Nordstadtblogger

Tour durch die Nordstadt: Erste Nordwärts-Wanderung durch das Hafenquartier zeigt die Potentiale des Viertels

Nordwärts: Wanderung durch das Hafen-Quartier mit Quartiersmanagerin Heike Schulz. In der Speicherstraße

Wanderung auf dem Pflaster der Speicherstraße. Fotos: Klaus Hartmann

Laut war es zu Beginn der „Nordwärts-Wanderung“ durch das Hafenquartier: Quartiersmanagerin Heike Schulz konnte nur mit Mühe ihre Information zu der neugestalteten Unterführung zwischen Unionviertel und Nordstadt an den Wanderer bringen.

Auf der Wanderung konnte man die Potentiale des Viertels entdecken

Nordwärts: Wanderung durch das Hafen-Quartier mit Quartiersmanagerin Heike Schulz. Subrosa

Quartiersmanagerin Heike Schulz vor dem Subrosa.

Die Geräuschkulisse der vielbefahrenen „Nord-West-Passage“ ließ kaum eine Unterhaltung zu.

Der weitere Verlauf der 1. Nord-Wanderung durch die Nordstadt gestaltete sich für die Führerin und die Flaneure entspannter und ruhiger.

In den Seitenstraßen des Quartiers konnten sich die Besucher ein Bild von den Potentialen des Viertels machen. Und die liegen eindeutig in den vielen kulturellen Angeboten im Hafenquartier.

Sei es in der Pauluskirche oder in der Kneipen- und Club-Szene an der Gneisenaustraße oder zum Ende des Rundgangs am Depot in der Immermannstraße.

Pittoreskes und Kurioses gab es auf der Strecke zu sehen

Nordwärts: Wanderung durch das Hafen-Quartier mit Quartiersmanagerin Heike Schulz. Zimmermannshaus in der Feldherrnstraße

Haus in der Feldherrnstraße

Dazwischen konnten die Interessierten einiges über die Wohnsituation in der Nordstadt erfahren und denkmalgeschützte Häuser betrachten, sowie das Haus in Feldherrnstraße Nr. 3.

Zimmermeister Franz Grupe baute das Haus im Jahre 1911 im Heimatstil, nicht zuletzt um mit der Gestaltung des Gebäudes auch Werbung für sein Handwerk zu betreiben.

Vor dem Haus betrachten die Nordstadt-Flaneure in einer von Anwohnern gepflegten Baumscheibe, schmunzelnd, drei mit Blumen bepflanzte alte Schuhe.

Es gibt viel zu entdecken, wenn man die Nordstadt per Pedes durchstreift. „Sonst fahre ich nur mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit durch das Viertel, heute wollte ich einmal das Quartier fußläufig entdecken“, nennt Thea Juretzky aus dem Kreuzviertel die Gründe für ihre Teilnahme.

Das „klassisch solide Arbeiterviertel“ existiert nicht mehr

Die Eheleute Ilona und Bruno Hoffmann schwelgen eher in Erinnerungen. Im Hafenquartier aufgewachsen, haben die beiden sich im Eiscafé Venezia in der Feldherrnstraße kennengelernt.

Nordwärts: Wanderung durch das Hafen-Quartier mit Quartiersmanagerin Heike Schulz. In der Speicherstraße

In der Speicherstraße.

Das Eiscafé gibt es heute nicht mehr und sonst hat sich einiges verändert, seit die Hoffmanns vor dreißig Jahren aus dem Stadtteil fortzogen.

„Das war früher ein klassisches solides Arbeiterviertel“, blickt Bruno Hoffmann zurück – „und an jeder Ecke gab es eine Kneipe.“

Erzieherin Jennifer Lerch will einfach nur ihre neue Heimat besser kennenlernen. Vor einem Jahr zog sie aus einem Dorf in der Nähe von Hannover in die Nordstadt.

Als sie ihre neue Stelle in der Nordstadt antrat war sie entsetzt über die Armut die sie vorfand und zugleich erfreut über die Dankbarkeit von Eltern und Kindern, die ihr entgegenbracht wurde, für einfache Dinge des Lebens.

„Zwischendurch war ich einmal in einer Kindertagestätte in Hacheney beschäftigt, da habe ich mich zurück in die Nordstadt gesehnt.“ Die ehemalige Springerin hat nun eine festen Arbeitsplatz in der Fabido- Kindertagesstätte in der Blücherstraße.

Am Tatort-Dreh vorbei geht es in die Speicherstraße

Nordwärts: Wanderung durch das Hafen-Quartier mit Quartiersmanagerin Heike Schulz. Kindertagesstätte in der Yorkstraße

Kindertagesstätte in der Yorkstraße.

Der Kinderreichtum der Nordstadt manifestiert sich an der neu errichteten Kindertagesstätte des Kinderschutzbundes in der Yorkstraße, einem weiteren Halt auf der Wanderung.

„Trotz der vielen neuen Kindergartenplätze liegt die Nordstadt im Vergleich mit anderen Stadtbezirken im Schnitt noch weit zurück, sieht Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder erheblichen Handlungsbedarf.

Zusammen mit Ombudsmann Ubbo de Boer begleitete der Politiker die Wanderung. An der Speicherstraße im Hafen angekommen, konnte man kurz einen Blick auf die Dreharbeiten zum neuen Tatort werfen, bevor die Leute vom Film darum baten weiter zu gehen, da man sonst im Bild wäre.

Fast schon dörfliche Ruhe empfing die Spaziergänger in der Siedlung am Fredenbaum

Nordwärts: Wanderung durch das Hafen-Quartier mit Quartiersmanagerin Heike Schulz. In der Speicherstraße

Siedlung am Fredenpark

Nach einer kurzen Rast an der Schiffsgastronomie „Herr Walter“ endete die erste Nordstadtwanderung am Depot und an der – im Rahmen der internationalen Bauaustellung Emscherpark errichteten – angrenzenden Wohnbebauung.

Hier am Rande des Fredenbaumpark endete der Rundgang in fast schon dörflicher Ruhe.

Die Wanderung wurde inhaltlich vom Quartiersmanagement Nordstadt vorbereitet und ist Teil von vielen weiteren Wanderungen durch die nördlichen Dortmunder Stadtbezirke im Rahmen des städtebaulichen Projektes „Nordwärts“ der Stadt.

Info: http://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/nordwaerts/start_nordwaerts/index.html

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