, vielfältigen und toleranten Charakter der Stadt beweisen. Somit hofft der OB auf Kooperationsbereitschaft seitens des Veranstalters. Für diesen Termin wird ein Ersatzkonzert geplant – natürlich unter Einhaltung der gültigen Auflagen zum Coronaschutz.

Xavier Naidoo. Foto: Wikipedia/Smalltown Boy

„Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt und auch nicht jene Anhänger seiner Musik, die seine Positionen teilen“, so der OB. Der Künstler brachte sich öffentlich in Verbindung mit antisemitischen und verschwörungstheoretischen Ansätzen.

Vor Kurzem stellte er nicht nur die Existenz des Coronavirus per Video infrage, sondern leugnete auch die Realität des Klimawandels. Auf Social Media pflegte er offenkundig Kontakt zur Identitären-Bewegung.

Naidoo profilierte sich seit Jahren im Internet durch homophobe, antidemokratische Äußerungen: Dies kostete ihn unter anderem seinen Jurorenplatz bei DSDS, nachdem er in einem Video öffentlich hetzte. Es gingen Videos umher, in denen er einen mehrfach verurteilten Reichsbürger lobte und als „wahren Helden“ bezeichnete, seine Aussagen sorgten weitgehend für Entrüstung und Empörung.

Auch die Grünen sprechen sich für eine Absage des Konzerts aus – AfD äußert sich kritisch

In Dortmund soll jeglicher Ausdruck dieser Art keine Bühne finden, daher bahnt sich die Absage dieses Konzerts in einer Stadt, die für Toleranz, Vielfalt und Demokratie steht, nicht unangekündigt an. Die Stadt spricht sich deutlich gegen politische Meinungen dieser Art aus.

Auch bei den Grünen stoßen Bemühungen dieser Art auf viel Zuspruch: Grüne begrüßen das Wirken der Stadt, das Konzert von Xavier Naidoo zu untersagen und teilen die Meinung des OBs aus ähnlichen Gründen. „Wir stellen uns jeglicher Form von Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Antisemitismus entschieden entgegen“, so die Sprecher*innen des Grünen Kreisverbandes, Katja Bender und Julian Jansen. Aus ebendiesem Grund unterstützen sie die Verwaltung in ihrem Vorhaben, das Konzert abzusagen.

Die AfD kritisiert eine Absage: Der AfD-Politiker Thomas Ehehorn sieht das Verbot des Konzerts als Missachtung der Verfassung. Dies verstoße nicht nur gegen die Kunst- und Meinungsfreiheit in „abscheulichster Weise“, sondern verletze auch die „Menschenwürde Naidoos und der Fans seiner Musik“. Auch die Ratsfraktion der AfD in Dortmund hat sich missbilligend zu dem Konflikt geäußert: Der OB „reihe sich in den Chor der Empörten ein“ und er solle sich „nicht als Kunstzensor inszenieren“.

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