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Großes Engagement für Obdachlose: 60.000 Euro für die Diakonie und Spende von 30.000 Masken in der Nordstadt

Diakonie-Geschäftsführer Pfarrer Niels Back nahm die Förderung der Deutschen Postcode Lotterie von Conny Michels und Lenja Ruepp (re.) an der Versorgungsstelle für Wohnungslose entgegen. Foto: Diakonie/Stephan Schütze

Die Diakonie freut sich über eine großzügige Förderung der Deutschen Postcode-Lotterie. Mit insgesamt 60.000 Euro fördert sie die wichtige Arbeit der Obdachlosenhilfe und der Frauenübernachtungsstelle, die jeweils 30.000 Euro erhalten. Doch die kalte Jahreszeit hat begonnen und weitere Hilfe ist vonnöten. Das Gast-Haus, die Kana-Suppenküche und der Bodo e.V. bitten gemeinsam um Schlafsackspenden. Eine ganz besondere Spendenaktion fand bereits in der Nordstadt satt. Der Nordstern-Gewinner 2019, die Eröz Hygiene und Verpackung GmbH hat insgesamt 30.000 Schutzmasken gespendet. 

Diakonie erhält 60.000 Euro von der Deutschen Postcode-Lotterie

Mara Woste (2.v.r.) und Vera Ahrens (re.) freuen sich über die Förderung der Postcode Lotterie aus Händen von Conny Michels (li.) und Lenja Ruepp (2.v.l.). Foto: Diakonie/Stephan Schütze

Mit einer Doppelförderung über insgesamt 60.000 Euro unterstützt die Deutsche Postcode Lotterie gleich zwei Dortmunder Wohnungslosenhilfe-Einrichtungen der Diakonie: ___STEADY_PAYWALL___

Jeweils 30.000 Euro übergaben Conny Michels und Lenja Ruepp von der Deutschen Postcode Lotterie zum Herbstanfang 2020 an die Lebensmittel-Ausgabestelle für Wohnungslose am Dortmunder Wichernhaus und an die Frauenübernachtungsstelle in Hörde.

„Wir freuen uns sehr, dass wir dank des Engagements unserer Teilnehmer diese wunderbaren Projekte unterstützen können“, sagte Conny Michels bei der Schecküberreichung. Seit März 2020 versorgt die Diakonie am Wichernhaus täglich rund 140 wohnungslose Menschen mit kostenlosen Lunchpaketen. Knapp 22.000 Mahlzeiten wurden seitdem an der Stollenstraße 36 verteilt. Die Förderung stellt die weitere Versorgung für den Herbst 2020 sicher.

Geld fließt in Lebensmittelversorgung und Frauenübernachtungsstelle

„Durch die Förderung können wir schnell und wirksam denen helfen, die in besonderem Maß von den Einschränkungen zur Bewältigung der Corona-Krise betroffen sind“, sagte Pfarrer Niels Back, Diakonie-Geschäftsführer, bei der Scheckübergabe. Die Frauenübernachtungsstelle in Hörde bietet auch in Corona-Zeiten einen wichtigen Schutzort für derzeit 50 wohnungslose Frauen aus Dortmund sowie ihren Kindern.

Täglich und rund um die Uhr haben wohnungslose Frauen hier die Möglichkeit, sicher und unbürokratisch eine Unterkunft sowie Beratung zu weiterführenden Hilfen zu erhalten.

Neben der Übernachtung, vornehmlich in Zweibett-Zimmern, haben die Frauen hier die Möglichkeit, sich auch tagsüber aufzuhalten. Die Förderung fließt in die Ausstattung der Gemeinschaftsräumlichkeiten, für Waschmaschinen und Möbel. Die Deutsche Postcode Lotterie unterstützt deutschlandweit über 2.000 Projekte mit rund 50 Millionen Euro.

Gast-Haus, Suppenküche Kana und bodo bitten: Spenden Sie Schlafsäcke!

Armut in Dortmund

Die kalte Jahreszeit hat begonnen. Daher bitten die Obdachloseninitiativen um Schlafsackspenden. Foto: Klaus Hartmann/Archiv

Mit dem Herbst und den sinkenden Temperaturen beginnt für Menschen ohne Wohnung eine gefährliche Zeit. In jedem Winter sammeln die Kana Suppenküche, das Gast-Haus und bodo Schlafsäcke und Isomatten und verteilen sie an Menschen auf der Straße. Gemeinsam rufen die Einrichtungen vor dem Winter wieder zu Schlafsackspenden auf.

Im Herbst und Winter steigt der Bedarf enorm ‑ einerseits, weil Menschen, die auf der Straße leben, nun wieder einen Schutz gegen Kälte benötigen, andererseits, weil Nässe und Kälte die Haltbarkeit von Schlafsäcken enorm sinken lassen. „Sie trocknen schlechter und reißen schneller“, sagt bodo-Vertriebsleiter Oliver Philipp.

