Noch bis 27. November zeigen 36 Künstler:innen ihre Arbeiten im Depot

Alle Jahre wieder: Ausstellung und Kalender präsentieren „Grafik aus Dortmund“

OB Thomas Westphal (4.v.li.) erhielt das Exemplar Nummer 1 des Grafik-Kalenders 2023 von Sebastian Junker (Sparkasse, 3.v.li.). Vertreten sind darin je zwei Arbeiten der Künstler:innen (v.li.) Thomas Autering, Eva Kürmann, Pia Bohr, Susanne Grytzka, Dieter Ziegenfeuter und Reimund Kasper. Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

„Grafik aus Dortmund“ – das ist schon Tradition. Seit 1977 gibt es diesen Wettbewerb und die neue Ausstellung und der mit ihr verbundene Kalender machen Spaß. 36 Künstler:innen präsentieren jeweils zwei Kunstwerke im Kulturort Depot, sechs von ihnen sind im Kalender vertreten. Wer also keine Originalgrafik kaufen will oder kann, der kann sich den Kalender gönnen und hat auch gleich ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Ein Wettbewerb zur Stärkung der lokalen Kunstszene

Zur Ausstellung erscheint auch ein Kalender. Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Wie in jedem Jahr konnten sich für „Grafik aus Dortmund“ nur Künstler:innen bewerben, die ihren Wohnsitz und Arbeitsschwerpunkt in Dortmund haben. Auch ein abgeschlossenes Studium an einer Kunsthochschule oder eine vergleichbare Ausbildung mit mehrjähriger Ausstellungspraxis war Bedingung.

Rund 100 Bewerbungen erreichten das Team aus Kulturbüro und Dortmunder Kunstverein. Dann wurde gesichtet. Vertreter:innen der Stadt und der Förderer sowie Rebekka Seubert und Linda Schroer vom Dortmunder Kunstverein, Prof. Tillmann Damrau vom Institut für Kunst der TU Dortmund, Regina Selter vom Museum Ostwall und Dr. Peter Schmieder vom Dortmunder Künstlerhaus bildeten die Jury und wählten die Künstler:innen für die Ausstellung und den Kalender 2023 aus.

Geheimnisvolle Botschaften treffen auf klare Linien

Die Mischung stimmt. Die Ausstellung bietet einen schönen Überblick über das, was Grafik ist und kann und die sechs Künstler:innen des Kalenders – drei Frauen, drei Männer – vertreten ganz unterschiedliche Ausdrucksformen und Techniken.

Thomas Autering zum Beispiel zeichnet klassisch mit schwarzem Grafit. Seine Serie „Botanischer Garten“ zeigt Pflanzen und Tiere – oder auch nicht. Denn der Schein trügt und gerade das Unbekannte im Bekannten interessiert den Künstler. Der Ausgangspunkt seiner Arbeit mag ein echtes Fundstück aus der Natur sein – doch durch das Zeichnen entsteht etwas ganz Neues, eher Abstraktes und es bleibt den Betrachter:innen überlassen, was sie darin (wieder)erkennen.

Auch Bestandteil des Kalenders: „Brücken verbinden“ von Eva Kürmann Dieter Schmidt für Nordstadtblogger.de

Die Siebdrucke von Eva Kürmann sind dagegen klar und wenig geheimnisvoll. Unter dem Titel „Brücken verbinden“ macht sie genau das. Sie verbindet Zahlen durch Linien zu Zeichnungen von Brücken. Ein wenig wie in Kindertagen, so einfach, wie doppelbödig. Was war zuerst? Die Linie oder die Zahl? Am Ende sind wir es, die im Bild nach Zahlen suchend, die Linien nachvollziehen und die Brückenverbindungen entstehen lassen.

Susanne Grytzka experimentiert mit Bleistift, Tusche und Kohle, spielt mit Zufällen und bleibt im Ungefähren. Pia Bohr dagegen zeichnet digital, hat Humor, ein Gefühl für Formen, nutzt Elemente des Comics und fordert das „Ende des Patriacharts“.

