Der Staatsschutz Dortmund hat die Ermittlungen aufgenommen

Unbekannte haben Schweinekopf vor die Selimiye-Moschee in Eving gelegt – Polizei sucht Zeugen

Moschee-Vorstand Adem Sönmez im Gespräch mit Bezirksbürgermeister Oliver Stens und SPD-MdL Volkan Baran.
Der Gemeindevorsitzende Adem Sönmez im Gespräch mit Bezirksbürgermeister Oliver Stens und SPD-MdL Volkan Baran.

Unbekannte haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag (5. Dezember 2021) einen Schweinekopf vor der Selimiye-Moschee in Dortmund-Eving abgelegt. Es liegt der Verdacht der Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen (§166 StGB) vor.

Baran: „Solche rassistischen und islamfeindlichen Angriffe passieren leider immer wieder“

Nach jetzigem Ermittlungsstand haben die Betreiber der Selimiye-Moschee in der Hessischen Straße den halbierten Kopf eines Schweines, vermutlich Reste von einem Spanferkel, am Sonntagmorgen an dem Zaun des Moscheegeländes gefunden. Der Bereich ist videoüberwacht. Weitere Ermittlungen und eine erste Auswertung des Videomaterials haben ergeben, dass ein wahrscheinlich männlicher Täter um 3.30 Uhr den Kopf dort platziert haben könnte. Der Tatverdächtige entfernte sich dann in Richtung Deutsche Straße.

Die Polizei sucht Zeug:innen. Wer hat zur Tatzeit eine verdächtige Person im Bereich des Tatorts gesehen? Zudem werden Hinweise zu dem mutmaßlichen Spanferkel gesucht. Gab es in der Nähe eine Feier oder ähnliches, wo der Kopf des Spanferkels herstammen könnte? Kann ein Partyservice oder Metzger Hinweise zu einem zeitnahen Verkauf von einem Spanferkel machen, der mit der Tat in Verbindung stehen könnte? Bitte melden Sie sich bei der Kriminalwache unter 0231-132-7441.

Bezirksbürgermeister Oliver Stens und SPD-MdL Volkan Baran waren am Sonntag vor Ort, um mit der Gemeinde zu sprechen und deutlich zu machen, „wie abscheulich und niederträchtig dieser Anschlag ist“. „Solche rassistischen und islamfeindlichen Angriffe passieren leider immer wieder, diesmal bei uns in Dortmund. Ich bin erleichtert, dass keine Gemeindemitglieder zu Schaden gekommen sind und stehe an ihrer Seite. Wir setzen uns weiterhin für ein friedliches Miteinander ein und dafür, dass solche Aktionen es nicht gefährden“, kommentierte Volkan Baran.

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Reaktionen

  1. Vielfalt stärkt uns! Respekt auch! (PM SPD-Fraktion)

    Unsere Gesellschaft ist stark und funktioniert, weil sie vielfältig und offen ist. Solche rassistischen und islamfeindlichen Aktionen, wie sie sich am letzten Wochenende an der Selimiye-Moschee in Eving abgespielt haben, spalten. Sie zeugen von Hass und schüren Angst.

    Die Gemeinde der Selimiye-Moschee wurde Opfer eines rassistischen Vorfalls. In der Nacht zum 05.12.2021 befestigte ein Unbekannter einen Schweinekopf an das Tor der Moschee und zeigte so offen seine Ablehnung gegenüber anderen Religionen, besonders dem Islam.

    Dazu die Fraktionsvorsitzende der SPD-Ratsfraktion Carla Neumann-Lieven: „Ein solcher Vorgang ist widerlich und erzürnt mich. Wer so etwas tut, hat nicht nur keinen Anstand und keinen Respekt, sondern versucht unsere Gesellschaft zu spalten und legt die Axt an ein friedliches Miteinander verschiedener Religionen, so wie wir es in Dortmund leben. Ich verurteile diese Tat und möchte den Gemeindemitgliedern unsere Solidarität ausdrücken.“

    Der SPD-Bezirksbürgermeister von Eving, Oliver Stens, und der örtliche SPD-Landtagsabgeordnete Volkan Baran, waren noch am Sonntag vor Ort, um mit den Gemeindemitgliedern zu sprechen und ihre Unterstützung für die Moscheegemeinde auszudrücken.

    Carla Neumann Lieven: „Immer wieder ereignen sich rassistische Überfälle und Angriffe in unserem Land. Dem treten wir entschieden entgegen und verurteilen sie. Die SPD setzt sich für ein friedliches Miteinander verschiedener Religionen und Kulturen ein. Und dies funktioniert nicht nur, es ist auch der Schlüssel für ein starkes und funktionierendes Gemeinwesen. Wir sollten uns mit Respekt begegnen. Was am letzten Wochenende in Eving passiert ist und täglich an anderen Orten in unserem Land, hat nichts mit Respekt zu tun. Es ist das Gegenteil. Es ist menschenverachtend. Der Großteil unserer vielfältigen Gesellschaft lebt friedlich und nachbarschaftlich zusammen. Das werden wir auch beibehalten und unterstützen.“

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