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Das Integrationsnetzwerk „lokal willkommen“ soll weiter wachsen: Anlaufstelle für Innenstadt-West und -Ost

Viele BürgerInnen helfen, um die geflüchteten Menschen willkommen zu heißen. Foto: Alex Völkel

Das mehrfach ausgezeichnete Integrations-Netzwerk „lokal willkommen“ geht in die vorletzte Runde – nachdem die Außenstadtbezirke mit entsprechenden Tandem-Büros aus Stadtverwaltung und Wohlfahrts- bzw. Sozialverbänden versorgt wurden, soll in diesem Jahr noch die Innenstadt folgen. Im September soll der Rat die Eröffnung eines gemeinsamen Büros für die Innenstadt-Ost und West beschließen. Später soll dann noch das Büro für die Nordstadt erfolgen. Doch das stellt die Stadt Dortmund vor größere organisatorische Herausforderungen. 

Erfolgreiches Pilotprojekt wurde flächendeckend in Dortmund „ausgerollt“

Mit dem Büro von „lokal willkommen“ für Brackel und Aplerbeck ging die Arbeit 2016 los.

9700 Flüchtlinge leben aktuell in Dortmund, nur noch 500 von ihnen in Übergangseinrichtungen. „Dort hatten die Menschen jederzeit Ansprechpartner, was sich nach einem Umzug in eine eigene Wohnung ändert“, erinnert Sozialdezernentin Birgit Zoerner an die Idee der dezentralen Anlaufstellen. 

Nach dem massiven Drängen auch der Ehrenamtlichen und der Wohlfahrtsverbände hatte die Stadt 2016 begonnen, eine entsprechende Struktur aufzubauen, die beim eigentlichen Ankommen in der Stadtgesellschaft helfen soll.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den „Lokal Willkommen“-Büros begleiten und unterstützen Menschen nach dem Auszug aus der Übergangseinrichtung beim Start in einer eigenen Wohnung und in der neuen Umgebung. 

Das Projekt „lokal willkommen“ war 2016 als Pilot in Brackel/Aplerbeck gestartet und gleich sehr erfolgreich. Zwei Jahre später folgten Standorte in Mengede/Huckarde und Hörde/Hombruch, Anfang dieses Jahres eröffneten weitere „lokal willkommen“-Standorte für Eving/Scharnhorst sowie Lütgendortmund. 

Nun beginnen noch in der Sommerpause die Vorbereitungen für die Innenstadt-West und -Ost. Die beiden Bezirksbürgermeister haben ihre Zustimmung bereits ausgesprochen. Ein entsprechender Beschluss des Verwaltungsvorstands geht nach der Sommerpause zur Entscheidung in die politischen Gremien.

Das „Projekt Ankommen e.V.“ soll mit der Stadt das neue Büro betreiben

In der Übergangseinrichtung Adlerstraße begann die Welle der Hilfsbereitschaft für Geflüchtete – hier entstand auch das „Projekt Ankommen“.

An der Umsetzung vor Ort beteiligt sind die Bezirksvertretungen und die aus der Flüchtlingshilfe bekannten Akteure der Runden Tische. Kooperationspartner für die Innenstadt West und Ost wird das „Projekt Ankommen e.V.“. 

Der Verein entstand aus der ehrenamtlichen Arbeit in der Übergangseinrichtung Adlerstraße und gründete sich im April 2015 mit dem Ziel, Flüchtlingen nach dem Auszug aus der städtischen Flüchtlingsunterkunft in eigene Wohnungen zu helfen, sich in ihrer neuen Stadt zurecht zu finden, sich einzuleben und zu integrieren.

Für viele Flüchtlinge ist der Auszug aus der Übergangseinrichtung in eine eigene Wohnung ein wichtiger Meilenstein bei der Integration in unsere Gesellschaft. In der neuen Umgebung zurecht zu kommen, ist allerdings eine große Herausforderung. 

Nötig ist daher eine Begleitung, die auf Alltagsfragen eingeht und die Neu-Dortmunderinnen und -Dortmunder beim Ankommen unterstützt. Ein Netzwerk aus haupt- und ehrenamtlich Tätigen soll an bestehende Unterstützungsstrukturen andocken, Lücken erkennen und schließen.

Über 1000 Haushalte haben bereits Rat und Hilfe von „Lokal Willkommen“ erhalten

„Die Mitarbeitenden von „lokal willkommen“ haben an den bereits bestehenden Standorten inzwischen rund 3800 Beratungs- und Hilfsanfragen aus über 1000 Haushalten bearbeitet“, berichtet Sozialdezernentin Birgit Zoerner und ergänzt: „Das ist sehr gut investierte Zeit. Denn so konnten individuelle Integrationshemmnisse gemeinsam identifiziert und konkrete Schritte zur Lösung der Probleme vereinbart werden“.

Sozialdezernentin Birgit Zoerner. Fotos: Alex Völkel

Wann das letzte Büro in der Nordstadt eröffnen – und vor allem mit welcher Konzeption – ist noch nicht absehbar. „Konzeptionell  müssen wir das weiter denken, weil es schon viele Angebote gibt und sehen, wie man das zusammenfügt, damit eine gute Struktur dabei rauskommt“, fasst Zoerner die Herausforderung zusammen.

Auf der Abschlusskonferenz im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im vergangenen Juli in Berlin gehörte die Stadt Dortmund mit dem Integrationsnetzwerk „lokal willkommen“ zu den Preisträgern des Bundeswettbewerbs „Zusammenleben Hand in Hand – Kommunen gestalten“. 

Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde in der Kategorie „Hervorragende strategische Aktivitäten“ verliehen. Das Innenministerium würdigte in seiner Begründung ausdrücklich den „tragfähigen konzeptionellen Ansatz, der sich sowohl in der Ausgangsanalyse und der Zieldefinition als auch in der Einbindung in die grundlegenden Integrationsziele der Stadt widerspiegelt“.

Insgesamt, hieß es, überzeuge das Projekt „durch seine konzeptionellen Stärken und die quartiersbezogene Netzwerk- und Integrationsarbeit. Es bietet sowohl den Zugewanderten als auch der lokalen Bevölkerung einen wohnortnahen und niedrigschwelligen Anlaufpunkt, vernetzt Akteure und Angebote und unterstützt dabei, Angebotslücken zu identifizieren und zu schließen.“

 

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