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Trotz Sommer, Sonne und Corona-Lockerungen bleibt die Lage für Obdachlose auch in Dortmund schwierig

Schlangestehen am Gast-Haus. Hier und am Wichernhaus werden jeden Morgen 300 Lunchpakete an Obdachlose ausgegeben. Foto: GID

Schlangestehen am Gast-Haus. Hier werden jeden Morgen rund 300 Lunchpakete an Obdachlose ausgegeben. Foto: GID

Noch immer ist das Leben von obdach- und wohnungslosen Menschen in Dortmund stark eingeschränkt. Was hat sich für diese Menschen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie geändert? Welche Ängste und Sorgen tragen sie mit sich rum? Wo erhalten Sie Hilfe und Unterstützung? 

Gast-Haus tut, was es kann, um für die Menschen in der Krise da zu sein

Auch während der Coronakrise wurden die Gäste versorgt. Foto: Markus Mielek

Menschen ohne Geld, Wohnung und Obdach leiden besonders unter den Einschränkungen der Corona-Krise. Viele Obdachlose und Wohnungslose sind unsicherer und schutzloser geworden. Viele Hilfsangebote haben immer noch nicht geöffnet. So auch die Tagestreffs. Es gibt kaum einen Rückzugsort oder Schutzraum, wo man zur Ruhe kommen kann, so ein Gast, der tagtäglich stundenlang in einer langen Schlange ansteht, um an der Gast-Haus-Essensausgabestelle ein Lunchpaket zu erhalten.  ___STEADY_PAYWALL___

Dieses nimmt er dankbar entgegen und versucht sich einen Platz zu suchen, an dem er in Ruhe essen kann. Seit dem 14. März 2020 werden an sieben Tagen in der Woche im Gast-Haus auf der Rheinischen Straße rund 300 Lunchpakete pro Tag, belegte Brote, Obst, Müsliriegel sowie ein Warm- und Kaltgetränk, durch ein umgebautes Fenster im Seelsorgeraum herausgegeben. 

Da noch nicht alle ehrenamtlichen Helfer*innen zurückkommen können, viele von ihnen gehören der sog. Risikogruppe an, wird das Gast-Haus von der muto Heimat Gastronomie mit fertig geschmierten Broten beliefert. Finanziert wurde dieser Kraftakt in den ersten sechs Wochen vor allem durch die Aktion Corona- Soforthilfe von Aktion Mensch. Ohne diese Unterstützung und auch ohne die Mitwirkung von muto wäre eine Essensversorgung der Gäste nicht möglich gewesen, so Katrin Lauterborn, Geschäftsführung vom Gast-Haus. 

Bei allen Hilfsangeboten fehlt der persönliche Austausch und das soziale Miteinander

Die Gäste müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. Foto: Markus Mielek

Ab dem 01. Juli 02020 wird das Gast-Haus neben der Ausgabe auch die Anfertigung der Lunchpakete für die Gäste wieder selbst übernehmen. Auch will man versuchen, schrittweise die gewohnte Nachmittagsversorgung zu gewährleisten, was dienstags, mittwochs und sonntags schon wieder ganz gut klappt, aber mehr sei gerade leider noch nicht drin. Der Tagesaufenthalt könne die Bestimmungen der Corona-Schutzverordnung definitiv nicht erfüllen.

Neben der Essensversorgung konnte das Gast-Haus auch noch weitere Angebote in dieser schwierigen Zeit gewährleisten: eine ärztliche Notversorgung über ein Fenster der Gast-Haus-Praxis, Sozialberatung sowie auch noch ein in der Leuthardstraße ausgelagertes und zeitlich begrenztes Hygiene-Angebot, in Form von Duschen und der Ausgabe von Kleider- und Hygieneartikeln. Letzteres stellt ein Gemeinschaftsprojekt dar, das u.a. von der Stadt Dortmund und einigen Wohlfahrtsverbänden mitfinanziert und vom Gast-Haus koordiniert wird. Wichtige Kooperationspartner sind hier bodo e.V. und das Wärmebus-Team.

Trotz dieser ganzen unabkömmlichen Angebote fehle vielen Gästen dennoch eine lebenswichtige Grundlage, das persönliche Gespräch und Miteinander mit den Ehrenamtlichen und Mitarbeiter*innen. Durch diesen Austausch, der im Gast-Haus gelebt wird, konnten Ängste, Ärger, Sorgen und Nöte geteilt und mitgetragen werden. Wann dies wieder möglich sein wird, ist jedoch sehr ungewiss.

 

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