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Nachts gibt es künftig eine „Rote Welle“ für Raser und einen weiteren Blitzer auch gegen Rotsünder auf dem Südwall

Die Stadt hat reagiert und auf dem Wallring mehrere Starenkästen aufgestellt. Fotos (2): Alex Völkel

Der Kampf gegen Raser geht in Dortmund zumindest auf dem Wallring weiter. Der Verwaltungsvorstand hat die Aufstellung eines weiteren Blitzers beschlossen – auf dem Südwall soll dieser nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch das Überfahren der roten Ampel ahnden. Apropos rot: Diese Farbe sollen Raser zumindest nachts auf dem Wall häufiger sehen – die Ampelschaltung soll verändert werden.

Veränderte Ampelschaltungen sollen Raser nachts die „Grüne Welle“ verhageln 

Denn die bisherige Ampelschaltung sorgt dafür, dass es vor allem zwischen 20 und 6 Uhr eine „Grüne Welle“ gibt. Das animiert allerdings auch zu erhöhten und überhöhten Geschwindigkeiten, weil man an fast keiner Ampel gestoppt wird.

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Allerdings soll die Taktung verändert werden, so dass die FahrerInnen, die schneller als 50 Stundenkilometer fahren, künftig häufiger vor roten Ampeln landen, erklärt Baudezernent Arnold Rybicki. „Die Hemmschwellen, Rotlichter zu überfahren, sind noch höher.“

An den Ampelanlagen Hoher Wall / Grafenhof – Josephstraße und Hiltropwall / Hövelstraße – Luisenstraße wird das im Nachtprogramm angepasst. Durch die neue Taktung soll das Rasen entlang des Wallringes für diesen Bereich nachhaltig unterbunden werden. In Kombination mit den Überwachungsanlagen werden nach Ansicht der Stadt die bestehenden Hotspots auf dem Wallring abgedeckt.

Die neue Anlage soll Tempo- und Rotlichtverstöße am Südwall ahnden

Die Polizei geht sehr konsequent gegen die Raserszene auf dem Wallring in Dortmund vor.

Dabei soll auch die neue kombinierte Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung gegen Raser am Südwall helfen. Der Verwaltungsvorstand hat beschlossen, die notwendigen Finanzmittel für eine weitere Überwachungsanlage am Standort Südwall (gegenüber der Einfahrt Tiefgarage Friedensplatz) bereitzustellen.

Aktuell ist eine solche Anlage bereits im Bereich B 1/Höhe Lübkestraße in Fahrtrichtung Bochum in Betrieb. Mobile Rotlichtüberwachungsanlagen gibt es derzeit nicht, daher muss eine stationäre her.

Die Unfallkommission hatte in einer außerordentlichen Sitzung im Juli 2019 der Installation einer kombinierten Rotlicht-/Geschwindigkeits-Messanlage auf der Basis von Lasertechnik zugestimmt. Die benötigten investiven Kosten in Höhe von rund 110 000 Euro zuzüglich weiterer Kosten für die Installation der Anlage werden aus dem gesamtstädtischen Haushalt finanziert.

Immer häufiger tummelt sich die Tuner- und Raserszene im Hafen

Die Raser- und Tunerszene tummelt sich immer häufiger in der Speicherstraße im Hafen.

Damit will man weiter Druck auf die Raserszene machen, die man bereits auf Phoenix-West verdrängt hatte und die sich in der Folge auf den Wall verlagert hatte. Nun wird der Druck auch hier immer größer – sehr zum Leidwesen vieler Anlieger des Hafenquartiers. 

Denn viele Mitglieder der Raser- und Tunerszene tummeln sich jetzt immer häufiger am Hafen. Vor allem die Speicherstraße wird zum Schaulaufen und auch für Rennen genutzt. 

„Wir haben den Hafen noch nicht so auf dem Schirm. Aber wir werden das prüfen. Uns geht es darum, die Raserszene in der ganzen Stadt zu bekämpfen“, betonte Ordnungsdezernent Norbert Dahmen. 

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5 Gedanken über “Nachts gibt es künftig eine „Rote Welle“ für Raser und einen weiteren Blitzer auch gegen Rotsünder auf dem Südwall

  1. Johannes

    Rote Welle hat es in der Innenstadt (und nicht nur da) vor allem für diejenigen, die vorschriftsgemäß fahren. Inklusive der zusätzlichen, unnötigen Umweltbelastung durch Fahrzeuge im Leerlauf oder die alle paar hundert Meter anspringende Start-Stopp-Automatik, die bei jedem Anlassen unnötig erhöhte Abgase in die Luft pustet. Wer bei einer Innenstadtfahrt 72 mal an Ampeln anhalten muss, der muss sich fragen ob da jemand anderes noch alle Tassen im Schrank hat. Kein Wunder, dass da die Ökoterroristen ihre Messer wetzen.

