„domicil“ rockt den „Junkyard“ Dortmund: Open Air-Konzerte von Jazz bis Pop auf der Sommerbühne in der Nordstadt

o.l. „Bokanté“, Foto: Reinout Bos / o.M. „LBT“, Foto: Richard Stoer / r. „Julian Lage“, Foto: Alysse Gafkjin / u. „Ceramic Dog“, Foto: Ebru Yildiz

Das domicil geht raus! Am 26. Juni 2021 startet die Dortmunder Spielstätte für Jazz & Creative Music abermals eine sommerliche Open Air-Konzertreihe, die vorerst bis zum 5. September mit allerlei musikalischen Erlebnissen in die Nordstadt lockt. Statt im Westfalenpark wie im vergangenen Jahr, finden die Veranstaltungen in diesem Jahr im „Junkyard“ in der Schlägelstraße statt und damit in einer außergewöhnlichen Location mit einem ganz besonderen und einmaligen Charme. Stilistisch sind die Acts angesiedelt in einer Bandbreite von zeitgenössischem Jazz über Global Music bis Pop/Funk und Improv/Alternative. Wer Interesse hat bei einem oder mehreren Konzerten live dabei zu sein, sollte unbedingt die Website des „Junkyard“ besuchen. Es wird zwar auch eine Abendkasse geben aber online erhalten Sie weitere Informationen zum Vorverkauf, Kontaktdatenerfassung und nummeriertem Sitzplan. Alle Veranstaltungen finden mit dem örtlichen Hygieneschutzkonzept des „Junkyard“ unter den jeweils aktuellen Regeln der Coronaschutzverordnung NRW und eventuell weiteren Bestimmungen der Stadt Dortmund statt.

Swing und Punk zum Auftakt mit der Ruhrgebiets-Band „Botticelli Baby“

Los geht’s am kommenden Samstag mit Swing und Punk von „Botticelli Baby“. Foto: Junkyard

Den fulminanten Auftakt am kommenden Samstag, 26. Juni um 20 Uhr, gestaltet eine gestandene Ruhrgebiets-Band: „Botticelli Baby“ mit dem charismatischen Sänger Marlon Bösherz bringt eine gehörige Portion Swing und Punk zum „Durchpusten“ nach der langen Live-Pause mit in den „Junkyard“. 

Musik wieder spüren, die Energie spüren, Musik zusammen live erleben. Fernab des Mainstreams übernehmen „Boticelli Baby“ die Energie des Swing der frühen 30er Jahre, speisen ihn mit der Dramatik des Blues und dem schnellen Bums treibender Balkanrhythmen. Definitiv kein Retro-Swing, sondern swingender punkiger Rock’n’Roll, aber immer gemäß dem Herzblutsatz „It’s Fucking Quality“, wie ein britischer Kritiker die Musik der Band mal überschrieb. 

Sie gehen immer volles und schweissnasses Risiko, kombinieren höchstcharmante Sexiness mit fettem authentischen Sound, kommen grundehrlich rüber und machen garantiert handgemacht Musik von Anfang bis Ende. Ein Ticket kostet 20 Euro, Einlass ab 19 Uhr.

„Bokanté“: acht Musiker*innen aus vier verschiedenen Kontinenten

Die Formation „Bokanté“ wird gleich an zwei Abenden die Sommerbühne rocken. Foto: York Tillyer

Zum ersten Mal nach langer Abstinenz gastieren auch wieder internationale Künstler auf Einladung des domicil in Dortmund. So gibt es zwei Abende mit Blick auf New York (Marc Ribot, Julian Lage) und mit „Bokanté“ eine weitere überaus bekannte US-Formation aus dem Umfeld der Weltstars von „Snarky Puppy“ mit deren Gründer und Bassist Michael League im Line-up sowie der Percussion-Legende Jamey Haddad (Sting, Paul Simon). 

Entstanden ist „Bokanté“ im Jahr 2017 auf Initiative von Michael League, einem der Gründer und Bassist der inzwischen zur weltweiten Supergruppe avancierten Formation „Snarky Puppy“ (in ihren Anfangstagen auch zweimal im domicil zu Gast). Und der „Snarky-Puppy-Geist“ ist auch in dieser Band klar spürbar bzw. musikalisch deutlich erweitert in Richtung kulturenübergreifender Global Music. 

Und dazu kommt auch viel Input, denn die Band besteht aus acht Musiker*innen aus vier verschiedenen Kontinenten. Und genau diese unterschiedlichen kulturellen und musikalischen Reservoires geben „Bokanté“ den absolut einzigartigen Bandsound. Er folgt bewusst den Spuren des Blues, geht aber von dieser Basis aus kreative musikalische Verbindungen mit Soul, Afro und Jazz ein. 

Interkulturelle Kommunikation und Verständnis zwischen Kulturen

Die aus Neuseeland stammende Singer/Songwriterin Teresa Bergmann präsentiert ihre Songs am Sonntag. Foto: Paul Green

Als eine Formation, die Menschen unterschiedlicher Kulturen und Generationen vereint, verkörpert „Bokanté“ – was der kreolische Begriff für „exchange / Austausch“ ist – die eindeutige und unmißverständliche Botschaft: Interkulturelle Kommunikation und Verständnis zwischen Kulturen und Menschen als Anfang für eine bessere Welt.

