
Die Stadt Dortmund hat Siegfried Volkert für seinen jahrelangen Einsatz für eine barrierefreie Gesellschaft gewürdigt. Aus den Händen von Oberbürgermeister Alexander Kalouti erhielt der Dortmunder am Dienstag (21. Juli 2026) die Ehrennadel der Stadt. Über viele Jahrzehnte hinweg setzte sich Volkert für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein. Mit der Auszeichnung ehrt der Rat der Stadt Persönlichkeiten, die sich um das Wohl der Bürger:innen verdient gemacht haben.
Oberbürgermeister Alexander Kalouti hebt die Ausdauer des Geehrten hervor
Siegfried Volkert hat das gesellschaftliche Leben in Dortmund maßgeblich mitgestaltet. Der Oberbürgermeister betonte in seiner Laudatio, dass Volkert Barrieren sowohl baulicher als auch organisatorischer Art konsequent adressiert habe. Auch der Abbau von Vorurteilen in den Köpfen der Mitmenschen sei ihm stets ein zentrales Anliegen gewesen. Viele Strukturen, die den Bewohner:innen heute als selbstverständlich erscheinen, basieren auf seinen Initiativen.

Als Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Inklusionsbeirats gestaltete Volkert die kommunale Ausrichtung maßgeblich mit. Darüber hinaus war er aktiv am Aufbau des Behindertenpolitischen Netzwerks beteiligt, das Politik und Verwaltung berät.
Durch seine Arbeit etablierten sich diese Gremien als Interessenvertretungen für Betroffene. Die Belange von Menschen mit Einschränkungen wurden dadurch fest in der Stadtpolitik verankert.
Ebenso engagierte sich der Ausgezeichnete bei der Entstehung der Dortmunder Selbsthilfe-Kontaktstelle. Diese Einrichtung unterstützt seit mehr als vier Jahrzehnten hilfesuchende Bürger:innen und vernetzt verschiedene Initiativen.
Zahlreiche Vereine profitierten von Volkerts ehrenamtlichem Einsatz
Neben seinen kommunalen Beratungstätigkeiten übernahm Volkert auch Führungsaufgaben in Vereinen. So stand er 14 Jahre lang dem Blinden- und Sehbehinderten-Verein Dortmund als Vorsitzender vor.

In dieser Funktion setzte er sich für die Belange der betroffenen Bürger:innen ein. Sein Augenmerk lag dabei stets auf der praktischen Verbesserung des Alltags für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
Ein weiterer Schwerpunkt seines Wirkens war die Westdeutsche Bibliothek der Hörmedien. Als Vorsitzender setzte er sich dafür ein, dass blinde, seh- und lesebehinderte Menschen leichten Zugang zu Kultur erhielten.
Der uneingeschränkte Zugang zu Bildung und Information war für ihn ein wesentliches Ziel. Durch diesen Einsatz eröffnete er vielen Nutzer:innen neue Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe. Ende 2024 zog sich der Dortmunder aus Altersgründen aus seinen Ehrenämtern zurück. Seine geleistete Arbeit wirkt jedoch in vielen städtischen Bereichen fort und bildet ein Fundament. Die geschaffenen Netzwerke bleiben für die Arbeit an der Barrierefreiheit in der Stadt weiterhin von Bedeutung.
Der Ausgezeichnete nimmt die Ehrung stellvertretend für seine Mitstreiter:innen entgegen
Oberbürgermeister Kalouti fand bei der Übergabe der Auszeichnung würdigende Worte für die Leistung Volkerts. Er betonte, dass der Geehrte Dortmund zugänglicher gemacht habe. Volkert habe nicht nur über Teilhabe gesprochen, sondern sie mit Sachkenntnis umgesetzt. Dafür gebühre ihm der Dank des Rates und der Bürgerschaft. Siegfried Volkert nahm die Ehrennadel, die den goldenen Adler der Stadt zeigt, dankend entgegen.
Er betonte jedoch, dass er die Auszeichnung stellvertretend für viele Begleiter:innen verstehe. Ohne die Unterstützung zahlreicher Mitstreiter:innen wären die Erfolge über die Jahrzehnte nicht möglich gewesen. Inklusion sei stets eine Gemeinschaftsaufgabe aller Beteiligten. Die Auszeichnung gilt als Anerkennung der Stadt für herausragendes ehrenamtliches Engagement. Sie soll auch in Zukunft Bürger:innen dazu ermutigen, sich für soziale Belange einzusetzen.
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

