Hollywood-Klänge zum Auftakt – die Cityring-Konzerte gehen mit Rock und Mozart weiter

Stimmungsvoller Abend voller großer Kinomomente auf dem Friedensplatz

Blick auf den gut besuchten Friedensplatz
Tausende Menschen genossen den sommerlichen Konzertabend mit Filmmusik auf dem Friedensplatz.. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Mit der legendären Fanfare der 20th Century Fox eröffneten die Dortmunder Philharmoniker am Freitagabend die Cityring-Konzerte 2026 auf dem Friedensplatz – und schufen vom ersten Ton an echtes Hollywood-Gefühl. Über dem Platz spannte sich zunächst ein strahlend blauer Sommerhimmel, der sich während des Konzerts in die Blaue Stunde und schließlich in einen lauen Sommerabend verwandelte. Zwar blieben noch einige Plätze frei, dennoch genossen zahlreiche Besucher:innen die besondere Atmosphäre mitten in der Dortmunder Innenstadt.

Von Superman bis Wonder Woman: Eine vielseitige Dirigentin

Unter der Leitung von Olivia Lee-Gundermann spannten die Dortmunder Philharmoniker einen musikalischen Bogen von den Anfängen der Hollywood-Filmmusik bis zu modernen Blockbustern.

Unter der Leitung von Olivia Lee-Gundermann spannten die Dortmunder Philharmoniker einen musikalischen Bogen von den Anfängen der Hollywood-Filmmusik bis zu modernen Blockbustern. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Auf dem Programm standen unter anderem Werke von Erich Wolfgang Korngold, John Williams, Hans Zimmer, Howard Shore, James Horner und Alexandre Desplat. Zu hören waren Melodien aus „Robin Hood“, „Der mit dem Wolf tanzt“, „Der Herr der Ringe“, „Hook“, „Superman“, „Wonder Woman“, „Apollo 13“, „Highlander“, „Pearl Harbor“, „Rogue One“, „Star Trek“, „Harry Potter“ und „Indiana Jones“.

Für zusätzliche Unterhaltung sorgte die Dirigentin selbst. Passend zu den jeweiligen Musikstücken wechselte Olivia Lee-Gundermann mehrfach ihr Outfit. Sie trat unter anderem als Superman und als Wonder Woman auf die Bühne.

Olivia Lee-Gundermann erwies sich auch vom Outfit her aus vielseitig – hier als Superman. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Zur Zugabe erschien sie schließlich mit Dreispitz und Dreadlocks als Captain Jack Sparrow – sehr zur Freude des Publikums. Moderatorin Vivian Perkovic führte mit Hintergrundinformationen und kleinen Anekdoten durch den Abend.

Die Musik begeisterte mit großer Klangfülle und vielen Gänsehautmomenten. Allerdings behandelten etliche Besucher:innen das Konzert eher wie den Feierabendmarkt.

Während der musikalischen Höhepunkte wurde vielerorts angeregt geplaudert, sodass sich zahlreiche Gespräche wie ein dauerhafter Klangteppich über die Musik legten. Das sorgte bei Gästen, die das Konzert aufmerksam verfolgen wollten, immer wieder für sichtbaren Unmut.

Musik soll Menschen verbinden und die Dortmunder Philharmoniker in die Stadt bringen

Schon vor Konzertbeginn betonte Oberbürgermeister Alexander Kalouti die Bedeutung der Cityring-Konzerte für Dortmund. Musik verbinde Menschen unabhängig von Herkunft, Alter oder Meinung und schaffe gemeinsame Erlebnisse. Genau dafür stehe die Konzertreihe, die seit zehn Jahren den Friedensplatz in eine große Open-Air-Bühne verwandele.

OB Alexander Kalouti, Cityring-Vorsitzender Torben Seifert und Konzertinitiator Dirk Rutenhofer (v.r.). Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Cityring-Vorsitzender Torben Seifert freute sich über den gelungenen Auftakt bei bestem Sommerwetter und lud die Besucher:innen zugleich zu den weiteren Veranstaltungen am Wochenende ein.

Initiator Dirk Rutenhofer hob besonders das Familienkonzert hervor. Benjamin Brittens „Young Person’s Guide to the Orchestra“ erkläre Kindern und Erwachsenen auf unterhaltsame Weise die Instrumente eines Sinfonieorchesters. Das Konzert sei inzwischen ausverkauft, dennoch lohne sich wegen des Rahmenprogramms ein Besuch auf dem Friedensplatz. Als das Trio mit zu langen Grußworten durch war, freute sich das Publikum auf die Musik.

Jordan de Souza ist seit der Spielzeit 2025/2026 Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker – mit Moderatorin Vivian Perkovic. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Doch auch zwischendurch gab es immer wieder kleine Talks: Generalmusikdirektor Jordan de Souza sieht die Philharmoniker als Orchester für die ganze Stadt. „Was ich hier getroffen habe, sind warme Menschen, voller Leidenschaft und voller Überraschungen. So soll auch unser Orchester klingen“, sagte er im Gespräch mit Moderatorin Vivian Perkovic.

Deshalb wollten die Dortmunder Philharmoniker nicht nur im Opern- oder Konzerthaus spielen, sondern ihre Musik mit Formaten wie den Cityring-Konzerten oder den Tiny-Music-House-Konzerten direkt zu den Menschen bringen.

Filmmusik besitze dabei eine besondere Kraft. Sie verbinde Erinnerungen und Emotionen wie kaum ein anderes Genre. Viele Menschen hätten ihre erste Begegnung mit großer Orchestermusik im Kino erlebt. Live unter freiem Himmel entfalte diese Musik eine ganz eigene Wirkung und lasse bei jedem Zuhörer Bilder im Kopf entstehen.

Symphonic Rock und Mozart beschließen das Konzertwochenende auf dem Friedensplatz

Weiter geht es am Samstag, 11. Juli, um 20 Uhr mit „Symphonic Rock“. Unter der Leitung von Koji Ishizaka treffen Rockklassiker wie „Bohemian Rhapsody“, „The Final Countdown“, Titel von Phil Collins oder Herbert Grönemeyer auf den Klang der Dortmunder Philharmoniker. Als Solist:innen stehen Viviane Essig und Musicalstar Gonzalo Campos López auf der Bühne. Für den Konzertabend sind noch Karten erhältlich.

Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Der Sonntag beginnt mit dem bereits ausverkauften Familienkonzert „Wenn Töne fliegen lernen! Britten’s Young Person’s Guide to the Orchestra“. Neben dem Konzert laden die Dortmunder Philharmoniker und Generalmusikdirektor Jordan de Souza zu einem bunten Rahmenprogramm mit Mitmachaktionen auf dem Friedensplatz ein.

Den Abschluss der Cityring-Konzerte bildet am Sonntag ab 19 Uhr die Operngala „The Magic of Mozart“. Gemeinsam mit den Dortmunder Philharmonikern präsentieren Jordan de Souza, Opernintendant Heribert Germeshausen sowie Anna Sohn, Sungho Kim und weitere Solist:innen des Opernensembles Höhepunkte aus Mozarts bekanntesten Opern – von der „Entführung aus dem Serail“ bis zur „Zauberflöte“. Für die Operngala sind ebenfalls noch Tickets erhältlich.


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