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Coronavirus: Wenn Nachbar*innen sich zu helfen wissen – Hilfsangebote sind in allen Bereichen herzlichst willkommen

Einzelhandel, Handel, Nahversorgung in der Nordstadt

Es gilt, die Risikogruppen in der Gesellschaft zu schützen. In den sozialen Netzwerken haben sich Gruppen gebildet, die zum Beispiel Einkaufshilfen für ältere Menschen anbieten und organisieren. Foto: Klaus Hartmann/Archiv

Von Nora Lemjimer

Vor allem in Zeiten wie diesen ist es wichtig gesamtgesellschaftlich Solidarität zu beweisen. Hilfe suchen – Hilfe bekommen. Nach ähnlichem Prinzip funktionieren Nachbarschaftsportale, die Nachbar*innen untereinander vernetzen und eben für diejenigen, die sonst keine Aussicht auf externe Hilfe haben, eine Möglichkeit bereitstellen Einkäufe tätigen zu lassen oder ab und zu mal das Haustier vor die Tür zu führen. Eine Vielzahl der Menschen in Dortmund gehört zur Risikogruppe, die sich insbesondere vor dem Corona-Virus schützen sollte, somit fallen Einkäufe, Spaziergänge mit dem Haustier oder die soziale Kontaktpflege deutlich komplizierter aus oder sogar ganz weg– diesen Leuten kann geholfen werden.

19 weitere positive Testergebnisse -insgesamt 95 Infektionsfälle in Dortmund

Und die Hilfe wird immer wichtiger: Am heutigen Donnerstag sind 19 positive Testergebnisse dazu gekommen. Somit liegen insgesamt 95 positive Tests vor. Im Gesundheitsamt wurden weitere 42 Abstriche durchgeführt. Viele Dortmunderinnen und Dortmunder zeigen sich solidarisch und hilfsbereit. Sie wollen Menschen, die Unterstützung gebrauchen können, gerne helfen.

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Wer sich für andere Menschen zum Beispiel in seiner Nachbarschaft einsetzen möchte, kann sich bei der städtischen Freiwilligenagentur unter Telefon 50-10 600 oder per Email freiwilligenagentur@dortmund.de melden.

„Zeit zum Reden!“ – das AWO-Begegnungstelefon bewahrt ein offenes Ohr für  AWO-Mitglieder

Auch Gastronomie und der Kulturbereich in Dortmund entwickeln einen kreativen Umgang mit der Situation. Von Facebook-Gruppen, die stündlich aktuelle Informationen teilen um ihre Teilnehmer*innen auf den neusten Stand zu bringen, bis hin zum AWO-Begegnungstelefon als Weiterführung der vorher geführten face-to-face Begegnungsgespräche, die nun den Umständen geschuldet in face-to-face Begegnungstelefonate übergehen müssen– ein Zeichen der Solidarität im Ankämpfen gegen Isolation und Einsamkeit.

v.l.: Ulrike Matzanke, Anja Butschkau, Andreas Gora und Oliver Schröer. Foto: AWO

Einen kreativen Umgang mit der Situation pflegt die AWO: Die Begegnungsstätten der AWO mussten schließen, was für viele der Mitglieder einen ungestillten Gesprächsbedarf bedeutet und, dass viele – schwerpunktmäßig zur Risikogruppe gehörende Menschen – mit Sorgen und Ängsten alleine zu Hause geblieben wären.

Die Lösung soll ab Freitag, 20. März 2020, das AWO-Begegnungstelefon sein: Das ehrenamtliche Projekt „Zeit zum Reden!“ gewährleistet ein offenes Ohr für jedes einzelne Mitglied – eine Ausweitung auf Nicht-Mitglider könne sich Anja Butschkau, SPD-Abgeordnete im Landtag von Nordrhein-Westfalen, in Zukunft auch gut vorstellen.

