Dortmund leuchtete orange in Solidarität mit den Betroffenen

„Orange Your City“: Mehr als 60 Unternehmen setzen Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Am 25. November war der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“. Zu diesem Anlass setzte die Stadt Dortmund mit der Aktion „Orange Your City“, initiiert durch den „ZONTA-Club Dortmund“ im Rahmen einer weltweiten UN-Aktion, ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Im Zentrum der diesjährigen deutschen »ZONTA Says NO«-Kampagne steht die Forderung einer staatlichen Koordinierungsstelle, um jeglicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Deutschland wirksam entgegenzutreten. Es geht um die koordinierte Umsetzung der Istanbul-Konvention. 

Rückgang von angezeigten Fällen häuslicher Gewalt in Dortmund

Wer die Zonta-Petition für eine staatliche Koordinierungsstelle unterstützen will, findet den nötigen Link im Anhang des Artikels. Mehr als 60 in Dortmund ansässige Unternehmen und Institutionen ließen ihre Gebäude und Wahrzeichen der Stadt am Donnerstag nach Einbruch der Dämmerung in Orange – der Farbe für emotionale Stärke in schwierigen Situationen – erstrahlen. Damit will die Aktion jährlich auf die Situation von betroffenen Frauen und Kindern aufmerksam machen und die Hilfsangebote der Frauenberatungsstellen einer breiten Öffentlichkeit näher bringen.

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange. Archivfoto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Auch das Dortmunder Polizeipräsidium unterstützte zum dritten mal in Folge die Kampagne „Orange Your City“. Nach wie vor lehnen es viele Frauen auch nach wiederholten Gewalterfahrungen ab, dass die Polizei die Frauenberatungsstelle direkt über einen Einsatz wegen häuslicher Gewalt informiert und die Daten der Betroffenen übermittelt.

Seit 2019 sind die angezeigten Fälle häuslicher Gewalt in Dortmund deutlich zurückgegangen, berichtet die Dortmunder Polizei. 2019 registrierte die Polizei noch 1318 Fälle in Dortmund, in 2020 sank diese Zahl auf 1091. In den Monaten Januar bis Oktober 2021 zählte die Polizei 669 Fälle. 

Es ist notwendig die Zahlen im Kontext der Pandemie zu betrachten, denn der Rückgang von Anzeigen bedeutet nicht zwangsläufig, dass das eigentliche Problem geschrumpft ist. „Vielmehr müssen wir uns fragen, welchen Einfluss die Kontaktbeschränkungen, Quarantäne-Situationen und Homeoffice auf das Anzeigeverhalten der Opfer hatten”, erklärte Polizeipräsident Gregor Lange am Donnerstag.

Weniger Anzeigen sind also nicht mit einer Abnahme häuslicher Gewalt gleichzusetzen, im Gegenteil: Aktuelle Erkenntnisse der Beratungsarbeit zeigen, dass Frauen durch Kontaktbeschränkungen und Homeoffice weniger Ausweichmöglichkeiten vor Gewalttätern haben und damit einem größeren Kontrolldruck ausgesetzt sein können.

Viele betroffene Frauen haben Angst und Hemmungen, sich Hilfe zu suchen

Die Westfalenhallen orange erleuchtet. Mehr als 60 Unternehmen haben sich in Dortmund auch 2021 wieder an der „Orange Your City“-Kampagne gegen Gewalt an Frauen beteiligt. Foto: Isabella Thiel

Von den bisher 669 der Polizei bekannten Fällen häuslicher Gewalt dieses Jahr, erlaubten nur 204 Betroffene, dass ihre Namen und Telefonnummern an eine Frauenberatungstelle weitergegeben werden. Hilfe bietet die Frauenberatungsstelle nicht nur persönlich, sondern auch am Telefon und in Videochats an. Auch durch mehr Vermittlungen zur Beratungsstelle durch die Polizei ist dort die Zahl der Beratungsgespräche gestiegen.

