
„Hoher Besuch an der Basis“: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) besuchte das Carola-Zorwald-Seniorenzentrum in Dortmund-Brackel. Er suchte dort das Gespräch mit dem Personal – und die hatten nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie einigen Gesprächsbedarf. Zudem wollte er mehr über den Mittagstisch für Senior:innen aus der Nachbarschaft wissen. Aber auch einen anderen Gesprächshintergrund gab es: Das Thema der Finanzierung von medizinischen Assistenzhunden.
20 bis 30 Mal im Jahr leidet Habel unter anaphylaktischen Anfällen

Der Dortmunder SPD-Landtagsabgeordneten Nadja Lüders war es ein Anliegen, dem Fachminister die Assistenzhündin Hanni und ihr Herrchen Thorsten Habel vorzustellen. Die siebenjährige Hündin ist seit fünfeinhalb Jahren bei Habel. „Toto und Hanni“ sind seit dem ein gutes Team. ___STEADY_PAYWALL___
Der Labrador-Retriever ist ein medizinischer Assistenzhund und für Thorsten Habel als Anaphylaxie-Warnhund rund um die Uhr im Einsatz. Das rund um die Uhr ist für Habel besonders wichtig. Denn dieser leidet seit 18 Jahren an Anaphylaxie. Das Besondere: Die Ursache ist in all den Jahren nicht zu ermitteln gewesen. Daher ist es für ihn völlig unvorhersehbar, wann und warum plötzlich die Zunge an- und der Hals zuschwillt.
Da dies auch nachts passieren kann und passiert ist, lebte Habel über Jahre in Todesangst. Mehrfach kamen die Anfälle nachts. Er konnte gerade noch einen Notruf absetzen, bevor er das Bewusstsein verlor. „Dann bin ich im Schockraum des Krankenhauses aufgewacht“, berichtet Thorsten Habel. Dabei ist es reines Glück, dass er noch rechtzeitig wach wurde. 20 bis 30 Mal im Jahr bekommt er solche Anfälle.
Thorsten Habel: „Hanni hat mir ein neues Leben geschenkt“

„Es war teils dramatisch und ein Leben in Angst – vor allem der Angst vorm Schlafen. Aber Hanni hat mir ein neues Leben geschenkt“, sagt Thorsten Habel. Denn die Hündin riecht sehr früh, wenn sich ein anaphylaktischer Schock anbahnt. Sie macht ihr Herrchen aufmerksam und – sollte es nötig sein – weckt sie ihn auch. Dann kann dieser ein Notfallspray verwenden und somit einen Erstickungstod oder zumindest einen Notarzteinsatz mit anschließendem Krankenhausaufenthalt abwenden.
Seit Hanni und Toto ein Team bilden, war kein einziger Notfalleinsatz mehr nötig. Zehntausende Euro an medizinischen Kosten habe dies gespart. Doch die Kosten für die Ausbildung des Hundes – rund 13.000 Euro – oder auch nur dessen Unterhalt, übernimmt die Krankenkasse nicht. Mehr als vier Jahre hatte sich Habel erfolglos darum bemüht.
Darüber wollte Nadja Lüders ihren Parteifreund informieren, der sich schon vor seiner Zeit als Gesundheitsminister für die Anerkennung und Finanzierung von medizinischen Assistenzhunden eingesetzt hatte, die diabetische Probleme bei ihren Herrchen und Frauchen erschnuppern konnten. Das Problem: Die Krankenkasse stellt sich auf den Standpunkt, dass sie nur Hunde für einen hundertprozentigen Ersatz eines Leidens finanziert – also beispielsweise Blindenhunde, die den Verlust der Sehfähigkeit kompensieren helfen.
Lauterbach: Die Hündin ist medizinisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll

Lauterbach sagte zu, sich den Fall und das Problem genauer anzuschauen, dämpfte aber überzogene Erwartungen. Als Minister könne er das nicht verordnen. Schließlich sei die Krankenkasse kein staatlich finanziertes System. Die Politik könne nur den Rahmen vorgeben, aber keine Einzelfallentscheidung treffen.
