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„Komm gucken“: seit Anfang des Jahres kostenloser Eintritt in alle Dauerausstellungen der Dortmunder Museen

Laden zu kostenlosen Museumsbesuchen ein: Regina Selter (Museum Ostwall), Dr. Jan Stöcker (Museum für Kunst und Kulturgeschichte), Dr. Stefan Mühlhofer (Kulturbetriebe), Dr. Dr. Elke Möllmann (Naturkundemuseum), Edwin Jacobs (Museum Ostwall im U). Foto: Joachim vom Brocke

Von Joachim vom Brocke

„Eintritt frei“ heißt es in den städtischen Museen. Unter dem Motto „Komm gucken“ sollen mehr BesucherInnen angelockt werden. Ausnahmen bilden jedoch Sonderausstellungen, für die nach wie vor Eintritt bezahlt werden muss. „Die BürgerInnen von Dortmund haben mit dafür gesorgt, dass die Gegenstände für die Museen angeschafft wurden, nun sollen wie auch was davon haben“, sagt Dr. Stefan Mühlhofer, Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe. Gemeinsamer Wunsch der Leiter: „Unsere Museen sollen zu Treffpunkten werden“. Im letzten November hatte der Rat den Empfehlungen gefolgt und den freien Eintritt beschlossen. 

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Die ersten Reaktionen sind überwiegend positiv: „Vorbildlich“, „Endlich!“ oder „Genauso sollte es sein“. Kostenlos können die Dauerausstellungen im Museum Ostwall im Dortmunder U, im Museum für Kunst und Kulturgeschichte, dem Hoesch-Museum und im Brauerei-Museum besucht werden.

Auch das Naturkundemuseum wird sich anschließen, wenn es nach Umbau und Sanierung voraussichtlich im nächsten Jahr wieder geöffnet wird. Das Kindermuseum Adlerturm und das Westfälische Schulmuseum hatten den Eintritt schon im Jahr 2016 abgeschafft; die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache nimmt seit jeher keinen Eintritt.

Edwin Jacobs: „Ich bin glücklich über die Initiative. Wir haben noch so viele Schätze.“

Das Museum für Naturkunde am Fredenbaumpark wird augenblicklich noch renoviert. Foto: Leopold Achilles

„Wir haben so viele schöne Stücke, die wollen wir auch allen ohne Schwellenängste zeigen“, erklärte Dr. Dr. Elke Möllmann, Geschäftsbereichsleiterin der städtischen Museen und nach Fertigstellung des Naturkundemuseums wieder Chefin am Fredenbaum. Die beliebte alljährliche Museumsnacht sei bereits ein Marketinginstrument gewesen.

„Ich bin glücklich über die Initiative“, sagte Edwin Jacobs, Direktor vom Museum Ostwall im U: „Wir haben im Archiv noch so viele Schätze, die gezeigt werden möchten“. Darüber hinaus setze man nach Umbau auf mehr Aufenthaltsqualität.

Seine Stellvertreterin Regina Selter kündigte eine bessere Wegeverbindung bei der Präsentation der Werke an. Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte sind etliche Projekte mit Kindern und Schulen in Vorbereitung. Dr. Jens Stöcker als Direktor kündigte zudem die geplante Aktion „Stadtlabor“ an und setzt  dabei auf „die Mitwirkung aller Dortmunder“.

Deshalb lohnt es sich (unter anderem), die Museen 2019 öfter zu besuchen:

Museum Ostwall im Dortmunder U: dort in der 4. und 5. Etage hat es eine neue Heimat gefunden.

Im Museum Ostwall im Dortmunder U besteht noch bis 31. März die Chance, die aktuelle Sammlungspräsentation „Fast wie im echten Leben“ in den umgebauten Etagen 4 und 5 im U zu besuchen.

Die Schau konfrontiert 100 Jahre Kunstgeschichte in sechs Themenräumen mit dem Alltag und der Lebensrealität der BesucherInnen.

In der Abteilung „Ausflug ins Grüne“ zeigt Matthias Koch Bilder des entstehenden Phoenix-Sees. Ebenso gibt es leuchtende Berge und Täler des Expressionisten Alexej von Jawlensky zu sehen, die der Künstler 1912 malte.