Unter der Nummer 0231/9934-555 ist das AWO-Begegnungstelefon ab Freitag erreichbar. Grundsatz dabei laute, dass die AWO mit ihren Mitgliedern gerade auch in Krisenzeiten in enger Verbindung bleiben wolle, so Butschkau. Interessent*innen können das Angebot ein bis zwei mal wöchentlich nutzen, um mit jemandem über Themen, die sie beschäftigen zu reden und eine*n präsente*n Gesprächspartner*in zu haben, der ein offenes Ohr hat – vor allem in jetzigen Zeiten, wo so vieles wegfällt. Zum Erstanruf sind die Leitungen des Begegnungstelefons in der Zeit von 8 bis 14 Uhr geöffnet, Folgetelefonate werden dann individuell vereinbart.

Moderne Technik als Mittel in diesen Zeiten – Facebook, WhatsApp und co. erweisen sich als nützlich

Screenshot der Facebook-Gruppe #Coronahilfe Dortmund.

Derzeitig formieren sich Gruppen auf Telegramm, Whatsapp und Facebook – Stichpunkt: Coronahilfe Dortmund – mit dem Ziel Botendienste für ebendie Leute, die das Haus nicht mehr verlassen dürfen oder können, anzubieten. Die meist jungen Leute in den Messenger-Gruppen wollen in Anbetracht der Tatsache, dass sie selber nicht zur Risikogruppe gehören und durch Schließung der Schulen, Unis und Veranstaltungsorte viel Zeit übrig haben, helfen, wo sie können – es kann auf Gebote von Hilfsbedürftigen reagiert werden.

Seit 2015 nutzen mehr und mehr Menschen das Onlineportal nebenan.de –wie sich der Angebotsbereich vorher um benutzte Fahrräder und Handys konzentrierte, so wird die Funktion des Portals derzeitig in Richtung einfacher Botendienste umgelotst – heute stellt das Portal selber nach dem Leitsatz: „Coronavirus: Biete deine Hilfe an“ einen vorgefertigten Aushang für das jeweilige Treppenhaus zur Verfügung, durch welchen Nachbar*innen auf das Hilfsangebot aufmerksam gemacht werden sollen.

Über das Portal nebenan.de finden Sie hilfsbereite Menschen in der direkten Nachbarschaft. Grafik: Screenshot

Ein Lehrer wendet sich an seine Nachbar*innen mit den Worten: „Ich bin Lehrer und habe daher in den nächsten Wochen viel Zeit Ihre Einkäufe zu erledigen“. Besonders abhängig sind in der Hinsicht diejenigen, die selber unter Quarantäne stehen oder der Risikogruppe angehören und somit sich selber nicht nur zum Eigenschutz, sondern vor allem auch zum Schutz der Mitmenschen in ihren eigenen vier Wänden isolieren.

Deutschlandweit benutzt von über 1.4 Millionen User*innen, gibt es auch in Dortmund viele Nutzer*innen dieses Portals – die Wohngegend am Phoenixsee Hörde hat knapp 900 registrierte User*innen. Die Mitgliederzahl der Nachbarschaft am Nordmarkt beläuft sich mittlerweile auf rund 800 Benutzer*innen – man muss also keine Angst haben, dass es in der eigenen Wohngegend nicht genügend hilfsbereite User*innen gibt.

Nachbarschaftsportale: Vernetzung unter Nachbar*innen in Zeiten der Krise

Online erfolgt alles nach Absprache – um möglichst sicheren Schutz für beide Seiten zu gewährleisten wird im Anschluss beispielsweise das Geld für den Einkauf via PayPal überwiesen, oder das Rückgeld bereits passend in die Einkaufstüte gelegt – der Einkaufskorb solle ohne vermeidbaren Kontakt vor der Tür abgestellt werden. Ein ähnliches Hilfsangebot bietet „The Unity“ in Kooperation mit „Desperados“ und den „Jubos“ – auch sie wollen „Menschen unter die Arme greifen, welche aktuell zu den besagten Risikogruppen gehören“.

