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„Willkommen Europa“ : Wohlfahrtsverbände eröffnen Anlaufstelle für Zuwanderer aus Europa in der Nordstadt

14 muttersprachliche Mitarbeiter werden sich in der Beratungsstelle "Willkommen Europa" um Neuzuwanderer kümmern.

Großer Bahnhof zur Eröffnung für die Beratungsstelle „Willkommen Europa“.

„Europa ist nicht nur Rosinenpickerei. Uns sind alle Menschen willkommen, nicht nur gesuchte Facharbeiter“, betont Christoph Gehrmann von der Caritas. „Wir haben in Deutschland noch an unserer Willkommenskultur zu arbeiten.“ Genau daran will die neue Beratungsstelle in der Bornstraße 64 anknüpfen: „Willkommen Europa“ – so lautet das Motto der ökumenischen Anlaufstelle für Armutszuwanderer aus der Europäischen Union.

Drei Träger und drei Fördertöpfe für eine Beratungsstelle in der Nordstadt

Die Beratungsstelle "Willkommen Europa" in der Bornstraße 64 ist nun offiziell geöffnet.

Die Beratungsstelle „Willkommen Europa“ in der Bornstraße 64 ist nun offiziell geöffnet.

Der Caritasverband Dortmund e. V., das Diakonische Werk Dortmund und Lünen gGmbH und die GrünBau gGmbH aus der Dortmunder Nordstadt betreiben diese Anlaufstelle in der Nordstadt gemeinsam. Seit dem EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien im Jahr 2007 gibt es viele Zuwanderer aus diesen Ländern, die ihre prekären Lebensverhältnisse verlassen haben und sich in Dortmund ein besseres Leben erhoffen.

„Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen.“

Parallelen zu den Gastarbeitern der 60er Jahre mochte Anne Rabenschlag erkennen und zitierte Max Frisch: „Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen.“ Die Probleme dieser Menschen sind inzwischen bekannt: Viele kommen ohne Schul- und Berufsausbildung, haben keine Krankenversicherung und hier in den meisten Fällen keinen Anspruch auf Sozialleistungen.

Sie landen oft in Ausbeutungsstrukturen, was die Anmietung von Wohnraum oder Arbeitsmöglichkeiten betrifft. Zudem wird durch die Wohnsituation in den „Problemhäusern“ die gesamte Nachbarschaft belastet. „Das pralle bunte Leben kommt auf uns zu und wir haben als Antwort supertolle Formen der Zusammenarbeit entwickelt“, so Rabenschlag.

14 muttersprachliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

14 muttersprachliche Mitarbeiter werden sich in der Beratungsstelle "Willkommen Europa" um Neuzuwanderer kümmern.

14 muttersprachliche Mitarbeiter werden sich um Neuzuwanderer kümmern.

Hier setzen die Verbände mit ihrer Arbeit an: Von der Anlaufstelle aus, die täglich für Ratsuchende geöffnet sein wird, suchen rund zehn muttersprachliche Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter die Menschen in der Nordstadt auf und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Es geht um alle Fragen der Integration, vom Erlernen der deutschen Sprache über die Eingliederung in Ausbildung und Arbeit und die Begleitung von Familien mit Kindern. Gleichzeitig sollen im Zusammenleben im Stadtteil Vorurteile abgebaut und die gegenseitige Akzeptanz verbessert werden.

In der Anlaufstelle arbeiten  insgesamt 14 muttersprachliche Mitarbeitende in drei inhaltlich unterschiedlich ausgerichteten Teams. Es geht um verschiedene Themenfelder: Das größte Team ist das „Team Arbeit“.Aber auch bestehende Projekte wie „Schritt-Weise“ von der Diakonie, bei der muttersprachliche Familienbegleiterinnen sich um alle Fragen und Probleme kümmern, wurde integriert. „Die erfolgreiche Arbeit erfährt dadurch eine Verstetigung“, freut sich Rabenschlag. Ebenfalls integriert ist das Projekt „Start-Hilfe“ der Caritas.

Chance auf gesellschaftliche Teilhabe, Arbeit und soziale Integration

Die Gruppe "Romanescu" sorgte für die musikalische Umrahmung.

Die Gruppe „Romanescu“ sorgte für die musikalische Umrahmung.

„Wir brauchen keine Sonderwege beschreiten. Die Nordstadt war schon immer ein Integrationsstadtteil“, verdeutlicht Andreas Koch von Grünbau. Ziel soll es einfach sein, den Neubürgerinnen und Neubürgern die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe und Arbeit sowie soziale Integration und Inklusion zu geben. „Sie wollen das gleiche Willkommen erfahren wie wir Deutschen, wenn wir ins Ausland fahren.“

Sozialdezernentin Birgit Zoerner würdigte das gute Miteinander der unterschiedlichen Träger: Sie hätten Durchhaltewillen gezeigt, schließlich habe es zwei Jahre gedauert, drei unterschiedliche Träger und drei unterschiedliche Fördertöpfe unter einen Hut zu bekommen. „Aber es soll ja auch Projekte in Dortmund geben, die 40 Jahre gebraucht haben – wie so manche Turnhalle. Insofern sind wir ja noch fix gewesen“, sagte Zoerner unter dem Beifall der zahlreichen Ehrengäste der Eröffnung. „Alle haben zusammen durchgehalten – wir können zufrieden sein, zumal am Ende ein gutes Ergebnis steht.“

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