Nordstadtblogger

„Dortmund steht auf“: Eine Woche lang gibt es ein vielfältiges Programm gegen Rassismus und Diskriminierung

Protest gegen den Neonaziaufmarsch

Der 21. März ist der von den Vereinten Nationen ausgerufene „Internationale Tag für die Beseitigung rassistischer Diskriminierungen“. Er erinnert an ein Ereignis, bei dem die südafrikanische Polizei 1960 auf friedliche Demonstranten schoss und 69 von ihnen tötete. 

Rund um diesen Tag organisiert der Interkulturelle Rat in Deutschland seit 1994 unterschiedlichste Aktionen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus. Dortmund ist 2014 dabei und präsentiert vom 14. bis 21. März 2014 unter dem Motto ‚Wir stehen auf!’ eine Reihe von politischen, informativen und unterhaltsamen Veranstaltungen, die ein Zeichen gegen Rassismus und für die Achtung der Menschenrechte setzen.

OB Ullrich Sierau ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen: „Ich bin stolz darauf, dass Dortmund im Jahr 2014 bundesweit eine wichtige Rolle bei den ‚Wir stehen auf!’-Aktionen spielt. Dass sich Aufstehen lohnt, haben unsere Erfahrungen im Kampf gegen rechtsextreme Strukturen immer wieder belegt.“

15 Veranstaltungen im Stadtgebiet geplant – viele Organisationen machen mit

1.Mai-Demo des DGB für soziale Gerechtigkeit und gegen Rechtsextremismus in Dortmund. Foto: Alex Völkel

Eine Vielzahl von Organisationen machen bei der Aktionswoche gegen Rechtsextremismus mit.

Der AK Christen gegen Rechtsextremismus, der AWO-UB, das Behindertenpolitische Netzwerk, das Bündnis gegen Rechts, Bunt statt braun Brackel, der BVB die Chorakademie am Konzerthaus Dortmund, das Clearinghaus Eving, die DGB Region Dortmund-Hellweg, der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus, die Ev. Christus-Kirchengemeinde, der Flüchtlingsrat NRW, die Heinrich Böll-Gesamtschule, die IG Metall Region Hörde, die Integrationsagenturen NRW, der Jugendring , die Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, die Projektgruppe 3.3, die Stadtkirche St. Reinoldi und die TU sind dabei.

Hartmut Anders-Hoepgen, der Sonderbeauftragte des Oberbürgermeisters, findet das Engagement großartig: „Dass so viele Organisationen mitmachen zeigt, wie breit unser Netzwerk in Dortmund inzwischen aufgestellt ist. Ich bedanke mich bei allen, die bereits jetzt gemeinsam gegen Rassismus und für die Menschenrechte aufgestanden sind und bei allen, die dies auch künftig tun.“

Startschuss mit Fotoausstellung im Rathaus und Lesung in der AGNRW

Start ist am Freitag, 14. März, um 11 Uhr mit der Eröffnung einer studentischen Fotoausstellung im Rathaus. Sie wird während der gesamten Woche zu sehen sein und trägt den Titel  „Denkst du Schwarz-Weiß? Kunst schafft bunte Vielfalt!“.

Um 19 Uhr findet in der Auslandsgesellschaft an der Steinstraße eine Lesung mit Tirzah Haase statt. Sie liest aus dem zweiten Band von Ken Folletts  Jahrhundertsaga  „Winter der Welt“, der mit der NS-Diktatur beginnt. Dr. Stefan Mühlhofer, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, sorgt für die historische Einordnung von Realität und Roman.

Am Samstag, 15. März, stehen zwei Aktionen auf dem Programmzettel: Um 15.30 Uhr wird Borussia Dortmund vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach im Signal-Iduna-Park per Videobotschaft dazu aufrufen, aufzustehen und sich gegen jede Form von Rassismus einzusetzen.

Antirassismus-Konzert mit Esther Bejarano in der Reinoldikirche

Das Konzert von Esther Bejarano und der Microphone Mafia findet in der Reinoldikirche statt.

Das Konzert von Esther Bejarano und der Microphone Mafia findet in der Reinoldikirche statt. Foto: privat

Ab 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr, sind Esther Bejarano und die ‚Microphone Mafia’ in der Reinoldikirche zu Gast. Es ist jetzt drei Jahre her, seit dem die Familie Bejarano und die Microphone Mafia sich auf den Weg gemacht haben ein einzigartiges musikalisches Projekt ins Leben zu rufen, das es Menschen aller Religionen, jeden Alters und Geschlechts, Menschen jeder Hautfarbe und aus allen musikalischen Genres erlaubt, gleichberechtigt miteinander zu arbeiten.

