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Haushaltsausschuss spricht sich für den Erhalt des Café Berta in der Nordstadt aus – SPD stimmt dagegen

Café Berta

Seit Januar 2012 steht das Café Berta allen Trinkern zur Verfügung. Fotos: Alex Völkel

„Es ist doch erfreulich, dass in Dortmund im Einzelfall auch ungewöhnliche politische Mehrheiten möglich sind.“ Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion „Die Linke & Piraten“ ist sehr zufrieden, dass der Trinkraum und der Energiesparservice des Caritas-Verbandes Dortmund vorerst gesichert sind.

Der Trinkraum in der Nordstadt stand immer wieder in der Diskussion

Café Berta

Einrichtungsleiter Thomas Thanscheidt und Sozialarbeiterin Viktoria Kuhl.

Die beiden Anträge seiner Fraktion wurden im Finanzausschuss mit den Stimmen von CDU, Grünen sowie im Fall des „Cafés Berta“ zusätzlich mit den Stimmen der Fraktion FDP/Bürgerliste mehrheitlich angenommen.

Die Schließung des Cafés, die in den vergangenen Monaten immer wieder ins Gespräch gebracht worden war, ist damit vom Tisch. Die Einrichtung in der Nordstadt, die seit 2012 als niederschwellige Aufenthalts- und Beratungseinrichtung für Alkohol konsumierende Menschen dient, wird weiter betrieben.

141.000 Euro hätte die Stadt sparen können, wenn der Trinkraum geschlossen würde. Die politischen Diskussionen über diesen Punkt waren über Monate im vollen Gange.

Die Parteien hatten im Herbst eine späte Revanche der SPD mit dem Kürzungsvorschlag aus der Kämmerei vermutet. CDU, Grüne und Linke hatten das „Café Berta“ seinerzeit gegen die SPD durchgesetzt.

CDU vermutete im Streichvorschlag eine späte Rache der SPD

„Die weitverbreitete Ablehnung des Projekts innerhalb der SPD dürfte ja hinlänglich bekannt sein, so dass sich hier der Eindruck aufdrängt, Herr Stüdemann mache sich mit seiner Streichlistenspielerei zum willfährigen Erfüllungsgehilfen seiner Genossen vor Ort“, kritisierte Dorian Marius Vornweg nach Bekanntwerden des Sparvorschlags.

„Die CDU hat sich seinerzeit für die Einrichtung und, nach einer Evaluierung, auch für die Weiterführung des Café Berta ausgesprochen“, verdeutlichte der Fraktionssprecher der CDU in der Nordstadt-BV. „An dieser grundsätzlichen Einstellung dem Projekt gegenüber hat sich weder im Stadtbezirk noch auf Kreisparteiebene etwas geändert.“

Das unterstrich auch der CDU-Fraktionschef im Rat beim Bekanntwerden der Sparliste: „Wenn ich jetzt entscheiden müsste, würde ich die Hand für den Erhalt der Einrichtung heben“, sagte Ulrich Monegel auf Anfrage. Jetzt haben die Parteien Wort gehalten und dem Antrag von Linken und Piraten zur Mehrheit verholfen – gegen die Stimmen der SPD.

Die Grünen sahen wegen der drohenden Folgekosten eine Schließung kritisch

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind auch weiterhin in der Nordstadt präsent.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind auch weiterhin in der Nordstadt präsent.

Für die Grünen stellte sich ohnehin grundsätzlich die Frage, inwieweit die Folgekosten nach Schließung des „Café Berta“ den jetzigen Betrag für das Café übersteigen würden.

„Die ordnungs- und sozialpolitischen Maßnahmen, die dann wieder am Nordmarkt und anderen Stellen in der Nordstadt fällig werden, wird es natürlich nicht umsonst geben“, verdeutlichte Ulrich Langhorst, Fraktionssprecher der Grünen im Rat, im Vorfeld der Haushaltsplanberatungen.

Selbst die Stadtverwaltung Dortmund, die die Einrichtung ausschließlich aus Kostengründen schließen wollte, spreche beim „Café Berta“ von „positiven Entwicklungen“ und einer „unstreitig erzielten Verbesserung“ am Nordmarkt, sagte Utz Kowalewski nach der Entscheidung. Das letzte Wort hat am 19. Februar der Rat.

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