Dennoch wolle er sich das Thema nochmals anschauen. Denn die Hündnin sei nicht nur medizinisch sinnvoll, auch betriebswirtschaftlich sei es unsinnig, den Hund nicht zu finanzieren. Schließlich verhindere dies teure Notfalleinsätze und Krankenhausaufenthalte, so der Bundesgesundheitsminister.
Hanni schien die Worte des Gastes aus Berlin zu verstehen. Sie hatte sich zu Füßen von Lauterbach niedergelassen, dessen Hand ruhte auf ihrem Kopf. Sehr zur Verwunderung des Herrchens.
„Mit Tieren und Kinder komme ich gut klar“, sagte Lauterbach. Ob das „Handauflegen auch bei CDU-Politikern klappt“, wollte Nordstadtblogger wissen. „Hunde sind orientiert und brav, CDU-Politiker aber unorientiert und bissig“, kommentierte Lauterbach lachend – und sehr zur Freude der anderen Sozialdemokrat:innen.


Reaktionen
Digitaler Stammtisch für Assistenznutzende in Westfalen (PM)
Die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben in Westfalen schaffen Raum für
Fragen, den Erfahrungsaustausch und Empowerment
Münster, Detmold, Arnsberg: Fragen stellen, Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig stärken: Dazu
lädt der digitale Stammtisch für Assistenznutzende in Westfalen ein – am 15.03.2024 von 17 bis 19 Uhr
über Zoom. Eine Anmeldung vorab ist nicht nötig. Mit dem digitalen Stammtisch schaffen die
Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben in Westfalen (KSL.Arnsberg, KSL.Detmold und das KSL.Münster)
einen sicheren Ort für Menschen, die ihren Alltag mit Assistenz organisieren oder dies für ihre Zukunft
planen. Die Moderation des Stammtisches übernehmen Expert*innen der drei Kompetenzzentren. Sie
bringen selbst jahrelange Beratungserfahrung mit und sind teils Expert*innen in eigener Sache.
Weitere Informationen und der Link zum digitalen Treffen sind auf der Website zu finden: http://www.ksl-
nrw.de/stammtischassistenz. Auf der Website kann auch der Übersetzungsbedarf in Deutsche
Gebärdensprache oder Schriftsprache angemeldet werden (Frist: 03.03.2024).Die
Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben in Westfalen (KSL.Arnsberg, KSL.Detmold, KSL.Münster)
Die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben für die Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster
sind eine zentrale Anlaufstelle für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Schwerpunkte der
Arbeit liegen in der Förderung der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) mit
besonderem Fokus auf den Selbstbestimmt Leben-Ansatz. Ziel ist die Verbesserung der
Lebensbedingungen behinderter und chronisch erkrankter Menschen in den Regierungsbezirken
Arnsberg, Detmold und Münster und in ganz Nordrhein-Westfalen. Dafür stellen die insgesamt sieben
Kompetenzzentren in NRW Informationen zur Verfügung, organisieren Veranstaltungen und stehen
Institutionen, Unternehmen, Kreisen sowie Verbänden beratend zur Seite.
Ansprechpartnerin: Christiane.Rischer@ksl-arnsberg.de
Helfer auf vier Pfoten: Thorsten Habel berichtet mit Hündin Hanni in der VHS über Assistenzhunde (PM)
Wie Assistenzhunde ausgebildet werden und welche wichtigen Aufgaben sie übernehmen, erfahren Interessierte in einem Vortrag am Freitag, 16. Januar, um 18 Uhr an der VHS Dortmund.
Ein Highlight ist die Begegnung mit Hanni, einer der bekanntesten Assistenzhündinnen Deutschlands. Ihr Halter Thorsten „Toto“ Habel aus Dortmund erzählt von ihrem Alltag, von Herausforderungen und von der engen Verbindung zwischen Mensch und Hund.
