„Eventmeile Wallring“: Polizei kontrolliert 750 Fahrzeuge aus ganz NRW in Dortmund und stellt 14 von ihnen sicher

750 Fahrzeuge wurden Freitag und Samstag kontrolliert. Die Fahrer*innen kamen aus vielen Teilen in NRW. Fotos: Alex Völkel
750 Fahrzeuge wurden kontrolliert. Die Fahrer*innen kamen aus vielen Teilen in NRW. Foto: Alex Völkel

Dortmund bleibt offenbar das Mekka von Raser-, Poser- und illegaler Tuningszene: Fahrzeuge mit Kennzeichen aus halb Nordrhein-Westfalen gaben sich auch an diesem Wochenende ein Stelldichein – ebenso wie Partygänger*innen, denen durch den Corona-Shutdown die Locations zum Ausgehen fehlen. Allerdings konnten nicht alle ihren Heimweg mit ihren Fahrzeugen antreten: 14 oft PS-starke Fahrzeuge wurden sichergestellt und zahlreiche weitere verkehrsrechtliche Verstöße geahndet.

Polizei bekam am Freitag Unterstützung von Kölner Spezialkräften – 300 Wagen kontrolliert

Erneut aus vielen Teilen in NRW kamen die Fahrzeuge, mit denen die Halter in Dortmund „Party“ machen soll(t)en. Foto: Alex Völkel
Erneut aus vielen Teilen in NRW kamen die Fahrzeuge, mit denen die Halter in Dortmund „Party“ machen soll(t)en. Foto: Alex Völkel

Auch an diesem Wochenende war die Dortmunder Polizei in zwei aufeinanderfolgenden Nächten (Freitag, 22. Januar und Samstag, 23. Januar) mit einem Großaufgebot im Bereich des Dortmunder Walls im Einsatz. 

Unterstützung erhielten sie dabei in der Nacht von Freitag auf Samstag durch Kräfte des Polizeipräsidiums Köln, die sich auf illegale Fahrzeugrennen und deren Begleiterscheinungen spezialisiert haben. Insgesamt zählten die Einsatzkräfte in dieser Nacht etwa 300 der Szene zuzurechnende Fahrzeuge. 

Die Polizei richtete Sperrungen sowie stationäre Kontrollstellen ein, die den Verkehr entzerrten und ein entschlossenes und konsequentes Ahnden von Verkehrsverstößen ermöglichten. Insgesamt kontrollierten die eingesetzten Kräfte 111 Fahrzeuge, 164 Personen und sprachen acht Platzverweise aus. Zudem stellten sie neun Fahrzeuge sicher, von denen sieben einem Gutachter vorgestellt wurden. 

Erneut gab es illegale Kraftfahrzeugrennen – Fahrzeuge, Handys und Führerscheine sichergestellt

14 Fahrzeuge wurden von der Polizei sichergestellt. Foto: Karsten Wickern
Insgesamt 14 Fahrzeuge wurden am Wochenende von der Polizei sichergestellt. Foto: Karsten Wickern

Zwei weitere Autos wurden im Rahmen eines festgestellten illegalen Kraftfahrzeugrennens sichergestellt.

Die Fahrer, ein 21-Jähriger aus Hamm und ein 31-jähriger Dortmunder, lieferten sich vor den Augen einer zivilen Streife auf dem Ostwall ein Rennen, in dem sie gleich an mehreren Ampeln nach Umschalten auf Grünlicht mit Vollgas anfuhren und versuchten, die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erzielen. 

Neben mehrfachen riskanten Spurwechseln brach bei einem der Fahrzeuge das Heck aus – passiert ist hierbei zum Glück nichts. Dennoch reichte die beobachtete Fahrweise aus, um den Jaguar und den Mercedes sowie die Führerscheine und Mobiltelefone der beteiligten Fahrer sicherzustellen. Die beiden Männer erwarten nun Strafverfahren wegen des Verdachts der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen.

