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Gegen Genitalverstümmelung: Kinoreihe „Weltsichten“ startet 2019 im sweetSixteen-Kino mit dem Film „Wüstenblume“

In dem Film „Wüstenblume“ geht es um weibliche Genitalverstümmelung. Foto: Majestics Filmverleih GmbH

Zum Auftakt der diesjährigen Kinoreihe „Weltsichten“ zeigt das sweetSixteen-Kino im Kulturort Depot am Sonntag, 13. Januar, 15 Uhr, den Film „Wüstenblume“. Waris Dirie, Tochter einer somalischen Nomadenfamilie, kann sich als Top-Model international etablieren. 1997 spricht sie erstmals öffentlich über ihre Genitalverstümmelung und setzt sich für ein Verbot dieses grausamen Rituals ein.

Widerstand gegen Zwangsverheiratung, Ächtung durch die Familie und Flucht nach London

Waris Dirie in Bratislava 2010. Quelle: Wiki

Waris Dirie wächst inmitten Somalias in ärmlichen Verhältnissen auf, in ihrer Kindheit bestimmen Hunger und Not ihren Alltag. Als sie mit 14 Jahren zwangsverheiratet werden soll, lehnt sie sich gegen ihr Schicksal auf und flieht allein durch die Wüste zu Verwandten nach Mogadischu, zu ihrer Großmutter mütterlicherseits.

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Dort wird sie zunächst zwar geduldet, aber nicht geachtet. Denn sie hat sich in einer patriarchalischen Gesellschaft dem Willen des Vaters widersetzt – ein Unding, das die Gefahr sozialer Ächtung nach sich zieht. Aus diesem Grund muss sie schließlich ihre Verwandten in Mogadischu verlassen.

Über einen Onkel, damals somalischer Botschafter in London, kann sie in der Botschaft als Dienstmädchen arbeiten – unentgeltlich. Nach Flucht und Obdachlosigkeit auf den Straßen Londons sind weitere Stationen ihres Lebens unter anderem die Arbeit in einer Fast-Food-Kette sowie eine Scheinehe, mit der sie sich einer drohenden Abschiebung entzieht.

1987, mit 18 Jahren, wird Waries von einem englischen Fotografen entdeckt, wird schnell berühmt. Die internationale Modewelt ist von ihrer exotischen Schönheit fasziniert. Waris’ Karriere ist unaufhaltsam – aber die Medien sind nur an ihrem kometenhaften Aufstieg interessiert.

Kometenhafter Aufstieg als Model – Sprechen über das Trauma weiblicher Genitalverstümmlung

Szene aus dem Film „Wüstenblume“. Quelle: vimeo

Im Jahr 1997, mittlerweile auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, spricht sie erstmalig in einem Interview über das Trauma ihrer Beschneidung, löst damit ein weltweites Medienecho aus. Noch im selben Jahr wird sie UN-Sonderbotschafterin gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Deutschland/Österreich/Frankreich 2009, Englisch, Somali mit deutschen Untertiteln, 120 Minuten, freigegeben ab 12, empfohlen ab 14 Jahren. Regie: Sherry Hormann

Der Film wird in der Kinoreihe „Weltsichten“ dargeboten. Die Reihe zeigt Filme aus verschiedenen Ländern, um den Blick für andere Kulturen zu öffnen und das gegenseitige Verständnis über die Grenzen von Sprache, Kultur und Religion hinaus zu stärken. „Weltsichten“ wurde auf Anregung des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund / Köln im Rahmen des Projektes „Betriebliches Mentoring für geflüchtete Frauen“ ins Leben gerufen.

Weitere Informationen:

  • sweetSixteen-Kino im Kulturort Depot, Immermannstraße 29, 44147 Dortmund
  • Der Eintritt ist frei; im Anschluss an den Film findet ein Publikumsgespräch statt
  • Zur Kinoreihe „Weltsichten“, einschließlich des Programms Januar bis Mai 2019, hier:
  • Zum Projekt „Betriebliches Mentoring für geflüchtete Frauen“, hier:

 

 

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