Nordstadtblogger

450 Menschen demonstrieren gegen Verlängerung der Start- und Landebahn – Wizz Air baut Standort Dortmund aus

Zum Protest-Spaziergang der Schutzgemeinschaft Fluglärm am Flughafen Dortmund kamen rund 450 Teilnehmer*innen.

Rund 450 Menschen haben sich am gestrigen Sonntag an dem Protest-Spaziergang gegen die Verlängerung der Start- und Landebahn des Dortmunder Flughafens und der Reduzierung der Überflughöhe beteiligt. Die Planungen für den Dortmunder Flughafen lassen die Mitglieder der „Schutzgemeinschaft Fluglärm Dortmund – Kreis Unna e.V.“ (SGF) schlimmes befürchten.

Scharfe Kritik an Verlängerung der Start- und Landesbahn in Dortmund-Wickede

Mario Krüger (m.) ist Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Fluglärm.

„Schon heute wird der Flughafen zulasten der Dortmunder Stadtwerke hoch subventioniert. Es droht der massive Ausbau als Billig-Carrier durch den Platzhirsch Wizz Air bei gleichzeitiger Verlängerung der nutzbaren Landebahn um 300 Meter für Flieger mit größerer Kapazität und Reichweite“, betont  Mario Krüger, Vorsitzender Schutzgemeinschaft Fluglärm Dortmund – Kreis Unna. ___STEADY_PAYWALL___

Die Folge – seiner Ansicht nach: „Die Zunahme von Fluglärm, verstärkter Zubringerverkehr, Finanzierung zulasten des ÖPNV’s und letztendlich eine massive Belastung des Klimas.“ Dagegen wollen Teile der Dortmunder Parteien, Anlieger*innen und die Umweltschutzorganisationen mobil machen. 

Ende Mai hatte der Flughafen bei der Bezirksregierung den Antrag auf Verlängerung der Start- und Landebahn beantragt. Außerdem setzt der Airport auf Reduzierung der Überflughöhe, wodurch die volle Länge der Landebahn des Dortmunder Flughafens genutzt werden könnte. Derzeit sind nur 1.700 der 2.000 Meter effektiv nutzbar. Dann könnten auch größere Maschinen in Dortmund starten und landen.

Passagierzahl in Dortmund sinkt im ersten Halbjahr 2020 um satte 57 Prozent

Die irische Airline Ryanair hob am 24. Juni zum Erstflug nach Wien ab. Guido Miletic, Abteilungsleiter Marketing & Sales am Dortmund Airport und Flughafen-Pressesprecherin Davina Ungruhe begrüßten die Crew auf dem Vorfeld. Ryanair wird in den Sommermonaten Wien vom Dortmund Airport aus zunächst drei Mal wöchentlich anfliegen. Für den Winterflugplan ist eine Aufstockung der Frequenz geplant. Ryanair fliegt montags, mittwochs und freitags am späten Nachmittag bzw. frühen Abend aus Wien nach Dortmund und wieder zurück. „Damit ergänzt Ryanair das bereits bestehende Angebot der Wizz Air auf der Strecke ideal“, erklärt Guido Miletic. Die ungarische Airline Wizz Air bedient die Strecke vormittags. „Wir freuen uns, dass unsere Passagiere durch die Streckeneröffnung noch mehr Flexibilität gewonnen haben.“ Knapp 108.000 Fluggäste nutzten im vergangenen Jahr bereits die Verbindung nach Wien – damit ist die österreichische Hauptstadt eins der beliebtesten Ziele ab dem Dortmund Airport. Tanja Ehrlich, PR and Communications Manger der Ryanair: „Wir freuen uns darauf im Rahmen des Sommerflugplans 2020 die Strecke zwischen Dortmund und Wien aufzunehmen und unsere Kunden aus Dortmund in diesem Sommer zu günstigen Tarifen in die österreichische Hauptstadt zu bringen.“ Die Einreise von Deutschland nach Österreich für Personen, die in Deutschland ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, ist uneingeschränkt ohne Gesundheitsmaßnahmen möglich. Weitere Informationen zu den geltenden Hygieneregeln im Land gibt das Auswärtige Amt auf seiner Webseite.