Aus diesem Projekt hat sich eine musikalisch und menschlich verschworene Einheit entwickelt, die es immer wieder schafft, ihr Publikum in den Bann zu ziehen. Drei Generationen, die ihre kulturellen, menschlichen, musikalischen und persönlichen Ansichten und Gedanken verschmelzen lassen und den Zuhörern und Zuschauern ihre Sicht von Leben präsentieren.

Eine Fahrradtour zu Orten des Schreckens und zu Orten, die Mut machen und zeigen, dass Dortmund eine vielfältige und demokratische Stadt ist, steht am Sonntag, 16. März, auf dem Programm. Start ist um 13 Uhr an der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache. Streckenlänge: zirka 20 km.

Kinderoper ‚Brundibár’ in der Bürgerhalle zu hören

Um 20 Uhr wird in der Bürgerhalle des Rathauses ‚Brundibár’, eine Oper von Hans Krása für Kinder ab acht Jahren aufgeführt. Der Eintrittspreis zu diesem Musiktheaterprojekt der Chorakademie am Konzerthaus Dortmund, an dem auch der Opern-Kinderchor und ein Kammerorchester mitwirken, beträgt im Vorverkauf zehn Euro, an der Abendkasse zwölf Euro. Karten im Vorverkauf gibt es bei Dortmund-Tourismus gegenüber des Hauptbahnhofes.

‚Brundibár’ ist das tschechische Wort für ‚Hummel’ und heißt im übertragenen Sinne so etwas wie Miesepeter oder Brummbär. ‚Brundibár` ist die Hauptfigur in Hans Krásas 1938 komponierter Kinderoper. Die Erstaufführung fand am 23. September 1943 in Theresienstadt statt, als die Oper von den Kindern des ‚Ghettos’ Theresienstadt aufgeführt wurde. Über 50 weitere Vorstellungen folgten, und viele Kinder spielten die Rollen, denn immer wieder verließen Darsteller Theresienstadt auf Transporten mit unbekanntem Ziel. Sie kamen in ein Konzentrationslager, die meisten nach Auschwitz, und nur wenige von ihnen haben es lebend wieder verlassen.

So geht es in ‚Brundibár’ um weit mehr als nur um die vordergründige Handlung der Oper: das eigentliche Thema des Stückes ist die Verlassenheit des einzelnen Menschen in einer Gewaltherrschaft, die Kraft der Freundschaft und die Zusammenhalt stiftende Energie von Musik und Theater.

Filmpremiere im Fritz-Henßler-Haus – Dreharbeiten in der Nordstadt

Jugendring - Filmprojekt Asylrecht - Menschenrechte - Zivilcourage

Beim Filmdreh: Die „Flüchtlinge“ Sangeeth (18) und Santhosh (17) mit dem „Abschiebebeamten“ Bernd Weber.

Ein interaktiver Kurzfilm zum Thema Grundrecht auf Asyl wird am Montag, 17. März, um 18 Uhr im Fritz-Henßler-Haus Geschwister-Scholl-Straße 33 – 37 präsentiert. Der Titel: ‚Menschenrechte verteidigen – Zivilcourage zeigen!’.  OB Ullrich Sierau wird im Rahmen der Veranstaltung neue Botschafterinnen und Botschafter der Erinnerung ernennen.

‚Wem nützt ein NPD-Verbot?’: Diese Frage stellt am Dienstag, 18. März, Prof. Dr. Dierk Borstel von der Fachhochschule Dortmund. In seinem Vortrag beleuchtet er Chancen und Risiken eines Parteiverbots aus Dortmunder Sicht. Beginn: 19 Uhr. Ort: Reinoldinum am Schwanenwall 34. Prof. Borstel ist Rechtsextremismus-Experte und zudem Teilgutachter im laufenden Verbotsverfahren des Bundesrates.

„Was tun gegen Rechts?“ heißt  eine Veranstaltung der DGB-Jugend am  19. März um 18 Uhr in der AWO-Begegnungsstätte an der Wellinghofer Amtsstraße 23. Aus ihrem Projekt „90-Minuten-gegen-Rechts“ stellen die Jugendlichen Ausschnitte aus dem Modul „Rechte Szene in Dortmund“ vor. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

 Hausrecht: Neonazis dürfen nicht zu den Veranstaltungen

Alle Veranstalter behalten es sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der jeweiligen Veranstaltung auszuschließen.

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2 Gedanken über “„Dortmund steht auf“: Eine Woche lang gibt es ein vielfältiges Programm gegen Rassismus und Diskriminierung

  1. nordstadtblogger

    Kinderoper Brundibár im Rathaus fällt aus

    Die für kommenden Sonntag, 16. März, 20 Uhr, angekündigte Kinderoper im Dortmunder Rathaus im Rahmen der Aktionswoche „Wir stehen auf!“ ist aus Krankheitsgründen abgesagt worden.

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