Im Line-up ist neben der charismatischen Sängerin Malika Tirolien die Percussion-Legende Jamey Haddad (Paul Simon, Sting), das Kraftpaket Roosevelt Collier an der Steel Guitar und aus der „Snarky-Puppy-Crew“ die Herren McQueen, Lanzetti und natürlich der Mastermind, Bassist und zweifache Grammy-Gewinner Michael League. „Bokanté“ wird die Sommerbühne des Junkyard gleich zweimal rocken, am 6. und am 7. Juli jeweils ab 20 Uhr, der Einlass wird ab 19 Uhr starten. Karten gibt es für 34 Euro.

Des weiteren gibt es einen musikalischen Ausflug in den Bereich Acoustic Techno / Minimal / Jazz mit dem Trio „LBT“ aus München, sommerliche Funk-Jazz-Grooves mit der virtuosen polnischen Bassistin Kinga Glyk und ihrer Band und eine mitreißende Performance der aus Neuseeland stammenden Künstlerin Teresa Bergman mit eigenen Songs zwischen Singer/Songwriter, Pop und Jazz.

Experimentelles von Jan Klare und dem 25-köpfigen Avantgarde-Impro-Hausorchester „The Dorf“

Jan Klare und das Avantgarde-Impro-Hausorchester des domicil, „The Dorf“.

Ein außergewöhnliches Klangereignis verspricht die Junkyard-Performance von „The Dorf“, dem 25-köpfigen Avantgarde-Impro-Hausorchester des domicil unter der Leitung von Jan Klare. Den (vorübergehend terminlichen) Abschluss der Reihe am 5. September um 20 Uhr gehört dann einem weiteren neuen Who-Is-Who-Ensemble des aktuellen europäischen Jazz mit dreimal Saxofon-Power plus herausragender Rhythmusgruppe: 

„Koma Saxo“ bringt preisgekrönte (soeben: Deutscher Jazzpreis) und hochkreative Musiker wie den Schlagzeuger Christian Lillinger, den Kontrabassisten Petter Eldh und den Saxofonisten Otis Sandsjö in den Junkyard. Improv Jazz Grooves jenseits der stilistischen Schubladen.

Da geht was, es wird hart, wild und heiß! „Koma Saxo“ vereint fünf Heavy-Namen des zeitgenössischen Jazz aus der kreativen Achse zwischen Berlin und den nordischen Sphähren. Petter Eldh am Bass, den frischgebackenen Träger des Deutschen Jazzpreises Christian Lillinger am Schlagzeug und mit Otis Sandsjö, Jonas Kullhammar und Mikko Innanen gleich drei profilierte Saxofonisten.

Hellwach und am Puls der Zeit: „Koma Saxo“ am 5. September

Der vorerst letzte Konzerttermin gehört „Koma Saxo“. Foto: juholuukkainen wejazz

Eine der momentan hochkarätigsten und kreativsten Besetzungen des zeitgenössischen europäischen Jazz, die aber trotz des schillernden Line-Ups nicht nur eine weitere „Supergruppe“ des Jazz sein wollen, sondern weiterhin eine echte „Arbeitsgruppe“, die intensiv am eigenen Klang- und Musikkonzept ringt und feilt. 

Also gerade das Gegenteil von „komatös“, sondern hellwach und am Puls der Zeit. Eldhs Idee des Bandsounds ist die einer groovigen Ausgabe von Avantgarde-Jazz, aber der Entwicklung immer um einen großen Schritt voraus, ohne die Bodenhaftung zu verlieren, denn: „Sogar in den freisten Formen drohen Koma Saxo hart zu swingen.“ „Das ist Punk!“

Der Gig von „Koma Saxo“ beginnt am 5. September bereits um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr und eine Karte kostet 25 Euro. Im Anhang des Artikels finden Sie eine Übersicht über die Konzerte des „Sommer Open Air“ im „Junkyard“.

Unterstütze uns auf Steady
Weitere Informationen:
Info/Ticketing:

Direktlink Ticketing-Seite:

Das Programm in der Übersicht:
Die angegebenen Ticketpreise gelten für den Online-Vorverkauf

  • Sa 26.06.21 20 h: Boticelli Baby, Swing meets Punk & Balkan, Ticket: 20 Euro
  • So 27.06.21 19 h Teresa Bergman, Singer/Songwriter, Pop, Jazz, Funk, Ticket: 25 Euro
  • Mi 30.06.21 20 h The Dorf – The Junkyard Performance Utopian Beats Orchestra, Ticket: 20 Euro
  • Di 06.07.21 20 h Bokanté w/ Michael League, Malika Tirolien, Jamey Haddad u.a., Ticket: 34 Euro
  • Mi 07.07.21 20 h Bokanté w/ Michael League, Malika Tirolien, Jamey Haddad u.a., Ticket: 34 Euro 
  • Di 20.07.21 20 h Marc Ribot & Ceramic Dog „Hope”, NYC Sounds I: Rough Rock & Improv, Ticket: 29 Euro
  • So 25.07.21 19 h Julian Lage Trio NYC Sounds II: Guitar Jazz, Crossover, Ticket: 29 Euro
  • Sa 14.08.21 20 h LBT Acoustic Minimal Techno mit Piano Jazz Trio, Ticket: 25 Euro
  • Do 19.08.21 20 h Kinga Glyk Sommer Funk/Jazz Grooves, Ticket: 29 Euro
  • So 05.09.21 19 h Koma Saxo, Avantgarde, Groove, Jazz, feat. Eldh Illinger Sandsjö Innanen Kullhammar, Ticket: 25 Euro
Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen