Anerkennungskultur in Dortmund: Trotz Rückgang des Engagements viele Auszeichnungen mit Ehrenamtsnadel

Ohne den selbstlosen Einsatz Freiwilliger gebe es in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Engpässe. Um diesen Menschen Wertschätzung zu zeigen, stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Foto: Stadt Dortmund

Nach wie vor wird das Dortmunder Modell zur Förderung der Anerkennungskultur gut von Vereinen und Organisationen angenommen, berichtet die FreiwilligenAgentur Dortmund. Pandemiebedingt war die Nachfrage zu den einzelnen Bausteinen unterschiedlich stark. So wurden im vergangen Jahr nur 71 Ehrenamtskarten (Jahr 2020: 300) beantragt und bewilligt, was den Auswirkungen der Pandemie geschuldet ist. Denn die Inhaber*innen können mit der Karte die Angebote öffentlicher, gemeinnütziger und privater Einrichtungen, die jedoch während des Lockdowns geschlossen bleiben müssen, vergünstigt nutzen. Viele Ehrenamtlichen haben ihr Ehrenamt ruhen lassen und sich vorübergehend zurückgezogen. Nichtsdestotrotz konnten sich 2020 422 Freiwillige über die Auszeichnung mit der Ehrenamtsnadel freuen.

Förderfonds von 50.000 Euro wurde an unterschiedliche Organisationen verteilt

Die Leiterin der Dortmunder FreiwilligenAgentur, Karola Jaschewski, mit einer exemplarischen Ehrenamtskarte. Foto: Sascha Fijneman / Archiv

Dafür wurden die Fördermittel zur Stärkung der Anerkennungskultur von vielen Organisationen genutzt, um den Kontakt zu den Ehrenamtlichen aufrechtzuerhalten und mit Leben zu füllen. Es wurden Postkarten versandt, kleine Weihnachtsgeschenke zur Verfügung gestellt und digitale Kontakte vorangetrieben. ___STEADY_PAYWALL___

Im zweiten Förderjahr wurden 50.000 Euro bewilligt und an unterschiedliche Organisationen verteilt. Viele Organisationen nutzten die Förderung auch, um Qualifizierungsangebote für die Ehrenamtlichen in ihren Organisationen durchzuführen und zu finanzieren. Die Gesamtförderung kam im vergangenen Jahr weit über 6.000 Ehrenamtlichen zugute.

Engagementnachweise wurden von drei Organisationen beantragt und vielfach an junge Engagierte vergeben. Der Engagementnachweis ist eine Möglichkeit das Engagement zu dokumentieren. Der Nachweis ist ein wertvoller Baustein für junge Menschen im Bewerbungsverfahren.

Weniger Ehrenamtskarten aber es wurden insgesamt 422 Personen mit der Ehrenamtsnadel ausgezeichnet

Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund, Thomas Westphal, Wirtschaftsförderung
OB Thomas Westphal freut sich über den sozialen Aktivismus in Dortmund. Foto: Klaus Hartmann / Archiv

Besonderen Anklang fand im letzten Jahr die Ehrenamtsnadel, die von Trägern an ihre Ehrenamtlichen verliehen wurde. Menschen, die sich besonders zuverlässig, langjährig oder kreativ engagieren, können mit dieser Nadel ausgezeichnet werden. Aber auch in Beteiligungsgremien, wie dem Behindertenpolitischen Netzwerk oder dem Runden Tisch Dorstfeld, hat sich der Oberbürgermeister bei den Mitgliedern mit dieser Auszeichnung bedankt. 

„Wir wollen das Ehrenamt in unserer Stadt würdigen und sind froh, dass viele Organisationen in Dortmund ihre Ehrenamtlichen gerne mit der Ehrenamtsnadel auszeichnen wollen. Wir freuen uns über diesen Aktivismus und hoffen, dass es im Herbst auch wieder eine gemeinsame Veranstaltung zur öffentlichen Wertschätzung des sozialen Engagements in Dortmund geben kann“, so Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Es wurden insgesamt 422 Nadeln bei der FreiwilligenAgentur beantragt und in den Organisationen feierlich übergeben. Die Ehrenamtsnadel wird von den Ehrenamtlichen als besondere Wertschätzung wahrgenommen und motiviert weiterzumachen. 

 

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  1. Zwischen beruflichen lockdown und einem neuen Ehrenamt (PM)

    Zwischen beruflichen lockdown und einem neuen Ehrenamt

    Zu „Coronazeiten“ in ein Ehrenamt starten, geht das? Wenn beruflich alles herunter gefahren ist, private Aktivitäten stark eingeschränkt sind, der Tag viel zu viele Stunden hat, kann man dann ehrenamtlich tätig werden? Rieke Janson hat sich auf den Weg gemacht und berichtet, dass sie seit 2015 als Angestellte in der Veranstaltungsbranche arbeitet. Viel Schweiß, Arbeit und ganz besonders viele tolle und verrückte Individuen machten ein Event groß, laut und bunt, jedenfalls bis März 2020, so Rieke Janson. Der Branche musste durch die Coronakrise eine Vollbremsung hinlegen, keine Veranstaltungen, keine Aufgaben, keine Arbeit!