Eine kostenlose Einkaufshilfe bietet auch das Deutsche Rote Kreuz. Foto: DRK Dortmund

Auch das DRK bietet eine Einkaufshilfe für die Corona-Risikogruppe an und möchte mit seinem Angebot vor allem die ansprechen, die auf die Hilfe von Familienangehörigen oder Nachbar*innen verzichten müssen, weil sie bereits in Quarantäne sind. Die Rotkreuz-Helfer*innen sind ehrenamtlich und stellen ihre Einkaufshilfe kostenlos zur Verfügung – das DRK sucht derzeitig noch nach Lebensmittelhändlern durch die sie partnerschaftlich unterstützt werden können.

Auch die CDU-Fraktion Dortmund möchte Hand anlegen. Justine Grollmann, Sarah Beckhoff, Dr. Angela Frommeyer und Claudia Middendorf helfen gerne: Ihre Idee ist ebenfalls hilfsbedürftigen Mitbürger*innen beim Einkaufen zu helfen. Das Angebot gelte für jedermann. Bei Bedarf bitte per e-mail an sarah.beckhoff@ju-dortmund.de oder claudia.middendorf@gmx.de wenden.

Eine alternative Betreuungsmöglichkeit zu den zentralen Betreuungsstellen 

Neben den lokalen Angeboten ist das Portal Betreut.de eine gute Anlaufstelle für Eltern mit Betreuungsbedarf. Grafik: Screenshot

Auch Eltern, die zu Hause händeringend nach einer Betreuung für ihr Kind suchen – weil sie selber alleinerziehend oder der „kritischen Infrastruktur“ angehören – haben von nun an die Möglichkeit sich über Facebook oder ähnliche Internetportale auszutauschen und eine naheliegende Lösung – meistens fußläufig innerhalb zehn Minuten erreichbar – in Form einer Kinderbetreuung zu finden.

Betreut.de bietet Angebot- und Gesuchmöglichkeiten, die von Babysitter*in und Nanny, bis hin zur Tagesmutter von einem, oder gleich mehreren Kindern, reichen. Wenn man also derzeitig zur noch arbeitenden Berufsgruppe gehört oder sich keinen Urlaub nehmen kann, stellt dieses Portal eine Alternative zu den zentralen Betreuungsstellen in Dortmund dar.

Auch Künstler*innen und Veranstalter*innen, die durch das Veranstaltungsverbot betroffen sind, eröffnet sich die Möglichkeit der „Soli Tickets“. Diese virtuellen Tickets für geplante Veranstaltungen, die abgesagt werden, können entgegen einer Spende an potentielle Zuschauer*innen geschickt werden, die dann trotz des bestehenden Veranstaltungsverbots ihren Lieblingsact finanziell unterstützen können – denn leider ist es so, dass vor allem die Kulturszene an dem Veranstaltungsverbot und den damit wegfallenden Geldern zu leiden hat.

Auch an die eigene Sicherheit denken – Empfehlungen für die solidarische Unterstützung

Die CDU-Frauen Sarah Beckhoff, Claudia Middendorf und Justine Grollmann bieten ihre Hilfe an. Foto: CDU

Für jeden, der sich für die Zukunft vornimmt, seine Nachbarschaft solidarisch unterstützen zu wollen, sollen drei Devisen bestehen: Zuerst solle man lokal helfen, das heißt, man soll zum Beispiel nur der unmittelbaren Nachbarschaft Einkäufe mitbringen, um nicht Gefahr zu laufen, sich auf dem Weg einem höheren Infektionsrisiko auszusetzen.