In der Diskrepanz dieser Zahlen sieht Polizeipräsident Gregor Lange den Bedarf nach mehr Aufklärungsarbeit: „Der Unterschied zwischen der uns bekannten Fallzahl und der Bereitschaft, wirksame Hilfe anzunehmen, zeigt, dass wir permanent aufklären müssen. Die Opfer häuslicher Gewalt brauchen eine größere Lobby. Insofern danke ich den Zonta-Clubs in Dortmund für ihr ehrenamtliches Engagement, mit dem sie auch auf die in den vergangenen 40 Jahren immer weiter ausgebauten professionellen Angebote der Frauenberatungsstelle hinweisen.”

Die Hilfe von der Frauen-Beratungs-Stelle ist kostenlos. Foto: Web-Screenshot

„Orange Your City” kann dafür sorgen, dass Beratungsstellen eine größere Plattform erhalten. Die Westfalenhallen Unternehmungsgruppe war dieses Jahr ebenfalls ein Teil der Aktion:

„Mit der Lichtaktion soll Frauen Mut gemacht werden, sich Hilfe zu holen, Gewalt zur Anzeige zu bringen sowie die breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Als weltoffenes Unternehmen tritt die Westfalenhallen Unternehmensgruppe ohne Wenn und Aber gegen jede Form von Gewalt und Verletzung von Frauenrechten ein“, erklärt Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH.

Mehr als 60 Unternehmen haben sich in Dortmund an der Aktion beteiligt

Die Diversity-Beauftragte der Dortmunder Stadtwerke Kirsten Fronz und DSW21-Arbeitsdirektor Harald Kraus. Foto: Jörg Schimmel für DSW21

Auch die Dortmunder Stadtwerke beteiligten sich wieder an der „Orange Your City“-Kampagne. Für DSW21-Arbeitsdirektor Harald Kraus ist die Unterstützung eine Selbstverständlichkeit:

„Als kommunales Unternehmen sehen wir uns als Teil der Zivilgesellschaft und haben den Anspruch, uns bei wichtigen gesellschaftlichen Themen klar zu positionieren. Wir nehmen dabei auch Themen auf, die nicht so stark im Fokus der Wahrnehmung stehen. Unsere Busse und Bahnen und die damit verbundene Reichweite sind dafür ideal, denn sie sind in der ganzen Stadt unterwegs.“

Der Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ist nur ein Thema, dass dem Unternehmen am Herzen liegt, ergänzt die Diversity-Beauftragte Kristen Fronz: „Wir fördern Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern seit vielen Jahren. Dazu gehört auch die Stärkung der Rechte von Frauen. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung und die nehmen wir auch mit Überzeugung wahr.“

Foto: DEW21

Dem pflichtet die Dortmunder Energie und Wasserversorgung (DEW21) bei. „Wie auch andere Gebäude in Dortmund und auf der gesamten Welt wird die DEW21-Hauptverwaltung auch in diesem Jahr wieder erstrahlen. Wir setzen anlässlich des UN-Aktionstags „Orange the World“ erneut ein unübersehbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“, erklärt Heike Heim, Vorsitzende der DEW21-Geschäftsführung.

„Dass durch die Coronapandemie häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen stark gestiegen ist, ist eine traurige Wahrheit. Deshalb ist auch der diesjährige Aktionstag umso bedeutender, um allen Opfern zu signalisieren: Ihr seid nicht allein! Meldet Euch! Wir können euch helfen! Der Zonta Club mit vielen starken Frauen hier in Dortmund steht Betroffenen zur Seite. Diese großartige ehrenamtliche Arbeit unterstützt DEW21 aus voller Überzeugung.“

Vortrag und Podiumsdiskussion im Keuninghaus stößt auf große Resonanz

v.li. Colette Prieur (Frauen helfen Frauen Dortmund e.V.), Simone Kleinert (TERRE DES FEMMES e.V.), Jörg Stenczl (Opferschutz-Beauftragter der Polizei Dortmund), Svenja Beck (Opfer häuslicher Gewalt) und Heike Wulf (Autorin, Stadtführerin und Moderatorin der Veranstaltung). Foto: Dortmunder Aktionsgruppe gegen Gewalt an Frauen

Unabhängig von der „Orange Your City“-Kampagne fanden in Dortmund weitere Aktionen zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ statt.