Richtet sich das vielleicht gegen die sportlichen Gestalten, die Künstlerkollege Reimund Kasper zum Kalender beigesteuert hat? Dick aufgetragen ist bei seinen Helden aber in erster Linie die Farbe. Letzter im Kalender-Bund ist Dieter Ziegenfeuter, der Fotos bearbeitet, verfremdet und collagiert, bis durch seine „Schichtungen“ ganz neue Welten entstehen. Jeweils zwei Blätter dieser Künstler:innen sind im Kalender vertreten – es dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Spannende Einblicke in Kunststile und Techniken

Die Medienecke mit Interviews und Filmen zu Drucktechniken Daniela Berglehn | Nordstadtblogger

Auch wer es nicht in den Kalender geschafft hat, trägt wesentlich dazu bei, dass hier eine unterhaltsame Ausstellung entstanden ist. Grafiken wie die von Michael Lach oder Ari Plikat machen Spaß, die imaginären Bergwelten von Benjamin Vogel sind faszinierend.

Und ganz nebenbei lässt sich auch noch etwas lernen. Wer möchte, kann sich in einer Ecke der Ausstellung Kurzfilme ansehen, die verschiedene Techniken und Druckverfahren erläutern. In Kooperation mit der Druckwerkstatt der TU Dortmund ist das durchaus anschaulich gemacht.

Und wer etwas mehr Zeit investiert, kann sich hier auch Interviews mit einzelnen Künstler:innen anhören und bekommt eine Idee von ihrer Arbeit und Motivation.

Kalender für alle, exklusiv zur Finissage am 27. November

Eröffnung der Ausstellung am 4. November 2022 Dortmund-Agentur / Roland Goreck

Die Ausstellung „Grafik aus Dortmund“ ist noch bis zum 27. November zu sehen. Dann ist um 16 Uhr die Finissage und hier besteht exklusiv die Möglichkeit den auf 150 Exemplare limitierten Kunst-Kalender zu erwerben.

Zum ersten Mal übrigens, denn in früheren Jahren gab es nur signierte VIP-Exemplare, die der Oberbürgermeister u.a. als Präsent aus Dortmund ins Kanzleramt schickte. Jetzt gibt es den Kalender also für alle, zum Preis von 45 Euro. Der Erlös wird dem „Malteser Herzensbus – aufsuchende Obdachlosenhilfe“ zu Gute kommen. Weihnachten kann kommen. Und Olaf Scholz? Der hat auch 2023 sicher wieder ein Exemplar unter dem Weihnachtsbaum.

Die Künstler:innen
In der Ausstellung mit je zwei Arbeiten vertreten sind: Ida Andrae, Thomas Autering, Taieb Ayat, Beate Bach, Simone Bannach, Marika Bergmann, Pia Bohr, Petra Eick, Achim Farys, Renate Frerich, Barbara Giesbert, Sabine Gorski, Susanne Grytzka, Sybille Hassinger, Thomas Hugo, Anne Jannick, Karin Jessen, Reimund Kasper, Bettina Köppeler, Peter Kröker, Eva Kürmann, Michael Lach, Sandra Lamzatis, Babette Martini, Ari Plikat, Rika Pütthoff-Glinka, Germaine Richter, Mathias Schubert, Annelie Sonntag, Claudia Terlunen, Bärbel Thier-Jaspert, Benjamin Vogel, Michael Wienand, Osman Xani, Dieter Ziegenfeuter, Eva Zimnoch.

Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist kostenlos zu den Öffnungszeiten des Depots zu sehen: Donnerstag/Freitag 17 bis 20 Uhr, Samstag/Sonntag 16 bis 19 Uhr, Montag bis Mittwoch geschlossen.

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  1. „Grafik aus Dortmund“ endet im Kulturort Depot – Finissage mit Waffeln, Kalenderverkauf und Tombola (PM)

    Am Sonntag, 27. November endet die Ausstellung „Grafik aus Dortmund“ im Kulturort Depot (Immermannstr. 29) – zum letzten Mal gibt es Gelegenheit, Arbeiten von 36 Künstler*innen anzuschauen, die sich um Aufnahme in den Grafik-Kalender der Stadt Dortmund beworben haben.

    Während der Finissage geht es weihnachtlich-festlich zu: Zwischen 16 und 19 Uhr warten Musik, Punsch und Waffeln auf die Besucher*innen – die ersten 50 bekommen eine Waffel gratis. Außerdem öffnet die Siebdruckwerkstatt für Groß und Klein.

    Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, kann den Grafikkalender 2023 für 45 Euro kaufen. Der Erlös sowie der Erlös einer Tombola geht an den „Malteser Herzensbus – aufsuchende Obdachlosenhilfe“. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.
    Im Grafikkalender vertreten sind je zwei Arbeiten der Dortmunder Künstler*innen Thomas Autering, Pia Bohr, Susanne Grytzka, Reimund Kasper, Eva Kürmann und Dieter Ziegenfeuter. grafik-aus-dortmund.de

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