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Von der Industriebrache zum attraktiven Wohnquartier – Auf der Westfalenhütte sollen bis zu 800 Wohneinheiten entstehen

So könnte das Quartier auf der Westfalenhütte einmal aussehen. Visualisierungen: Stahm Architekten

So könnte das Quartier auf der Westfalenhütte einmal aussehen. Visualisierungen: Stahm Architekten

Auf der derzeit brachliegenden Fläche der Westfalenhütte westlich der Stahlwerkstraße soll ein neues, vielfältiges Quartier entstehen. Es ist als eine Erweiterung des Borsigviertels nach Westen gedacht und soll Wohnen, Versorgung, qualitätsvollen öffentlichen Raum und soziale Infrastruktur zusammenbringen. Geplant ist ein modernes hochwertiges Wohnquartier mit rund 800 Wohneinheiten. Diese sollen in Form von öffentlich geförderten Wohnungen (25-Prozent-Regelung), frei finanzierten Mietwohnungen und Eigentumswohnungen errichtet werden. So soll ein vielfältiges Wohnangebot für unterschiedliche Wohnbedürfnisse geschaffen werden.

Vielfältiges Wohnungsangebot und gute infrastrukturelle Anbindung als Ziel

Das Wohnquartier soll mit großen Freiflächen und attraktiven Angeboten für die Nahmobilität wie Car-Sharing, E-Mobil-Stationen und Fahrradleihstationen errichtet werden. ___STEADY_PAYWALL___

Des Weiteren wird das Gebiet im südlichen Bereich einen Nahversorgungsstandort erhalten, der das derzeit eingeschränkte Versorgungsangebot im Borsigplatz-Quartier ergänzen soll.

Auch ein neuer Grundschulstandort und mindestens eine Tageseinrichtung für Kinder sind vorgesehen. Das früher für die Öffentlichkeit nie zugängliche Gebiet soll zum idealen Rahmen für Familien transformiert werden.

Grundschule, Kindertageseinrichtung und Supermarkt sind Teil der Planungen

Planungsdezernent Ludger Wilde. Foto: Leopold Achilles

„Durch die geplante Entwicklung an der Stahlwerkstraße wird nicht nur dringend benötigter Wohnraum geschaffen, mit neuen Nahversorgungseinrichtungen sowie einer neuen Grundschule und einem neuen Kindergarten entsteht eine ideale Ergänzung für das Borsigviertel. Somit leistet das Vorhaben auch einen wesentlichen Beitrag zum städtischen Dekadenprojekt ‚nordwärts‘ und dessen Zielen“, sagt Ludger Wilde, Planungsdezernent der Stadt Dortmund.

Dr. Ludwig Jörder, Bezirksbürgermeister Innenstadt Nord, ist von der Mischung schon jetzt angetan: „Das Projekt Wohnungsbau mit Schule, Kita und Supermarkt an der Stahlwerkstraße ist eine große Chance für die Entwicklung des Quartiers und der ganzen Nordstadt. Natürlich sind dafür qualitativ hochwertiger Wohnungs- und Städtebau und eine gute Balance zwischen Bebauungsdichte und hochwertigen Freiräumen erforderlich und dass die Mietwohnungen am Schluss in die Hände eines verlässlichen, möglichst ortsnahen Vermieters gelangen“.

Brachliegende Fläche soll sich zum attraktiven Wohngebiet mit viel Grün wandeln

Neben viel Grün soll auch eine Fuß- und Radwegeverbindung in die Innenstadt entstehen.

Das Büro Stahm Architekten hat bereits für die anderen Bereiche des riesigen Geländes der ehemaligen Westfalenhütte die Planung übernommen und hat auch bei dem neuen Wohngebiet seine Ideen, seine Handschrift eingebracht. Dabei konnte man sich auf Ideen und Konzepte von in der Vergangenheit durchgeführter Qualifizierungsverfahren stützen.

„Westfalenhütte und das Borsigplatzquartier – beide stehen für die Dortmunder Geschichte und auch für die Zukunft. Das neue Wohnquartier verbindet sich mit dem vorhandenen Stadtviertel und schafft neue Attraktivität. Das Wohnungsangebot ist vielfältig und richtet sich an eine breite Zielgruppe – von der Familie bis zum Studenten, von gefördertem Wohnungsbau bis zur Eigentumswohnung“, sagt Alexa Waldow-Stahm. 

Mehr als 30 Hektar neue öffentliche Grünflächen (Ringpark) sollen in direkter Nachbarschaft Erholungs-, Spiel- und Sportmöglichkeiten bieten, verbunden über eine grüne, mit Wasser gestaltete Achse. Eine Fuß- und Radwegeverbindung soll aus dem Ringpark über das Quartier, in wenigen Minuten, bis in die City führen.