Außerdem solle man konsistent helfen: Wenn man bei einer Familie babysittet, solle man sich kontinuierlich auf diese eine Familie konzentrieren und nicht gleichzeitig drei anderen Familien aushelfen, damit man das Infektionsrisiko gering und seine Überschaubarkeit eindeutig hält. Zum Schutz der eigenen Gesundheit solle man zuletzt distanziert helfen: so sollen Kontakte, die nicht gezwungenermaßen notwendig sind, vermieden werden.

Die „Schürmanns im Park“ hatten als Gastronomen die Idee, mit dem noch vorhandenen Essen über 10.000 Essensportionen vorzubereiten und diese dann entgegen möglicher Spende nach dem Motto „Pay as you like“ unter die Leute zu bringen. Seit Mittwoch gibt es einen täglichen Fensterverkauf und die Option „Lieferservice“ wird zukünftig in Erwägung gezogen. Dabei ginge es vor allem darum weiterzumachen, anstatt zu resignieren.

Dosenausgabe „Heilige-Drei-Könige“ steht auf der Kippe – Erwerbsmöglichkeit von Nachschub ungewiss

Dosenausgabe an der „Heilige-Drei-Könige“ Gemeinde in der Nordstadt. Pfarrer Ansgar Schocke übergibt Konserven per Fensterübergabe.

Leidtragende der verbreiteten „Hamsterkaufmanie“ ist auch die Gemeinde „Heilige-Drei-Könige“: Wöchentlich – jeden Donnerstag – werden dort Konservendosen und Brot an Bedürftige verteilt. Eigentlich ist für die Ausgabe ein Gemeindemitglied der Gemeinde „Heilige-Drei-Könige“ verantwortlich – nun wird die Ausgabe höchstpersönlich vom Pfarrer Ansgar Schocke betrieben, weil der Ausgabebeauftragte zur Risikogruppe gehöre, so Ansgar Schocke.

Jetzt, da die Vorräte knapp werden – die vorhandenen Konserven sind Spenden der „St.-Petrus-Canisius- Gemeinde“ in Husen – ist fragwürdig wie lange eine solche Dosenausgabe noch stattfinden kann. Besonders zu Monatsende steigt der Bedarf an Konserven, jedoch reiche der jetzige Bestand unter Einbezug der Lebensmittelknappheit in den Supermärkten nur noch für höchstens drei Wochen aus – wenn nicht für mehr Nachschub gesorgt werden könne, müsse die Ausgabestelle geschlossen werden.

Zu Monatsbeginn bräuchte man nur für 50 Personen Dosen, da jedoch der Bedarf zu Ende des Monats auf rund 150 Konserven ansteigt ist bisher noch unklar – wenn in Supermärkten keine größeren Stückzahlen erwerbbar bleiben – wie die Aktion fortlaufend ermöglicht werden soll. Heute habe der Pfarrer von der Bäckerei „Dahlmann“ – eigentliche Versorgungsquelle – kein Brot zugeschickt bekommen, weil missverständlicherweise davon ausgegangen wurde, der Betrieb der Ausgabestelle würde eingestellt.

Neonazis instrumentalisieren Corona-Hilfe

Neben vielen tollen Engagierten, hat auch die Neonazi-Splitterpartei Die Rechte die aktuelle Situation genutzt, um ein „Nationales Hilfetelefon“ einzurichten, welches ältere Menschen unterstützen soll. In den Online-Kommentaren kam außerdem die Idee auf – quasi als Werbung – eine Ausgabe der „N.S. heute“ dazuzulegen.

Rechtsextremisten verteilen für ihre Aktion Flyer und Aushänge in Supermärkten und an Orten, an denen noch immer Publikumsverkehr herrscht. Außerdem wird online darum gebeten, für die Aktion der Partei in (a)sozialen Medien und privaten Netzwerken zu werben.

Garniert wird das Ganze mit der Werbung, sich in der Corona-Krise zu schützen – sie machen Werbung für Pfefferspray, Steinschleudern und allerlei Schlag- und Stichwerkzeuge. Schutzmasken werden hingegen nicht angeboten.