    Dass sich jeder möglichst gut an die Verkehrsregeln halten sollte, das ist so klar, dass man da drüber nicht diskutieren muss. Geschwindigkeitsüberwachung hat aber schon seit vielen Jahren nicht mehr viel mit Verkehrssicherheit zu tun.

    Auf der B1 vor der Westfalenhalle ist die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit der vorausfahrenden Autos von im Durchschnitt von 52 km/h auf 39 km/h gefallen, seit dem die Geschwindigkeitsüberwachungsanlage dort in Betrieb gegangen ist. Der Effekt ist auch einfach erklärbar. Die Fahrzeuge sind zwar unterschiedlich, aber bei einem großen Teil der Fahrzeuge geht der Tacho 5-6 km/h vor. Fuhren die Leute vorher nach Tacho zirka 57-58 km/h, waren sie tatsächlich mit etwa 51-52 km/h unterwegs. Eine (wenn den aktuellen Verkehrs- und Witterungsverhältnissen angepasst) durchweg akzeptable Geschwindigkeit, sollte man meinen. Seitdem der Blitzer dort aktiv ist, fahren die Leute aus Angst geblitzt zu werden nun aber absichtlich unterhalb der erlaubten Geschwindigkeit. Fahren sie nun nach Tacho 45 km/h, sind es tatsächlich nur noch 39 km/h Geschwindigkeit, mit welcher der Verkehr dort meistens fließt. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel und die Eigenmessungen sind natürlich weder wissenschaftlich noch geeicht, sie zeigen aber die Tendenz bestens auf.

    Ging es wirklich ausschließlich um diejenigen Autofahrer, die durch echtes Rasen mit einer mehr als Bagatell-Differenz tatsächlich rücksichtslos den Verkehr gefährden, würde man sich darauf einigen, dass die Überwachungsanlagen erst mit erheblicher Toleranz zuschlagen. Hier geht es schon lange nicht mehr um technisch begründbares, sondern nur noch für die einen um ideologische Diktatur gegenüber den anderen, und den Kommunen und Behörden um die Einnahmen aus den Strafgeldern die fest und unverzichtbar in die Haushalte eingeplant sind.

    Auch wenn es keiner hören will, weil es ideologisch nicht genehm ist. Ein Verkehrsteilnehmer der aus permanenter Angst geblitzt zu werden der vorausschauenden Verkehrsbeobachtung Aufmerksamkeit entzieht um diese der Tachoanzeige stattdessen zu widmen, der stellt eine achtfache Gefahr für den Verkehr dar, als derjenige der nach Gefühl fährt und dabei mal geringfügig zu langsam, mal geringfügig zu schnell fährt. Moderne PKW kommen aus 100 km/h im Durchschnitt nach 31 Metern (1980: 59 Meter), aus 80 km/h nach 23 Metern (1980: 44 Meter), aus 50 km/h nach 8 Metern (1980: 17 Meter) und aus 30 km/h nach 3,4 Metern (1980: 9 Meter) zum Stillstand. Zuzüglich Reaktionsweg. Fahrer, die permanent aus Blitzangst auf den Tacho glotzen, erhöhen die Reaktionszeit um bis zu 8(!) Sekunden. Besoffene um 1-2 Sekunden. Nein, das ist kein Scherz. Da werden aus einem Reaktionsweg von normalerweise 9 Meter dann mal schnell mal 24-35 Meter. Beschäftigt man sich mal aus Interesse etwas mit Unfallrekonstruktionsgutachten, wird einem sehr schnell und sehr eindrücklich klar, dass selbst das doppelte Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit meist eben nicht die Unfallursache gewesen wäre, sondern die der Verkehrsbeobachtung über Gebühr entzogene Aufmerksamkeit. Diese ist dann in der Regel auch für die erhöhte Restaufprallenergie, und damit für die höheren Schäden verantwortlich. Oder eben dafür, dass es überhaupt zur Kollision kam. Einige Versuche von Gutachtern auf Teststrecken unter realen Bedingungen ergaben, dass bei zwei Drittel der Testanordnungen selbst bei doppelter Geschwindigkeit ein Unfall vermieden werden konnte, je nach künstlich herbeigeführter Ablenkung bei den Versuchen. Diese technischen Erkenntnisse widersprechen unzweifelhaft dem ideologischen Irrglauben, man müssen den Überwachungsdruck stetig erhöhen und schon einfachste Geschwindigkeitsüberschreitungen immer heftiger bestrafen. Wer in einer Tempo-30-Zone aus Angst nur noch auf den Tacho glotzt, wird viel eher ein Kind überfahren, als jemand der nicht auf den Tacho schaut, nach Gefühl moderat +/- fährt und das Kind bis zu achtmal schneller sieht und reagiert. Von der unnötigen Umweltbelastung in 30-Zonen mal abgesehen, da alle bekannten Motoren bei zirka 60, 120 und 160 km/h am effektivsten verbrennen und damit am wenigsten Dreck in die Umwelt pusten. Tempo 30 gehört zu den schlimmsten planmäßigen Umweltsauereien. Wobei das aber eben auch begrenzt auf 200 Meter an Schulen und Kindergärten wiederum als durchaus gerechtfertigt angesehen werden kann. Aber eben nicht als quartiers- oder blockweite Zone.