Samstag 450 Fahrzeuge kontrolliert – zahlreiche Verstöße gegen Corona-Schutzverordnung

Die Polizei nahm die Fahrzeuge sehr genau unter die Lupe. Foto: Karsten Wickern
Die Polizei nahm die Fahrzeuge sehr genau unter die Lupe – und zog sie teils aus dem Verkehr. Foto: Karsten Wickern

In der Nacht von Samstag auf Sonntag unterstützen Mitarbeiter*innen der Stadt Dortmund die polizeilichen Maßnahmen. Bei etwa 450 festgestellten der Szene zugehörigen Fahrzeuge kontrollierten die Einsatzkräfte 152 Autos. Gegen sechs der dabei 210 überprüften Personen sprachen sie Platzverweise aus. 

Fünf Fahrzeuge mussten dem Gutachter vorgestellt werden. Im Rahmen der Geschwindigkeitsüberwachung wurden 19 Verstöße festgestellt. Trauriger Spitzenreiter war ein Autofahrer auf der Brackeler Straße, der bei erlaubten 70 km/h mit satten 120 km/h unterwegs war. Ihn erwartet ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Neben weiteren verkehrsrechtlichen Verstößen wie Fahren unter Alkoholeinfluss und der Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt fertigte die Stadt Dortmund 51 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung (31) und das Landesimmissionsschutzgesetz (20).

Polizeipräsident kündigt weitere Großeinsätze gegen „Eventmeile im Straßenverkehr“ an

Die Polizei sperrte erneut Spuren und Straßen. Foto: Alex Völkel
Die Polizei sperrte erneut Spuren und Straßen. Foto: Alex Völkel

Vermeintliche Hupkonzerte wie zuletzt noch von den Anwohnerinnen und Anwohnern des Dortmunder Walls gemeldet, konnte die Dortmunder Polizei an diesem Wochenende nicht feststellen.

„Es können sich alle darauf verlassen, dass wir mit unseren aufwändigen Kontrollmaßnahmen nicht eher locker lassen werden, bis wir nachhaltige Verbesserungen erzielt haben“, kommentiert Polizeipräsident Gregor Lange die Kontrollen in der Dortmunder Innenstadt. 

„Nicht umsonst haben wir das Thema zu einem strategischen Schwerpunkt der Polizei Dortmund gemacht, d.h. wir werden dauerhaft viele Kräfte bündeln, um Raser zu stoppen, Unfälle zu verhüten, Anwohnern zu ihrer Nachtruhe zu verhelfen und Verstöße gegen die CoronaschutzVO zu sanktionieren. Der öffentliche Straßenverkehr ist keine Eventmeile. Das gilt erst recht auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie“, so Lange.

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Kommentare

  1. Erneuter Kontrolleinsatz am Dortmunder Wallring - aber auch im Westen ist die Polizei aufmerksam... (PM)

    Erneuter Kontrolleinsatz am Dortmunder Wallring – aber auch im Westen ist die Polizei aufmerksam…

    Beamte der Dortmunder Polizei haben in der Nacht zu Mittwoch (27.1.) erneut einen Einsatz am Wallring und in den angrenzenden Straßen durchgeführt. Sie ahndeten Verkehrsverstöße und erteilten Platzverweise. Und auch ihre Kollegen im Westen der Stadt haben das Thema auf dem Schirm.

    Rund 50 Fahrzeuge mit augenscheinlichem Bezug zur Raser-, Poser- und illegalen Tuningszene stellten die Polizisten im Bereich des Wallrings fest. Wegen unnützen Hin- und Herfahrens verhängten sie drei Verwarngelder, vier weitere wegen sonstiger Verstöße. Darüber hinaus fertigten sie fünf Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Vier wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung, eine wegen des Fahrens unter Einfluss von Drogen. 24 Personen erteilten die Beamten im Rahmen des Einsatzes Platzverweise, bevor das Fahrzeugaufkommen gegen 1 Uhr rapide abnahm. Ob ein Weg anschließend in den Dortmunder Westen führte, ist reine Spekulation.

    Gegen 2.45 Uhr bemerkten Polizeibeamte dort einen Mercedes, der mit augenscheinlich deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Rahmer Straße in Richtung Osten fuhr. Mehrfach erreichte der Wagen weit über 100 km/h, wiederholt hörten die Beamten die lauter werdenden Motorengeräusche sowie das Quietschen der Reifen. An einem Bahnübergang vor dem Wischlinger Weg brach das Heck des Mercedes aus. Der Fahrer bremste stark und konnte das Auto wieder stabilisieren – unmittelbar danach beschleunigte er wieder auf über 100 km/h. Die letzten Meter war er dann mit den erlaubten 50 km/h unterwegs, bevor der Mann hinter der Roßbachstraße anhielt und den Wagen parkte.

