
Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) betrachtet die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der vergangenen Jahre als überwunden. So konnte das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Plus über der ursprünglichen Planung abgeschlossen werden. Auf einer Pressekonferenz stellte die Geschäftsführung ihre Pläne für den weiteren Ausbau der Fernwärme, der Ladeinfrastruktur und der Digitalisierung vor. Gleichzeitig setzt DEW21 den 2024 begonnenen Transformationsprozess fort, der auch einen sozialverträglichen Personalabbau umfasst.
Wir mussten etwas verändern: Wirtschaftliche Erholung nach schwierigen Jahren
„Wir haben mit der Vergangenheit abgeschlossen“, betonte Dr. Gerhard Holtmeier, der Vorsitzende der DEW21 Geschäftsführung, mit Blick auf die Herausforderungen der Vergangenheit. Die wirtschaftliche Lage habe sich verbessert, erklärte er. Daher wolle man den Blick nun konsequent nach vorne richten.

So übertraf die DEW21 mit einem Ergebnis vor Steuern von 45,9 Millionen Euro ihren eigenen Plan für das Geschäftsjahr 2025 um rund sieben Millionen Euro. Zudem habe sich die Eigenkapitalquote auf rund 26 Prozent erhöht. Um die notwendige Finanzierung künftiger Investitionen sicherzustellen, wolle man diese Quote für die Zukunft noch erhöhen.
„Wir mussten etwas verändern“, erklärt Holtmeier mit Blick auf den eingeschlagenen Kurs. Durch die Bereitstellung zusätzlichen Eigenkapitals durch die Gesellschafter:innen sehe sich das Unternehmen aber mittlerweile wieder stabil aufgestellt.
Mit neuen Angeboten soll die Nähe zu Kund:innen gestärkt werden
Die DEW21 möchte ihre neuen Serviceangebote zudem stärker in den Stadtbezirken bekannt machen. So sind zusätzliche Servicepoints in Brackel, Hörde und Hombruch geplant. Mit zwei neuen mobilen Beratungsfahrzeugen will das Unternehmen außerdem auf Wochenmärkten und anderen stark frequentierten Orten über Tarife und Dienstleistungen informieren.

Mit der Werbekampagne „Herbe Stadt, herbe Preise“ möchte man zudem auf die sich seit 2023 schrittweise stabilisierenden Energiepreise aufmerksam machen, die sich im Zuge der Energiekrise stark erhöht hatten. Mit den aktuellen Tarifen sei man zufrieden und wolle diese nun stärker bewerben.
Laut der Geschäftsführung ist es nicht das Ziel, der günstigste Anbieter am Markt zu sein. Stattdessen setze das Unternehmen auf stabile Preise und langfristige Planung. Für das kommende Jahr rechne man weiterhin mit konstanten Gaspreisen. Strom werde derzeit in Dortmund zu Preisen ab 26 Cent pro Kilowattstunde angeboten.
Die Fernwärme bleibt der Schlüssel für die Energiewende
Einen Schwerpunkt sieht die DEW21 im Ausbau der Wärmeversorgung. „Wir haben das, was viele Städte nicht haben: ein modernes Fernwärmenetz“, betont Holtmeier. So erfülle Dortmund damit schon jetzt Ziele, die vielerorts erst 2030 erreicht werden sollen.

Auf der anderen Seite steht die Wärmewende aber auch vor spürbaren Herausforderungen. So stammen viele Gebäude aus den 1950er- und 1960er-Jahren und seien energetisch nur mit großem Aufwand auf Wärmepumpen umzustellen. „Dortmund muss den Anspruch haben, für alle Klientele bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, stellt Technik-Geschäftsführer Peter Flosbach klar. Deshalb werde das Gasnetz auch langfristig nicht vollständig verschwinden.
Stattdessen wolle man weiter in die Fernwärme investieren. Um den Anteil grüner Energie im Wärmenetz zu erhöhen, soll noch in diesem Jahr die sogenannte Nordtrasse fertiggestellt werden. Weitere Ausbauschwerpunkte sieht DEW21 unter anderem am Borsigplatz, im Bereich der Rückertstraße, in Wischlingen sowie am Universitätscampus.
Unternehmen plant den langfristigen Ausbau der Ladeinfrastruktur und des Stromnetzes

Auch beim Ausbau der Elektromobilität setzt DEW21 auf langfristige Investitionen. Derzeit seien zehn Bordsteinlader in Betrieb, weitere 25 befänden sich im Genehmigungsverfahren. Perspektivisch sollen rund 600 öffentliche Ladepunkte sowie etwa 1.000 Laternenlader entstehen.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur gehe dabei weit über das Aufstellen einzelner Ladesäulen hinaus, erklärt Flosbach. Mit jedem größeren Standort müsse auch das Stromnetz entsprechend ausgebaut werden. Gerade an Orten mit hohem Leistungsbedarf seien umfangreiche Berechnungen und Investitionen erforderlich, um eine stabile Versorgung zu sichern.
„Wir sind Dienstleister, und uns ist sehr wichtig, das maßgeschneidert zu machen“, betonte Flosbach. Dabei könnte auch intelligente Straßenbeleuchtung künftig einen größeren Beitrag leisten. So würden Straßenlaternen bereits heute je nach Bedarf automatisch gedimmt und dadurch Energie eingespart.
Digitalisierung muss als Teil der Wertschöpfung verstanden werden
Neben den Investitionen in Infrastruktur setzt DEW21 den bereits 2024 begonnenen Transformationsprozess fort. Gemeinsam mit den Gesellschaftern sei Anfang 2025 eine Transformationsvereinbarung geschlossen worden, erklärt Geschäftsführer Matthias Klein-Lassek. Darüber hinaus plane das Unternehmen für die kommenden Jahre einen Personalrückgang um etwa 15 Prozent.
Dazu gehört auch ein sozialverträglicher Personalabbau. Um diesen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten, wird er über Altersteilzeitprogramme erfolgen. Dabei kommt dem Unternehmen der demografische Wandel entgegen, da viele Beschäftigte in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden werden. Gleichzeitig müsse verhindert werden, dass die Arbeitsbelastung für die verbleibenden Beschäftigten zu stark ansteige.
Daher wolle man verstärkt auf Modernisierung und Digitalisierung setzen. So komme Künstliche Intelligenz bereits unter anderem beim kurzfristigen Energiehandel sowie im Bereich der IT-Sicherheit zum Einsatz. Grundlegende Entscheidungen beim Energieeinkauf träfen jedoch weiterhin Menschen. „Das machen Menschen. Da sitzen Kolleg:innen von mir am Rechner“, betonte Klein-Lassek. Digitalisierung müsse jedoch künftig als Teil der Wertschöpfung verstanden werden und nicht mehr nur als Kostenfaktor.
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