Die irische Airline Ryanair hob am 24. Juni zum Erstflug von Dortmund nach Wien ab. Foto: Airport

Der Einbruch des Flugverkehrs durch die Corona-Krise hat auch den Dortmunder Flughafen massiv getroffen. Nach sehr gutem Start folgte der Shutdown: Insgesamt nutzten 544.145 Passagiere im 1. Halbjahr 2020 den Dortmund Airport für ihre Reise. Das ist ein Rückgang von 57 Prozent. Die Entwicklung in den einzelnen Monaten verlief dabei sehr unterschiedlich.

Im Januar und Februar flogen kumuliert noch gut elf Prozent mehr Passagiere vom und zum Dortmunder Flughafen als im Vorjahreszeitraum. Damit war der Airport zu Beginn des Jahres 2020 nach eigener Einschätzung „auf dem besten Weg, wiederholt einen neuen Passagierrekord aufzustellen“.

Mitte März folgte der Shutdown, woraufhin der Flugverkehr dramatisch einbrach. Bereits im März fehlten dem Dortmund Airport so 48 Prozent seiner Passagiere. Im April und Mai kam der Flugverkehr dann fast vollständig zum Erliegen. In beiden Monaten zusammen nutzten gerade einmal gut 11.000 Fluggäste den Airport – so viele wie sonst in der Hauptsaison fast an einem Tag.

Seit Juni erholt sich der Verkehr langsam wieder. Mit 42.456 Passagieren lag die Fluggastzahl bereits wieder bei 17 Prozent des Vorjahresniveaus. Für den Juli rechnet der Dortmund Airport mit einer Steigerung auf 30 Prozent des Vorjahresniveaus und im August auf 50 Prozent.

Dortmunder Flughafen-Chef glaubt an Erholung und setzt insbesondere auf Wizz Air

Seit Samstag, den 11. Juli, können Passagiere drei Mal wöchentlich von Dortmund nach Zypern fliegen. Wizz Air hebt dienstags, donnerstags und samstags in die Hafenstadt Larnaka ab. Larnaka ist eins von zahlreichen Zielen, die in diesem Jahr neu in das Streckennetz der Wizz Air ab dem Dortmund Airport aufgenommen werden. „Wir begrüßen die Entscheidung der Wizz Air, Dortmund künftig direkt mit Zypern zu verbinden. Mit Larnaka wächst das Angebot an Warmwasser-Zielen ab dem Dortmund Airport. Er wird damit für Urlauber noch attraktiver“, so Flughafen-Chef Udo Mager. Durch sein mediterranes Klima, mit mehr als neun Sonnenstunden am Tag und über 30 Grad in den Sommermonaten, ist Larnaka prädestiniert für einen entspannten Sommerurlaub. Wer auf der Suche nach Aktivurlaub ist, kommt auf Zypern ebenfalls auf seine Kosten: Taucher erleben eine faszinierende und einzigartige Unterwasserwelt, das Wassersportangebot ist vielfältig und Wanderungen sind direkt entlang der Kies- und Sandstrände möglich.

Wizz Air baut seine Verbindungen von und nach Dortmund aus. Seit dem 11. Juli geht es beispielsweise drei Mal wöchentlich nach Zypern. Foto: Airport

„Die Zahlen zeigen die dramatische Entwicklung der Passagierzahlen am Dortmunder Flughafen und unterscheiden sich nicht von anderen Flughäfen in Deutschland. Ausgelöst durch die Reisebeschränkungen verringerte sich die Anzahl der Fluggäste innerhalb weniger Tage auf unter zwei Prozent des Vorjahresniveaus“, fasst Flughafen-Chef Udo Mager zusammen. 

„Aber wir haben allen Grund, voller Zuversicht in die zweite Jahreshälfte zu starten. Der Dortmund Airport ermöglicht Fluggästen mit seinem Hygienekonzept auch während der Corona-Pandemie ein sicheres Reisen“, so der scheidende Flughafen-Chef. 

„Die Angebotsvielfalt wird ab August durch die Stationierung von drei Luftfahrzeugen von Wizz Air am Dortmund Airport weiter wachsen. Dies zeigt das Vertrauen der Airline in den Standort Dortmund. Die Verkehrsentwicklung am Dortmunder Flughafen wird sich so nach und nach wieder erholen“, glaubt Mager.