  2. Roberto

    @Johannes

    Zitat:
    „Wer bei einer Innenstadtfahrt 72 mal an Ampeln anhalten muss, der muss sich fragen ob da jemand anderes noch alle Tassen im Schrank hat.“

    Also, ich weiß ja nicht…wer bei einer Innenstadtfahrt 72 Mal an Ampeln halten muss, macjt doch eher grundsätzlich selbst etwas falsch und sollte sich doch daher auch eher selber fragen, ob er sein Auto entweder besser ins Parkhaus stellen oder gleich zu Fuß, mit dem Rad oder der Bahn in die Innenstadt pilgern sollte..

  3. Johannes

    @Roberto

    Es gibt eine ganze Reihe Menschen denen es nicht erspart bleibt immer wieder durch die gesamte Innenstadt fahren zu müssen. Und beispielsweise wegen Waren, Medikamenten, Menschen, Werkzeug oder wasauchimmer zwangsweise mit dem Kraftwagen.

    Ab und an wenn es mal besonders spät wird, dann nehme ich aus Kollegialität Arbeitskollegen im Auto mit nach Hause, weil der öffentliche Nahverkehr dann gar keine Option mehr ist. Von der Stadtgrenze Dortmund bis um Abstellen des Motos Zuhause stehe ich dann 54 mal an einer roten Ampel.

    Extrem mag das Beispiel meiner Freundin sein. Die ist in der mobilen Altenpflege und steht während eines Tages im Durchschnitt 136 mal an einer roten Ampel. An schlechten Tagen fast doppelt so oft.

    Gezählt haben wir das mehrfach mit so einem Klickzählerteil das man auch bei der Inventur benutzt, also nicht einfach aus dem Bauch heraus.

    Nun bin ich gespannt auf Deine Antwort, was wir grundsätzlich falsch machen. Und die anderen die auf motorisierten Verkehr angewiesen sind.

  4. Roberto

    Ich bin kein Verkehrsplaner.

    Auffällig ist aber in, Dortmund dass die Anzahl der ampelfreien Kreisverkehre in Dortmund doch sehr überschaubar ist.

  5. Polizei Dortmund (Pressemitteilung) Beitrags Autor

    31-jährige Mercedes-Fahrerin rast mit über 100 km/h über den Wall: Polizei stellt Führerschein sicher

    Sie wollte am Mittwochabend (9.10.) nur durch „die Gegend fahren“ und geriet wegen ihrer aggressiven Fahrweise in der Dortmunder Innenstadt in den Fokus der Polizei: Nach fünf Runden auf dem Wall und einer riskanten Verfolgungsfahrt stoppte die Polizei eine 31-jährige Mercedes-Fahrerin, um den Führerschein sicherzustellen und ihr die Weiterfahrt zu untersagen. Die Frau aus Moers gefährdete Autofahrer und Fußgänger. Beinahe ereignete sich ein Unfall.

    Um 21.45 Uhr fiel einem gegen illegale Rennen eingesetzten Team der Dortmunder Polizei ein mit aufheulendem Motor über den Ostwall rasender Pkw auf. Die mit Videotechnik ausgestattete Zivilstreife nahm die Verfolgung auf und filmte die Fahrt. Auf nasser Fahrbahn forderte die Fahrerin andere Fahrzeugführer immer wieder zu Rennen auf. Sie beschleunigte ihren Mercedes in Baustellen auf 80 km/h und fuhr mit bis zu 90 km/h bei schnellen Spurwechseln an größeren Fußgänger-Gruppen vorbei, die an Ampeln oder Bushaltestellen warteten.

    Vor den fest installierten Blitzeranlagen auf dem Wall bremste die Fahrerin ab, um dann wieder stark zu beschleunigen.

    Zeitweise hatten die Verfolger der Polizei bei über 100 km/h große Probleme, an dem Mercedes dran zu bleiben. Die Fahrerin fiel während der fünf Runden auf dem Wall permanent durch aggressive Fahrweise und auch dichtes Auffahren auf andere Pkw auf. Wegen ihrer hohen Geschwindigkeit konnte sie beim Spurwechsel eines anderen Pkw nur knapp einen Unfall verhindern.

    An der Kreuzung Weißenburger Straße/Kaiserstraße stoppten Polizisten die 31-jährige Fahrerin. Sie und ihre beiden Mitfahrerinnen gaben an, nur „durch die Gegend fahren“ zu wollen. Die Polizei stellte den Führerschein sicher und ermittelt nun wegen des Verdachts eines illegalen Fahrzeugrennens auf Grundlage von §315d Strafgesetzbuch (rücksichtsloses Fortbewegen).

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