    „Seitdem heißt es warten, warten, warten und vor allen Dingen hoffen! Alldieweil fällt mir hier zu Hause die Decke auf den Kopf, nachdem ich Prime und Netflix abgegrast habe, die Wohnung blitzblinkt geputzt ist und auch sonst alle Sachen erledigt sind, bleiben oft immer noch fast acht Stunden pro Tag freie Zeit“, berichtet Rieke Janson.

    Die Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung, führte Rieke Janson zur FreiwilligenAgentur Dortmund. In der Beratung wurden ihr verschiedene Engagementmöglichkeiten aufgezeigt und sie hatte die Qual der Wahl.
    Zwar gibt es in der Pandemie weniger Einsatzmöglichkeiten, jedoch haben die Dortmunder Träger und Organisationen viele neue, kreative ehrenamtliche Aktivitäten entwickelt, so dass zu ihrem persönlichen Profil letztendlich 12 unterschiedliche Angebote zur Auswahl standen.

    Mit der Entscheidung für ein Ehrenamt möchte sie etwas an die Gesellschaft zurückgeben und etwas Gutes tun. „Ich freue mich über das Gefühl wieder gebraucht zu werden, und es ist für mich eine absolute Bereicherung“, strahlt Rieke.

    Nach Terminvereinbarungen bietet die FreiwilligenAgentur ihre Beratung per Telefon oder Videochat an. Termine können unter info@freiwilligenagenturdortmund.de und oder 0231- 50 10 600 vereinbart werden.

  2. Dortmund macht mit bei der App zur Ehrenamtskarte NRW (PM)

    Ehrenamtlich Engagierte können jetzt einfach online über eine neue App ihre Ehrenamtskarte NRW beantragen oder verlängern. Ein schriftlicher Antrag in Papierform bei der jeweiligen Kommune oder dem Kreis ist nicht mehr notwendig, ist aber weiterhin möglich. Auch kann jetzt die digitale Ehrenamtskarte NRW auf das eigene Smartphone oder Tablet geladen werden. Die Stadt Dortmund macht mit. Die App „Ehrenamtskarte NRW“ wurde im Rahmen der Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG) im Themenfeld „Engagement & Hobby entwickelt, in dem Nordrhein-Westfalen die Federführung hat.

    Mit dem neuen bundesweiten digitalen Angebot können die Dankeschön-Angebote durch Lokalisierung des Standortes jederzeit mobil abgerufen werden. Die App steht für die beiden gängigsten mobilen Betriebssysteme, iOS und Android, zur Verfügung. Sie kann im Apple App Store sowie im Google Play Store kostenfrei heruntergeladen werden.

    Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Andrea Milz: „Ich freue mich, dass Dortmund an dem Projekt teilnimmt. Mit diesem neuen digitalen Angebot machen wir die Ehrenamtskarte NRW noch attraktiver. Wir wollen die besondere Leistung der Ehrenamtlichen würdigen und wertschätzen. Sie tun viel für andere, für die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Gesellschaft.“

    „Das Ehrenamt unterstützt nicht nur Menschen in unterschiedlichen Situationen sondern bringt auch Zufriedenheit und Freude ins eigene Leben. Diese Rückmeldung erhalten wir regelmäßig nach den Beratungsgesprächen in der FreiwilligenAgentur “, berichtet Karola Jaschewski, Geschäftsführerin des FreiwilligenAgentur Dortmund e.V.
    Mit dem Gemeinschaftsprojekt Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen sagen das Land Nordrhein-Westfalen und die Kommunen und Kreise seit 2008 Danke an Ehrenamtliche: Die Ehrenamtskarte zeichnet Bürgerinnen und Bürger aus, die sich in besonderem zeitlichem Umfang – fünf Stunden wöchentlich bzw. 250 Stunden im Jahr – ohne pauschale Aufwandsentschädigung ehrenamtlich engagieren.

    Sollten Ehrenamtliche bereits im Besitz einer haptischen Ehrenamtskarte NRW sein, erhalten sie die Möglichkeit, sich für die App zu registrieren, so dass ihnen auch die digitale Version der Ehrenamtskarte auf dem jeweiligen Endgerät zur Verfügung steht. Weitere Informationen unter: https://www.engagiert-in-nrw.de/app-zur-ehrenamtskarte-nrw

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