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Ausschuss für Bürgerdienste bringt Ehrenamtskarte auf den Weg – Engagement soll in Dortmund stärker gewürdigt werden

Auch eine Form der Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement: Der „Engel der Nordstadt“.

Lang hat es gedauert, fast ein Jahrzehnt, bis sich Parteien und Verbände einig wurden: jetzt ist es so gut wie beschlossene Sache – die Einführung einer Ehrenamtskarte für engagierte BürgerInnen in Dortmund, die zu allerlei Vergünstigungen berechtigt. Darüber hinaus soll es zukünftig einen Fonds zur Aufwandsentschädigung nach Essener Vorbild geben.

Nahezu ungeteilte Zustimmung zur Einführung der Ehrenamtskarte

Nach langem Tauziehen sind die Weichen endlich gestellt: Auch in Dortmund wird es wohl zukünftig wie in vielen anderen Kommunen Nordrhein-Westfalens eine Ehrenamtskarte geben. Mit einer Gegenstimme (AfD) und einer Enthaltung sprach sich der Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden auf gemeinsamen Antrag der Ratsfraktionen von SPD, CDU, B90/Die Grünen und Linke & Piraten dafür aus, dem Stadtrat für seine nächste Sitzung zu empfehlen, die Einführung eines solchen Ausweises endgültig zu beschließen. Die Zustimmung des Rates gilt als sicher.

Mit der Ehrenamtskarte können viele Angebote in kommunalen wie Landeseinrichtungen vergünstigt wahrgenommen werden; besondere Konditionen gibt es ebenfalls für Leistungen privater Kooperationspartner aus Wirtschaft, Kultur oder Sport, die sich dafür einsetzen, das Engagement ehrenamtlich tätiger BürgerInnen stärker öffentlich zu würdigen.

Grundsätzlich richtet sich das Dortmunder Modell der Ehrenamtskarte nach dem Landesmodell NRW, soll aber in leicht abgewandelter Form eingeführt werden, indem es berücksichtigt, dass unter Umständen nicht alle BürgerInnen, die ehrenamtlich tätig sind, die geltenden Vergabevoraussetzungen des Landes erfüllen.

Wertschätzung des Ehrenamtes auch durch Aufwandsentschädigungen aus neuem Fonds

Engagement in der Freiwilligenzentrale zur Werbung für das Ehrenamt. Stephan Schuetze/VKK

In NRW ist die Ausstellung der Ehrenamtskarte nämlich an eine Bedingung geknüpft, die nicht alle engagierten BürgerInnen einhalten: „Ein ehrenamtliches oder bürgerschaftliches Engagement von durchschnittlich wenigstens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden im Jahr, zum Beispiel in einem Verein, in einer sozialen Einrichtung oder freien Vereinigung.“

Ausdrücklich wird demgegenüber in der nun empfohlenen Beschlussvorlage für den Rat der Stadt festgehalten, dass es auch eine Wertschätzung derjenigen ehrenamtlich Tätigen geben solle, welche die Landesbedingungen für den Erhalt der Karte nicht oder nur teilweise erfüllten, sich also weniger als fünf Stunden in der Woche engagieren. Dazu solle die Verwaltung entsprechende Vorschläge vorlegen.

Aber damit nicht genug der Anerkennung: Vor dem Hintergrund, dass viele Ehrenamtliche häufig auch privat finanzielle Mittel im Rahmen ihrer Tätigkeit – etwa für Fahrtkosten – aufwenden, sollen der FreiwilligenAgentur Dortmund zusätzliche Gelder von jährlich 25.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Diese können an Vereine, Initiativen oder Einzelpersonen ausgezahlt werden, sofern sie nicht bereits eine anderweitige Aufwandsentschädigung erhalten.

Jährliche Evaluation des Projektes, um finanzielle Anpassungen vornehmen zu können

Erleichterung bei allen Beteiligten: Sie sei sehr froh, dass der Antrag endlich – nach fast zehn Jahren – auf den Weg gebracht worden sei, so die Ausschussvorsitzende Christiane Krause (CDU); nun müsse eine Anerkennungskultur entwickelt werden. „Wir wollten unbedingt verhindern, dass engagierte Bürgerinnen und Bürger zusätzlich zur aufgewendeten Zeit auch noch eigenes Geld für die ehrenamtliche Tätigkeit aufbringen müssen“, erklärt Dirk Goosmann, ordnungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, seine Motivation und die seiner MitstreiterInnen.

Daher solle mit den zusätzlichen Mitteln engagierten BürgerInnen, kleinen Vereinen, Selbsthilfegruppen etc. geholfen werden, um Fahrkosten, Eintrittsgelder oder kleine Feste finanzieren zu können. Dieter Siegmund aus dem Vorstand des Seniorenbeirates bedankt sich in dessen Namen; findet es gut, dass so viel Geschlossenheit da sei, um den Antrag zu unterstützen.

Mit dem beschlossenen Fördertopf zur Aufwandsentschädigung orientiert sich die Dortmunder Konzeption am Ehrenamtsfonds der Stadt Essen, durch den dort seit längerem die Arbeit der Ehrenamtlichen durch finanzielle Unterstützung für kleinere Aufwendungen gefördert wird. In den geführten Gesprächen mit EhrenamtlerInnen sei genau dies immer wieder angemahnt worden, bestätigt Svenja Noltemeyer vom Bündnis90/Die Grünen.

Zu guter Letzt: Die Stadtverwaltung soll das anvisierte Modell jährlich evaluieren. Dahingehend, wie viel Ehrenamtskarten beantragt und wie viel Gelder insgesamt von der FreiwilligenAgentur ausbezahlt worden seien, um anhand der Ergebnisse Anpassungen bei den Zuwendungen über den städtischen Haushalt vornehmen zu können.

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