Gedenktag der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki

Ukraine-Krieg schürt Ängste – Eindringliche Mahnung zur Ächtung von Atomwaffen

An jedem 6. August wird in Dortmund den Opfern der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki gedacht.
An jedem 6. August wird in Dortmund den Opfern der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki gedacht.

Die Städte Hiroshima und Nagasaki  wurden am 6. und 9. August 1945 Ziel der ersten und bislang einzigen Atombombenabwürfe. Etwa 92.000 Menschen starben sofort, 130.000 weitere Menschen starben bis zum Jahresende an den Folgeschäden. Auch heute noch leiden viele Menschen an den Folgen. Diesen Opfern wird – wie jedes Jahr – auch in Dortmund gedacht. Der Gedenktag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki findet am Samstag, 6. August 2022, ab 16 Uhr Platz von Hiroshima statt und endet um 17.15 Uhr am Gingko-Baum im Stadtgarten.

Der Ukraine-Krieg lässt den Atomwaffen-Einsatz wieder real erscheinen

„Atomwaffen schaffen unendliches Leid, eine wirksame Hilfe ist nicht möglich.Die Opfer mahnen uns, für eine Welt ohne Atomwaffen einzutreten“, heißt es im Aufruf zur Teilnahme am Gedenken. Doch noch immer gibt es weltweit 13.400 Atomwaffen, von denen etwa 1.800 in ständiger Alarmbereitschaft gehalten werden und der Menschheit innerhalb weniger Minuten ein Ende bereiten können.

Dr. Johannes Koepchen (IPPNW) Foto: Claus Stille

„Mit dem Ukraine-Krieg und der Drohung der russischen Regierung, Atomwaffen einzusetzen, falls die NATO sich in den Ukraine-Krieg einmischt, ist diese Gefahr plötzlich vielen Menschen bewusst geworden“, machen die Veranstaltenden deutlich.

Das Ende des Zeitalters der Atomwaffen sei immer noch in weiter Ferne. „Das Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrages (AVV) in 2021 lässt uns Hoffnung auf eine atomwaffenfreie Welt schöpfen“, betont Dr. Johannes Koepchen. Mittlerweile wurde der Vertrag bereits von 66 Staaten ratifiziert. 86 Staaten haben ihn unterzeichnet.

„Die humanitären Folgen eines Einsatzes von Atomwaffen sind inakzeptabel“

„Die Botschaft, die der Atomwaffenverbotsvertrag in die Welt sendet, ist eindeutig: Die humanitären Folgen eines Einsatzes von Atomwaffen sind inakzeptabel. Deshalb müssen wir die Atomwaffen abschaffen – bevor die Atomwaffen uns abschaffen“, macht der der Vertreter der IPPNW-Regionalgruppe Dortmund deutlich.

Seine Gruppe, die „Ärzte:innen gegen die Verhütung des Atomkriegs – Ärzte:innen in sozialer Verantwortung“, organisiert jedes Jahr gemeinsam mit der Deutsch-Japanische Gesellschaft Dortmund, unterstützt von Dortmunder Friedensforum, das Gedenken und mahnen.

Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Die Botschaft des Atomwaffenverbotsvertrags richtet sich nach Koepchen auch an die Bundesregierung, welche sich bis heute weigere, die US- amerikanischen Atomwaffen aus Büchel abziehen zu lassen.

„Im Gegenteil hat sich die Ampel-Regierung mit dem 100-Milliarden-Euro-Aufrüstungspaket dafür entschieden, neue atomwaffenfähige Flugzeuge vom Typ F-35 anzuschaffen, als Ersatz für die veralteten Tornados. Damit werden die Weichen gestellt für eine jahrzehntelange Fortsetzung der nuklearen Teilhabe”, kritisiert der Friedensaktivist.

Andererseits mache Hoffnung, dass die Bundesregierung als Beobachter an der Überprüfungskonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags im Juni 2022 in Wien teilgenommen habe. Und Außenministerin Baerbrock hat bei ihrem Besuch in Nagasaki kürzlich erklärt, dass sie auch weiterhin den Prozess des Atomwaffenverbots unterstützen wird.

Das Gedenken startet am Platz von Hiroshima und endet am Gingko-Baum

„Die Opfer von Hiroshima und Nagasaki mahnen uns, in der Aktivität für eine atomwaffenfrei Welt nicht nachzulassen. Die alte Forderung ,No first use’ ist wieder aktuell: alle Atomwaffenstaaten, vor allem USA und Russland, sollen erklären, dass sie auf den Ersteinsatz von Atomwaffen verzichten – als erste vertrauensbildende Maßnahme. Deutschland sollte sich dafür einsetzen und dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten“, findet der Vertreter der IPPNW-Regionalgruppe.

Gedenken am Gingko-Baum aus Hiroshima.

Das Gedenken in Dortmund findet am Samstag (6. August) mit einer Kundgebung und Demo statt. Los geht es um 16 Uhr am Platz von Hiroshima mit Grußworten des 1. Bürgermeisters Norbert Schilff, einer Botschaft des Japanischen Generalkonsuls aus Düsseldorf sowie von Ansprachen von Yoko Schlütermann (Deutsch-Japanische Gesellschaft Dortmund) und Martin Rees (IPNNW-Regionalgruppe Dortmund).

Anschließend gibt es einen Zug zum Ginkgo-Baum am Stadtgarten, wo die Kundgebung  einem Kulturprogramm, u.a. mit der Japanischen Trommlergruppe Senryoku Taiko, einer Haiku Lesung und weiteren Reden zu Ende gehen wird.

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Reaktionen

  1. Ulrich Sander

    Zum 6. August in Dortmund – Viele für BVB – Wenige für den Frieden
    Und dann noch LAYLA singend
    “Nimm sie dir”
    “Gern hab’ ich die Frau’n geküsst”, so werden Veranstaltung noch heute angekündigt.
    Der Text geht so weiter: “hab nicht gefragt, ob es gestattet ist, dachte mir, nimm sie Dir, dazu sind sie ja hier”.
    CDs mit diesem Lied von Franz Lehar (1870-1948), gesungen von Jonas Kaufmann, sind wieder neu im Handel.
    Ich finde, darüber sollten Sie sich mal aufregen: Aufruf zur Gewalt gegen Frauen in schöner Operettenform.
    Aktuell rege ich mich wie Herrn Stiller in den RN vom Montag 8.8. über “Layla” auf. BVB-Fans brüllten den Text am Samstag, als wir vom Platz von Hiroshima zum Ginkobaum nahe dem Rathaus zogen. Wir gedachten der 100.000 Todesopfer des ersten Atombombenabwurfs. Wir wurden gestört. Die “Ruhrnachrichten” haben jeden Tag eine “Seite für Borussia”. Sie haben aber keinen kleinsten Bericht über die bescheidene Mahnkundgebung der Ärzte gegen den Atomkrieg und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft gebracht.
    Ulrich Sander, Dortmund

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