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3 Gedanken über “Coronavirus: Wenn Nachbar*innen sich zu helfen wissen – Hilfsangebote sind in allen Bereichen herzlichst willkommen

  1. Solidarische Corona-Nachbar*innenschaftshilfe (Pressemitteilung)

    Solidarische Corona-Nachbar*innenschaftshilfe

    Aufgrund der aktuellen Corona Pandemie hat sich Mitte März ein Solidaritätsnetzwerk in der Dortmunder Nordstadt gegründet, welches niedrigschwellige Hilfeangebote für Nachbar*innen im Stadtteil anbietet. Die Pandemie ist zwar der Auslöser des Netzwerkes, jedoch sollen mit dieser Initiative auch langfristig selbstorganisierte Hilfen und mehr gelebte Solidarität im Stadtteil etabliert werden.

    Das Solidaritätsnetzwerk hat es sich zur Aufgabe gesetzt, Einkaufshilfen zu organisieren, Kinderbetreuung zu übernehmen, sowie in anderen Notsituationen zu unterstützen wie z.B. ein entlastendes Gespräch anzubieten. Inzwischen haben ca. 100 Freiwillige ihre Hilfe über das Hilfeformular angeboten. Die Organisierung der Hilfen erfolgt dabei über den Messenger Telegram (siehe unten). Dabei werden für die Helfenden und die Hilfeempfänger*innen auch Schutzmaßnahmen mitgedacht, damit alle sich vor einer Ansteckung bei der Ausübung des Hilfeangebots schützen können.
    Das Hilfetelefon ist täglich von 11 – 20 Uhr unter der Nummer: 015731208909 zu erreichen.
    Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Dortmunder Nordstadt, aktuell gibt es allerdings auch schon eine Gruppe für die Stadtmitte und das östliche Stadtgebiet.
    Als Folge der Corona Pandemie ergeben sich unzählige Probleme, die auch vorher schon in weniger sichtbarer Form vorhanden waren. Für obdachlose Menschen gibt es aktuell noch weniger Anlaufpunkte, daher fordern wir das ihnen Wohnungen zur Verfügung gestellt werden. Auch für die Arbeiter*innen ergeben sich aufgrund von Lohnausfällen gravierende Probleme, wir erwarten dass die Unternehmen deshalb Ausgleichszahlungen zusichern.
    In diesen Tage werden zudem die Defizite des Gesundheitssystems wieder deutlich sichtbar. Wir fordern daher, dass sich endlich an dem Wohl der Menschen orientiert wird und sich die Gesundheitsbranche nicht als lukratives Geschäftsmodell anbietet.
    Die Isolation durch die Corona Pandemie wird laut Expert*innen zu einem drastischen Anstieg von häuslicher Gewalt führen, von der besonders Frauen, Transpersonen und Kinder betroffen sind. Daher fordern wir eine flächendeckende Ausweitung der Betreuung von Hilfehotlines, finanzielle Unterstützung für Frauenhäusern und psychosozialen Beratungsstellen sowie die Förderung umfangreicher Präventionsmaßnahmen gegen patriarchale Gewalt.

    Für Rückfragen sind wir unter der Mail coronadortmund@riseup.net zu erreichen.

    Hilfetelefon: 015731208909 (erreichbar: täglich von 11-20 Uhr)

    Infokanal (regelmässige Informationen und hilfreiches zur Coronasituation):
    https://t.me/coronainfodo

