Beruflicher Anpfiff im Signal Iduna Park: Hier rollt der Ball für die Azubis von morgen

Die „Erlebniswelt Ausbildung“ findet gemeinsam mit der HEROCON statt

Bei der „Erlebniswelt Ausbildung“ und HERACON, konnten Schüler:innen verschiedene Unternehmen kennenlernen und sich vernetzen. Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de

Anpfiff im Signal-Iduna-Park: Zwischen Bohrmaschine, Pflegeberuf und Stadiontribüne findet am 12. und 13. Juni erstmals die „Erlebniswelt Ausbildung“ in Kooperation mit der HEROCON statt. Im Stadion des BVB haben sich rund 60 Unternehmen und Institutionen getummelt und präsentieren dort ihre Ausbildungsangebote. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf den klassischen Messeständen, sondern auch auf den Mitmachaktionen und Vernetzung.

Die „Erlebniswelt Ausbildung“ neu aufgelegt

Unter dem Motto „Ausbildung erleben statt nur darüber reden“ wird die „Erlebniswelt Ausbildung“ in diesem Jahr erstmals im Stadion umgesetzt. Zuvor hatte die Veranstaltung bereits dreimal in kleinerem Rahmen auf dem Gelände der Zeche Hansemann stattgefunden.

Im Außenbereich hatten ebenfalls einige Unternehmen ihre Stände aufgebaut. Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de

Ziel ist es, Jugendlichen praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder zu ermöglichen und Berufsorientierung unmittelbar erlebbar zu machen.

Im Gegensatz zu traditionellen Ausbildungsmessen liegt der Fokus hier auf interaktiven Angeboten und persönlichen Treffen. Es gibt unteranderem verschiedene Bühnenprogramme und eine Berufsorientierungs-Rallye.

„Wir setzen bewusst auf einen offenen Veranstaltungscharakter mit Festival-Atmosphäre statt klassischer Messeoptik“, sagt Heike Bettermann, Chefin der Agentur für Arbeit Dortmund. Ziel sei es, Hemmschwellen abzubauen und den Zugang zur Berufsorientierung niedrigschwellig zu gestalten.

Die HEROCON – eine Handwerkermesse

Die HEROCON ist eine Veranstaltungsplattform, die sich als Schnittstelle zwischen Handwerk, Wirtschaft und Nachwuchs positioniert und fand erstmals letztes Jahr im Signal Iduna Park in Dortmund statt.

Niklas Palm ist Gründer und Mitorganisator der HEROCON. Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de

Sie richtet sich vor allem an Handwerksbetriebe, Unternehmen, Institutionen sowie Entscheidungsträger richtet und den Austausch rund um Fachkräftegewinnung, Ausbildung und Zukunftsthemen der Arbeitswelt fördert.

In Panel-Talks, Keynotes und Workshops erhalten Handwerker:innen Impulse zu Themen wie KI und Automatisierung, Zukunftskräften und Wachstum.

Initiiert und organisiert wird sie von Gründer Niklas Palm gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Institutionen. Rund 1.500 Teilnehmende aus Unternehmen werden an den beiden Veranstaltungstagen erwartet. „Wir haben uns im Vergleich zum Vorjahr ungefähr verdoppelt“, sagt Palm.

Tandem-Format: HEROCON trifft Ausbildungsmesse

Die Doppelveranstaltung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer, der Agentur für Arbeit sowie der Kreishandwerkerschaft organisiert. Mit der Kooperation wollen die Veranstalter dem Fachkräftemangel begegnen und junge Menschen frühzeitig für Ausbildungsberufe begeistern.

Der Andrang auf der Messe war sehr groß, viele Schulklassen trudelten sich vor und im Stadion. Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de

„Man kann entweder warten, dass etwas passiert, oder man wird aktiv“, sagt Niklas Palm. Statt Broschüren und Flyern setzt er auf persönlichen Austausch: „Es ist viel praktischer, wenn ein junger Mensch einfach mal einen erfahrenen Unternehmer fragt, wie der Beruf wirklich aussieht.“

Das scheint Früchte zu tragen. Viele Jugendliche zeigen sich begeistert von den verschiedensten Angeboten. „Ich habe mich schon mit mehreren Unternehmen vernetzt, die Messe hilft dabei zu 100 Prozent“, sagt ein Schüler. Eine andere Schülerin betont ebenfalls das sie durch die Messe einige neue Ausbildungsberufe kennengelernt hat und sich vernetzen konnte.

Stimmen der Unternehmen: Zwischen Interesse und Kritik

Die ausstellenden Unternehmen ziehen bislang ein wger gemischtes Fazit. „Wir suchen super viele Nachwuchskräfte. Bundesweit haben wir ungefähr 50 Ausbildungsberufe und das ist eine ganze Menge“, sagt Daniela Divljan von der Deutschen Bahn.

Die Schüler:innen konnten sich über die verschiedene Unternehmen informieren und sich mit ihnen vernetzen. Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de

Gleichzeitig äußert sie Kritik: „Die jungen Leute sind leider nicht informiert. Und ich glaube, sie haben auch im Moment nicht sehr viel Interesse, sich wirklich vernünftig zu informieren.“

Auch die Kreishandwerkerschaft Dortmund Lünen sieht Herausforderungen. „Ich bin heute hier, um die jungen Leute zu erreichen und damit die wissen, dass ich da bin, wenn sie noch einen Ausbildungsplatz suchen“, sagt Anna Koppelmann.

Laut ihr sei die Messe zwar gut besucht, aber durch das schlechte Wetter gezeichnet. „Ich hoffe, dass noch ein paar mehr Besucher:innen kommen.“

Blick nach vorn: Ausbau und Kooperation geplant

Die Kosten der Veranstaltung liegen nach Angaben von Niklas Palm im siebenstelligen Bereich. Trotz der hohen Investitionen soll die HEROCON in den kommenden Jahren weiterwachsen.

Blick aufs Stadion
Mit dem Gelände des Signal Iduna Parks biete sich eine gute Möglichkeit der Expansion der Messe. Foto: Borussia Dortmund

„Ich möchte in den nächsten Jahren hier 10.000 Handwerker haben und nicht nur 1.500“, sagt Palm. Angesichts der Millionen Beschäftigten im deutschen Handwerk sei dieses Ziel realistisch.

Die Kooperation mit der Ausbildungsmesse bezeichnet Palm als „extrem wichtig“. Auch die bisherigen Rückmeldungen seien positiv, so Palm: „Stand jetzt waren alle Beteiligten sehr positiv gestimmt und möchten das gerne fortführen.“

Für Palm jedoch steht vor allem die Nachwuchsgewinnung im Mittelpunkt: „Wenn Schüler:innen heute nach Hause gehen und sagen, das hat Sinn gemacht, dann haben wir schon viel erreicht.“ Die Messe findet noch bis zum morgigen Samstag (13. Juni) von 9 bis 16 Uhr im Signal Iduna Park statt. Der Eintritt ist frei.

 

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