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Gewaltprävention und Krisenintervention an Schulen: „Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens, nicht des Wegsehens“

Netzwerktreffen der Dortmunder Schulen zur Gewaltprävention und Krisenintervention

Im Dietrich-Keuning-Haus gab es das erste Netzwerktreffen der Dortmunder Schulen zur Gewaltprävention und Krisenintervention.

„Krisen gehören zu jeder Schule. Dabei geht es aber nicht um Amokläufe“, betont Renate Tölle. Alltäglichere Themen sind Suizidalität, Tod und Trauer, pädagogische Grenzsituationen und Mobbing, mit denen sich die 180 Mitglieder von Krisenteams aus Dortmunder Schulen beim ersten Netzwerktreffen beschäftigten.

„Ich bin begeistert, wie viele Leute kommen“, freut sich die Leiterin des Schulverwaltungsamtes. „Der Austausch ist wichtig.“ Dieser stand beim Treffen auf Einladung der Schulpsychologischen Beratungsstelle für die Stadt Dortmund erstmals zu einem Netzwerktreffen zum Thema Gewaltprävention und Krisenintervention im Dietrich-Keuning-Haus im Mittelpunkt.

50 Schulen haben an Fortbildungen teilgenommen

Netzwerktreffen der Dortmunder Schulen zur Gewaltprävention und Krisenintervention

Markus Katthagen, Renate Tölle, Simone Dunkel, Matthias Spiekerheuer und Rolf Janßen. Fotos (2): Alex Völkel

Das Angebot der Schulpsychologischen Beratungsstelle zur Bildung von schulischen Teams zur Gewaltprävention und Krisenintervention wurde in den vergangenen Jahren von insgesamt 45 weiterführenden Schulen und 14 Schulen im Primarbereich angenommen.

Das sind mehr als ein Drittel (35 Prozent) aller Dortmunder Schulen, die seit dem Jahr 2012 an Fortbildungen teilgenommen haben. Am Netzwerktreffen in der Nordstadt nahmen 180 Beschäftigte aus dem Schuldienst teil.

„Es ist wichtig und stärkt die Sicherheit an unseren Schulen, wenn Schulleitungen zum Thema Gewaltprävention gut informiert und aufgestellt sind“, erklärt Renate Tölle. „Im Ernstfall ist es darüber hinaus sehr bedeutsam, eine gezielte und geübte Krisenintervention durchführen zu können.“

Schulpsychologische Beratungsstellen unterstützen die Schulen

Ein Großteil der Dortmunder Schulen ist der Empfehlung der Bezirksregierung Arnsberg, schulinterne Krisenteams aufzubauen, nachgekommen. „Wir werden die Dortmunder Schulen weiterhin dabei unterstützen, Krisenlagen professionell zu bewältigen“, erklärte Simone Dunkel, Leiterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle.

„Mit der heutigen Veranstaltung wollen wir die Entwicklung und Vernetzung von schulischen Krisenteams fördern. Der Erfahrungsaustausch ist eine wichtige Grundlage, sich möglichen Krisensituationen stellen zu können.“

Notfallseelsorger, Kriminalpolizei und Opferschutz als Kooperationspartner

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Über soziale Netzwerke werden Mobbingfälle schnell zu einem omnipräsenten Problem.

Auch andere Netzwerkpartner wie die Notfallseelsorge und die Polizei mit dem Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz beteiligten sich an der Fortbildungsreihe. „Es ist sehr bedeutsam, dass Schulleitungen wissen, wie die Polizei in potentiellen Krisensituationen denkt und handelt“, erläuterte Dunkel. Neben der Informationsvermittlung und Reflexion von typischen Krisensituationen wird beispielhaft eine Krisensituation in einer Schule simuliert.

Denn eine Reaktion auf Krisen ist wichtig: „Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens, nicht des Wegsehens“, verdeutlicht Markus Katthagen, Leiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums. „Der Austausch mit internen und externen Experten ist wichtig, denn wir dürfen Situationen nicht eskalieren lassen.“

Dies unterstreicht auch sein Kollege Rolf Janßen, Leider des Robert-Schumann-Berufskollegs. Ein Bespiel war ein schwerer Unfall direkt vor dem Kolleg, bei dem zwei Schüler verletzt wurden. „Das gab ganz viel Betroffenheit und trägt Stimmung in die Klassen“, verdeutlicht der Leiter einer Einrichtung mit 3500 Schülern und 140 Beschäftigten. „Viele steigern sich da rein.“ Daher müsse schnell geklärt werden, wer sich des Themas annimmt. Lehrer, Schulpsychologen, Seelsorger, Vetrauenlehrer, Mediationen, aber auch Schulhausmeister, Jugendkontaktbeamte,, Sekretariat oder Sicherheitsbeauftragte arbeiten je nach Krisenfall Hand in Hand.

Mobbing wird durch soziale Medien zu einem immer größeren Problem

Krisen entstehen teilweise erst durch neue Medien. Denn was als kleiner Streit begonnen haben kann, kann sich durch die Verbreitung über soziale Netzwerke zu riesigen Problemen hochschaukeln – beispielsweise beim Mobbing.

Dieses Thema sei die häufigste Anfrage aus Schulen, die Matthias Spiekenheuer, Präventionsberater der Dortmunder Polizei, erreicht. „Das muss man frühzeitig erkennen.“ Ein Rat, den auch Simone Dunkel teilt. „Mobbing ist heute wesentlich präsenter durch die neuen Medien. Das bildet sich dann auch im Klassenzimmer ab.“

 

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