Grüne: Flughafen im Sinkflug – Verlängerung der Landebahn Schritt in die Vergangenheit

Die Pläne des Dortmunder Flughafens zur Verlängerung der Landebahn um 300 Meter stoßen auf den Widerspruch der Grünen im Rat. Durch die Corona-Krise ist nicht nur der Flugverkehr in Dortmund eingebrochen.

Protest-Spaziergang der Schutzgemeinschaft Fluglärm.

Insgesamt fehlen den deutschen Flughäfen laut Flughafenverband ADV pro Monat 500 Millionen Euro an Einnahmen. Der Flughafen Dortmund wird  nach Ansicht der Grünen für dieses Jahr voraussichtlich mindestens rund 20 Mio. Euro zusätzlich von den Dortmunder Stadtwerken benötigen. 

„Corona ist das eine, der fortschreitende Klimawandel ist das andere. Beides zeigt, dass wir nicht weitermachen können wie bisher, sondern eine grundsätzliche Diskussion um die Entwicklung auch des Flugverkehrs führen müssen. Mit dem Antrag auf eine Verlängerung der Landebahn tut der Flughafen jedoch so, als wenn es beides nicht geben würde“, kommentiert die Fraktionssprecherin der Grünen, Ingrid Reuter, die Situation.

Hintergrund für die Verlegung der Schwelle, die eigentlich dem Lärmschutz dienen soll, ist nach Einschätzung der Grünen der Wunsch von WizzAir, als größtem Nutzer des Flughafens, zukünftig den neue Airbus 321neo einzusetzen.

Stadtwerke haben nach Ansicht der Grünen den Flughafen mit 300 Millionen Euro subventioniert

„Der Flughafen ist ja nicht nur durch Corona gefährdet. Er wäre nicht überlebensfähig, wenn nicht die Stadtwerke DSW21 in den letzten Jahrzehnten fast 300 Millionen Euro in den Flughafen gepumpt hätten, um dessen Verluste auszugleichen, betonen die Grünen. 

„Die durch Corona verlorenen Einnahmen kommen da jetzt obendrauf. Das zeigt, wie fragil das Dortmunder Flughafen-Modell ist. Das sind auch keine guten Nachrichten für die über 400 Beschäftigten. Sie brauchen eine sichere Perspektive, die nicht von dauerhaften Subventionen und zusätzlich von einem Monopolisten wie WizzAir und dessen Unternehmensentscheidungen abhängig ist“, so Reuter. 

„Deshalb wollen wir, dass sich die Stadt perspektivisch Gedanken über eine andere, zukunftssichere Nutzung des Geländes macht. Eine Verlängerung der Landebahn ist da keine zukunftsweisende Entscheidung. Außerdem führt eine Verlängerung dazu, dass die Anwohner*innen in Richtung Unna mit steigenden Lärmbelastungen zu rechnen haben“, so Ingrid Reuter abschließend.

DGB Dortmund empört über Interview von Wizz Air Chef Jozsef Varadi 

Für die DGB Gewerkschaften ist es dringend an der Zeit, dass Rahmenbedingungen in Deutschland, aber auch in Europa geschaffen werden, durch die gute Arbeitsbedingungen gestärkt werden.: ver.di und die anderen Dortmunder DGB-Gewerkschaften sind daher empört über die Aussagen des Chefs der Billigairline Wizz Air, Jozsef Varadi, hinsichtlich seines Umgangs mit Gewerkschaften.

Wizz Air stationiert drei Luftfahrzeuge in Dortmund – das Streckennetz wächst um 18 Ziele. Foto: Airport

Er hatte betont, dass Wizz Air ein Unternehmen ohne Gewerkschaften bleibe wolle: „Gewerkschaften zerstören das Geschäft. Wenn Gewerkschaften versuchen, uns zu erwischen, dann schließen wir einfach die Basis und ziehen weiter (…) Wir können einfach unsere Flugzeuge zu einem anderen Flughafen verlegen“, heißt es in dem Interview.

„Nicht Gewerkschaften zerstören die Gesellschaft, sondern Unternehmen, die auf Kosten der Beschäftigten ihre Wettbewerbssituation verbessern wollen! Genau das haben alle ‚Geiz ist geil‘-Branchen gemeinsam“, kommentiert die Vorsitzende des DGB Dortmund, Jutta Reiter, dessen Äußerungen in einem Interview.

