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„Writers in Exile“: Im Literaturhaus Dortmund sprechen verfolgte Autor*innen über den Alltag in Ungewissheit

Kamerafrau Şehbal Şenyurt Arınlı ist durch ihr Engagement für Frauen- und Minderheitenrechte in den Fokus der türkischen Justiz geraten. Umar Abdul Nasser wird aufgrund seiner Arbeit vom IS verfolgt. Fotos: PEN-Zentrum

Mit einer besonderen Lesereihe unterstützen die Fritz Hüser-Gesellschaft als Fördergesellschaft und das Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt das Stipendienprogramm für verfolgte AutorInnen „Writers in Exile“ des PEN-Zentrums Deutschland. Im Rahmen des Programms werden Ende Januar und Anfang Februar zwei interessante Gäste in Dortmund erwartet. Am 30. Januar wird die türkische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Şehbal Şenyurt Arınlı, die sich vor allem für die Rechte von Frauen und der kurdischen Minderheit im Land einen Namen gemacht hat, im Literaturhaus im Neuen Graben aus ihrem Leben und von ihrer Arbeit berichten. Am 13. Februar geht es dann mit dem irakischen Dichter und Filmemacher Umar Abdul Nasser weiter. Er wird mit den Gästen über seine Arbeit sprechen, die von Fundamentalisten als nicht konform mit islamischem Recht eingestuft wurde und ihn dazu zwang, sich über zwei Jahre vor dem IS zu verstecken. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

PEN-Zentrum versteht sich als Anwalt des freien Wortes und als Stimme der Unterdrückten

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine internationale Schriftstellervereinigung, versteht sich als Anwalt des freien Wortes und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller*innen. „Wir sehen die Freiheit der Presse, die Freiheit der Kunst weltweit bedroht. Unsere Hilfe und Unterstützung gilt den AutorInnen, die von Haft, Misshandlungen und Tod bedroht sind. Darum haben wir Verfolgte wie Şehbal Şenyurt Arınlı und Umar Abdul Nasser eingeladen, aus ihren Werken zu lesen und mit uns ins Gespräch zu kommen.“

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Şehbal Şenyurt Arınlı hat sich als erste Kamerafrau in der Türkei einen Namen gemacht, sie ist eine Menschenrechtsaktivistin und Journalistin. Sie engagierte sich vor allem für die Rechte von Frauen und Minderheiten. Ihr politisches Engagement und ihre Verbindungen zu kurdischen Medien führten schließlich zu einer Anklage und Inhaftierung. Nur durch Zufall kam sie frei und konnte nach Deutschland ausreisen. Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 30. Januar 2020, um 19.30 Uhr.

Umar Abdul Nasser ist ein Dichter und Filmemacher. Er versteckte sich mehr als zwei Jahre lang vor dem IS, bevor er es schaffte, das Land im Jahr 2016 zu verlassen. Die Arbeit von Umar wurde vom IS als unvereinbar mit dem islamischen Recht angesehen. Seine Gedichte reflektieren die Themen Frieden und Freiheit. Seinen Beitrag wird er mit Musik und Videounterstützung präsentieren. Die Lesung beginnt am Donnerstag, 13. Februar 2020, ebenfalls um 19.30 Uhr.

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