Darum rufen der Kana Suppenküche e.V., der Gast-Haus e.V. und der bodo e.V. auch in diesem Jahr wieder dazu auf, gut erhaltene warme Schlafsäcke und Isomatten zu spenden. Die Spenden können im Gast-Haus und im bodo-Buchladen abgegeben werden. Sie werden dann unter den drei Einrichtungen aufgeteilt.

Die Spenden können im bodo-Buchladen, Schwanenwall 36 ‑ 38, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr oder im Gast-Haus, Rheinische Straße 22, montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr abgegeben werden.

Zurück zu den Wurzeln: aus der Nordstadt für die Nordstadt

Der junge Geschäftsführer der Eröz Hygiene und Verpackungs GmbH & Co. KG, Abdurrahim Er, spendet insgesamt 30 000 Masken als Unterstützung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. 20.000 werden an verschiedene Grundschulen, vier weiterführende Schulen und eine Förderschule in der Nordstadt verteilt. Weitere 10.000 werden in einer zweiten Aktion an die Obdachlosenhilfe gehen.

Abdurrahim Er und Birgit Zoerner, Leiterin des Krisenstabes und Sozialdezernentin der Stadt Dortmund. Foto: Roland Gorecki

Europaweit vertreten besinnt sich die Eröz Hygiene und Verpackungs GmbH & Co. KG stets auf ihre Anfänge im Dortmunder Norden. Als Großhändler für Gastronomie- und Hygieneartikel spezialisierte sich das Unternehmen über Jahre auf diese beiden Kernbranchen. Wie sich heute herausstellt, sind diese beiden Branchenfelder so präsent wie noch nie. 

Die Firma Inspack GmbH ist Gewinnerin des „Nordstern“-Unternehmens-Wettbewerbs 2019, den das Koordinierungsprojekt „nordwärts“ für die nördliche Hälfte Dortmunds jährlich veranstaltet und ein Teilnehmerin am Projekt „Digitale.Wirtschaft.Nordstadt“.

Der Jungunternehmer Abdurrahim Er und die Eröz Gruppe sehen sich in der Pflicht, als Dortmunder Unternehmen der Stadt und deren Bürger*innen etwas zurückzugeben. Neben der Spendenaktion ist die Eröz Gruppe Arbeit- und Chancengeber, denn sie beschäftigt mehr als 30 Personen an ihrem Standort in Dortmund-Kley. Zwei von ihnen sind Auszubildende; bei der Eröz-Gruppe ist man stolz darauf, jungen Leuten eine adäquate Ausbildung anbieten zu können.

„Der beste Mensch ist der, der anderen Menschen von Nutzen ist.“

Der Geschäftsführer Abdurrahim Er trägt stets seine Heimat und speziell den Dortmunder Norden „im Herzen“. Aufgewachsen ist er in der Nordstadt und hat hier einige der Schulen besucht, die jetzt mit seiner Spendenaktion unterstützt werden. Speziell denkt er an seine Zeit an der Gertrud-Bäumer-Realschule und am Helmholtz-Gymnasium zurück, wo Abdurrahim Er erfolgreich mit dem Abitur seinen Abschluss gemacht hat. 

2019 gewann die Inspack GmbH, Teil der Erz-Gruppe, den Nordstern. Das Bild stammt von der Preisverleihung. Foto: Gaye Suse Kromer/Dortmund-Agentur

„Da unser Unternehmen die Ressourcen und Möglichkeiten hat, die notwendigen Produkte wie z.B. die Mundschutz-Masken lagernd führen zu können, sehe ich es als unsere Pflicht an, den Leuten aus unserem Umfeld zu helfen. Da unsere Schüler von heute unsere Zukunft sind, ist es umso wichtiger, dass wir diesen Institutionen stärker unter die Arme greifen“, so der Dortmunder Jungunternehmer. 

Weiterhin führt er an: „Wir müssen an unsere Nächsten denken, speziell in dieser Zeit. Die Eröz GmbH und ich leben nach der Maxime: Der beste Mensch ist der, der anderen Menschen von Nutzen ist. Es ist die Zeit, in der wir uns gegenseitig unterstützen müssen, um diese Situation gemeinsam zu bewältigen. Ich erkenne die große Angst, die sich auch in meinem Bekanntenkreis ausbreitet. Daher müssen wir wieder ein „WIR“-Gefühl erzeugen. Wir machen das! Wir schaffen das! Nur so können wir gemeinsam stark aus dieser Krise gehen.“

Die Leiterin des Dortmunder Krisenstabes, Stadträtin Birgit Zoerner, freut sich: „Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie in unserer vielfältigen Gesellschaft natürlich auch die Menschen mit Migrationshintergrund ihr Heimatgefühl für Dortmund entwickelt haben. Das ist gelungene Integration. Gepaart mit unternehmerischem Erfolg geben die Menschen etwas zurück – in diesem Fall in einer sicherlich beispielhaften Unterstützungsaktion. Ganz herzlichen Dank für die Spende in diesen schwierigen Zeiten.“

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