So veranstaltete die Städtegruppe Dortmund des Vereins „Terre des Femmes“ in Kooperation mit dem Verein Migrant:innen in Dortmund und dem Train of Hope e.V. einen Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion zu den Themen „häusliche Gewalt“ und „Femizid“ im Keuninghaus in der Nordstadt.

Die Veranstaltung der Dortmunder „Aktionsgruppe gegen Gewalt an Frauen“ fand unter der 2G-Regel statt. Der Saal im Dietrich-Keuning-Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Menschen kamen, um mehr über die Themen häusliche Gewalt und Femizid zu erfahren.

2020 starben zwei Dortmunder Frauen. Sie wurden von ihren Partnern im Schlaf ermordet. Die eine Frau hinterlässt vier kleine Kinder, die drei Kinder der anderen Frau sind ebenfalls vom Vater ermordet worden. Bei Femiziden handelt sich um die vorsätzliche Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist durch den Partner und seinem patriarchalen Besitzanspruch. In den Medien wird oft nur von Beziehungstaten oder Familiendrama gesprochen.

Spirale der Angst und Gewalt: Rednerin hat selbst zwei Mordversuche überlebt

Gefangen in einer Spirale aus Angst und Gewalt, trauen sich viele Mädchen und Frauen nicht, sich Hilfe zu suchen. Archivfoto: Thomas Engel für Nordstadtblogger.de

Als Rednerin wurde Svenja Beck begrüßt. Sie hat zwei Mordversuche überlebt und klärte über toxische Beziehungen auf. Über die Love-Bombing Phase und die Überhöhung der Partnerin erwirkt der toxische Partner, der oft unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet, eine emotionale Abhängigkeit bei der Frau.

Ist die erreicht, beginnt sein zerstörerisches Machtspiel durch psychische und physische Gewalt. Viele Frauen können sich nur mit fachlicher Hilfe aus dieser Spirale der Angst und physischer wie psychischer Gewalt trennen. Häusliche Gewalt und Femizide hängen zusammen. Femizide können im Prinzip als die extremste Art von häuslicher Gewalt gesehen werden.

Im Anschluss an die Rede fand ein Podiumsgespräch mit Colette Prieur, der Vertreterin von „Frauen helfen Frauen e.V. Dortmund“ und Teil des geschäftsführenden Teams im Frauenhaus Dortmund und Jörg Stenczl, Opferschutz-Beauftragter der Polizei Dortmund statt. Colette Prieur sagte, dass die räumliche Trennung der ersten Schritt von vielen sei, den betroffene Frauen gehen würden, bevor sie sich ein selbstständiges gewaltfreies Leben mit ihren Kindern aufbauen können.

An jedem dritten Tag stirbt in Deutschland eine Frau durch die Hand ihres (Ex-)Mannes

Der Weisse Ring empfiehlt Betroffenen die Smartphone-App „NO STALK“.

Jörg Stenczel beschrieb die Abläufe, die Opfer häuslicher Gewalt durchlaufen. Der Konsens war, dass das deutsche Hilfssystem gut funktioniert, doch spätestens bei der juristischen Aufarbeitung und „face to face“-Kontakten bei Gericht die Frauen meist retraumatisiert werden.

Gerichte würden leider zu oft ausblenden, welchen Gewaltakten Frauen und Kinder ausgesetzt gewesen seien. Zudem seien sich alle einig, dass deutlich zu milde Urteile gefällt und die Täter oft unbehelligt davonkommen würden.