    Coronahilfe Austausch Dortmund:
    https://t.me/coronaaustauschdo

    Corona Konkrete Hilfe Nordstadt:
    https://t.me/coronanordstadt

    Coronahilfe Mitte-Ost:
    https://t.me/coronadoost

  2. St.-Johannes-Hospital (Pressemitteilung)

    St.-Johannes-Hospital entwickelt kreative Lösung für Patienten

    „Wie komme ich an meine Sachen?“ Austausch von persönlichen Patienten-Gegenständen für den täglichen Bedarf
    In Zeiten eines Besuchsverbotes für die Patienten in Krankenhäusern hat das St.-Johannes-Hospital die Idee einer Mitarbeiterin umgesetzt und einen besonderen Service eingerichtet: Persönliche Dinge, wie CDs, Unterlagen, Zeitschriften und Bücher, aber auch frische Wäsche oder fehlende Utensilien, können nun über eine Schleuse im Südeingang des JoHos, Johannesstraße (dort, wo unsere Rampe ist, siehe Bild) ausgetauscht werden. Willkommen sind auch Grußkarten oder Geschenke, z.B. für ein neugeborenes Baby, die nicht warten können.

    Das Personal des Krankenhauses nimmt bzw. tauscht die Pakete mit den Angehörigen in einer Schleusensituation, so dass kein direkter Kontakt stattfinden wird.
    Die JoHo -Schleuse ist ab Mittwoch, den 01.04. werktags von 13 bis 15 Uhr besetzt. Nur in dieser Zeit dürfen die gut beschrifteten Pakete (gut leserlich: Name des Patienten und Station) abgelegt werden.

    Eine Bitte noch: bitte keinen Austausch von Wertgegenständen über diesen Weg. Das St.-Johannes-Hospital übernimmt keine Haftung!

  3. Lass uns sprechen. Ein telefonisches Angebot der Humanisten (Pressemitteilung)

    „Lass uns sprechen. Ein telefonisches Angebot der Humanisten.“

    Reden kann helfen, kann dazu dienen Gedanken klarer zu fassen. Wenn man jemanden hat zum Reden dann entsteht ein Gedankenaustausch, es entstehen plötzlich neue Ideen, neuer Mut oder auch einfach nur Zufriedenheit, sich mal ausgesprochen zu haben. Jemanden zum Reden zu haben ist auch eine Beruhigung, wirkt gegen das Gefühl von Einsamkeit und Alleinsein.

    Seit Montag den 20.April 2020 gibt es auch ein Gesprächstelefon des Humanistischen Verbandes in Nordrheinwestfalen. Unter 0231 53461757 sind täglich von 10:00 – 17:00 Uhr Ehrenamtliche am Telefon. Sie hören zu und stehen für ein vertrauliches Gespräch zur Verfügung.

    Elke Krämer, eine der Ehrenamtlichen sagt dazu: „Wir können einfach angerufen werden. Dabei muss es gar nicht um Probleme oder schwierige Lebensfragen gehen. Am Telefon finden Sie Menschen, wenn Sie jemanden zum Reden brauchen. Vielleicht auch nur zum erzählen und berichten von besonderen Erlebnissen. Lass uns sprechen, denn sprechen verbindet.“

    Einfach anrufen. Unter der Telefonnummer 0231 53461757 erreichen Sie unsere Ehrenamtlichen.

    Über den HVD

    Der HVD ist eine humanistische Weltanschauungsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes der Bundesrepublik, sowie eine Kultur- und Interessensorganisation von säkularen Humanisten und Humanistinnen in Deutschland. Der Verband ist überparteilich, föderalistisch und demokratisch organisiert. Er bietet Kultur- und Bildungsangebote, sowie soziale Unterstützung und Beratung an. Der Verband fördert Humanismus und Humanität auf weltlicher Grundlage. Übernatürliche Mächte, Götter und Wesenheiten spielen bei uns keine Rolle. Wir führen ein freies Leben, hinterfragen jegliche Autorität kritisch und streiten für eine offene Gesellschaft mit universell gültigen Menschenrechten.
    Wir setzen uns für Bildung, Chancengleichheit und Emanzipation eines jeden Individuums ein. Unser Humanismus basiert auf der Überzeugung, dass Menschen ein selbstbestimmtes und verantwortliches Leben führen und einfordern.

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