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Rundgang durch Alt-Scharnhorst: Vom Zechenstandort zum grünen Quartier – Einladung auf die „Plauderbänke“

Werner Trösken vom Geschichtskreis Scharnhorst führte den Rundgang an. Fotos: Susanne Schulte

Werner Trösken vom Geschichtskreis Scharnhorst führte den Rundgang an. Fotos: Susanne Schulte

Es gibt Ecken in Alt-Scharnhorst, die sind selbst dort Wohnenden unbekannt. Die Teilnehmer*innen der geführten Tour durch den Ort, die vor dem Taubenhaus an der Friedrich-Hölscher-Straße startete, gehören jetzt zu den Personen, die auch diese Ecken kennen. Organisiert wurde das Programm durch das Programm „Begegnung VorOrt“ in Scharnhorst. Dazu gehört auch das Angebot „Plauderbänke“ – am Donnerstag gibt es das nächste Angebot.

 Autor von „Scharnhorst – Eine Reise von der Urzeit zur Neuzeit“ macht die Führung

Werner Trösken vom Geschichtskreis Scharnhorst war für diesen Rundgang, den er für „Begegnung VorOrt“ führte, der richtige Mann.

Er, der maßgeblich an dem Buch „Stadtbezirk Scharnhorst – Eine Reise von der Urzeit zur Neuzeit“ mitwirkte, wusste vieles über die Zeche Scharnhorst zu erzählen, über die Folgen des Baus der B 236, über die einstige Grenze zwischen der Grafschaft Mark und der Grafschaft Dortmund und über die neuen Spazierwege, die entlang des Kirchderner Grabens bis zur Flughafenstraße führen.

Was die 18 Frauen und Männer, die trotz des dräuenden Regens zum Start gekommen waren, vor allem beeindruckte, war das viele Grün. So führte Trösken die Gruppe gleich entlang am ehemaligen Zechengelände zum Wambeler Holz, eine Platanenalle, die einst die Zufahrt zur Zeche war.

Dann ging’s, vorbei am ehemaligen Obersteigerhaus, durch einen Trampelpfad zwischen Büschen und Wiesen zur Straße Am Holzgraben, wo heute noch eine der drei Häuserzeilen steht, die damals, ab 1902, für Bergleute und deren Familien von der Harpener Bergbau AG nach englischen Vorbild gebaut wurden und die heute in Privateigentum der Bewohner*innen sind. „D-Zug“ taufte der Volksmund diese Gebäudereihen.

Kenner führt die Gruppe an die ehemalige Grenze der Grafschaft Dortmund zur Grafschaft Mark

Gegenüber der Häuser finden sich große Schrebergärten, zu jedem Haus gehört ein Garten. Den Bergwerksgesellschaften sei es wichtig gewesen, dass sich die Bergleute selbst versorgen konnten. Teilweise bis zu 3500 Mann hätten auf der Zeche Scharnhorst gearbeitet, erzählte Trösken.

Nach der Überquerung der B 236, die Alt-Scharnhorst in zwei Teile zerlegt, sah man auf der anderen Seite der Schnellstraße den zweiten übriggebliebenen D-Zug und an der Rüschenstraße den ehemaligen Standort der katholischen Kirche St. Immaculata, wo heute ein Einfamilienhaus zu sehen ist.

Wieder auf der östlichen Seite der B 236 blickten die Tour-Teilnehmer*innen die Zechen-Gedenktafel genau an, die an der alten Mauer hängt: Diese Tafel wird von Werner Trösken regelmäßig gereinigt.

Durch einen Wald aus Birken und Buchen, Eichen und Ahorn führte der Scharnhorst-Kenner die Gruppe an die ehemalige Grenze der Grafschaft Dortmund zur Grafschaft Mark. Die verlief hinter den Häusern an der Friedrich-Hölscher-Straße.

Ein Fußweg bringt die Spaziergänger*innen von der evangelischen Auferstehungskirche zum Erlenbach und in die Siedlung Grunewald. Auch hier wohnten einst hunderte von Bergleuten mit großen Gärten und Ställen rund ums Haus.

Nach zweieinhalb Stunden wieder am Startpunkt angekommen, äußerten sich die Frauen und Männer, ehemalige und zugezogene Scharnhorster*innen gleichermaßen, begeistert über den Rundgang. Eine gebürtige Scharnhorsterin will auf jeden Fall noch einmal mit Kindern und Enkeln den Weg gehen, der auch an ihrem Geburtsort vorbeiführt.

Gespräche auf der Plauderbank nach dem Markteinkauf in Scharnhorst am Donnerstag

Gertrud Löcken-Mehring vom Seniorenbeirat bittet zum Gespräch auf die „Plauderbank“.