    Einen Führerschein konnte der 24-jährige Dortmunder bei der anschließenden Kontrolle nicht vorzeigen. Die Polizisten beschlagnahmten das Auto und untersagten ihm das Nutzen fahrerlaubnispflichtiger Kraftfahrzeuge. Im Kofferraum fanden sie zudem ein Klappmesser. Unter anderem wegen des Verdachts des grob verkehrswidrigen und rücksichtslosen Fahrens, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, erwartet den 24-Jährigen ein Strafverfahren. Da außer ihm noch zwei 23-jährige Dortmunder mit im Auto saßen, fertigten die Polizisten auch Anzeigen gemäß der Corona-Schutzverordnung.

  2. Nach illegalen Rennen und diversen Verkehrsverstößen - Polizeipräsident ordnet zur Bekämpfung der Raser-, Poser- und illegalen Tuningszene strategische Fahndung an (PM)

    Nach illegalen Rennen und diversen Verkehrsverstößen – Polizeipräsident ordnet zur Bekämpfung der Raser-, Poser- und illegalen Tuningszene strategische Fahndung an

    Illegale Rennen, verbotene Fahrzeugveränderungen, diverse Verkehrsverstöße und andauernde Ruhestörungen zum Leidwesen der Anwohnerinnen und Anwohner. Die Begleiterscheinungen der sogenannten Raser-, Poser- und illegalen Tuningszene zeigen sich mittlerweile mehrfach pro Woche im Dortmunder Innenstadtbereich. Für dieses Wochenende hat der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange dort daher die strategische Fahndung angeordnet.

    Insbesondere die teilweise enorm hohen Geschwindigkeiten, die rücksichtslosen Fahrweisen – die gerade in illegalen Rennen zu beobachten sind – stellen auch für unbeteiligte Verkehrsteilnehmer eine große Gefahr dar. Dieser potentiellen Gefahr sehen sich die Bürgerinnen und Bürger Dortmunds aktuell an mehreren Tagen in der Woche ausgesetzt. Und genauso häufig und konsequent schreitet die Polizei dagegen ein. Mit regelmäßigen Kontrollen gehen die Beamtinnen und Beamten gegen die Verkehrsstörer und die mit ihnen verbundenen Gefährdungen vor. Zuletzt hatte der Dortmunder Polizeipräsident den Kampf gegen diese Szene gar zu einem neuen behördenstrategischen Schwerpunkt für das hiesige Polizeipräsidium erklärt.

    Mit der Anordnung der strategischen Fahndung unternimmt er nun einen weiteren Schritt zur erfolgreichen Umsetzung der gesamtheitlichen Strategien von Polizei und Stadt gegen die Raser-, Poser- und illegale Tuningszene: “Wir wissen, dass wir beim Vorgehen gegen diese Szene einen langen Atem und ein schlüssiges Gesamtkonzept haben müssen. Als Teil dieses Konzepts nutzen wir an diesem Wochenende auch die strategische Fahndung. Wir möchten damit ein klares Zeichen setzen und verhindern, dass sich die dort entstandenen Strukturen weiter verfestigen.”

    Die strategische Fahndung ermöglicht auf Basis des Polizeigesetzes, Personen ohne konkreten Verdacht anzuhalten, nach ihrer Identität zu befragen sowie Fahrzeuge in Augenschein zu nehmen. Die Maßnahme dient im vorliegenden Fall der Verhütung von verbotenen Rennen und der Aufhellung der damit verbundenen Strukturen innerhalb der Szene. Die strategische Fahndung gilt am heutigen Freitag sowie am Samstag (30.1.) jeweils in der Zeit von 18 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag. Sie betrifft den Wallring sowie angrenzende Straßen, einen Teil der Brackeler Straße sowie die B 236.

    Gregor Lange betont: “Die strategische Fahndung ist mit der Neufassung des Polizeigesetzes NRW im Jahr 2018 eingebracht worden. Sie erweitert unsere Eingriffsbefugnisse und hat sich auch in anderen Deliktsfeldern bereits mehrfach bewährt. Wir sind entschlossen, mit allen rechtlich zulässigen Mitteln gegen die Raserszene vorzugehen.”

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