„Als Gewerkschaften haben wir bisher den regionalen Flughafen in Dortmund in seiner Bedeutung geschätzt und wissen, dass Tarifbindung und Sozialpartnerschaft hohe Güter für den Flughafen sind. Dass Anteilseigner des Flughafens es jetzt zulassen, dass der Flughafen zum Standort von Heuschrecken-Kapitalismus wird, schockiert uns. Wir erwarten, dass dieser Vorgang geklärt wird. Letztlich entscheidet die Stadt, wem sie ihre Dienstleistungen verkauft.“ so Reiter weiter.

Dortmunder Klimabündnis fordert ein Ende der Subventionierung der Airlines und Kostenwahrheit

Mit der geplanten Verlängerung der Landebahn käme der Flughafen den Wünschen der größten Airline am Platz, Wizzair, entgegen. Der Billigflieger plant aktuell nach der Corona-Krise den massiven Ausbau seiner Verbindungen. 

Hatte Wizzair bislang vor allem Ziele in Ost- und Südosteuropa angesteuert – Passagiere waren meist Arbeitskräfte aus dieser Region –, so setzt das Unter­nehmen für die Zukunft auf Wachstum im Tourismus. Möglich sei das vor allem, weil der Flughafen Wizzair – dessen Vorstands­vorsitzender überdies von Sozialstandards und Gewerkschaften wenig hielte – finanziell offenbar weit entgegen gekommen sei, kritisieren Gewerkschaften und Umweltverbände.

Das Dortmunder Klimabündnis fordert deshalb, im Einklang mit der Schutzgemein­schaft Fluglärm eine Ende der Subventionierung der Airlines am Flughafen und damit Kostenwahrheit bei Flug- und Abfertigungs­gebühren. Was man gar nicht brauche, wären Interkontinentalflüge ab Dortmund. Und was man davon noch benötige, ließe sich über Großflughäfen abwickeln. Die verlängerte Landebahn in Dortmund mache aber auch solche Fernflüge möglich.

„Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, dass die Gesellschaft auch mit weniger Fliegerei gut leben kann. Geschäftsreisen lassen sich häufig durch Videokonferenzen ersetzen, Urlaub kann man auch in Deutschland machen oder die Ziele per Bahn erreichen“, betont Lorenz Redicker vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). 

 

Unterstütze uns auf Steady

 

Mehr zum Thema bei nordstadtblogger.de:

Führungswechsel: Langjähriger Chef des Flughafens Weeze wird Nachfolger von Udo Mager am Dortmund Airport

Aktion „Zug statt Flug“: Grüne wollen Zugverkehr und ÖPNV stärken und den Flughafen in Dortmund schließen

 

Print Friendly, PDF & Email

5 Gedanken über “450 Menschen demonstrieren gegen Verlängerung der Start- und Landebahn – Wizz Air baut Standort Dortmund aus

  1. Mario Krüger

    Sehr gut recherchierter Bericht zum Thema Flughafen. An einem Punkt ist allerdings eine Korrektur erforderlich. Nicht fast 300 Mio. Euro Verluste mussten in den letzten Jahrzehnten die Dortmunder Stadtwerke, sondern 386 Mio. € und zwar für den Zeitraum von 1998 bis einschl. 2020. Werden die indirekten Subventionen (z.B. Einlage von Grundstücken, Kreditübernahmen, Übernahme von Pensionsrückstellungen, Übertragung der SBB-Gesellschafteranteile -heute heißt das Unternehmen „dopark“- etc.) berücksichtigt, dann sprechen wir von rund 500 Mio. €, die das Flughafen-Abenteuer den Dortmunder Gebührerzahler gekostet hat. Merke, nicht immer habe die GRÜNEN recht. Bei Bedarf kann natürlich eine detaillierte Aufstellung zur Verfügung gestellt werden.

  2. Andreas W

    Das bescheuerte ist ja immer, dass die Gegner auf Verluste und Subventionen rumreiten. Würden der Flughafen genauso fair beurteilt wie alle anderen Flughäfen und nicht ständig durch Klagen klein gehalten, würde er schon längst Gewinne schreiben. Und Subventionen sind sowieso kein schlaues Argument, sonst müsste man auch Bus- und Stadtbahnverkehr komplett einstellen, liebe Grünen, die werden nämlich durch DSW21 auch stark subventioniert.