Gertrud Löcken-Mehring vom Seniorenbeirat bittet zum Gespräch auf die „Plauderbank“.

Bereits in dieser Woche gibt es das nächste Angebot der AWO im Rahmen von „Begegnung vorOrt“: Auf die Plauderbank laden das Projekt und der Seniorenbeirat für Donnerstag, 22. Juli, ein. Die blauen Möbel werden um 10.30 Uhr aufgeklappt und stehen für anderthalb Stunden neben dem Wochenmarkt in Scharnhorst.

Geredet werden soll über alles: Freizeit und Verkehr, Wohnen und Einkaufen, Barrierefreiheit und Sport. Gertrud Löhken-Mehring für den Seniorenbeirat und Susanne Schulte für Begegnung VorOrt notieren alle Anliegen, melden Knackpunkte weiter oder werden sie bei ihrer Arbeit berücksichtigen. Auch wer einfach nur eine Pause nach dem Marktbummel machen möchte, darf sich gerne auf den blauen Bänken niederlassen.

Nachdem die Plauderbank bereits in Derne gut besucht und dicht besetzt war, hoffen die beiden Frauen, dass auch die Scharnhorster*innen sich gerne auf einen Plausch neben ihnen niederlassen.

Übrigens: Die Plauderbänke können von Vereinen für Veranstaltungen ausgeliehen werden. Ansprechpartnerin ist in diesem Fall Susanne Schulte, Begegnung VorOrt in Scharnhorst, Telefon 0231/9934-320 oder mobil 0160 557 37 02, E-Mail: begegnungscharnhorst@awo-dortmund.de 

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2 Gedanken über “Rundgang durch Alt-Scharnhorst: Vom Zechenstandort zum grünen Quartier – Einladung auf die „Plauderbänke“

  1. Am kommenden Donnerstag wird in Asseln geplaudert (PM) Beitrags Autor

    Am kommenden Donnerstag wird in Asseln geplaudert

    In Kooperation mit Carina Duchale vom Diakonischen Werk (Mitarbeiterin für „Begegnung vor Ort“ im Stadtbezirk Brackel) engagiert sich die AWO im Ortsverein Asseln/Husen/Kurl, um die Begegnungsmöglichkeit von vor allem älteren Mitbürger*innen der Region zu verbessern. Das Projekt „Plauderbank“ wird nun auch in Asseln umgesetzt.

    Mit der am Donnerstag, den 22.07.21, von 14.00 – 16.00 Uhr, an der Asselner AWO-Begegnungsstätte Marie-Juchacz-Haus, Flegelstr. 42, aufgestellten „Plauderbank“ soll eine Förderung von sozialen Interaktionen coronakonform ermöglicht werden. Auf der Plauderbank wird es zu spontanen Begegnungen kommen. Freiwillige wie Anlieger oder Passanten setzen sich zum kommunizierten Plauderstündchen drauf und führen gemeinsame Gespräche.

    Alle Bürger*innen aus der Region sind herzlich eingeladen, sich auf die Plauderbank zu unterhalten, zu diskutieren und über die Dinge des Alltags zu reden.

  2. „Begegnung VorOrt“ beim Boule im Gneisenau-Park in Scharnhorst (PM AWO) Beitrags Autor

    „Begegnung VorOrt“ beim Boule im Gneisenau-Park in Scharnhorst

    Zum Boulespiel lädt Begegnung VorOrt gemeinsam mit der DJK Eintracht Scharnhorst für Freitag, 30. Juli 2021, um 16 Uhr auf die Boule-Anlage im Gneisenau-Park in Derne ein. Inge und Klaus Glaesner von der Boule-Abteilung des Sportvereins bringen nicht nur alle Spielutensilien mit, sie erklären auch die Spielregeln und geben Tipps, damit die Kugeln den richtigen Schwung erhalten und so dicht wie möglich am Schweinchen landen.

    An diesem Nachmittag erfahren alle, die durch die Anleitung der erfahrenen Turnier- Spieler*innen Geschmack an diesem Freizeitvergnügen bekommen haben, an welchen Stellen im Stadtbezirk öffentliche Boule- Bahnen angelegt sind, dass sie auch als Nicht-Mitglieder jeden Montag um 16 Uhr mit der DJK Eintracht an der Paul-Dohrmann-Schule trainieren können und warum der Lappen, den die erfahrener Boule-Spieler*innen stets zur Hand haben, so wichtig ist.

    Anmeldungen zum Boule-Einführungskurs, der etwa zwei Stunden dauern wird, nimmt Susanne Schulte von Begegnung VorOrt entgegen, Telefon 0231/9934-320. Für die Teilnehmer*innen besteht die Möglichkeit, die Toilette im Bürgertreff Derne zu nutzen.

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