Thorsten Habel und seine Assistenzhündin Hanni gehen auch im Auftrag der Stadt Dortmund in Schulen und Kitas auf Besuchstour. Assistenzhunde helfen Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen dabei, ihren Alltag sicherer und selbstständiger zu meistern. Sie warnen vor gesundheitlichen Notfällen, unterstützen bei Bewegungen oder begleiten sehbehinderte Menschen zuverlässig durch den Alltag.
Der kostenfreie Vortrag beginnt am 16. Januar ab 18 Uhr in der VHS Dortmund, Kampstraße 47 (Raum 26-54200D). Weitere Informationen und Anmeldung unter vhs-dortmund.de.
HANNIfizspiele“ holen Traditionsfußball und Benefiz nach Dortmund (PM)
Nach dem großen Erfolg des „1. Happy Hanni Cup“ im Januar 2026 folgt nun die Fortsetzung: Mit den „HANNIfizspielen“ stehen in Dortmund zwei Benefizspiele auf dem Programm. Die Partien sind Teil der „Rheinischen Fußballwochen“ und verbinden sportliche Nostalgie mit sozialem Engagement.
Namensgeberin ist Assistenzhündin Hanni, die gemeinsam mit ihrem Halter Thorsten Habel als „Toto & Hanni“ seit Jahren für wohltätige Aktionen steht. Die positive Resonanz auf das Hallenturnier machte schnell deutlich, dass eine Fortsetzung gewünscht ist. Mit den „HANNIfizspielen“ wird diese Idee nun umgesetzt.
Im Mittelpunkt stehen Begegnungen mit Traditionscharakter: Die Traditionsmannschaften von Borussia Mönchengladbach („Weisweiler-Elf“) und dem 1. FC Köln treten in Dortmund an. Gespielt wird jeweils im Ü40-Format. Gastgeber ist das Team „Toto & Friends“, das gegen die prominent besetzten Gäste antritt. Beim Spiel gegen den 1. FC Köln wird zudem Kult-Schiedsrichter „Qualle“ die Partie leiten.
Das erste Spiel findet am Samstag, 1. August 2026, um 15 Uhr im Urlaubsguru Waldstadion in Dortmund-Aplerbeck statt. Gegner ist die „Weisweiler-Elf“. Die zweite Begegnung ist für Samstag, 26. September 2026, angesetzt. Der Anstoß erfolgt zwischen 16 und 18 Uhr auf der Sportanlage der Dortmunder Löwen Brackel 61.
Unterstützt werden die Veranstaltungen von der Sparkasse Dortmund und DOKOM21. Auch sportlich sind bekannte Namen vertreten: Ehemalige Profis wie Mike Hanke, Karlheinz Pflipsen, Oliver Neuville, Bachirou Salou, Marcel Risse, Marco Höger und Matthias Scherz gehören zu den Kadern der Traditionsmannschaften.
Neben dem sportlichen Erlebnis steht vor allem der gute Zweck im Fokus. Die Erlöse kommen Organisationen zugute, die Kinder und Tiere in Not unterstützen. Zudem werden für jedes Spiel vier Plätze im Team „Toto & Friends“ an Amateurfußballer aus Dortmund vergeben. Vereine können entsprechende Vorschläge per E-Mail einreichen.
Der Vorverkauf für das Spiel gegen die „Weisweiler-Elf“ startet am Mittwoch, 1. Juli 2026. Tickets für die Partie gegen den 1. FC Köln sind ab Freitag, 28. August 2026, erhältlich. Karten gibt es unter anderem bei 11teamsports Dortmund, Salon Hair Flair, Wenkers am Markt sowie in den Vereinsheimen des ASC 09 Dortmund und der Dortmunder Löwen Brackel 61.
Die Ticketpreise liegen für das Spiel am 1. August zwischen 10 Euro für einen Stehplatz und 19 Euro für einen überdachten Sitzplatz. Für die Partie am 26. September kosten Stehplätze ebenfalls 10 Euro, Sitzplätze 19 Euro. Ermäßigte Tickets für Kinder bis 12 Jahre sind für 2 Euro erhältlich.
Mit den „HANNIfizspielen“ setzt Dortmund ein Zeichen für Gemeinschaft, soziales Engagement und die verbindende Kraft des Fußballs.