  3. Mario Krüger

    Hallo Andreas W.

    ich war viele Jahre im Aufsichtsrat der Dortmunder Stadtwerke (DSW21, der Dortmunder Energie Wasser (DEW21) bzw. der Hafen AG und kenne daher die Situation im Stadtwerke-Konzern recht gut. Regelmäßig mussten Sparprogramme aufgesetzt werden, um den Pensionsverpflichtungen, den Verlusten des ÖPNVs und des Flughafens Rechnung zu tragen. Die Folgen: Ausdünnung von Busverbindungen in den städtischen Randbezirken, stetiger Personalabbau, Sparprogramme wie das „Projekt Zukunft“, Aufschieben von Investitionen, Einsatz von Gebraucht-Stadtbahnwagen u.a.m. Die Vorhaltung eines attraktiven Bus- und Bahnangebotes ist eine originäre kommunale Aufgabe, nicht so die Finanzierung eines Flughafens. Und es nicht einzusehen, dass die Dortmunder Stadtwerke sich regelmäßig für eine Anhebung der Bus- und Bahn-Fahrpreise in den VRR-Gremien einsetzen und gleichzeitig Wizz Air-Billigangebote wie nach Split für 27 € oder nach Fuerteventura für schlappe 37,39 € subventionieren. Im Übrigen: Eine Taxifahrt vom Dortmunder Hauptbahnhof oder Westfalenhallen zum Flughafen kostet 29,00 bzw. 30,00 €. Oder aber die Bahnfahrt von Hörde in die City für eine 4-köpfige Familie für Hin- und Zurück: 18,00 €.

    1. Jonas

      Der Flughafen hätte dieses Jahr ohne Corona schwarze Zahlen geschrieben. Der Flughafen bräuchte also kein Geld mehr durch die DSW 21 und Co. Somit ist dieser Punkt enkräftet. Die Stationierung von 3 Flugzeugen wird nun positive Effekte bringen. Der Flughafen wird als erster Flughafen Deutschlands im August die Kurzarbeit beenden, während andere Flughäfen bis 2021 oder weiter auf Kurzarbeit setzen werden. Der Flughafen wird 2021 Gewinne erwirtschaften. Somit entfällt das Argument der Subventionierung. Abgesehen davon sollten Sie nicht nur die nackten -386. Mio. € berechnen, sondern auch die Wertschöpfung des Flughafens. Diese liegt bei +500 Mio. €. Somit hat der Flughafen durchaus positive Effekte auf die Region – Ansiedlung vom Firmen, Steuern etc. .
      Zum Thema Fluglärm : Wie hier auch geschrieben wird, möchte Wizz Air ihren A321neo einsetzen. Dieser ist über 50% leiser als die Variante (A320ceo), die momentan am Flughafen eingesetzt wird. Zu behaupten „Es wird lauter“ ist also schlichtweg falsch. Und wenn sie der Zahl nicht glauben schauen Sie auf Youtube oder hören mal mit Ihren eigenen Ohren, wenn ein A320neo in Dortmund landet. Dieser kommt oftmals aus Danzig. Der Unterschied ist DEUTLICH hörbar. Das Argument es wird lauter entfällt also. De facto sind Sie gegen den Einsatz von modernen und neuen Flugzeugen, welche leiser sind und weniger Sprit verbrauchen und somit besser für die Umwelt sind.
      Zum Thema Ticketpreise. Tickets für 9,99€ sind nur lock-Angebote und beinhalten nur ein kleines Handgepäck (Rucksack). Abgesehen davon gibt es diese nur in begrenztem Kontingent. Keiner fliegt nach Island oder Fuerte mit nur einer Handtasche oder einem Rucksack. Der nächst höhere Tarif kostet meist 30-50€ mehr – pro Richtung! Somit liegt der Durchschnittspreis schnell höher als der tatsächlich angezeigte Preis. Hinzu kommen Serviceleistungen wie Sitzplatz, Koffer etc. . . Dieses Argument ist somit auch entkräftet. Und wie schon geschrieben, der Flughafen hätte 2020 ohne Corona schwarze Zahlen geschrieben. Dies wird er nun 2021 tun. Anderen Flughäfen wird es nicht so gehen. Stellenabbau, rote Zahlen etc..