Den betroffenen Frauen wurde von Jörg Stenczl geraten, ein Gewalt-Tagebuch zu führen. Er verwies auf die durch die „WEISSER RING Stiftung“ entwickelte App „NO STALK“. Mit der App können Betroffene von Stalking die Handlungen des Täters mit dem Smartphone beweiskräftig sichern und dokumentieren (Fotos, Videos, WhatsApp, Sprachnachrichten).

Leider sind Femizide keine Einzelfälle, sondern ein gesellschaftliches Produkt von ungleichen Machtverhältnissen zwischen den Geschlechtern. An jedem dritten Tag stirbt in Deutschland eine Frau durch die Hand ihres (Ex-)Mannes. Es ist Zeit, dass der „Femizid“ als Straftatbestand ins Strafgesetzbuch aufgenommen wird. Zusätzlich müsse mehr Prävention, mehr Konfliktberatung, mehr Täterarbeit und mehr Anti-Aggressionstrainings erfolgen, fordern die Frauenrechts-Aktivist:innen.

Fotowettbewerb zum „Internationalen Gedenktag gegen Gewalt an Frauen“

OB Thomas Westphal mit den Preisträgerinnen und Mitgliedern der Jury. Foto: Torsten Tullius für die Stadt Dortmund

Das Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund und der „Runde Tisch gegen häusliche Gewalt Dortmund“ hatten im Vorfeld des „Internationalen Gedenktages gegen Gewalt an Frauen“ zu einem Fotowettbewerb aufgerufen.

„Ihr Bild gegen Gewalt an Frauen“ lautete der Titel des Wettbewerbes und richtete sich an die Frauen aus Dortmund. Voraussetzung war, dass die eingereichten Bilder von Amateur-Fotografinnen gemacht wurden und dass sie Empowerment und Stärke ausdrücken.

Mit dem Fotowettbewerb wurde das Ziel verfolgt, Frauen in Dortmund zu gewinnen, sich mit dem Thema künstlerisch auseinanderzusetzen und Fotos entstehen zu lassen, die gewaltbetroffenen Frauen Mut machen.

Aus den zahlreichen Einsendungen wählte die Jury die drei Bilder aus, die an Ausdrucksstärke, Empowerment sowie kreativer und künstlerischer Umsetzung am meisten überzeugten. Die Preise waren mit 200 Euro, 300 Euro und 500 Euro dotiert. Der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Thomas Westphal hielt die Laudationen.

Dritter Preis: „Zusammen stark machen“ von Juliane Mohr. Foto: Juliane Mohr

Das Preisgeld von 200 Euro erhielt Juliane Mohr von „Grone Bildungszentren“ für das Bild „Zusammen stark machen“. Zu sehen sind sechs Frauen mit Fluchterfahrung.

Das Bild überzeugte die Jury durch die Kraft und den Lebensmut, die es entfaltet. Die Begriffe Emanzipation, Freiheit, gleiche Rechte und Respekt, die von den portraitierten Frauen hoch gehalten werden, und das Wort „Stopp“ zeugen davon, dass die sechs Frauen sich ihrer Stärke und ihrer Rechte bewusst sind.

Jede Frau trägt einen Schatz an Ressourcen in sich

Zweiter Preis: „Selbstliebe gewinnt immer“ von Kristina Konopenko. Foto: Kristina Konopenko

Das Preisgeld über 300 Euro ging an Kristina Konopenko, die das Bild: „Selbstliebe gewinnt immer“ eingereicht hat, auf dem sie selber zu sehen ist. Die Ausdrucksstärke und Ästhetik des Bildes beeindruckten die Jury. Es ermutigt Frauen, sich gegen Gewalt zu wehren und sie nicht hinzunehmen.