„Flux Inn“ im Museum Ostwall lädt Jung und Alt zu eigener Kreativität ein

Unter dem Titel „Body & Soul. Was wir sind“ stehen ab 6. Oktober Werke des 20. und 21. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Außerdem gibt es dann eine neue Innenarchitektur mit großzügigeren Räumen und einer besucherfreundlichen Wegeführung.

Das „Flux Inn“ im Foyer bietet dann die Möglichkeit, kreativ zu werden, eine Pause einzulegen oder in Kontakt mit dem Museumsteam zu treten. Ein neu eingerichteter KunstAktionsRaum wird Schulklassen, Einzelnen und Seminaren ermöglichen, direkt in der Ausstellungsfläche zu arbeiten.

Im „Stadtlabor“ kommunale Geschichte erforschen und weitererzählen

Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) gibt es neben der Dauerausstellung über mehreren Etagen noch bis zum 19. Mai die Ausstellung „Auf Möbeln. SitzPolsterModen“ zu sehen – von mittelalterlichen Kaiserthron bis zum umhäkelten Toilettensitz. 

Teile von Dauerausstellungen, wie diese Jugendstil-Objekte im MKK, sind ab jetzt kostenfrei.

Die 30 Installationen von Masterstudiengang Kulturanalyse und Kulturvermittlung der TU Dortmund zeigt Objekte von über 60 LeihgeberInnen aus der ganzen Welt.  Darüber hinaus erinnert die Film-Installation „Olympia Universum Palast“ im Foyer an die goldenen Zeiten des Kinos im Brückstraßenviertel.

Große und kleine BesucherInnen können ab Frühjahr im neuen Stadtlabor die Geschichte Dortmunds weiter erzählen. Im Erdgeschoss und direkt am Eingang entsteht mit dem Stadtlabor ein Mitmach-Raum zum Experimentieren und Gestalten.

Unter dem Motto „Mein Dortmund. Hier – Jetzt – Heute – Damals“ geht es darum, Architektur und Stadtplanung zu erforschen. Die Dauerausstellung im MKK ist so groß, dass man sie an einem Tag kaum schaffen kann und lädt zu mehreren Besuchen ein.

„Hoesch maritim“ erinnert zum 120. Jahrestag an Hafeneinweihung

Foto: Alexander Völkel

Im Hoesch-Museum ist nicht nur der Eintritt in die Dauerausstellung „Stahlzeit in Dortmund“ frei, sondern auch die Sonderausstellungen wie aktuell zum Beispiel die Fotografien von Stahlbungalows, die Hoesch in den 60-iger Jahren produziert hat.

Mitte Juni folgt die Ausstellung „Neue Heimat finden. Auf Vielfalt vertrauen. Im Revier leben“ zu Migration und religiöser Pluralisierung im Ruhrgebiet.

Die Ausstellung „Hoesch maritim“ erzählt zum 120. Jahrestag der Hafeneinweihung ab August vom Verhältnis zwischen Stahlindustrie und Wasser. Im November wird eine Fotoausstellung zur Fraueninitiative Hoesch unter dem Blick „Gerechtigkeit“ eröffnet.

Das Westfälische Schulmuseum eröffnet am 19. Mai die kostenfreie Sonderausstellung „Oma, kannst du das lesen? Deutsche Schreibschriften im Wandel der Zeit“. Erklärt wird u.a., was die Sütterlinschrift ist und welche Schreibschriften  es heute gibt. Am Ende können die BesucherInnen selbst zur Feder greifen und verschiedene Schriften ausprobieren.

Traditionelle Bierstadt Dortmund: So sah es in Kneipen der 50er Jahre aus

Heute im Museum, wie’s damals in ’ner Kneipe war.

Im Brauerei-Museum sind nach einer Erweiterung der Abteilung „Gaststätte“ zahlreiche Stücke aus der Kneipenkultur der 1950er bis 1970er Jahre zu sehen, die bisher im Depot schlummerten.

Noch bis Ende April läuft die Ausstellung „150 Jahre Dortmunder Actien-Brauerei“ zur Geschichte einer der bedeutendsten deutschen Brauereien des 20. Jahrhunderts.

Die Dauerausstellung im Kindermuseum Adlerturm erzählt von Dortmund im Mittelalter und richtet sich an Kinder zwischen 4 und 12 Jahren mit ihren Familien. Mitmachen und aktiv werden kann man dort immer, ganz besonders bei den monatlich stattfindenden Familiennachmittagen zu unterschiedlichen Themen.

 

 

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