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Bei Bauarbeiten am Königswall und in der Silberstraße wurden Spuren des mittelalterlichen Dortmund freigelegt

Die Grabungsstelle an der Silberstraße mit Dr. Esther Lehnemann (Archäologin der Firma Archbau GmbH) und Ingmar Luther, Stadtarchäologe der Unteren Denkmalbehörde. Foto: Roland Gorecki, Dortmund Agentur

Auf mehreren Baustellen der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) im Zuge von Leitungsarbeiten in der Dortmunder Innenstadt untersuchen Archäologen derzeit zahlreiche Puzzle-Teilchen der Dortmunder Stadtgeschichte. Nun stießen sie an der Silberstraße sowie am Königswall auf spätmittelalterliche Fundamente und Mauerreste. In enger Abstimmung mit den Auftraggebern und der Denkmalbehörde der Stadt Dortmund werden die Befunde nun untersucht, dokumentiert und ausgewertet. 

Verzögerung des Bauablaufs durch Sicherung der Funde zu erwarten

Bei Grabungsarbeiten der DEW21 kamen die Überreste zum Vorschein. Foto: DEW21

Was für die Stadtgeschichte ein wichtiger Fund ist, bedeutet jedoch für den geplanten Bauablauf eine Verzögerung. Denn damit alles im Detail gesichert und untersucht werden kann, kann nur in kleinen Schritten weitergemacht werden und der reguläre Bauablauf kommt zunächst zum Stillstand.

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An der Silberstraße entdeckten die Archäologen spätmittelalterliche Fundamente und Mauerreste. Die außergewöhnliche Breite der Fundamentreste von bis zu 1,20 Metern lässt den Schluss zu, dass hier Teile eines öffentlichen oder sakralen Gebäudes freigelegt werden. Im Spätmittelalter stand dort das Dominikanerkloster, zu dem die heutige katholische Propsteikirche St. Johannes der Täufer gehört.

Das starke Fundament passt nicht zum eigentlichen Klosterbau, sondern zu dem spätmittelalterlichen Pfortenhaus, welches der Besucher, Pilger und Gast passieren musste, um auf die ummauerte Klosteranlage zu gelangen. Auch bei den gegenwärtig stattfindenden Leitungsarbeiten am Königswall vor dem Dortmunder U wurden unter dem modernen Straßenaufbau schwere und mächtige Sandsteinfundamente freigelegt.

Funde sind Teile des mittelalterlichen „Westenrondells“

Dass Dortmund als einstmals selbstbewusste Freie Reichsstadt und wirtschaftlich erfolgreiches Mitglied der Hanse von einer wehrhaften Stadtbefestigung umgeben war, lässt sich heute nur noch an wenigen Stellen erkennen. Die nun gefundenen Sandsteinfundamente gehören zu diesem mittelalterlichen Befestigungswerk. 

Ein Abgleich mit historischen Kartenwerken und den Ergebnissen aus vorangegangenen Grabungen zeigt, dass die Archäologen auf Teile des „Westenrondells“ gestoßen sind. Hierbei handelte es sich um eine Kanonenplattform hinter der Stadtmauer mit halbrunder Stützmauer und Pfeilervorlagen. In enger Abstimmung mit den Auftraggebern und der Denkmalbehörde der Stadt Dortmund werden die Befunde weiter untersucht, dokumentiert und ausgewertet.

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