Quartier verbindet Tradition und Moderne – mit den ersten Arbeiten ist voraussichtlich 2022/23 zu rechnen

Ein Quartierscafé mit Paketstation, eine Fahrradwerkstatt, Verleih von Lastenfahrrädern und Carsharing sind Ideen für ein autoarmes Quartier – verknüpft über ein Nahmobilitätskonzept.

Eine zentrale Grünfläche an der Stahlwerkstraße mit altem Baumbestand und Spielflächen ist ein Baustein der Verbindung des Bestandsquartiers mit der zukünftigen Wohnlage. 

„Die neue Adresse in der Nordstadt steht für Begegnungsräume, Vernetzung und Aufwertung“, fasst Alexa Waldow-Stahm zusammen. Derzeit befindet sich auf dem Gelände nur noch eine Halle der ThyssenKrupp AG, die aber bald abgebrochen werden soll. Das Bebauungsplanverfahren westliche Stahlwerkstraße, das all die Planungen enthält wird unterdessen mit der Verwaltung weiter voran gebracht. Mit ersten Hochbaumaßnahmen ist in 2022/23 zu rechnen.

Finanzieller Aufwand wird durch die Kooperation der beteiligten Akteure gestemmt

Ein Teil der Stellplatzflächen vor dem Verwaltungsgebäude von Thyssen-Krupp (Eberhardtstraße) soll zu einem Stadteilpark mit vielfältigen Spielangeboten umgewandelt werden. Zentrales Entwurfselement sind zwei größere öffentliche Grünachsen, im Westen des Plangebietes sowie im zentralen Bereich, welche eine Durchgrünung des Wohngebietes sowie einen Anschluss an den nördlich gelegenen „Grünen Ring“ rund um die Westfalenhütte sicherstellen sollen. 

Die Westfalenhütte ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Archivbild: Alex Völkel

Das Areal der Westfalenhütte ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung. Archivbild: Alex Völkel

„Das Gelände der ehemaligen Westfalenhütte in Dortmund ist die letzte große innenstadtnahe Industriereservefläche der Stadt und bisher schon ein Leuchtturmprojekt für die Konversion zu Gewerbe und Logistik. Durch die anstehenden weiteren Bausteine Naherholungs- und Grünflächen verbunden mit völlig neuer Verkehrsführung wird der Standort attraktiv für eine große Wohnentwicklung“, sind Gerald Darkow (Bpd Bouwfonds property development) und Kim Niklas Andersson (ImmoWerk GmbH) vom Investoren-Konsortium überzeugt. 

Durch die innenstadtnahe Lage und die Vernetzung mit den neuen und vorhandenen Grünflächen entstehe ein lebenswertes und lebendiges neues Quartier. Sie betonen: „Durch unsere Investitionen in Höhe von über 210 Millionen Euro verbunden mit den Investitionen der Stadt in Grünflächen, Schule und Kindergärten wird der ehemaligen Industriefläche neues Leben verliehen. ThyssenKrupp stellt die hierfür nötigen Grundstücksflächen bereit und bereitet diese auf eigene Kosten auf. In Zukunft wird aus den brachliegenden Industrieflächen attraktiver neuer Wohnraum für die Dortmunder Bürger*innen.“

Hoher Bedarf an Wohnraum in der Dortmunder Nordstadt

Als Teil der Umwandlung von nicht mehr benötigten Industrieflächen der ehemaligen Westfalenhütte soll mit der Schaffung eines neuen Wohngebietes das Wohnungsangebot im Dortmunder Norden quantitativ und qualitativ verbessert werden. Dies trägt auch zur städtebaulichen Aufwertung des angrenzenden Borsigplatzquartiers bei. 

Es werde eine urbane Dichte für das Wohnquartier angestrebt. Diese ergebe sich aus der Weiterentwicklung der Bestandsstrukturen hinsichtlich der Geschossigkeit und der Blockrandbebauung, aber auch aus der Berücksichtigung des hohen Bedarfs an Wohnungen im Geschosswohnungsbau im Dortmunder Norden. 

 

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Weitere Informationen:

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde bereits 2008 gefasst. Das Bebauungsplanverfahren ruhte dann aber zwischenzeitlich, da zunächst andere Teilflächen der Westfalenhütte entwickelt wurden. Dann ging es schnell. Im Herbst 2019 konnte der bisherige Flächeneigentümer ThyssenKrupp ein Konsortium aus dem Projekt- und Gebietsentwickler Bpd Bouwfonds property development und der Immobilieninvestmentgesellschaft ImmoWerk für die weitere Flächenentwicklung gewinnen. 

In den vergangenen Monaten wurden die Eckpunkte  zwischen der Stadtverwaltung, den Investoren, dem (Noch-) Grundstückseigentümer Thyssen-Krupp und den Masterplanern der Westfalenhütte, Stahm Architekten, abgestimmt. Auf dieser Grundlage wurde der Vorentwurf des Bebauungsplans erarbeitet, um nun das formelle Planverfahren weiterführen zu können.

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