      Gedankenspiel. Was passiert wenn der Flughafen 2021 tatsächlich schwarze Zahlen schreiben sollte? Was passiert wenn Wizz Air den A321neo einsetzt, der über 50% leiser ist als die momentan eingesetze Variante? Gibt es dann überhaupt noch Argumente gegen den Flughafen?

  4. Bryan

    Der Schlüssel für die Zukunft des Flughafens ist die Start- und Landebahn. Das wissen sowohl die Befürworter des Ausbaus als auch deren Kritiker. Kommt es zu einem Ausbau der Start- und Landebahn wird der Flughafen wettbewerbsfähig und könnte dadurch dauerhaft in die schwarzen Zahlen fliegen. Kommt der Ausbau nicht, werden sich die Low Cost Carrier nach und nach vom Flughafen zurückziehen. Dann wird der Flughafen keine Zukunft haben.

    Es gibt Gründe, warum der Flughafen in den letzten Jahrzehnten so hohe Verluste eingefahren hat. Er war bei seinem Bau im Jahr 2000 als Geschäftsflughafen ausgelegt. Erst durch die Entwicklung der Low Cost Carrier hat er sich zu einem Passagierflughafen entwickelt. Dadurch haben sich zwei zentrale Schwachpunkte am Flughafen herausgebildet.

    1. Die Betriebszeiten des Flughafens waren zu kurz und nicht Wettbewerbsfähig. Dies führte bereits dazu, dass sich viele Low Cost Carrier wie beispielsweise Easy Jet wieder vom Flughafen verabschiedet haben. Schon die Verlängerung der Betriebszeiten hat im vergangenen Jahr für einen Rekord von über 2,7 Millionen Passagieren am Flughafen gesorgt. Zudem konnte er ein nahezu ausgeglichenen Betriebsergebnis erzielen und war auf dem besten weg, in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen zu kommen. Diese Entwicklung hat der Corona-Virus vorerst zunichte gemacht.

    2. Die Start- und Landebahn des Flughafens ist zu kurz. Immer mehr Fluggesellschaften setzen inzwischen auf den Airbus A 321 neo. Er bietet nicht nur eine erhöhte Sitzplatzkapazität, sondern ist auch deutlich Leiser als die Airbus A 320, die den Flughafen derzeit anfliegen. Durch die Verlängerung der Start- und Landebahn würden auch andere Airlines den Flughafen vermehrt nutzen und den Flughafen nachhaltig in die schwarzen Zahlen bringen. Für die Startbahn Ruhrgebiet könnten dadurch auch völlig neue Chancen entstehen. So hat WizzAir auch eine Langstreckenvariante des Airbus A321 neo bestellt. Sie könnten Interkontinentalflüge ermöglichen, die in Dortmund starten. Ein Nonstopflug von Dortmund nach New York wäre dann möglich. Das ist eine Perspektive, von der beim Bau des Flughafens sicherlich niemand zu Träumen gewagt hätte.

    Ein weiteres Problem des Dortmunder Flughafens ist übrigens die im Vergleich zu den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sehr schlechte Anbindung an den ÖPNV. Hier gibt es ebenfalls Handlungsbedarf, wenn die Zahl der Fluggäste nach Corona weiter steigt. Ein Anschluss an das Stadtbahnnetz, eine H-Bahn zwischen dem S-Bahnhof Wickede, dem Flughafen und dem Bahnhof Holzwickede oder eine Anbindung an den RRX wären dann wünschenswert und würden eine klimaschonende Anreise ermöglichen. Auch die Airlines werden Antworten auf das Thema Klimawandel finden müssen. Neue Flugzeuge sind bereits heute sehr viel effizienter und verbrauchen deutlich weniger als noch vor einigen Jahren. Der Airbus A 321 neo ist zudem noch deutlich Leiser als der Airbus A 320. Mittel- bis Langfristig müssen und werden die Flugzeuge mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

    Für den Flughafen könnte ein Ausbau der Start- und Landebahn ein richtiger Schritt für eine gute Zukunft sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen