Nordstadtblogger

Forum „Wo bleibe ich?“ beschäftigt sich mit der Unterbringung von Neuzuwanderern und Problemhäusern in der Nordstadt

Viele Nordstadt-Häuser waren lange vernachlässigt und problematisch, bevor die Neuzuwanderer kamen.

Das Forum „Wo bleibe ich? – Wohnen für Neuzuwanderer“ beschäftigt sich am Montag, 23. März, von 16.30 bis 19.30 Uhr in der Auslandsgesellschaft NRW, Steinstraße 48 mit der Wohnsituation der Neubürgerinnen und Neubürger aus Südosteuropa.

 Problemhäuser in der Nordstadt sind Thema – viele waren schon seit Jahren und Jahrzehnten prekär

Die Dogewo hat von der Stiftung Soziale Stadt das sanierte Haus in der Brunnenstraße 51 übernommen.

In der Debatte um die Zuwanderung aus Südosteuropa wurde das Phänomen der sogenannten Problemhäuser lange Zeit kontrovers diskutiert. Selbst überregionale Medien berichteten in teils stark tendenziöser Weise darüber, wie „die Balkan-Clans“ in der Dortmunder Nordstadt „hausen“.

Aus dem Blick geriet dabei mitunter, dass viele Problemhäuser bereits seit Jahren und Jahrzehnten Vernachlässigung erfahren und dem Verfall ausgesetzt sind, und hier zudem Menschen Obdach gesucht haben, die auf dem regulären Wohnungsmarkt meist chancenlos sind.

Die Diskussion um Problemhäuser entspannte sich maßgeblich, als vor rund zwei Jahren die städtische Wohnungsgesellschaft Dogewo21 damit begann, einige dieser Immobilien aufzukaufen und (teilweise in Kooperation mit der Stiftung Soziale Stadt) zu sanieren. Weitere Eigentümer folgten dem Beispiel der Stadttochter.

Sanierungen, die hochwertige Wohnungen zum Ergebnis haben, sind sicherlich positiv zu beurteilen, da auch und insbesondere in der Nordstadt qualitativ guter Wohnraum benötigt wird.

Neuzuwanderer sind nicht die Zielgruppe der Sanierungsobjekte

Dennoch stellt sich die Frage: Wo bleiben die Neuzuwanderer? Neuzuwanderer sind ausdrücklich nicht die Zielgruppe der angesprochenen Sanierungsobjekte. Nur wenn es gelingt, auch deren Wohnsituation zu verbessern, und ihnen Zugang zum regulären Arbeits- und Wohnungsmarkt zu verschaffen, wird Vermietern, die Profit aus prekären Wohnverhältnissen schlagen, die Grundlage für ihr ausbeuterisches Verhalten entzogen.

Auch wenn prekäre Wohnverhältnisse (bis hin zu den sogenannten Matratzenlagern oder auch Obdachlosigkeit) momentan nicht mehr so stark im öffentlichen Fokus stehen, hat sich der Zugang der Neuzuwanderer zum Wohnungsmarkt kaum nennenswert verbessert.

Beispielhaftes Projekt aus Berlin-Neukölln wird in der Nordstadt vorgestellt

Das Modernisierungsprojekt der Aachener Siedlungsgesellschaft in Berlin-Neukölln gilt als beispielhaft. Foto: Planerladen

Im Rahmen des Forums soll diskutiert werden, wie hier Abhilfe geleistet werden kann. Im Fokus stehen dabei das rund 140 Wohnungen umfassende Modernisierungsprojekt der Aachener Siedlungsgesellschaft in Berlin-Neukölln sowie die flankierenden sozialen Angebote des Vereins ASPE e.V..

Sie gelten als Beispiel „guter Praxis“ zur Integration von Neuzuwanderern im Wohnbereich. Im Anschluss an die Projektvorstellung wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Übertragbarkeit auf die Situation in Dortmund erörtert.

Es ist eine gemeinsame Veranstaltung des Planerladen e.V. in Kooperation mit dem Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V., der AWO Integrationsagentur und der Auslandsgesellschaft NRW.

Die Veranstaltung findet in der Auslandsgesellschaft NRW, Steinstraße 48 (großer Saal, 3. Ebene), in der Nordstadt statt. Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung unter 0231-8820700 oder info@planerladen.de gebeten.

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