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In die dritte Dimension der Kunst eintauchen: Ausstellung „Immersion“ zeigt 3D-Drucke im Torhaus Rombergpark

Marc Bührens 3D-Drucke sind von Sonntag an bis zum 18. August in der Galerie Torhaus Rombergpark zu sehen.

Von Marian Thöne

3D-Drucke sind in. Sie werden immer häufiger genutzt, in der Industrie und inzwischen auch privat. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis man auch in der Kunst gefallen an ihnen findet. Jetzt stellt der Künstler Marc Bühren manuelle und digitale 3D-Drucke für drei Wochen in der Städtischen Galerie im Torhaus Rombergpark aus. Am Sonntag, 28. Juli, wird um 11 Uhr zur Eröffnung geladen. Der Eintritt ist frei.

Werke spielen mit Bezügen zur Natur und zur Geschichte des Rombergparks

Der Künstler und sein Werkzeug. Fotos: Marian Thöne

Marc Bühren arbeitet schon seit 2008 hauptberuflich als Künstler in Dortmund. Sein Atelier hat er in Hörde. Aber einen besonderen Bezug hat Bühren schon länger zum Rombergpark. Kein Wunder: „Im Torhaus Rombergpark habe ich geheiratet“ berichtet er.

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So finden sich in den über 25 Kunstwerken dann auch diverse Inspirationen aus dem Park nebenan. Da ist mal Flora (in Form von einem Ahornsamen) mal Fauna (in Form von Bienenwaben) dabei. 

Aber Bühren hat sich auch mit der Geschichte von Dortmund und vom Rombergpark auseinandergesetzt: „Ich war zu Besuch in der Dortmunder Steinwache. Da musste ich feststellen, dass während des Nationalsozialismus auch in meinem Lieblingspark, im Rombergpark, Gefangene ermordet wurden.“

Immersion: Eintauchen in eine neue Technik, die Schnelligkeit und Präzision erfordert

„Der politische Bezug ist mir wichtig. Gerade jetzt, wo ein Rechtsruck durch ganz Europa geht“, sagt Bühren.

So basiert eines der Werke auf einer Fotografie von Dortmunder Frauen und Kindern kurz vor der Deportation. Ein anderes zeigt eine Art Stadtplan von Dortmund, in dem diverse Baracken- und Arbeitslager markiert sind. Beide Motive stammen aus der NS-Zeit. „Der politische Bezug ist mir wichtig. Gerade jetzt, wo ein Rechtsruck durch ganz Europa geht“, sagt Bühren.

In der Kunstszene ist 3D-Druck noch nicht sonderlich verbreitet. Dabei ist das Prinzip erstmal relativ simpel: für die manuellen Drucke nutzt Bühren einen „3D-Stift“. Dieser Stift produziert einen dünnen Plastikfaden. Bei der Arbeit damit muss es dann aber schnell und präzise gehen, weil der Kunststoff in Sekundenschnelle hart wird. 

So lassen sich dreidimensionale Werke fertigen. Und auch digitale Drucke sind ausgestellt. Deren Vorlagen hat Bühren am Rechner erstellt und dazu das gleiche Programm genutzt, wie die MacherInnen vom neuen „König der Löwen“-Kinofilm. Anschließend hat er sie von einem 3D-Drucker produzieren lassen.

Bühren setzt auf nachhaltige Produktion seiner Kunstwerke

Warum 3D-Drucktechnik gerade in Deutschland noch nicht so verbreitet ist? „Das liegt an dem Umgang mit Plastik hierzulande. Mit konventionellem Kunststoff zu arbeiten, kann durchaus gesundheitliche Risiken mit sich bringen“ erklärt Bühren. „Ich versuche, möglichst nachhaltig zu leben und zu arbeiten, darum nutze ich Bio-Kunststoff. Der Verschnitt von meiner Arbeit ist in industriellen Anlagen kompostierbar.“ So könnte er doch weitergehen, der Siegeszug der 3D-Technik. 

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Weitere Informationen:

Ausstellung 28. Juli bis 18. August 2019 / Eröffnung am 28.07. um 11.00 Uhr / Torhaus Rombergpark / Am Rombergpark 65 / 44225 Dortmund / U49 bis Rombergpark / Werke sind auch zu kaufen, Preise zwischen 190,- und 4.200,- Euro 

Für Interessierte: in diesem Video erklärt Marc Bühren seine Technik.

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