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„Aktionsplan Soziale Stadt Dortmund“ wird weiterentwickelt – Probleme in Bövinghausen/ Westrich und Dorstfeld

Der Aktionsplan „Soziale Stadt“ wird angepasst. Karte: Stadt Dortmund

Der Aktionsplan „Soziale Stadt Dortmund“ wird angepasst. Karte: Stadt Dortmund

Dortmund hat 39 Sozialräume, 13 lagen unter dem stadtweiten Durchschnitt. Das war das Ergebnis des ersten „Berichts zur sozialen Lage in Dortmund“ aus dem Jahr 2007. Auf dessen Datenbasis wurde der „Aktionsplan Soziale Stadt Dortmund‘ entwickelt. Zwei Sozialräume haben sich so positiv entwickelt, dass die Stadt sie nicht mehr in Gänze in den Blick nehmen muss. Nur noch in zwei Quartieren gibt es größeren Handlungsbedarf. Allerdings sind auch zwei Sozialräume neu in den Fokus geraten.

Bericht bescheinigt positive Entwicklungen in  Alt-Scharnhorst und in Wickede

Mit ihrem im vergangenen Jahr veröffentlichten „Bericht zur sozialen Lage in Dortmund 2018“ stellte die Stadt Dortmund ihre aktuelle Analyse vor.  Der Verwaltungsvorstand befasste sich jetzt mit den sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen. Für zwei der bisher insgesamt 13 Aktionsräume weist der aktuelle Bericht weitgehend positive Sozialdaten aus: „In Alt-Scharnhorst und in Wickede hat sich die Situation seit 2007 deutlich verbessert.

 Aktuell registrieren wir in beiden Sozialräumen nur noch jeweils ein Quartier, in dem die soziale Lage unterhalb des städtischen Schnitts liegt. In Alt-Scharnhorst ist es die Wambeler Heide und in Wickede das Meylantviertel“, stellte Sozialdezernentin Birgit Zoerner fest. 

Daher gebe es keine Notwendigkeit, dass Alt-Scharnhorst und Wickede insgesamt als Aktionsräume betrachtet würden. „Wir wollen jetzt die Unterstützung gezielt in die beiden Quartiere lenken und sie als Aktionsquartiere weiterhin bedarfsgerecht unterstützen“, so Zoerner.

Handlungsbedarf in den Sozialräumen Bövinghausen/Westrich und Dorstfeld

„Pulsschlag“ heißt das neue Bürgerhaus in Dorstfeld, das in der Waschkaue der ehemaligen Zeche entsteht. Ihm könnte eine Bedeutung zukommen.

Allerdings weist der Bericht für die beiden Sozialräume Bövinghausen/Westrich im Stadtbezirk Lütgendortmund und Dorstfeld im Stadtbezirk Innenstadt-West, die der Aktionsplan bisher noch nicht im Blick hatte, unterdurchschnittliche Werte aus. In diesen beiden Sozialräumen stieg die Transferleistungsquote auf über 20 Prozent an.

In Bövinghausen ist vor allem der Anteil der Menschen im Sozialleistungsbezug gewachsen, darunter insbesondere Kinder unter 15 Jahren. In Dorstfeld ist der Anteil der Kinder mit Normalgewicht deutlich gesunken. Gleichzeitig verzeichnet der Sozialraum einen atypischen Bevölkerungsrückgang.

„Der Sozialbericht zeigt uns damit klar, dass die soziale Lage in Bövinghausen und Dorstfeld besonderer Unterstützung bedarf. Es ist mir wichtig, dass wir zügig ins Tun kommen. Ich möchte gemeinsam mit den Menschen vor Ort überlegen, was ihr Quartier an Unterstützung braucht, um dann zu konkreten Maßnahmen zu kommen“, erläutert Zoerner den geplanten Ablauf.

Diesen Prozess der gemeinsamen Weiterentwicklung des Aktionsplans vor Ort will die Sozialdezernentin auch in allen anderen Sozialräumen angehen, die als „Aktionsräume“ über den „Aktionsplan Soziale Stadt“ gefördert werden.

Bericht gibt kleinräumig Auskunft, wo die soziale Lage unterhalb des städtischen Schnitts liegt

Der Bericht untersucht der auf Ebene der Sozialräume, wie sich soziale Benachteiligung über das Stadtgebiet verteilt. Herangezogen werden Daten aus den Bereichen Erwerbstätigkeit und Transferleistungsbezug, Bildung und Jugend, Gesundheit und Wohnen. Zudem wird die Lebenslage besonderer Zielgruppen beleuchtet. Dazu gehören Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung, Senior*innen und zugewanderte Menschen.

Sozialdezernentin Birgit Zoerner. Foto: Karsten Wickern

Der Bericht gibt kleinräumig Auskunft, in welchen Quartieren und in welchen Lebensbereichen die soziale Lage unterhalb des gesamtstädtischen Schnitts liegt.

Die ursprüngliche Planung sah vor, die Anpassung auf sozialräumlicher Ebene erst zum Ende eines breit angelegten Beteiligungsprozesses vorzunehmen. Diese breite Beteiligung wird jedoch mit Blick auf die geltenden Abstands- und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit nicht möglich sein.

Neu geplant ist ein mehrstufiges Verfahren zur schrittweisen Beteiligung von Akteur*innen und Zivilgesellschaft. Herzstück wird ein Beteiligungsprozess sein, der die Ziele des Aktionsplans für jeden Aktionsraum und die beiden Aktionsquartiere schärft, konkrete Handlungsbedarfe und Ressourcen des Aktionsraums herausarbeitet und direkte Maßnahmen ableitet.

„Daten für Taten“: Gezielte Maßnahmen mit drei Arbeitsschwerpunkten

„Das Ergebnis sollen Aktionsprogramme sein, die über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren Handlungsschwerpunkte festlegen und den Akteur*innen Handlungssicherheit geben. Die Aktionsraumbeauftragten vor Ort werden weiterhin Ansprechpartner*innen sein und die Entwicklungen eng begleiten“, so Stadträtin Zoerner. Zeitpunkt und Breite der Beteiligungen hängen von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab.

Den ersten „Bericht zur sozialen Lage in Dortmund“ legte die Stadt 2007 vor. Die Analyse beschreibt auf der Basis kleinräumig erhobener statistischer Daten die Situation in Dortmund. Fazit: in 13 von insgesamt 39 Sozialräumen lagen die Sozialdaten unter dem städtischen Durchschnitt.

2008 startete daher der „Aktionsplan Soziale Stadt Dortmund“ unter Beteiligung vieler Beteiligter aus den Nachbarschaften und Akteur*innen aus Verbänden und Vereinen, aus Kirchen und Ehrenamt, Verwaltung und Politik. Unter dem Motto „Daten für Taten“ fördert der Aktionsplan seitdem gezielt Maßnahmen in den drei Arbeitsschwerpunkten Arbeit und Beschäftigung im Quartier, Eltern und Kinder stärken – Kinderarmut bekämpfen sowie sozialen Zusammenhalt im Quartier stärken. So werden die Sozialräume zu „Aktionsräumen“.

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