Der erste Preis, dotiert mit 500 Euro, ging an Melina Lilienfeldt-Karstner. Das Bild trägt den Titel „Starke Frau“ und überzeugte die Jury insbesondere durch die künstlerische Umsetzung des Themas. Mit dem Bild wird die Einzigartigkeit jeder Frau symbolisiert, es zeigt den Schatz an Ressourcen, den jede Frau in sich trägt.

Erster Preis: „Starke Frau“ von Melina Lilienfeldt-Karstner. Foto: Melina Lilienfeldt-Karstner

Thomas Westphal ging in seinen einleitenden Worten auf die Dimension der Gewalt gegen Frauen ein und betonte, dass dies kein individuelles sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem sei.

„Es ist wichtig, das Thema sichtbar zu machen und in den Fokus zu rücken. Der Fotowettbewerb trägt genau dazu bei“, so Thomas Westphal. „Mit ihren Bildern machen sie gewaltbetroffenen Frauen Mut und leisten einen Beitrag zur Sensibilisierung der Gesellschaft für das Thema.“

Die Fotos werden im nächsten Jahr zum Internationalen Gedenktag Teil einer Postkarten-Aktion des Gleichstellungsbüros.

Statement-Aktion der Dortmunder Frauenverbände

Die Dortmunder Frauenverbände und weitere Institutionen haben zum „Internationalen Gedenktag gegen Gewalt an Frauen“ mit einer großen Statement-Aktion am Westenhellweg eindringlich auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam gemacht.

Die Dortmunder Frauenverbände starteten eine Aktion in der Innenstadt. Foto: Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund

Laut Bundesregierung ist in Deutschland jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Das Dunkelfeld ist hoch – die Zahlen sind alarmierend, heißt es seitens der Frauenverbände.

Rund 50 Vertreter:innen der Dortmunder Frauenverbände waren vor Ort um für das Thema einzutreten. Sie appellierten an die Bevölkerung und Politik bei Gewalt gegen Frauen hinzusehen und zu handeln. In ihren Statements ging es u.a. um Femizide, häusliche Gewalt und sexualisierte Übergriffe am Arbeitsplatz, aber auch um das Eintreten für Frauenrechte nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen Ländern, wie z.B. der Türkei.

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Frauenverbände, Ursula Bobitka rief dazu auf hinzusehen, wenn Gewalt im eigenen Umfeld wahrgenommen wird. Es sei wichtig, nicht zu schweigen und Betroffenen Mut zu machen, sich an Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen zu wenden.

„Es kann nicht sein, dass im 21. Jahrhundert die Gewalt gegen Frauen noch so groß ist“ so, Maresa Feldmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dortmund. „Die Corona-Krise hat die Lage vieler Frauen noch verschärft! Wir alle sind gefordert Frauen in unserer Gesellschaft zu schützen und zu stärken – dies geht nur gemeinsam. Ich freue mich, dass die Frauenverbände in Dortmund dieses Thema stark im Fokus haben, wie die große Resonanz an der Aktion eindrucksvoll zeigt!“

 

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Weitere Informationen:

»ZONTA Says No-Kampagne«

Im Zentrum der diesjährigen deutschen »ZONTA Says NO«-Kampagne steht die Forderung einer staatlichen Koordinierungsstelle, um jeglicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Deutschland wirksam entgegenzutreten. Es geht um die koordinierte Umsetzung der Istanbul-Konvention. Dieses Abkommen des Europarats – zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen – ist das weltweit umfassendste, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern.

Seit dem 1. Februar 2018 ist die Istanbul Konvention in Deutschland geltendes Recht. Die erfolgreiche Umsetzung der Konvention macht ein Gesamtkonzept erforderlich, das kontinuierlich überprüft und kontrolliert wird. Dafür fehlen in Deutschland bislang jedoch die Strukturen. Artikel 7 und 10 der Istanbul-Konvention fordern eine Koordinierungsstelle, die das Ineinandergreifen aller Maßnahmen sicherstellt – von Prävention und Schutz über die gesundheitliche Betreuung der Betroffenen bis zur Strafverfolgung.

 

 

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