
Fridays for Future Dortmund ruft für Freitag, 12. Juni 2026, unter dem Motto „AUTO-FREI-TAG 2.0 – besser als die Polizei erlaubt“ zu einer Fahrraddemonstration durch Dortmund auf. Start ist um 18 Uhr am Friedensplatz. Die Route führt über einen längeren Abschnitt der B1, die B236 und durch den Tunnel Wambel sowie rund um den Wall. Mit der Aktion möchte die Klimabewegung auf die aus ihrer Sicht ungleiche Verteilung von Platz, finanziellen Mitteln und politischer Priorität zwischen Auto- und Radverkehr aufmerksam machen.
Route durch Tunnel Wambel war im Vorjahr noch untersagt
Hintergrund des Demomottos „AUTO-FREI-TAG 2.0 – besser als die Polizei erlaubt“ ist eine Auseinandersetzung um die Fahrraddemonstration von Fridays for Future Dortmund im vergangenen Jahr. Damals hatte die Polizei Dortmund die Fahrt durch den Tunnel Wambel untersagt.
Dagegen reichte die Klimabewegung Klage ein. Das Oberverwaltungsgericht NRW hat daraufhin wenige Stunden vor Beginn der Versammlung die Auflage der Polizei für rechtswidrig erklärt (Az.: 15 B 587/25).
„Der Tunnel Wambel ist eigentlich Dortmunds bester Fahrradweg: Er ist überdacht, durchgehend beleuchtet, kreuzungsfrei, wettergeschützt und wurde vor wenigen Jahren für über 8 Millionen Euro saniert. Leider gibt es einen kleinen Planungsfehler: Der Tunnel wird ständig von Autos blockiert – dieses Problem lösen wir für einen Nachmittag gerne. Für sichere Radwege ist oft kein Platz oder kein Geld verfügbar, gleichzeitig frisst sich die mehrspurig ausgebaute Autoinfrastruktur durch unsere Städte. Diese Prioritätensetzung muss sich ändern!“, sagt Malik Pätzold von Fridays for Future Dortmund.
Klimabewegung kritisiert Verteilung von Platz und Investitionen
Mit der Aktion macht Fridays for Future Dortmund auf die ungleiche Verteilung von Platz, Geld und politischer Priorität zwischen Auto- und Radverkehr aufmerksam. Während für den Autoverkehr mehrspurige Trassen, Tunnel, Brücken und teure Sanierungen selbstverständlich sind, wird sichere Radinfrastruktur in Dortmund nur zögerlich und mit geringer Priorität ausgebaut. Genau diesen Widerspruch will die Klimabewegung sichtbar machen, indem sie Infrastruktur nutzt, die sonst überwiegend dem Autoverkehr vorbehalten ist.

Fridays for Future kritisiert zudem, dass Autofahren in Dortmund weiterhin einen großen Teil des öffentlichen Raums beansprucht, während Folgen wie Lärm, Abgase und Klimaschäden von der Allgemeinheit getragen werden. Die Aktivist:innen fordern deshalb weniger Autoverkehr in der Stadt, deutlich höhere Parkgebühren, den Rückbau überdimensionierter Autoinfrastruktur, konsequente Tempo-30-Regelungen im Stadtgebiet sowie eine autofreie Innenstadt.
Parkplätze sollen nach Vorstellung der Klimabewegung nicht länger als kostenloses Grundrecht behandelt werden, sondern als wertvoller öffentlicher Raum. Dieser könne stattdessen auch für Radwege, Bäume, Aufenthaltsflächen, Busspuren oder sichere Kreuzungen genutzt werden.
Fridays for Future fordert weniger Autoverkehr in Dortmund
„Wer in der Stadt unbedingt mit zwei Tonnen Blech zum Bäcker fahren möchte, muss für diese Bequemlichkeit endlich einen ehrlichen Preis bezahlen. Dortmund sollte weniger Politik für SUVs machen, sondern stattdessen für Kinder, Fußgängerinnen, Radfahrerinnen und den ÖPNV. Wer ständig Freiheit ruft, aber damit nur kostenlose Parkplätze meint, verwechselt Mobilität mit Hubraum-Enthusiasmus. Unser Anspruch ist einfach: Wenn Dortmund Platz für mehrspurige Bundesstraßen in der Stadt hat, dann hat Dortmund auch Platz für sichere Radwege“, kommentiert Malik Pätzold.

Die Zwischenkundgebung auf der B236 im Kreuz Brackel soll den Konflikt aus Sicht der Klimabewegung besonders deutlich machen. Dort will Fridays for Future zeigen, wie viel Fläche in Dortmund vom Autoverkehr eingenommen wird und wie wenig Raum Menschen zur Verfügung steht, die zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem ÖPNV unterwegs sind. Während für Autos großflächige Infrastruktur aus Asphalt, Beton und Rampen bereitsteht, müssen sich Radfahrer:innen häufig mit Schutzstreifen, Umwegen und unsicheren Kreuzungen begnügen.
Die Fahrraddemonstration startet am 12. Juni 2026 um 18 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Friedensplatz. Die Route führt anschließend über den Südwall, die Ruhrallee und die B1 zur B236 und weiter durch den Tunnel Wambel. Hinter dem Tunnel ist im Kreuz Brackel auf der Brücke über der Brackeler Straße eine Zwischenkundgebung mit mehreren Redebeiträgen geplant. Danach verläuft die Strecke über die Brackeler Straße, den Borsigplatz, die Mallinckrodtstraße und die Schützenstraße, führt zweimal um den Wallring und endet schließlich auf dem Platz der Deutschen Einheit.

